Wanderung im Hahnenbachtal
notiert von Hotti

10. Mai 2015


Unsere Mai-Wanderung sollte uns den gekürten Wanderweg des Jahres 2012 näher bringen und so folgten sechs gewillte Wanderer dem Ruf des Wanderleiters Thomas, der zu einer Wanderung im Hahnenbachtal im Hunsrück eingeladen hatte.

Versprochen war eine kurze und einfache Wanderung, doch davon später mehr.

Zunächst einmal stand die Anfahrt von Wiesbaden aus auf dem Programm. Den Mainzer Treffpunkt mussten wir bei dieser Tour aufgrund des Gutenberg-Marathons entfallen lassen.

Vier Männer waren wir schließlich am Wiesbadener Treffpunkt, zwei wollten direkt zum Start unserer Wanderung nach Bundenbach im Hunsrück kommen.

Die Fahrt dorthin dauerte etwas über eine Stunde und mit jedem Kilometer wuchs die Vorfreude auf eine wunderschöne Wanderung.

Nachdem mir Thomas erzählt hatte, welche Tour er für uns vorgesehen hatte, hatte ich mich im Internet schon mal schlau gemacht und einiges zu dieser Wanderung einschließlich einiger Filmchen gefunden. Allein davon war ich schon sehr angetan.

Unser Treffpunkt war am Parkplatz des Besucherbergwerkes in Bundenbach, welcher von der Ortsmitte her bereits ausgeschildert war.

Die beiden Mitwanderer erwarteten uns bereits. Nach einer kurzen Begrüßung und dem aufsetzten der Rucksäcke starteten wir mit unserer Wanderung.

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Treffen am Parkplatz in Bundenbach

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Erster Blick auf die Schmidtburg

Zunächst ging es nur wenige Meter, denn als erstes wollten wir das Bergwerk besichtigen. Hier eine erste Herausforderung. Wo gab es denn die Karten? Auf einem Hinweisschild war zu lesen, dass es diese im Kiosk geben würde. Rasch konnte das Rätsel gelöst werden, denn eine nette Dame bat uns, dass wir vorne herum in das Gebäude kommen sollten. Es wäre zwar gerade etwas eng, da sie am Vormittag ein Frühstück hätten, Karten würde sie aber verkaufen.

So zwängten wir uns mit unseren Rucksäcken vorbei an Tischen und Stühlen und konnten unseren Eintritt entrichten. Für Sieben Euro durften wir ins Fosilienmuseum, die Keltensiedlung bewundern und natürlich auch in den Stollen.

Da derzeit eine Führung im Stollen war bat sie uns, dass wir zunächst zur Siedlung sollten. Wir nahmen noch das Museum vorweg und schlenderten anschließend den gut beschilderten Weg hinauf zur Keltensiedlung.

Oben angekommen stellten wir fest, dass dort alles verriegelt war. Ein rütteln am Tor half nichts, es blieb uns verschlossen. Wir vermuteten, dass wir eben nur einen Blick von außen auf das Gelände werfen konnten und liefen um den Holzzaun herum, bis wir zu einem zweiten Tor kamen, welches ebenfalls verschlossen war.

Zumindest hörten wir nun Stimmen. Und tatsächlich, nun tat sich auch etwas, eine Stimme fragte von drinnen, ob wir denn Karten hätten, was wir guten Gewissens bejahen konnten.

Und siehe da, das Tor ging auf, vor uns stand ein Kelte! Nun durften wir doch noch hinein und bekamen eine richtig gute Führung durch die Siedlung.

Gut und schlecht für uns, denn dadurch geriet unser Zeitplan ein wenig aus dem Ruder. Die Führung war sehr ausgedehnt. Alle Fragen wurden gut und lang beantwortet, so dass sich der ein oder andere aus der Gruppe inzwischen bereits der Führung entzogen hatte.

Da es sehr unfreundlich gewesen wäre, wenn alle plötzlich weg gegangen wären blieben immer wenige bei der Führung dabei, während sich andere umschauten.

Die Erlösung kam schließlich in Form der nächsten Besucher, denen das Tor geöffnet wurde. So konnten wir uns dann doch noch verabschieden.

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Der Kelte und wir

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Traumhaft schöner Blick in die Weite

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Drei Wanderer eilen voraus

Jetzt wollten wir einen erneuten Versuch wagen, den Stollen zu besichtigen und begaben uns sogleich dorthin zurück. Und ja, nun war der Stollen frei, einer Führung stand nichts mehr im Wege.

Wir setzten schon mal den Schutzhelm auf und warteten geduldig auf unsere Führung.

Einige Minuten später trat unser Stollenführer in Erscheinung und versetzte uns erst mal in Erstaunen, denn vor uns stand ein 12 bis 14 jähriger Knirps, der uns begrüßte, und erklärte, dass er uns durch den Stollen führen würde.

Und er war richtig gut, wurde während der Führung immer lockerer und brachte Informationen herüber. Ich muss sagen, dass ich mir dies in diesem Alter nicht zugetraut hätte. Schließlich musste man ja immer mit Fragen rechnen, die man nicht beantworten kann und dann dem Zorn seiner Gäste ausgesetzt wäre.

Unsere gestellten Fragen konnte er beantworten. Trotz allem, eine mutige Entscheidung des Stollenbetreibers.

Die Führung dauerte etwa eine halbe Stunde, womit wir immer mehr an Zeit verloren hatten. Das GPS gab nun zunächst eine Ankunftszeit von 16:58 Uhr an, was relativ spät sein würde, waren wir doch im Lokal bereits für gegen viertel nach vier angekündigt.

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Das erste Mal im Tal angekommen

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Was ist denn da?

So kam es, dass wir den ersten Berg dieser Wanderung ziemlich rasch bestiegen. Die Ankunftszeit war, oben angekommen, auf 16:24 Uhr verändert. Mir persönlich war es etwas zu rasch, doch noch konnte jeder mithalten, wenn sich die kleine Gruppe auch etwas auseinanderzog.

Nach diesem ersten Anstieg der Wanderung hatten wir bereits den höchsten Punkt dieser Tour erreicht, was allerdings nicht heißen soll, dass wir von nun an keine Steigungen mehr haben würden. Ganz im Gegenteil! Die heftigen Steigungen standen uns tatsächlich noch bevor.

Jetzt führte unsere Wanderung bergab in Richtung Hahnenbach, vorbei an der Schieferhalde Sinsenbach, wo die Zeit für einen ganz kurzen Blick hinunter auf die Talauen reichte.

Im Tal angekommen querten wir mit Hilfe einer Brücke den Hahnenbach und wanderten nun talaufwärts bis zur Ruine Hellkirch. Auch hier ein Blick und weiter ging es.

Wir erreichten hier nun einen schmalen Pfad, der 300 Meter hinab ins Tal führte. Wieder querten wir einen Bach, diesmal ohne Brücke, und gelangten zum Wassererlebnispfad Hahnenbachtal.

Durch das Tal hindurch erreichten wir, zum Ende hin mit Anstieg die Schmidtburg, wo wir unsere erste und einzige Rast machten um unser Pausenbrot zu verschmausen.

Nach der Rast stand die Besichtigung der Burg auf dem Programm. Und jetzt kam sie dann auch doch noch, die Unsicherheit, wo denn der Weg nun wohl weitergehen würde!

Eindeutig ist anders, so dass wir zunächst einmal Späher voraus schickten, die dann tatsächlich den richtigen Weg fanden. Wieder ging es nun steil hinab ins Tal, welchem wir bis zu einem Forellenhof folgten.

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Über dies Brücklein mussten wir gehen

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Da gab es wohl auf beiden Seiten was interessantes

Inzwischen zeigte das GPS-Gerät wieder eine Ankunftszeit von etwas über 17 Uhr an, so dass unser Tourenleiter gerne im Lokal angerufen hätte um mitzuteilen, dass wir uns etwas verspäten würden.

Doch ein Telekommunikationsnetz war hier Fehlanzeige, dass wir verzichten mussten. Und weit konnte es von hier aus ja auch nicht mehr sein.

War es ja auch nicht, allerdings ging es mehr oder weniger, aber doch eher mehr, stetig bergan. Und das trotz des Versprechens unseres Tourenleiters, dass der nächste Berg der letzte sei.

Tatsächlich war es der letzte Berg, die Steigung dauerte jedoch bis zum Parkplatz und wurde zum Ende hin noch mal so richtig heftig. Besonders schön, da nicht oft bei Wanderungen anzutreffen, waren die beiden Felsentunnel, die diesen Abschnitt der Wanderung bereicherten.

Erschöpft, aber mit den Eindrücken einer ganz tollen Wanderung bestärkt, kamen wir schließlich um kurz vor fünf am Parkplatz an.

Es schloss sich nun der nächste Höhepunkt des Tages an, unsere Abschlusseinkehr. Diese war in Hennweiler vorgesehen.

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Die Schmidtburg

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Ein letztes Mal im Tal

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Der Tunnel unserer Wanderung

Nach fünfzehn Minuten hatten wir das Dörfchen und damit das Lokal unserer Abschlusseinkehr erreicht. Die Frage ob drinnen oder draußen beantwortete sich kurz darauf von selbst, denn es war drinnen für uns ein Tisch bereits eingedeckt.

Thomas erzählte, dass es hier traumhaft gute Rumpsteaks geben würde, so dass bis auf eine Ausnahme alle diesen Traum genießen wollte.

Tatsächlich war es so, dass nach dem Essen jeder von den Rumpsteaks schwärmte! Somit auch für die Abschlusseinkehr die volle Punktzahl.

Wir waren kurz vor dem Aufbruch, als uns ein Herr vom Nebentisch ansprach und uns seine Visitenkarte gab. Der Herr war von einer Wanderagentur und erzählte uns, dass er mit daran beteiligt gewesen sei, dass die Hahnenbachtaltour zum Wanderweg des Jahres 2012 gekürt worden sei. Bis zu diesem Zeitpunkt wusste ich nicht einmal, dass es überhaupt eine Wanderagentur gibt.

Fazit dieser Tour: Diese Wanderung ist tatsächlich eine Traumtour! Aber! Man sollte ausreichend Zeit einplanen, nicht einfach losrennen, denn sonst wird aus dem Traum rasch ein Alptraum und es bleibt keine Zeit, all das zu genießen, was man eigentlich zu sehen bekommt. Da gibt es wunderschöne Plätze, die zum Verweilen einladen, phantastische Stellen zum Schauen. Aber es gibt auch Steigungen, die es zu erklimmen gilt, Pfade, die steil nach unten führen.

Bei dieser Tour also tatsächlich lieber etwas früher losziehen, auch wenn die Streckenlänge nur ca. 10 Kilometer beträgt. Allein die Besichtigungen nehmen reichlich Zeit in Anspruch.

Wanderleitung: Thomas R.

Bericht und Bilder: Hotti