In Wiesbaden vom Goldsteintal nach Kohlheck
notiert von Hotti

13. Dezember 2015


Unsere letzte Wanderung des Jahres 2015 führte uns nach Wiesbaden, dem Heimatort des Tourenleiters.

Schon bei der Vorwanderung musste ich feststellen, dass ich den Wiesbadener Stadtwald, obwohl in Wiesbaden aufgewachsen, nicht wirklich kenne. Also war es endlich an der Zeit, dies zu ändern!

Mit den Treffpunkten gestaltete es sich etwas schwieriger, denn die einen kamen mit dem Auto, andere mit dem Bus, so dass es am Ende drei Treffpunkte waren.

Die ersten Wanderer hatte ich am Ziel getroffen. Zu dritt fuhren wir vom Wiesbadener Stadtteil Kohlheck mit dem Bus in die Wiesbadener Innenstadt, wo wir am Luisenplatz auf den vierten Wanderer trafen. Nach kurzer Wartezeit konnten wir unsere Fahrt in Richtung Rambach fortsetzen.

Eigentlich sollte sich an einer der nächsten Stationen unser letzter Wanderer zu uns gesellen, doch irgendwie hatten wir uns verpasst, oder anders ausgedrückt, er hatte den Bus verpasst.

Nachdem wir an der Haltestelle Goldsteintal ausgestiegen waren wagte ich einen Blick auf mein mobiles Taschenfernsprechgerät und musste feststellen, dass ich seinen Ruf verpasst hatte.

Ein kurzer Rückruf von mir klärte auf. Laut Aussage unseres vermissten Wanderers sei der Bus nicht gekommen, wobei er möglicherweise einfach nur früher abgefahren war, denn wir saßen ja im Bus.

Unser letzter Wanderer beschloss sogleich, sich ins nächste Taxi zu schwingen und sich rasch zum Treffpunkt bringen zu lassen.

Wir mussten nicht lange warten und schon war er da. Flugs noch begrüßt und schon konnten wir loswandern.

Bild 1

Ausgangspunkt unserer Wanderung

Bild 2

vom Asphalt direkt in den Matsch

Die Strecke führte uns zunächst ins Goldsteintal hinein, der Einfachheit halber diesmal nur auf der asphaltierten Straße. Nach einer Weile erreichten wir ein Hinweisschild, dass uns den Fußweg nach dem Schützenhaus wies.

Bei der Vorwanderung hatte ich hier bereits die erste Unsicherheit, denn mein geplanter Weg war weg. Doch nun war ich an dieser Stelle Wegekundig und so wanderten wir links des Schützenhauses der gelben Markierung folgend nach oben. Teilweise war der Weg recht schlammig und fast war man im Glauben, dass wir absolut falsch sein müssten. Doch zu diesem Zeitpunkt war diese Annahme total falsch.

Wie beschrieben folgten wir also dem gelben Balken, welcher an mancher Stelle schwer zu erkennen war. Dies hatte mir bei der Vorwanderung einen großen Umweg beschert, da ich am Ende eines Matschweges keinen anderen Weg gefunden hatte und erst einmal in die entgegen gesetzte Richtung gewandert war.

Doch heute war das anders. Ich hatte mir den Weg noch einmal genau auf der Karte angeschaut und siehe da, nun klappte es auch.

Bild 3

kleines Bächlein, könnte romantisch sein

Bild 4

große Wiese und der Weg war weg

Einige Schritte später standen wir nun in der Nähe des Bahnholz, einem, nun weiß ich gar nicht, wie ich es beschreiben soll, Ortsteil? Was auch immer es ist und war, wir waren zumindest nun da.

Gemeinsam mit dem Bahnholz stand ich nun vor einem echten Problem. Verzweifelt versuchte ich mich zu erinnern wo ich bei der Vorwanderung weiter gewandert war. Mein GPS half mir an dieser Stelle nicht wirklich weiter.

Die ungefähre Richtung wusste ich ja, sodass ich mich spontan entschied, nach rechts weiterzuwandern, was so nicht wirklich geplant war, aber schließlich führen mehrere Wege zum Neroberg.

Jetzt wurde es echt spannend, denn für die nächste Zeit musste mir immer nur ein Blick auf das GPS genügen, und ein bisschen musste ich mich auf mein Bauchgefühl und die Orientierung verlassen.

Es hatte geklappt, auf diese Art und Weise fanden wir tatsächlich meinen ursprünglich vorgewanderten Weg wieder.

Beinahe wäre es bereits an der Brücke in der Nähe des Dambachtals zu einem Unglück gekommen, denn einer unserer Wanderer wäre um ein Haar auf der Brücke ausgeglitscht. Ging aber gerade noch mal gut!

Bild 5

Teich oberhalb des Dambachtales

Bild 6

Blick auf Wiesbaden

Einige Orientierungshighlights später standen wir tatsächlich vor der Erlebnismulde des Neroberg. Hier hatten wir drei Alternativen. Nummer 1 links an der Mulde vorbei, Nummer 2 rechts an der Mulde vorbei und Nummer 3 durch die Erlebnismulde hindurch. Wir entschieden uns für Variante 3, wobei ich direkt darauf hinwies, dass es der Weg durchaus schlüpfrig sein konnte.

Dieser Hinweis hatte uns nicht aufgehalten. Hätten wir bloß auf mein Bauchgefühl gehört und hätten Variante 1 oder 2 gewählt, denn kurz vor dem Ende des Hügels sauste einer unserer Wanderer mit Karacho auf den Popo. Oh, dass sah nicht gut aus! Sofort waren wir zu Hilfe geeilt und stellten den Verunglückten wieder auf die Beine. Besorgt fragten wir nach, ob er sich verletzt habe.

Unser Wanderer klagte über einen Schmerz im Bein und humpelte nun weiter in Richtung des schönen Blickes über Wiesbaden mit den zwei Löwen. Hier traf er dann auch die Entscheidung, den Rückzug anzutreten, denn der Schmerz war doch sehr heftig.

Nach einer Weile des Schauens und Kauens setzten wir unsere Wanderung, dann mit getrennten Wegen fort.

Das Unglück war kurz vor der Wohnung unseres Wanderers geschehen, so dass er es von hier aus nicht mehr weit hatte. Besorgt blickten wir ihm hinterher, wie er seinem Heim entgegen humpelte.

Zum ersten Mal in der bald 19-jährigen Geschichte der Streetmillboys musste ein Wanderer aufgrund eines Unfalls die Wanderung abbrechen.

Bild 7

Der Kletterpark auf dem Neroberg

Bild 8

Erlebnismulde auf dem Neroberg

Unser Weg führte nun entlang der Nerobergbahn hinunter ins Nerotal, um gleich darauf auf der anderen Seite den Berg wieder hinauf zu steigen um den Nordfriedhof zu erreichen.

Am Friedhof überquerten wir die Hauptstraße und nahmen gleich darauf den Weg nach rechts, vorbei am ehemaligen ZDF-Gelände. Zugegeben, dass dieses Gelände zum ZDF gehörte ist schon ein paar Tage länger her.

Bergab wandernd erreichten wir das Wellritztal, was wir aber nur kurz durchwanderten, bevor wir nach einer Brücke wieder hinauf wanderten in Richtung Aarstraße, welche wir überquerten.

Jetzt war es nicht mehr allzu weit bis zu unserem Ziel, doch noch stand ein weiterer Höhepunkt dieser Wanderung bevor.

Vorbei am Kloster Klarenthal und Alt Klarenthal sowie dem Campus schlenderten wir nun einen schönen Spazierweg in Richtung Eishaus entgegen.

Bevor wir erneut eine Straße überquerten machten wir noch einmal eine kurze Rast auf einer Bank.

Bild 9

Blick zum Schläferskopf

Bild 10

Traumhafter Blick

Nun kam für ein Stück ein unbequemer Abschnitt, welcher zunächst entlang einer vielbefahrenen Straße verlief, doch nach einer kurzen Weile konnten wir bereits wieder nach rechts in den Wald einbiegen, womit unser Ziel ein ganzes Stück näher gerückt war.

Entlang des Langendellschlags ging es erst mal für eine Weile sanft bergab, bevor wir nun ein kurzes Stück steil bergan wanderten. Das Stück bergan war nur kurz, denn schon bald konnten wir rechts abbiegen um wieder auf einer geraden vorwärts zu kommen.

Doch ein Berg sollte es noch sein, der wiederum sehr steil nach oben ging und schließlich neben des Sportplatzes der Poiizeiakademie sein Ende fand.

Unsere Abschlusseinkehr war damit in unmittelbare Nähe gerückt.

Reserviert hatte ich für acht, tatsächlich waren wir zu sechst, uns bereit gehalten wurden zehn Plätze. Diese Situation hatte erst einmal für ein wenig Unmut gesorgt, was sich aber ganz schnell wieder gelegt hatte.

Bei leckerem Essen konnten wir einen schönen letzten Wandertag des Jahres 2015 ausklingen lassen.

Mit dem Wetter hatten wir absolutes Glück gehabt, nur ganz am Ende fielen wenige Tropfen Regen.

Wanderleitung: Hotti

Bericht und Bilder: Hotti