Wanderung von Eppstein nach Breckenheim
notiert von Hotti

8. November 2015


Besser hätten wir es nicht treffen können mit dem Wetter. Es war einfach nur traumhaft schön, bis zur Abschlusseinkehr, wo wir trotz des Monats November noch draußen sitzen konnten. Fabelhaft.

Am 8. November stand die Tour auf dem Plan, die eigentlich im Oktober bereits gewesen sein sollte. Da der Tourenleiter allerdings damals verschnupft war, fiel die Tour aus und als neuer Termin war dieser traumhaft schöne 8. November.

An unserem Wiesbadener Treffpunkt waren wir zu fünft. Mit der Bahn fuhren wir zunächst nach Niedernhausen um dort in die S-Bahn nach Eppstein umzusteigen. Normalerweise klappt dieser Umstieg ohne großes Rennen, doch heute war das anders. Unsere Wiesbadener Bahn hatte Verspätung, so dass wir erst mal durch die Unterführung flitzen mussten um die S-Bahn zu erreichen. Kaum waren wir eingestiegen ging es auch schon los.

In der Bahn erhielt ich eine SMS ob denn die Tour stattfinden würde. Ein weiterer Wanderer stand in Eppstein am Bahnhof und wollte noch mit wandern. So schnell ich konnte tippte ich die Antwort. Bin da nicht besonders gut drin.

Bild 1

Blick auf Eppstein

Bild 2

Rast am ersten Gipfel unserer Wanderung

Kurze Zeit später hatten wir auch schon den Eppsteiner Bahnhof erreicht. Wie gibt man sich zu erkennen, wenn man jemanden nicht kennt und auf unserem Bahnsteig auch niemand mehr stand?

Genau, da muss eine zweite SMS ran! Mit der Texterkennung geht so was ja ganz fix. Also schrieb ich, dass wir auf der Bergseite stehen, und wo er denn sei? Na ja, er war dann da, denn er hatte uns von der anderen Seite gesehen und hatte sich auf den Weg zu uns gemacht.

Inzwischen hatte ich festgestellt, wie praktisch ein Texterkennungsprogramm ist, denn aus der Bergseite wurden Bergleute, so dass ich geschrieben hatte: wir sind auf der Bergleute und du? Hoppala!

Nach unserer obligatorischen kurzen Begrüßung wanderten wir auch schon los. Wie ich es in der Ankündigung versprochen hatte, war das schlimmste am Anfang. Eine Steigung die sich zog.

Und dann passierte es. Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit und schon waren wir vom Weg abgekommen. Zumindest hatte es bei der Vorwanderung noch etwas anders ausgesehen. Und dass die Bäume spontan umgefallen waren, dies war eher unwahrscheinlich, denn so lang war die Vorwanderung dann doch nicht her, als das es gereicht hätte, so viel Moos anzusetzen.

Machte aber gar nichts. Nachdem wir einen Sportplatz, der schon sehr viel bessere Tage gesehen hatte, durchquert hatten, kamen wir wieder auf einen schönen Wanderweg, welchen wir natürlich sofort nahmen. Wieder ging es etwas hinauf, und damit auch die Erinnerung. Denn jetzt sahen wir den Weg, den wir eigentlich gewandert wären. War nur ein Stück höher.

Jetzt hatten wir schon ein schönes Stück an Höhe gewonnen, doch noch war der Anstieg nicht zu Ende. Nun aber nicht mehr ganz so steil.

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Laubwald auf der einen Tannenwald auf der anderen Seite

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Rechts ein kleiner Blick zum Bahai-Tempel

Oben angekommen waren wir alle der gleichen Meinung, dass es ja gar nicht so schlimm gewesen war. Trotzdem gab es nun erst einmal eine ausgedehnte Trinkpause, was unsere Rucksäcke dann auch ein ganz klein wenig erleichterte.

Frisch getränkt wanderte es sich wieder entspannt weiter. Die Strecke verlief nun durch einen toll gefärbten Laubwald. Links konnten wir in ein schönes Tal blicken.

Kurz vor eins hatten wir unser Etappenziel, den Bahai-Tempel in Langenhain erreicht. Hier war die erste und einzige längere Pause vorgesehen.

Bei, wie Eingangs bereits erwähnten traumhaft mildem Herbstwetter und Temperaturen über 15 Grad, genossen wir die Zeit für eine ausgedehnte Rast. Nach etwa einer halben Stunde wurde es dann doch etwas frisch im Schatten, so dass wir weiter ziehen wollten.

Waren wir bei der Vorwanderung noch quasi einmal rund ums Dorf gelaufen, so wagten wir heute bei unserer Wanderung das Wagnis, eine unvorgewanderte Strecke zu nehmen. Von der Logik her musste dies funktionieren, denn schließlich hatten wir ja vor einigen Wochen den Bahitempel von der anderen Seite des Ortes erkennen können. Also musste es doch einen kürzeren Weg hinüber geben!

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Im Vordergrund Hofheim

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Wie herrlich dieses Blümelein duftet

Den gab es auch und so waren wir rasch auf der gegenüberliegenden Seite des Ortes angekommen. Hier stand uns nun der letzte Aufstieg des Tages bevor. Zwar nicht steil, doch gefühlt relativ lang. Aber eben nur gefühlt. Tatsächlich ging es ganz rasch.

Der letzte Abschnitt unserer Wanderung führte zunächst wieder durch einen Wald. Hier kam uns auch ein schnell fahrendes Forstfahrzeug entgegen, was wir aufgrund seiner Geschwindigkeit recht unvernünftig fanden.

Auch auf diesem Wegabschnitt hatten wir eine kleine Wegänderung, denn bei der Vorwanderung mussten wir am Ende recht steilen Hang herunter steigen.

Ein Blick auf die Karte hatte gezeigt, dass wenn wir einen Weg vorher abbiegen würden, ganz entspannt Wandern konnten.

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Ist es nicht wunderschön

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Husch zum nächsten Ansichtsbeet

Gedacht, gemacht! Der Weg war gefunden, doch was war denn da los? Eine Horde Jäger hatte sich an einer Forsthütte versammelt. Hier wurde bewusst, dass wir totales Glück gehabt hatten, denn anscheinend war vor kurzem eine Treibjagd zu Ende gegangen. Dies war ganz offensichtlich, hingen doch ca. 5 Wildschweine an der Stange und wurden gerade aufgeschlitzt.

Entgegen der Meinung anderer Mitwanderer, die einen schönen Wildschweinbraten nehmen würden, verkündete ich, dass ich dann einen Salat bevorzugen würde.

Bei dieser Gelegenheit stellten wir fest, dass nicht alle Jäger freundlich sind. Einige grüßten sehr freundlich, andere gingen arrogant Grußlos an uns vorüber.

Nach diesem Erlebnis war es nun nicht mehr weit bis zum Ziel. Um ein Haar wären wir dann auch noch an der unscheinbaren Wegeabzweigung nach rechts vorbei gehuscht. Im letzten Moment hatte ich diese dann doch gesehen. Nun stand den letzten Metern unserer Wanderung nichts mehr entgegen.

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Kleine Gruppe auf Wanderschaft

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Blick in die Weite Ferne

Unsere Wanderung führte nun noch ein kleines Stück über einen Wiesenweg bevor wir schließlich den Wiesbadener Vorort Breckenheim erreicht hatten. Auf diesem Stück zog ich unbemerkt unser Wandertempo etwas an, denn die Busverbindung in die Wiesbadener Innenstadt wurde an Sonntagen nur alle halbe Stunde angeboten und es wäre ärgerlich gewesen, wenn wir wegen weniger Minuten den Bus verpasst hätten. Doch so blieben uns an der Haltestelle noch ein paar Minuten bevor die Abfahrt in die Wiesbadener City startete.

Eine knappe halbe Stunde dauerte es bis wir am Dernschen Gelände aussteigen konnten. Nun noch einmal quer über den Platz, und schon hatten das Café erreicht, wo ich unseren Abschluss vorgesehen hatte.

Wir hatten Glück und bekamen draußen einen Tisch. Verbunden mit der Gewissheit, dass wir in diesem Jahr mit Sicherheit keinen Abschluss mehr draußen haben werden genossen wir den Aufenthalt umso mehr. Auch wenn der Service an manchen Stellen etwas holprig und vergesslich war.

Um kurz nach fünf schließlich war es Zeit zu zahlen um dann diesen Wandertag gemütlich ausklingen zu lassen.

Der erste Wanderer verabschiedete sich bereits hier um sich auf den Heimweg zu machen, der Rest nahm den nächsten Bus zum Wiesbadener Hauptbahnhof, wo nun endgültig die Zeit des Abschied nehmen gekommen war.

Fazit dieser Tour: Eine schöne Wanderung, die anfangs wegen der Steigung etwas anstrengend ist, dann aber in eine recht gemütliche Wanderung übergeht. Eine sehr schöne Herbsttour mit teilweise, insbesondere bei Langenhain, schönen Blicken hin bis nach Frankfurt. Es dürfte nicht das letzte Mal gewesen sein, dass wir diese Tour, vielleicht mit leichter Anwandlung, gewandert sind.

Wanderleitung: Hotti

Bericht und Bilder: Hotti