Wanderung entlang des Wispersteig
notiert von Hotti

4. Mai 2014


Unsere Wanderung am 4. Mai 2014 führte uns erneut an den Wispersteig, den wir zwar bereits vor einigen Jahren schon einmal gelaufen waren. Damals wie auch diesmal waren die Teilnehmer der Wanderung begeistert von den Wegen und der nahezu unberührten Natur des Wispertals.

Wobei man bei der Wanderung des Wispersteigs so gut wie gar nicht mit dem Flüßchen Wisper in Berührung kommt.

Aber mal von vorne! An unserem Wiesbadener Treffpunkt hatten wir uns getroffen und waren schon mal zu fünft. Ein Auto sollte genügen um zum Ausgangspunkt unserer Wanderung, dem Ort Espenschied zu gelangen. Etwas kuschlig war es schon im Auto mit fünf Personen, aber dafür umso geselliger.

Nach einer Fahrzeit von etwas über einer halben Stunde hatten wir den Luftkurort Espenschied erreicht, wo uns unser sechster Teilnehmer dieser Wanderung am Parkplatz erwartete.

Die Parkplatzsuche gestaltete sich etwas schwieriger als erwartet, denn dummerweise waren am Friedhof bereits alle Parkplätze belegt, so dass wir uns erst einmal kurz nach einer Abstellmöglichkeit für das Auto umsehen mussten.

Zwischenzeitlich konnten wir deshalb auch schon einmal einen Blick auf das Lokal werfen, in dem die heutige Abschlusseinkehr geplant war.

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Endlich hatten wir einen Parkplatz gefunden. Rasch schulterten wir die Rucksäcke und nun waren wir auch bereit um loszuwandern.

Entgegen unserer Wanderung vor einigen Jahren hatte die Verlässlichkeit der Beschilderung erheblich nachgelassen, wie wir später noch einmal erfahren mussten.

Bereits zu Beginn gab es da eine gewisse Unsicherheit, ob wir denn auf dem richtigen Weg sind.

Nach meiner Erinnerung hätten wir eigentlich einen Weg weiter höher gehört, so dass wir uns entschieden hatten, den oberen Weg anzusteuern. Diese Entscheidung war absolut richtig gewesen, denn dort verlief der Wanderweg Wispersteig.

Jetzt stimmte Erinnerung und Gegenwart auch wieder überein!

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Auf wunderschönen Wegen wurden wir entlang des Wispersteigs hinab geführt, immer wieder begleitet von Aussichtspunkten mit kleinen Erklärungen, was man gerade so sah.

Fast unten an der Wisper angekommen hatten wir den Jungbrunnen erreicht. Hier war eine kürzere Pause vorgesehen, damit wir uns auf den bevorstehenden Anstieg vorbereiten konnten.

Dieser Anstieg zog sich bis auf die Höhe unseres Ausgangsortes Espenschied. Wäre das Wetter schlecht gewesen oder hätte einer nicht mehr gekonnt, so hätte an dieser Stelle die spontane Möglichkeit bestanden die Wanderung erheblich zu verkürzen.

Bei unserer ersten Wanderung vor einigen Jahren bekamen wir oben angekommen Kaffee und Kuchen serviert, denn damals sammelte man für den Bau einer Schutzhütte.

Bedauerlicherweise hatte das Geld wohl nicht für diese Hütte gereicht, denn lediglich zwei Bänke waren aufgestellt. Schade, dass diese im Schatten platziert waren, denn wir waren alle wegen der hinter uns liegenden Steigung arg geschwitzt.

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Ich hatte noch in Erinnerung, dass um die Ecke herum einige Baumstämme gelegen hatten. Möglicherweise könnte dies auch jetzt noch so sein.

Und ja, tatsächlich, die Stämme lagen noch wie damals dort. Hier ließ es sich für eine Weile aushalten und rasten.

Nachdem wir alle brav aufgefuttert hatten und der Wind nun doch etwas unangenehm wurde entschieden wir uns für den Aufbruch zur zweiten Hälfte dieser Wanderung, die uns nun dem Namensgeber dieses Steigs, der Wisper, näherbringen sollte.

Doch zuvor gab es ein Hindernis. Einmal kurz unachtsam gewesen und schwupps hatten wir einen wichtigen Wegweiser übersehen und so waren wir nach rechts abgebogen, anstelle wie vorgesehen links herum zu gehen.

Dies bescherte uns zwei lange beschwerliche Kilometer und kostete ca. 25 Minuten Zeit. Trotzdem hatte sich das Verlaufen gelohnt, denn wenige Meter vor uns konnten wir ein paar Hirsche beobachten, die unseren Weg gekreuzt hatten.

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Das wir falsch waren bemerkten wir dann auch erst, als wir an der Straße standen, weit und breit kein Hinweisschild zu sehen war und es auch keinen Weg im Tal entlang der Wisper gab.

Somit blieb uns nichts anderes übrig, als die Strecke wieder zurück zu wandern. Schön, dass es keinen Protest gab und letztendlich gab es wegen der gesehenen Hirsche auch noch Gesprächsstoff, den wir einschließlich des Erlebnisses nicht gehabt hätten. Wäre sehr schade gewesen!

Nach einer Weile hatten wir schließlich den richtigen Weg erreicht und auch die Beschilderung fanden wir nun. Diese allerdings war schon etwas ungeschickt angebracht und leicht zu übersehen. Schätzungsweise waren wir nicht die einzigen, die sich auf die falsch Fährte haben führen lassen.

Bevor wir nun endgültig wieder an Höhe verloren hatten konnten wir noch einen Blick von oben hinab ins Tal genießen.

Wenig später hatten wir dann auch die Wisper erreicht - allerdings nicht für lang - denn so richtig nah kam man nicht an sie heran. Hier im Tal war es eigentlich nicht ganz so schön. Stellt sich die berechtigte Frage, ob es nicht doch einen anderen Weg gegeben hätte, der uns den Abstieg nach ganz unten und damit einem weniger schönen Abschnitt dieser ansonsten sehr schönen Wanderung erspart hätte.

Ab jetzt ging es dafür ausschließlich nach oben - und dies bis nach Espenschied, wenn es auch diesmal nur ca. 3 Kilometer waren.

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Etwa 17 Kilometer lagen hinter uns, als wir Espenschied wieder erreicht hatten. Rasch entschieden wir, dass wir nicht erst zum Auto gehen würden sondern direkt zum Abschluss einkehren würden.

Die Dorfschänke hatte geöffnet und auch Platz für sechs hungrige Wanderer! Jeder von uns fand leckeres zu Essen. Schnell und superfreundlich wurden wir bedient. Diese Abschlusseinkehr gab unserer Wanderung noch das Tüpfelchen für das Prädikat gelungene Wanderung.

Zwar fragt man sich bei der Wegführung des Wispersteigs ob es wirklich notwendig ist, erst nach unten, dann nach oben bis kurz vor Espenschied, nun wieder hinab zur Wisper und dann wieder anstrengend nach oben die Wege zu beschildern.

Viel Charme hat allerdings der Blick in die Ferne, dann man sieht wirklich nur Wald und bis auf ein paar laute wildgewordene Motorradfahrer genießt man den ganzen Tag lang nur die Ruhe.

Auch ist der Wispersteig nicht so überlaufen, wie es bei anderen "Wandersteigen" der Fall ist. Begegnet sind uns während der Wanderung nur sehr wenig Wanderer - und man kannte sich, denn mal überholte der eine, dann der andere. Mal schaute der eine länger, mal der andere.

Deshalb würde ich sagen, dass wir diese Tour sicherlich nicht zum letzten Mal gewandert sind und möglicherweise lässt sich ja an der Wegführung seitens unserer Tourenplanung noch etwas ändern. Auf jeden Fall freuen wir uns dann auf den Besuch in der Dorfschänke um wieder gut und günstig eine Abschlusseinkehr genießen zu können!

Wanderleitung: Hotti

Bericht und Bilder: Hotti