Wanderung von Wambach nach Dotzheim
notiert von Hotti

24. August 2014


Unsere Wanderung am Sonntag, 24. August 2014 begann zunächst einmal mit einer etwas längeren Anreise, da wir zunächst noch unsere Wanderfreunde am Wiesbadener Hauptbahnhof einsammeln wollten und hierfür zunächst mit dem Bus eine Fahrt in die entgegengesetzte Richtung notwendig war.

Die ersten trafen sich gegen viertel vor elf im Wiesbaden-Dotzheimer Ortsteil Kohlheck, womit der Großteil der Gruppe sich schon mal zusammen gefunden hatte. Mit dem Stadtbus ging die Fahrt nun erst einmal zum Bahnhof. Hier trafen wir die letzten beiden, so dass wir nun zu siebt waren.

Mit dem Überlandbus fuhren wir nun nach Wambach, wo wir schließlich gegen 12:20 Uhr eintrafen. Der Fahrer fuhr wie der Henker persönlich und schaffte es im Laufe der Fahrt auch nicht, die Haltestellenansage so zu betätigen, dass Fahrgäste, die sich nicht auskannten, tatsächlich an ihrer richtigen Haltestelle aussteigen konnten. Uns hätte der Fahrer auch an einer ganz anderen Haltestelle aussteigen lassen, nachdem beim Einsteigen zwei Fahrgäste vor uns den Fahrer gefragt hatten, ob er an einer bestimmten Haltestelle anhalten würde.

Schließlich hatten wir die Fahrt alle gegen zwanzig nach zwölf überstanden und konnten aufbrechen zu unserer Wanderung. Mit dem Auto wären wir übrigens bis hierhin etwa 15 Minuten unterwegs gewesen, was allerdings nicht zielführend gewesen wäre, denn schließlich war es eine Streckenwanderung.

So, nun standen wir erst mal an der Hauptstraße. Der Straßenverkehr ließ es an dieser Stelle nicht zu die offizielle obligatorische Begrüßungsrede zu halten, so dass ich rasch die Entscheidung traf, dies erst an der nächst möglich ruhigeren Stelle zu tun. Diese war auch schnell gefunden, zumindest bis wir dort eingetroffen waren, denn nun war es auch für einen Moment auch dort nicht mehr ruhig gewesen. Doch schon bald hatte sich alles beruhigt und endlich konnte ich den Wanderern erzählen, was sie bei dieser Tour erwarten würde.

Vor allem sollte jeder die Hohe Wurzel, einer Erhebung hoch über Wiesbaden, im Blick behalten!

Nachdem das Pflichtprogramm absolviert war indem ich den Überblick gegeben hatte konnten wir die ersten Schritte wagen, die auf einem Feldweg mit der Markierung rotes Dreieck recht sanft bergan gingen. Schon bald mussten wir halten um die Sicht ins Tal zu genießen. Und, wir mussten zurück schauen, um die Hohe Wurzel zu sehen!

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Schon bald hatten wir unseren höchsten Punkt dieser Wanderung mit 460 Höhenmetern erreicht und waren noch nicht einmal wirklich ins Schwitzen gekommen. Bis hierhin war der Weg relativ einfach, denn wir mussten tatsächlich einfach nur dem roten Dreieck folgen.

Oben angekommen hatten wir, bevor der Weg in den Wald eintauchte, eine recht schöne Sicht auf das Örtchen Bärstadt. Kurz wurde die Sicht noch einmal mittels einer Schneise frei gegeben, bevor es dann nach links in den tiefen Wald abging.

Nach kurzer Zeit fanden wir die Markierung des Rheinsteig-Zuwegs, welcher uns nach links in Richtung Schlangenbad führte. Diesem Weg folgten wir bis nach Schlangenbad zum Parkplatz am Ortsende hinter dem Kurhaus.

Hier gab es von mir den Hinweis, dass wir nun eine touristische Hochburg erreichen und aufpassen sollten, dass wir uns nicht in den Menschenmassen verlieren, die Schlangenbad tagtäglich zu verkraften hat. Mit dieser Aussage entspreche ich garantiert allen Schlangenbadern, die Realität jedoch ist eine ganz andere, und diese ist sehr traurig.

Tatsächlich ist es so, dass in diesem Ort absolut nichts mehr los ist, mal abgesehen von der Reisegruppe die uns just in dem Moment ins Auge stach, als ich mehr ironisch gemeint hatte, dass wir nun in die Touristenhochburg kommen.

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Seit einigen Jahren besuchen wir immer ein Café in Schlangenbad um uns für den weiteren Weg zu stärken. Früher, als Schlangenbad noch so eine richtige Kurstadt war, gab es mindestens 4 Cafés und etliche Restaurants. Das Bild hat sich in den letzten Jahren gänzlich geändert. Aus einstmals viel Gastronomie ist nun noch ein Café übrig geblieben.

Dass dort seit vielen Jahren nichts mehr investiert wurde ist schon sehr schade, aber man gewöhnt sich an den 70- er Jahre Charme. Retro ist schließlich wieder in. Das dort nun aber Selbstbedienung ist, finde ich persönlich schon einen recht großen Einschnitt, den ich eher nicht nachvollziehen kann.

In ein Café gehört eine Bedienung. Von daher gehe ich mal davon aus, dass die Tage dieses Unternehmens gezählt sein dürften. In einem, spätestens zwei Jahren dürfte auch hier für immer abgeschlossen sein. Wir werden es erleben, denn sicherlich werden wir auch in Zukunft immer mal wieder durch Schlangenbad wandern.

Nach einer Dreiviertelstunde machten wir uns auf zur nächsten Etappe, schließlich waren es bis hierhin erst 4,5 Kilometer und 13,7 sollten es am Ende werden.

Von Schlangenbad wanderten wir hinauf nach Georgenborn, diesmal nicht dem Rheinsteig folgend, sondern den richtig schön steilen Weg hinauf. Dies hatte einfach nur den Grund, dass ich den Wanderern die prachtvolle Fernsicht bis hin zum Donnersberg nicht vorenthalten wollte.

Zwar war es etwas diesig, doch wir konnten ihn sehen. Mit der Erhebung daneben waren wir uns dann nicht mehr so einig. Entschlossen haben wir uns dann dafür, den Kalmit zu sehen.

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Nachdem wir genug gesehen hatten konnte es weitergehen. Am Georgenborner Friedhof vorbei wanderten wir nun dem grünen Punkt nach.

Ca. 10 Minuten später war es an der Zeit nach rechts abzubiegen um schließlich im Klingengrund zu stehen. Am Schießstand vorbei erreichten wir kurze Zeit später unseren nächsten Rastplatz, eine Schutzhütte gegenüber des amerikanischen Golfplatzes. Auch von hier gab es wieder eine tolle Sicht.

Fast hätte ich es vergessen zu erwähnen, aber in Höhe des Schießstandes, wenn man einen Blick über den Zaun wagt,sehr schön zu sehen die Hohe Wurzel!

15 Minuten dauerte die Rast, bevor ich vorsichtig anfragte, ob die Wanderer bereit wären, weiter zu laufen. Nachdem es keine Einwände gab machten wir uns wieder auf die Strecke, auf zur letzten Etappe!

Diesmal am Wegesrand, nein, nicht die Hohe Wurzel, ein Blick auf den Feldberg, dem Etappenziel unserer letzten Wanderung. Einen kurzen Moment genossen wir diesen Blick, schon ging es hinab ins Weilburger Tal.

Bis hierhin hatte ich die Zeiten mehr oder weniger richtig gut im Griff gehabt und an den Etappenzielen quasi eine Punktlandung hingelegt.

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Mit dem Erreichen des Weilburger Tals und einem kleinen Anstieg zu einer Felsengruppe oberhalb von Dotzheim passte nun aber die Zeit überhaupt nicht mehr.

Viel zu früh kamen wir an der Felsengruppe an. Zeit genug, um noch eine Weile auf den Felsen zu verweilen und die Sonne zu genießen. Wer weiß, wann wir bei einer Wanderung mal wieder Gelegenheit dazu haben würden.

Kurz nach fünf fand ich schließlich, dass wir nun langsam zu unserer Abschlusseinkehr laufen könnten, wo wir Punkt viertel nach fünf eintrafen. Für viertel nach fünf hatte ich reserviert.

Fast hätte ich es vergessen zu erwähnen, auf halber Höhe des Anstieges, sehr schön zu sehen die Hohe Wurzel!

Hocherfreut entdeckte ich Vera, meine Lieblingsbedienung. Und sie hatte unseren Bereich. Und mein Mann samt unserem Hund war auch schon da. Die beiden hatten uns schon mal den Tisch klar gemacht.

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Die Bestellung war schnell aufgenommen, und schon bald konnte das schlemmen beginnen.

Einer unserer Wanderer bestellte sich zu seinem Essen einen Wein mit dem hübschen Namen Edelmann. Hier hatten wir das Gefühl, dass dieser im Lokal nicht zu sehr gefragt ist, denn unsere Bedienung hatte irgendwie so ein Kopfschütteln und die Bemerkung Oh je oh je gemacht.

Vielleicht war dies auch der Grund dafür, dass es etwas länger dauerte, bis der Edelmann am Tisch war.

Geblieben ist von der Gruppe auch noch der Wunsch, eine Wanderung zur Hohen Wurzel zu machen. Allerdings nur so lange sie nicht wussten, dass man von dort oben nicht wirklich viel sehen kann. Aber vielleicht baue ich die Hohe Wurzel ja demnächst mal wieder in eine Wanderung ein und bestehe darauf, dass alle, die an dieser Wanderung teilgenommen haben, dann auch an der Wanderung zur Hohen Wurzel teilnehmen.

Fazit dieses Ausflugs: Eine schöne Strecke, nicht zu lang, nicht zu kurz, nicht zu anstrengend. Wenn man in Kauf nimmt, dass ein Teil der Strecke, besonders in Georgenborn, entlang der Straße geht, hat man eine Wanderung mit wunderschönen Fernsichten von verschiedenen Stellen aus. Es ist eine Wanderung, die ich eventuell auch alleine noch mal laufen werde und wer weiß, vielleicht auch in einigen Jahren noch einmal der Gruppe anbiete.

Wanderleitung: Hotti

Bericht und Bilder: Hotti