Letzte Wanderung der Streetmillboys 2014
von Kiedrich nach Wiesbaden
notiert von Hotti

7. Dezember 2014


Tja, das wars dann gewesen für das Jahr 2014. Am Sonntag, 7. Dezember 2014 haben wir die letzte Wanderung der Streetmillboys in diesem Jahr hinter uns gebracht.

Eigentlich eine sehr traurige Wanderung, die allerdings bereits das ganze Jahr schon beschreibt. Wir waren diesmal nur zu zweit gewesen und haben uns auf den Weg von Kiedrich nach Dotzheim gemacht.

Zunächst hatten wir uns in Wiesbaden - Dotzheim getroffen von wo aus uns mein Mann mit dem Auto zum Wiesbadener Hauptbahnhof gebracht hatte.

Rasch besorgten wir uns Fahrkarten für die Fahrt mit Bahn und Bus nach Kiedrich, dem Ausgangspunkt unserer heutigen Wanderung.

Die Rheingaubahn traf pünktlich in Wiesbaden ein. Zügig besetzten wir einen Sitzplatz und warteten geduldig auf die Weiterfahrt der Bahn. Genauso pünktlich wie sie eingetroffen war fuhr sie auch wieder los in Richtung Rheingau.

Nach genau 14 Minuten Fahrzeit waren wir bereits in Eltville angekommen. Nun hieß es umsteigen in den Bus, der uns nach Kiedrich bringen sollte.

Auch dieser hielt den Fahrplan ein und kaum hatten wir es uns richtig bequem gemacht sollten wir nach der 5. Haltestelle auch schon wieder aussteigen. Wir wären ja gerne noch weiter gefahren, doch nun stand uns der anstrengendste Teil des Tages bevor. Unsere 15 Kilometer Auf und Ab Wanderung.

Bild 1

Oben links im Bild unser erstes Ziel - schnauf hinauf

Bild 2

Leider recht diesig - wie dumm, und dafür die ganze Plagerei hinauf

Doch bevor es losgehen konnte stand zunächst das Starten des GPS-Gerätes auf dem Programm um die zurückgelegte Strecke aufzuzeichnen.

Ein Blick auf die Kirche St. Valentinus von außen sollte uns reichen, denn vor uns lagen einige anstrengende Kilometer. Zunächst folgten wir ganz gemächlich der Beschilderung des Rheinsteigs.

Mit dem gemächlichen war es rasch vorbei, der erste Berg stand bevor. Wir mussten hinauf auf die Ruine Scharfenstein. Das war ja schon mal was zum Warmwerden. Leider war es auch heute, wie es auch bereits bei der Vorwanderung gewesen war, etwas diesig, so dass wir den Rhein lediglich erahnen konnten, als wir den beschwerlichen Weg geschafft hatten.

Zumindest nahmen wir uns die Zeit um ein wenig zu verschnaufen.

Durch die Weinberge erreichten wir, noch immer der Rheinsteig-Markierung folgend, nach einer Weile den Waldrand, wo es nun nach unten zum Eltviller Forsthaus und der Rausch ging.

Erinnerungen wurden wach, hatten wir doch vor vielen Jahren eine Tour hier begonnen und in der Rausch unsere Abschlusseinkehr gehabt. Heute ließen wir das Gasthaus ohne Einkehr links liegen und marschierten strammen Schrittes gen Rauenthal.

Oh je schon wieder eine Steigung. In diesem Moment dachte ich mir so, warum ich mir das alles antue. Es gibt schließlich auch einfachere Wanderungen, die nicht immer wieder so nach oben führen.

Aber gut, nun waren wir auf der Piste und sollten diese Tour auch zu Ende bringen.

Eine ganze Weile waren wir nun schon gewandert, als wir auf eine Bank trafen. Genau zum richtigen Zeitpunkt hatten wir doch Durst und für eine kleine Vesper sollte der Appetit auch jetzt schon reichen.

Bild 3

Haben die Schäfchen nicht eine schöne Aussicht?

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Entspannung bei einem gepflegten Becherchen Tee oder Wasser

Da saßen wir mit Tee und Brot als ein jüngerer Mann mit seinem Quad den steilen Abhang hinunter kam. Der gegenseitige Blick von beiden Seiten muss ulkig ausgesehen haben. Er staunte, dass es Menschen gibt, die im Winter einfach mal auf der Bank sitzen und rasten und wir staunten wie man so einen Berg herunter fahren konnte. Minutenlang danach hörten wir noch das Motorengeräusch so, als würde er jeden Moment wieder an uns vorbei sausen.

Die Rast war zu Ende und die nächste Steigung stand bevor. Wir kamen nun nach Rauenthal. Allerdings nur kurz, den schon bald erreichten wir die Markierung grüner Punkt, welche von nun an unser Begleiter werden sollte. Kaum waren wir auf der Hauptstraße angekommen mussten wir auch schon wieder rechts abbiegen und diesmal einen Abstieg wagen.

Sicher leitete uns der grüne Punkt zum Kloster Tiefenthal. Bei der Vorwanderung war ich nicht ganz so Wegesicher. Daher nahmen wir damals einen Weg früher und mussten waghalsig nach unten. Doch diesmal half uns der grüne Punkt sicher zum Kloster zu gelangen.

Vorsichtig überquerten wir die Bundesstraße und freuten uns auf den nächsten Anstieg, der uns nun bevor stand.

Vor dem Berg konnte ich meinem Begleiter zwei Möglichkeiten vorschlagen. Einer der Wege wäre nun rechts ab gegangen, hier hätten wir ca. 20 Minuten nach oben gebraucht. Der Alternativweg lag direkt vor uns. Einmal in sieben Minuten den Weg hinauf. Wir entschieden uns für den direkten Weg, der uns zwar einiges an Kondition abforderte, letztendlich aber Zeit sparte. Und ganz so gemächlich wäre der andere Weg auch nicht gewesen.

Oben angekommen konnten wir erst einmal verschnaufen, bevor es nun etwas sanfter weiter hinauf ging.

Endlich hatten wir die Höhe erreicht und konnten nun weiter quasi auf dem Höhengrad laufen.

Vorbei am Herrmann-Löns-Denkmal, welches etwas versteckt im Wald liegt erreichten wir bald den Ortsrand von Frauenstein.

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Ist unser Gruppenfoto nicht wunderschön geworden?

Bild 6

Auf dem Foto sieht der Berg harmlos aus - tatsächlich ist er alles andere als harmlos

Ging es gerade noch abwärts, so hieß es nun wieder hinauf in Höhe des Frauensteiner Friedhofs, dann wieder hinab, aber nur, um kurze Zeit später wieder hinauf zu kraxeln.

Kurz vor dem Nürnberger Hof zweigten wir nun aber rechts ab und wanderten unterhalb des Hofguts weiter in Richtung Dotzheim.

Möglicherweise hätte ich seinerzeit bei der Vorwanderung einen einfacheren Weg heraus suchen sollen, denn nun stand uns ein weiterer Aufstieg bevor, der es wieder in sich hatte. Fast schon ein Steilhang, den wir nun bezwingen mussten.

Endlich oben angekommen verweilten wir für wenige Momente zum verschnaufen, bevor wir uns nun das Freudenberger Schloß vornahmen.

Nachdem wir dieses passiert hatten führte unser Weg nun durch die kleine Siedlung Märchenland.

Meine alte Heimat sozusagen, denn nicht weit von hier bin ich aufgewachsen. Hier wurden Erinnerungen wieder wach. Der alte Kaufmannsladen, den es schon lange nicht mehr gibt, wo wir damals immer Bonbons und Lutscher für 10 Pfennig gekauft hatten. Der Spielplatz, wo wir mit den Fahrrädern sehr oft hingefahren waren.

Schließlich kamen wir auch noch am Haus vorbei, in dem ich groß wurde. Meine Güte waren die Bäume nun groß. Damals waren es Winzlinge. Wir konnten als Kinder dort immer verstecken spielen. Dies hatte sich jetzt erledigt, denn die Tannen waren einfach nur groß.

Rasch holte uns nun wieder die Realität ein, denn nun hieß es, den kleinen Berg zum Dotzheimer Waldfriedhof hinauf zu steigen. Schon wenig später ging es jedoch auf der anderen Seite wieder herab ins Weilburger Tal.

Ein paar Schritte ins Naherholungsgebiet der Dotzheimer und schon führte unser Weg nach rechts und wieder hinauf.

Bild 7

Oh weia, aber er kann noch ...

Bild 8

das Herrmann-Löns-Denkmal - endlich haben wir es gefunden!

Tröstend war nun, dass es nun nicht mehr weit bis zu unserem Ziel war. Allerdings war der Weg dorthin nun geprägt von Steigungen.

Wie üblich machten wir auch diesmal an einer Felsengruppe wieder eine kurze Pause um in die Ferne zu schauen.

Jetzt aber endgültig zum Endspurt. Wegen der Steigung dauerte dieses letzte Stück nun eine gefühlte Ewigkeit, aber wir schafften es.

Mein Mann, der nicht mit gewandert war, wollte zumindest an der Abschlusseinkehr teilnehmen und stand schon vor dem Gasthaus.

Flugs legten wir unsere Rucksäcke in die Autos bevor wir hinein gingen. Wir hatten Glück und bekamen unseren Wunschplatz und welch Freude, unsere Lieblingsbedienung hatte auch wieder Dienst, freute sich, uns wieder einmal zu sehen und fragte wo die anderen und auch unser Hund sei.

Bei so einer persönlichen Ansprache macht die Einkehr doch gleich noch mal so viel Spaß.

Wie immer war das Essen reichlich und gut.

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Wunderschöner Blick auf Frauenstein, aber wo ist eigentlich der Ort?

Bild 10

Ganz hinten, wunderschön, unsere Hohe Wurzel. Wie gerne wären wir dorthin gewandert!

Irgendwie ereilte uns in diesem Lokal immer wieder eine Anekdote. War es bei unserer Wanderung Ende August der bestellte Edelmann so ereignete sich diesmal folgendes:

Wir waren schon mit dem Essen fertig, als eine ältere Frau mit Rucksack den Gastraum betrat und zielstrebig unsere Empore mit den 3 Tischen erklomm. Zunächst schaute sie am letzten Tisch nach, sah, dass dieser Reserviert war, begab sich an den nächsten Tisch, fragte dort die Gäste, ob diese reserviert hatten, was diese verneinten.

Anschließend kam sie an unseren Tisch und stellte die gleiche Frage, was auch wir verneinten. Daraufhin hatte sie für sich wohl entschieden, dass sie unseren Tisch haben wohle und setzte sich einfach mal auf die Bank an unserem Tisch.

Daraufhin fragte mein Mann sie, ob sie denn nun vorhabe, hier sitzen bleiben zu wollen. Hierzu muss noch erzählt werden, dass es im Gasthaus noch genügend freie Tische gab. Somit war klar, wir waren nicht damit einverstanden, dass sich die Frau zu uns setzte.

Wenig später stand sie auf und kletterte von der Empore herab und schaute sich im Gastraum um. Ihren Rucksack ließ sie bei uns stehen. Wir konnten sehen, dass sie sich nun einen anderen Platz gesucht hatte.

Eine Weile später kam sie wieder zurück und erklärte uns allen Ernstes, dass sie mit dem Chef gesprochen habe, und dass es dieser von uns unmöglich finden würde, dass wir mit drei Personen an diesem Tisch sitzen würden. Aha!

Natürlich hatte sie nicht mit dem Chef gesprochen, dafür zog sie nun aber endlich mit ihrem Gepäck weiter. Einfach nur unglaublich. Wäre das Lokal voll gewesen hätten wir sicherlich kein Problem damit gehabt, wenn sich jemand zu uns gesetzt hätte, aber nicht diese Dame und schon gar nicht so!

Kommen wir zum Fazit dieser Tour: Für eine Jahresabschlusstour war es eine Wanderung, die es aufgrund der teilweise heftigen Steigungen sehr in sich hatte. Fast erschien sie ein wenig zu lang. Trotzdem war es eine schöne Tour, bei der man an der ein oder anderen Stelle vielleicht ein wenig die Berge durch andere Wege ersetzen müsste. Auch vielleicht ein wenig kürzer.

Vielleicht lag es aber auch nur daran, dass die letzte Wanderung mit diesen Steigungen schon eine ganze Weile zurück lag und die Kondition deshalb nicht mehr die beste war.

Wanderleitung: Hotti

Bericht und Bilder: Hotti