Wanderung von Königstein über den Feldberg nach Oberursel
notiert von Hotti

3. August 2014


Nach unserer Vorwanderung war eigentlich die Absicht gewesen, die Wanderung nun etwas abzumildern und auch zu kürzen. Ursprünglich geplant war, von Königstein aus hinauf auf den großen Feldberg zu wandern und auf der anderen Seite wieder hinab nach Oberursel.

Wenn man bei einer Vorwanderung merkt, dass etwas nicht besonders gut, dann versucht man es zu ändern, was ich dann auch getan hatte.

Von unserem ersten Treffpunkt, dem Wiesbadener Hauptbahnhof aus fuhren wir zunächst zu fünft aus mit der S-Bahn bis nach Frankfurt-Höchst, wo wir in die Bahn nach Königstein umsteigen mussten.

Hier trafen wir noch zwei weitere Wanderer, eigentlich sollten es drei werden, doch wie schon bei der letzten Wanderung tauchte der dritte nicht mehr auf. Nur, dass wir diesmal keine dreißig Minuten warteten sondern losgefahren waren.

Es war eine schöne Überlandtour bis nach Königstein. Hier stand schließlich ein weiterer Umstieg an, denn nun kam entgegen der Vorwanderung der Bus zum Einsatz, der uns den halben Berg ersparen sollte. So war zumindest meine Planung.

Der Bus tat auch das, was wir von ihm erwarteten. Er fuhr hinauf. Auf halber Strecke war es an der Zeit auszusteigen, schließlich wollten wir noch ein bisschen aufwärts wandern.

Da die Haltestelle direkt an der Hauptstraße lag gingen wir zunächst ein kleines Stück hinein in den Wald, wo ich kurz den geplanten Streckenablauf skizzierte.

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Als Vollprofi in Sachen Tourenorganisation bin ich natürlich mit allen möglichen, wie GPS, Wanderkarte etc. ausgerüstet und hatte dies selbstverständlich auch dabei! Dumm ist nur, wenn man zu hektisch ist, und sich nicht die notwendige Zeit nimmt um das alles zu verstehen.

Dümmer ist es dann noch, der Gruppe ständig zu erzählen, dass wir demnächst den Fuchstanz erreichen würden, wir aber Kilometerweit davon entfernt sind (und uns immer weiter entfernten!).

Jedoch war ich mir ab und zu recht sicher, dass wir unser Etappenziel erreichen würden. Klar hatte ich mich auf die Wanderung vorbereitet, hatte das Höhenprofil im Kopf und wusste auch, dass es vor dem bergan gehen, ein wenig bergab gehen mussten, war ja auch so.

Immer wieder sah ich zwischenzeitlich auch den Weg, den ich ursprünglich für die Hauptwanderung geplant hatte.

So kam es, dass wir von der Bushaltestelle ein großes U nach unten gewandert waren und am Ende auf der Höhe, natürlich auf dem von mir vorgesehenen Weg herauskamen. Unser Etappenziel, der Fuchstanz lag nun 500 Meter unter uns! Schade, aber wir wollten dort ja ohnehin nur vorbei, da kommt es ja wohl nicht darauf an, dass man dieses Gasthaus auch sieht, oder?

Endlich war ich auf sicherem Gebiet, denn nun liefen wir den Weg, den wir vor zwei Wochen vorgewandert waren.

Jetzt war der Feldberg auch nicht mehr weit entfernt. Ein Wegweiser wies und darauf hin, dass wir diesen in 2 Kilometern erreichen würden. Doch diese 2 Kilometer hatten es dann in sich, denn nun ging es richtig bergauf!

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Vor dem richtig steilen Anstieg machten wir noch einmal Rast an der Bushaltestelle. Es kam sogar ein Bus, doch dieser hielt nicht sondern fuhr einfach durch. Wie gerne wären wir mit ihm die letzten Meter hinauf gefahren, gingen diese doch richtig in die Knochen.

Mühsam schleppten wir uns also hinauf auf den Feldberg. Die Gruppe zog sich diesmal noch mehr auseinander, was wohl dem doch recht steilen Anstieg geschuldet war.

Wie die Hühner auf der Stange saßen wir nun da auf der Holzstange der Rasenabgrenzung.

Wo sollten wir rasten? Lieber im Gasthaus, denn just mit unserer Ankunft fing es auch an zu Regnen, oder sollten wir unsere mitgebrachte Brotzeit draußen verzehren.

Demokratisch wie immer entschieden wir uns für die zweite Alternative, denn der Regen entpuppte sich als ein sehr (sehr!) kurzer Schauer, der aus wenigen (sehr wenigen!) Tropfen bestand.

Am liebsten hätten wir Rast an den Felsen auf dem Feldberg gemacht, doch reichte uns bereits ein kurzer Blick dorthin und wir hatten schon festgestellt, dass es dort viel zu voll war.

Dafür fanden wir aber einen anderen Platz, der vielleicht von der Sicht nicht so nett war, jedoch vom Komfort. Wir konnten uns auf Steine setzen. Das ganze Ambiente ähnelte dem einer Freilichtbühne. Keine Ahnung, ob es jeweils dort so etwas gegeben hatte.

Etwas störend waren die Leute, die ständig die Treppe auf und ab gingen. Aber wir wollen uns ja nicht beschweren. Wenngleich es sich die Leute wesentlich einfacher hätten machen können, wären sie ein paar Meter weiter gelaufen. Dann hätten sie die steilen Treppen nicht laufen müssen, sondern wären ganz entspannt flach und ohne Treppen zum Aussichtspunkt gekommen.

Nachdem alle ihre Brotzeit verzehrt hatten und sich der Himmel immer mehr zuzog, da stand ja noch eine Unwetterwarnung mit Starkregen und Gewitter an, war es an der Zeit die Wanderung fortzusetzen. Immerhin hatten wir hier auch noch 8,5 Kilometer der Strecke zu bewältigen.

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Jetzt begann der eigentlich schönere Teil der Wanderung, denn ab jetzt ging es nur noch bergab.

Auch von der Natur her war dies nun der schönere Teil der Strecke. Die Wälder so schön saftig grün und abwechslungsreich. Toll war auch, dass es nun nicht mehr langweilig gerade ging sondern ab jetzt war die Streckenführung eher kurviger.

Schön war auch, dass nun entgegen dem Anstieg weitaus weniger Mountainbiker unterwegs waren, die an uns vorbei rasten.

Trotzdem war auch der Abstieg nicht zu verachten, denn dieser war nicht ohne und ging genauso auf die Knochen. Und so kam es, dass sich die Gruppe auch während des Abstiegs auseinander zog.

Nicht schlimm, denn so kamen wir immer mal wieder zum verschnaufen.

Zum Ende hin zog sich dann der Weg ziemlich. Zeitlich waren wir fast gut im Rennen. Berechnet hatte ich, dass wir gegen viertel nach vier an der U-Bahnhaltestelle eintreffen würden. Besser wäre zwar eine viertel Stunde früher wegen der Anschlüsse in Richtung Wiesbaden, aber das war theoretisch nicht mehr schaffen.

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Tja, was soll ich erzählen, wir schafften es tatsächlich in fünf Minuten schneller und waren um fünf nach vier an der Haltestelle.

Und, die U-Bahn, die eigentlich bereits abgefahren sein sollte stand noch da. Hatten wir ein Glück.

Nachdem wir eingestiegen waren erzählten uns die anderen Fahrgäste, dass die Bahn eigentlich schon weg sein müsste, jedoch gab es eine Türstörung und der Fahrer wisse noch gar nicht, ob die Bahn überhaupt abfahren würde.

Das Glück war auf unserer Seite! Nachdem der Fahrer das System der Bahn neu gestartet hatte, war die Türstörung behoben. Freudig verkündete der Fahrer dann auch durch die Lautsprecher, dass die Störung behoben sei und wir nun fahren könnten. Die Verspätung betrug auch nur vier Minuten.

Für uns bedeutete dies, dass wir es möglicherweise schaffen könnten in Oberursel in die S-Bahn zum Frankfurter Hauptbahnhof umzusteigen.

So entschied ich in Oberursel spontan für uns, dass wir den Umstieg wagen sollten, was uns beinahe zum Verhängnis geworden wäre. Zumal ich keine Ahnung bezüglich der Örtlichkeiten dort hatte. Ich wusste zwar, dass wir am Gleis 20 (!) ankommen würden und von Gleis 2 weiter fahren würden, doch wie weit der Weg sein würde, wusste ich nicht.

Nun wurde es hektisch, denn kaum waren wir aus der U-Bahn gestiegen und einige Meter rasch gelaufen, sahen wir auch bereits die S-Bahn ansausen kommen. Jetzt aber rasch!

Unser armer 77-jähriger, der nach all den Strapazen der Wanderung nun auch noch zur Bahn sprinten musste. Doch wir schafften es alle. Dieser Umstieg ersparte uns im Endeffekt eine Menge Zeit und einen Sitzplatz in der Bahn Richtung Wiesbaden.

Die S-Bahn erreichte den Hauptbahnhof um zwanzig vor fünf, so dass wir noch Zeit genug hatten um zur Regionalbahn nach Wiesbaden zu tippeln.

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Diese stand bereits am Bahnsteig, jedoch wurde angezeigt, dass die Türen fünf bis zehn vor Abfahrt freigegeben werden. Hatte ich bisher noch nicht erlebt und machte irgendwie den Eindruck, dass dies irgendwie eine Besonderheit der Privatbahn sein müsse.

Fünf Minuten vor der Zeit öffneten sich tatsächlich die Türen. Und etwas über eine halbe Stunde später hatten wir schließlich auch Wiesbaden erreicht, wo wir restlichen uns verabschiedeten, nachdem wir die ersten beiden bereits in der U-Bahn verabschiedet hatten und ein Teilnehmer in Frankfurt in eine andere Bahn steigen musste.

Fazit: Die Beschilderung in diesem Wandergebiet ist sehr bescheiden, teilweise verwirrend. Dafür, dass es ein Wandergebiet ist, wären mehr Hinweise hilfreich. Auch vom Feldberg nach Oberursel taucht irgendwann mal eine Beschilderung auf, die dann plötzlich Touristikzentrum heißt. Kurz vor dem Ende dann wieder Hohemark, wirklich sehr verwirrend.

Wer die sportliche Herausforderung sucht, für den ist diese Tour genau richtig. Wer allerdings lieber mal eine schöne Sicht und mehr Abwechslung haben mag, für den ist diese Strecke eher nichts. Trotzdem, ich würde die Strecke durchaus noch einmal laufen, wenn ich mich abreagieren müsste oder einfach um Nachzudenken. Wobei ich mir die Fahrt mit dem Bus auf die halbe Höhe sparen würde oder alternativ dann doch tatsächlich den richtigen Weg finden müsste, der mich nicht so viel an Höhe verlieren lassen würde.

Geht jemand mit?

Wanderleitung: Hotti

Bericht und Bilder: Hotti