Wanderung im Aartal
notiert von Hotti

22. Juni 2014


Unsere Wanderung im Aartal begann zunächst einmal gar nicht, denn wir standen am Treffpunkt unserer Fahrgemeinschaften und warteten auf einen Teilnehmer.

Nach erfolglosen Versuchen ihn telefonisch zu erreichen gaben wir es einer halben Stunde auf und fuhren zum Ausgangspunkt unserer Wanderer, im Heimbachtal bei Bad Schwalbach.

Für diese Wanderung hatten wir ideales Wanderwetter. Der Himmel war leicht bewölkt, die Temperatur war etwas über zwanzig Grad - geradezu optimal für diese Tour.

Bereits zu Beginn der Tour stand ein anstrengender Anstieg auf dem Programm, denn wir mussten aus dem Heimbachtal hinauf nach Lindschied. Zunächst durch ein kleines Wäldchen, später über freies Feld führte unser Weg.

Oben angekommen hatten wir eine tolle Sicht in die Ferne und nahmen uns ein wenig Zeit zu verschnaufen und den Blick zu genießen.

Schon bald war es jedoch an der Zeit aufzubrechen, denn ein weiterer Mitwanderer wollte hier zu uns stoßen, der jedoch kein mobiles Telefon hat, so dass wir ihn vorab nicht über unsere Verspätung informieren konnten.

Wir hatten Glück - oder er hatte Glück - denn beinahe wäre er schon wieder nach Hause gegangen, in der Annahme, dass wir nicht kommen würden. Geschuldet war dies der halben Stunde Wartezeit am ersten Treffpunkt.

Somit waren wir nun mit 8 Wanderern komplett!

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Nach dem ersten hinter uns gebrachten Anstieg ging es nun lediglich sanft auf und ab bis nach Hohenstein Oberdorf oder auch genannt Hohensteiner Burg. Der Weg dorthin führt zur einen Hälfte durch den Wald, die andere Hälfte durch freies Feld.

Inzwischen schienen sieben Sonnen vom Himmel - für das freie Feld nicht mehr ganz so ideal - aber schön!

An der Hohensteiner Burg war die längere Rast dieser Tour vorgesehen, da wir hier ungefähr die Hälfte der Wanderung zurück gelegt hatten.

Hier hatten wir genügend Zeit die Burg anzuschauen und alles zu genießen.

Als alle aufgegessen, genug ausgeruht und genossen hatten, war es nun an der Zeit, an den Rückweg zu denken, der ja noch einige Abenteuer mit sich bringen sollte.

Von der Burg aus führte unser Weg zunächst ein kleines Stück in die gleiche Richtung, aus welcher wir vorhin gekommen waren. Doch schon bald - vor dem Friedhof - mussten wir nach links.

Und hier hatte ich doch eine Unsicherheit! Ich wusste von der Vorwanderung, dass wir links ins Tal mussten. Bereits damals war dieser Weg nur schwer zu finden, zumal der Weg eher kein Weg war. Bis heute weiß ich nicht, ob dies alles so richtig war.

Aber - der "Weg" nach links kam und führte arg steil ins Tal hinab. Schon kurze Zeit später standen wir unten in der Nähe des Flüsschens Aar. Hier war das Gras so hoch, dass das eigentlich nicht der richtige Weg gewesen sein kann.

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Na ja, was soll´s! Es war zumindest ein schöner Weg, wenn auch einige Brennessel den Weg kreuzten, und unser Hund, der das Wasser liebt wie sonst nichts, immer wieder zum Bach wollte, was wir aber verhinderten. Wenigstens einmal durfte er hinein um sich abzukühlen.

In der Vorankündigung der Wanderung hatte ich versprochen, dass es noch abenteuerlicher werden würde, denn 300 Meter dieser Wanderung führten über den Teil der Aartalbahn. Vor vorbei rasenden Zügen muss man hier im Moment keine Angst haben, doch irgendwann - zumindest ist dies meine Hoffnung - wird die Bahn reaktiviert und wieder von Wiesbaden nach Limburg fahren!

Die Rheinlandpfälzer machen es vor, denn auf dem rheinlandpfälzischen Abschnitt der Strecke sollen ab August 2015 wieder Züge rollen. Aber auch für die hessische Seite sieht es derzeit gar nicht so schlecht aus. Zumindest bis Bad Schwalbach dürften die historischen Züge der Aartalbahn wieder fahren, was ja auch der 2018 in Bad Schwalbach stattfindenden Landesgartenschau sehr gut tun würde.

Nachdem wir den Schienenstrang passiert hatten führte unser Wanderweg nun wieder etwas bergan.

Nun stellte ich die Gruppe vor die Alternative - wollten wir steil ins Tal herunter, einen Felsen anschauen und auf der anderen Seite wieder steil hinauf, oder wollten wir noch ein Stück sanft bergauf und schließlich an der gleichen Stelle heraus kommen, wo wir nach ab und auf heraus gekommen wären.

Spontan entschieden wir, dass wir auf den Felsen verzichten könnten und nahmen den bequemen Weg. Den Blick auf das Örtchen Adolfseck ließen wir uns nicht nehmen und verweilten einen kurzen Moment an einer Bank, die heute bedauerlicherweise (für uns) durch zwei andere Wanderer besetzt war.

Kurze Zeit später hatte unser in Lindschied dazu gekommener Wanderer entschieden, unser Grüppchen wieder zu verlassen um den direkten Weg zurück nach Hause zu nehmen.

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Da waren wir nur noch sieben! Diese sieben durchquerten nun Adolfseck um dann auf der anderen Seite des Ortes wieder einen Anstieg zu bewältigen.

Dieses sollte dann aber der letzte für heute gewesen sein, denn wenig später hatten wir schon die ersten Ausläufer von Bad Schwalbach erreicht.

Ab hier ging es nun nur noch entlang von Straßen bis zu unserem Start der Wanderung im Heimbachtal und somit der wohl unspektakulärste Teil diesen Tages!

Wir hatten es geschafft, die Wanderung war vollbracht!

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Als begeisterter Eisenbahnfan hatte mir unser Lindschieder Wanderer erzählt, dass es im Bad Schwalbacher Bahnhof ein Lokal geben würde, wo wir unsere Abschlusseinkehr machen könnten.

Schade, hatte ich mich doch zu spät entschieden dort die Einkehr machen zu wollen und nicht reserviert.

Gerne hätten wir im Biergarten ein schattiges Plätzchen gefunden, doch freie Plätze oder genauer gesagt nicht reservierte Plätze gab es nur in der Sonne.

Die Meinungen waren zweigeteilt. Die einen wollten lieber draußen, die anderen lieber drinnen, der Sonne wegen.

Zum Schluss fiel die Entscheidung dann auf alle drinnen, wo wir einen netten Tisch zugewiesen bekommen hatten.

Unsere Bedienung nahm rasch die Bestellung auf - zuerst alle erst mal die Getränke, damit sie die Bestellung schon mal an die Bar geben konnte - später dann das Essen.

Allen schmeckte es, so dass zu der Wanderung auch der Abschluss gelungen war, wobei ich es mir nicht verkneifen kann, ein wenig Kritik zu üben. Wir saßen in der Nähe der "Bar" und konnten somit hautnah mitbekommen, wie das Personal über die Gäste redet. Und auch das Preis-/ Leistungsverhältnis war nicht stimmig. Keine Frage, das Essen war keine schlechte Qualität, aber nur Durchschnitt, so dass eine Schnitzel für um die 15 €uro schon ziemlich heftig ist. Aber solange es die Kunden zahlen ist ja alles gut!

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Fazit dieser Tour: Eine ganz nette Wanderung, eine schöne Burg. Wenn man aber die Einsamkeit und die Ruhe bevorzugt, dann wäre eine andere Tour mehr zu empfehlen. Im ersten Abschnitt der Wanderung bis Burg Hohenstein saust man auf breiten Forstwegen, ab der Burg ist man dann stets in Straßennähe und wie beschrieben führt ein Teil des Weges durch hohes Gras und Brennesel und ist dadurch weniger schön. Vor dem Ende der Wanderung läuft man einfach nur noch durch den Ort und später dann wieder entlang einer Hauptstraße. Insgesamt hat die Begeisterung nach dem zweiten Mal gewandert doch stark nachgelassen. Es gibt schönere Strecken!

Wanderleitung: Hotti

Bericht und Bilder: Hotti