Wanderung von Wambach nach Dotzheim
notiert von Hotti

26. Januar 2013


Eigentlich sollte die Wanderung am Sonntag, 20. Januar 2013 stattfinden, doch das Wetter machte dem Vorhaben einen Strich durch die Planung. Eisregen mit extremer Glätte war angesagt.

Also wurde es zunächst nichts mit der schönen Wanderung vom Schlangenbader Ortsteil Wambach hinauf zur Hohen Wurzel, weiter zum Schhläferskopf und schließlich hinunter in den Wiesbadener Ortsteil Kohlheck.

Gut, wenn das Wetter nicht mitspielt dann musste eben ein Ersatztermin ran, schließlich lag die letzte Wanderung schon einige Wochen zurück und die nächste Würde dann erst im Februar stattfinden. Die Neujahrstour nehme ich mal aus der Wertung, denn diese ist schließlich keine "richtige" Wanderung. 10 Wochen Abstand - eindeutig zu lang.

Schnell war der Ersatztermin gefunden. Diesmal sollte es Samstag, 26. Januar 2013 sein, denn Sonntag hatte der Wanderleiter schon anderweitig geplant. Hinzu kam, dass für den Sonntag erneut Eisregen in der Vorhersage stand. Deshalb lieber kein Risiko eingehen!

Bedingung für die Durchführung der Tour war, dass sich mindestens 3 Teilnehmer finden würden und dies bis zum Donnerstag der Wanderung auch mitteilen würden.

Der Donnerstag war vorbei - 1 verbindliche Anmeldung gab es. Ziel knapp verfehlt. Hätte es da nicht noch ein Missverständnis gegeben, was durch ein Telefonat rasch geklärt werden konnte. Somit war die gewünschte Beteiligung von 3 Teilnehmern erreicht!

Der Samstag kam, die Wettervorhersage sagte nun teilweise bereits für diesen Tag Eisregen voraus, allerdings mehr im Westen Deutschlands - also in Richtung Eifel, Nordrhein - Westfalen.

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Treffpunkt war um 10:30 Uhr am Wiesbadener Hauptbahnhof. Von hier aus ging es mit dem roten ORN - Bus hinaus nach Wambach.

Die Rucksäcke noch ordentlich aufsetzen und die Winterausrüstung aufrüsten und schon ging es los. Und jetzt, wo ich den Bericht schreibe, da fällt mir wieder ein, dass ich die standardmäßige Begrüßung zu Beginn der Wanderung dann doch nicht mehr gemacht habe. Hätte ich sie mal doch gleich gemacht, als mich Gustav darauf aufmerksam gemacht hatte.

In Wambach folgten wir ein kurzes Stück der Hauptstraße, bis wir nach links in die Obergasse einbogen und dieser bis hinauf in den Wald folgten. Unsere Wegmarkierung war das rote Dreieck, welchem wir bis zum Zaun des Taunus - Wunderland folgten.

Hier bog das Dreieck nach rechts ab. Von meiner Vorwanderung her wusste ich, dass das Dreieck dem Zaun ein Stück folgend würde, das heißt zunächst ein Stück nach unten, dann wieder links nach oben. Diesen Weg hatte ich bei meiner Vorwanderung ausgekundschaftet.

Heute sagte ich, dass wir auch den Weg weiter hinauf Wandern könnten, der Weg würde auf den anderen treffen.

Je weiter wir den Weg nach oben liefen, umso unsicherer wurde ich, dass das tatsächlich klappen würde. Ich sah uns schon entlang der vielbefahrenen Bundesstraße laufen.

Jetzt trafen wir auf einen Ponyhof. Und siehe da, es ging nach rechts - immer noch ein Feldweg - und schwupps, wir trafen auf den Weg, den ich von meiner Vortour her kannte. Umsonst die Gedanken von wegen Straße laufen. Diese mussten wir nun lediglich überqueren.

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Schade, dass das Wetter heute so diesig war, denn oft kann man von hier aus in die Fernen des Taunus blicken! Am Taunus Wunderland hatten wir auch die Markierung rotes Dreieick wieder, dem wir jetzt eine Weile folgten. Genau bis wir eine Straße überquerten, einen kurzen Anstieg hatten und nun vor der Markierung "schwarzes Quadrat" standen. Diese Markierung war verbunden mit dem Ziel "Hohe Wurzel", mit ca. 600 Meter dem höchsten Berg oberhalb von Wiesbaden.

Bei meiner Vorwanderung stand ich ebenfalls an dieser Markierung, doch war es damals ein Lauf gegen die Zeit. Ich vertraute der Markierung nicht, sah auch nicht wirklich einen Weg, war alleine, habe eine Wildschwein - Phobie und entschied mich dann, einen anderen Weg zu wandern.

Heute war das anders! Wir waren zu dritt und wir waren mutig. Und so ein kleiner Berg sollte uns nicht vom Abenteuer abhalten! Also folgten wir der eben erwähnten Markierung. Mutig folgten wir den Fußspuren im Schnee. Wer auch immer hier vor uns gewandert war, er war unser Richtungsweiser. Dummerweise teilten sich nach einer Weile die Spuren.

Ich entschied, dass wir den Weg mehr rechts nehmen sollten und lag damit Goldrichtig, denn kurz darauf fanden wir wieder die Markierung an den Baum genagelt.

Durch traumhaft verschneite Wälder - die Tannenbäume mit dem Schnee waren einfach nur herrlich anzusehen - erklommen wir Meter für Meter an Höhe. So, wie ich es in der Ankündigung beschrieben hatte! Diese Tour forderte jeden Teilnehmer konditionell heraus.

Eine Wandergruppe mit ca. 40 Teilnehmern kam uns entgegen und lehrte uns, dass sich nicht alle Wanderer an das Gesetz halten, das heißt, dass sich Wanderer stets Grüßen sollen. Immerhin tat es die Mehrzahl. Bei dieser Gruppe hatte ich die Erinnerung an eine Wanderung vor vielen Jahren, als wir mit 42 Personen durch den Odenwald gewandert waren. Heute sind wir gerade mal drei.

Schließlich hatten wir die Höhe erreicht und hörten aus der Ferne laute Rufe, Stimmen und ein seltsames tröten, was uns dazu veranlasste stehen zu bleiben und der Rufe zu lauschen. War hier eine Treibjagd - was bedeutete dieses Tröten. Unsicherheit machte sich bei uns breit. Welchen Weg sollten wir nehmen? Sollten wir nun nach rechts oder besser dem Weg - inzwischen dem "blauen Kreis" folgen. Die Karte war der Meinung, der blaue Kreis wäre der bessere Weg.

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Mutig wanderten wir der Markierung nach. Die Rufe waren inzwischen verstummt. Alles sehr seltsam. Waren es vielleicht Geocacher? Manche Caches sind auf Bäumen versteckt. Ich hatte auch daran gedacht, dass dort vielleicht ein Rettungseinsatz sein könnte. Was auch immer dort war, wir werden es nie erfahren, können lediglich unserer Phantasie freien Lauf lassen.

Nach einer Weile trafen wir auf den Hauptweg, der vom Parkplatz "Hohe Wurzel" hinauf kam. Für uns war es an der Zeit, an eine Rast zu denken. Eine gute Tasse Tee sollte uns bei diesen eisigen Temperaturen wärmen. Eine Schutzhütte gab es etwas weiter unten, so dass wir von unserer eigentlichen Route ein wenig abweichen mussten und ein wenig hinab wanderten. Einige Familien nutzen den Weg, um dort mit dem Schlitten hinab zu rodeln, wir liefen lieber.

Kurz darauf hatten wir die Schutzhütte erreicht und machten eine kurze Verschnaufpause. Lange konnten wir nicht bleiben, denn jeder Stopp sorgte dafür, dass wir mehr und mehr auskühlen würden. Doch für eine Tasse Tee und ein Brot sollte die Zeit schon reichen.

Ungefähr fünfzehn Minuten später brachen wir auf. Bis hierhin hatten wir ca. 1/3 der Tour hinter uns gebracht. Wenig später trafen wir schließlich auf den Weg, den ich bei meiner Vorwanderung genommen hatte und folgten diesem ein Stück.

Und schon wichen wir wieder vom ursprünglich ausgeschauten Weg ab und erreichten nach einigen Kilometern den Schläferskopf mit dem höchsten Gasthaus über Wiesbaden. Wäre schon schön gewesen und hätte auch ins Zeitfenster gepasst, dort nun eine schöne warme Tasse Kakao zu trinken. Doch leider stand an der Pforte, dass wegen technischer Gründe die Lokalität bis 30.1.13 geschlossen sei. Früher nannte man dies Urlaub oder Betriebsferien. Stellt sich aber auch die Frage, ob ein Lokal von wenigen Wanderern, die bei so einer Witterung losziehen überleben kann, zumal, wir kennen es ja von all unseren Wanderungen, eigentlich nur äußerst selten einkehren. Oder sind wir da anders als andere Gruppen.

In diesem Zusammenhang fällt mir gleich noch eine weitere Frage ein, die wir uns während der Wanderung gestellt haben. Wer räumt eigentlich die Waldwege vom Schnee frei? Egal wo wir gewandert sind, so gut wie überall kam es uns vor, als wäre da einer mit der Schneeschaufel lang gelaufen und hätte den Weg geräumt. War schon eine interessante Beobachtung.

Nachdem wir also keinen Kakao trinken konnten folgten wir den Spuren im Schnee weiter. Diesmal hinunter vom Schläferskopf. Vom Weg her fast der gefährlichste, denn es ging relativ steil hinab, unter dem Schnee an vielen Stellen das blanke Eis, so dass es hier nun besonders schlüpfrig wurde.

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Nach dem Pfad kam der Weg, auf nun eigentlich wieder ein Pfad folgen würde. Doch heute nicht! Denn auch der Pfad hinunter hätte mit Sicherheit eine Eisschicht zu bieten gehabt, so dass wir spontan entschieden, den breiten Forstweg herab zu nehmen. Zwar etwas länger, dafür halb so gefährlich.

Voll im Zeitplan und noch etwas mehr als 5 Kilometer vom Ziel entfernt machten wir noch eine letzte Rast am Kneipp - Tretbecken, wo heute mal keiner - weder von uns noch von anderen - kneippte.

Eine Tasse Tee später setzten wir die Wanderung fort - Endspurt, die letzten Kilometer standen an.

Etwas bang wird mir immer, wenn wir die Straße am Chausseehaus überqueren müssen, da diese Stelle arg unübersichtlich ist und die Autos recht schnell angebraust kommen.

Wie immer erreichten wir ohne Schaden die gegenüberliegende Straßenseite und hätten diese heute ruhig noch siebenmal überqueren können, denn es kam nichts!

Jetzt wanderten wir ein Stück durch das Weilburger Tal, um es dann nach links hin zu verlassen und den direkten Weg zum Forsthaus Langendellschlag zu nehmen. Knappe fünfzehn Minuten später hatten wir auch dieses passiert und schon kurz darauf standen wir im Wiesbadener Ortsteil Kohlheck. Noch zwei Steigungen waren wir vom guten Essen entfernt.

Die eine etwas weniger heftig, die zweite von allen Wanderern immer wieder gefürchtete Steigung meisterten wir dann auch noch und bogen auf die Zielgerade. Das Gasthaus war zum Greifen nahe.

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Dort angekommen wurden wir schon von meinem Mann erwartet, der krankheitsbedingt an der Tour nicht teilnehmen konnte.

Fluxs war im Lokal ein Platz gefunden, was angesichts der Uhrzeit nicht verwunderte. Es war gerade mal 15:40 Uhr. Eine Zeit, zu der kaum jemand ins Gasthaus zum Essen geht.

Schnell und freundlich wie immer wurden wir bedient. Traditionell schmeckte es wieder jedem hervorragend und dann kam auch noch unsere Lieblingsbedienung zur Spätschicht und bediente uns weiter! Was wollten wir noch mehr? Um 17 Uhr war schließlich die traurige Stunde des Abschied nehmen gekommen. Zwei sausten zum Bus und zwei zu Aldi um noch ein paar Besorgungen zu machen.

Eine erste schöne Wanderung im Jahr 2013. Eisige Temperaturen, traumhafter Schnee, Wege, bei denen wir einfach Fußspuren nachgelaufen sind und so weiter in Richtung unseres Zieles gekommen sind. Und eine perfekte Gruppe, die mit Rücksicht auf alle gewandert ist und auch mal gewartet hat.

Bleibt nun noch die Frage offen, weshalb wir so oft von der eigentlichen Tourenplanung abgewichen sind, für die ich eigentlich die Vorwanderung gemacht hatte. Dies lässt sich ganz einfach erklären. Bei der Vorwanderung hatte ich einige Wege nicht so schnell gefunden, war alleine und hatte schon ein bisschen Angst, in der Dunkelheit noch im Wald zu stehen, so dass ich, wenn ich nicht weiter wusste, spontan anders gelaufen bin. Vor der Wanderung hatte ich mir die Wege noch einmal sehr intensiv auf der Karte angeschaut und war noch einmal auf der Hohen Wurzel um in aller Ruhe nach den Wegen zu schauen, so dass am Ende eine schöne, wenn auch unspektakuläre Wanderung, heraus gekommen ist. Die Tour besticht bei schlechtem Wetter nicht gerade durch schöne Fernsichten, aber die Wege sind schön. Hat Spaß gemacht!

Insgesamt waren wir von 11:25 Uhr bis 15:40 Uhr unterwegs und haben eine Strecke von 14 Kilometer zurück gelegt, die uns, wegen des Anfangs schon beschwerlichen Anstiegs einiges an Kondition abverlangt haben. Ich für meinen Teil würde diese Tour so jederzeit wiederholen!

Wanderleitung: Hotti

Bericht und Bilder: Hotti