Schlösserwanderung von Stephanshausen nach Johannisberg
notiert von Hotti

24. März 2013


Noch nie war ich so nahe davor eine Wanderung aus der Tourenplanung zu nehmen wie bei dieser Wanderung.

Ursprünglich geplant war die Tour für den 11. November 2012. Damals hatte ich die Wanderung abgesagt, da wir zunächst lediglich zu zweit losgezogen wären. Nach der Absage hatte es sich dann noch einmal gedreht, denn es kamen noch einige Zusagen. Doch da gab es kein Zurück mehr - die Wanderung war abgesagt und dabei war es geblieben.

Ein paar Wochen später war dann die Planung für die Märzwanderung auf meiner Aufgabenliste. Die Tour sollte von Königstein nach Niedernhausen gehen. Meine Recherchen im Internet hatten jedoch ergeben, dass für diese Tour noch eine aufwendigere Planung erforderlich ist, die aufgrund der Witterung nicht so schnell umzusetzen war.

Somit konnte ich meine "Ersatzwanderung" nehmen - eben die Stephanshausen - Wanderung.

Einen Termin für eine Vorwanderung konnte ich rasch mit mir vereinbaren. Allerdings habe ich dann festgestellt, dass die Wanderung, so wie ich geplant hatte, arg anstrengend sein würde.

Also noch eine zweite Vorwanderung und jetzt endlich passte die Strecke.

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Den Termin gab es ja schon länger - der 17. März sollte es sein.

Doch dann kam die Ernüchterung. Für genau diesen Tag war ein erneuter Schneeeinbruch angekündigt. Eine Fahrt hinauf nach Stephanshausen wollte ich keinem zumuten, es kamen nach meinem Aufruf auch lediglich ein bis zwei Zusagen.

Na dann - Anfrage an die Gruppe ob sie damit einverstanden sind zu verschieben. Dies kam den meisten sehr recht, also konnte die Wanderung nun am 24. März 2013 stattfinden.

Aber was war jetzt das. Erst stand für diesen Tag im Internet, dass es 16° werden würde und die Sonne sollte scheinen. Der Tag rückte näher, die Prognose änderte sich von eben genannter Temperatur immer weiter nach unten. Zuletzt stand den ganzen Tag Schnee auf dem Programm.

Nicht schon wieder verschieben. Ich hatte schon begonnen die Absage zu tippen, diese aber noch nicht versendet. Eigentlich weiß ich nicht, was mich davon abgehalten hatte.

Der Sonntag kam - vom Schnee keine Spur! Die Anzeige diverser Wettervorhersagen im Internet waren zwischenzeitlich auch angepasst worden.

Somit war es die einzig richtige Entscheidung gewesen, die Wanderung nicht abzusagen, denn wir hatten Sonnenschein bei frischen Nord - Ost - Wind, der die Temperatur erheblich kühler wirken ließ, als sie es tatsächlich gewesen war. Froh war jeder, der Mütze und oder Kapuze zur Verfügung hatte. An so manch einer Stelle brauchte man diese.

Wenn man nun noch überlegt, dass in all den Jahren zuvor im März schon Shorts und Flip Flop Wetter war...

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Die ersten Teilnehmer trafen sich zum Zusammenschluss von Fahrgemeinschaften in Wiesbaden.

Dummerweise konnten wir gar nicht so viele Fahrgemeinschaften bilden, denn wir waren zu fünft plus Hundchen. Damit die Fahrt nicht zu ungemütlich werden würde, teilten wir uns auf zwei Autos auf und fuhren zu einem Wanderparkplatz in der Nähe von Stephanshausen.

Dort wartete bereits ein weiterer Teilnehmer auf uns. Gemeinsam erwarteten wir nun die letzten beiden und nach einer kurzen Begrüßung durch den Wanderleiter startete eine 8- köpfige Gruppe in Richtung Kloster Marienthal.

Der erste Abschnitt des Weges war bei der Vorwanderung wegen der stattgefundenen Forstarbeiten noch sehr matschig. Durch den Frost der vergangenen Tage hatten wir nun Glück, denn der Matsch war meist gefroren.

Nach einem kleinen Anstieg auf dem Himmelsleiter-Wanderweg hatten wir auch schon die erste Stelle mit schönem Blick ins Rheintal erreicht.

Zu unserer eben erwähnten Wegemarkierung, der Himmelsleiter, gesellte sich nun noch die Markierung des Rheinsteigs.

Kurze Zeit später erreichten wir die Straße, die wir überquerten und folgten weiter den beiden Beschilderungen. Genauer gesagt folgten wir nun der Rheinsteig-Markierung, denn die Himmelsleiter- Markierung trennte sich bald von unserem Weg und führte hinab ins Tal, während unsere Route oben herum verlief und wir so eine schöne Sicht in das tiefe Tal hatten.

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Nach einer Weile konnten wir von oben das Kloster Marienthal erkennen. Nun verließen wir den Rheinsteig, denn dieser führte steil auf direktem Weg hinab zum Kloster Marienthal.

Wir wollten es lieber gemütlich und kamen so noch an einigen Kreuzen auf dem Pilgerweg vorbei, bis auch wir gemächlich ins Kloster einliefen.

Einige unserer Wanderer warfen einen Blick in die Kirche bevor wir weiter wanderten.

Ursprünglich war hier bereits die erste Rast geplant, doch noch hatte keiner so rechte Lust darauf.

So wanderten wir noch eine Weile weiter und fanden einen netten Rastplatz mit drei Bänken.

Es dauerte nicht lange, und schon froren die ersten, denn der Wind war trotz der Sonne eisig.

Weiter führte unsere Wanderung nun bis an den Ortsrand von Johannisberg. Doch unter Weg ging direkt nach rechts ab und bald standen wir in den Weinbergen.

Vorbei am Schloss Hansenberg, einem Eliteinternat wanderten wir nun zum Schloss Johannisberg.

Um große Steigungen zu umgehen hatten wir bei der Vorwanderung entschieden, die Wanderung durch den Ort zu legen, so dass wir vom Parkplatz aus das Schloss erreichten.

Von der Terrasse aus hatten wir eine schöne Sicht in die Rheinebene. Nachdem wir genug geschaut hatten führte unser nächster Weg zur Schlosskapelle. Eine kurzer Blick hinein und weiter ging es.

Die nächste Etappe, die uns zum Schloss Vollrads führte, zeigte, wie böse ein Nord-Ost-Wind sein kann. Wohl dem, der jetzt Mütze oder Kapuze vorweisen konnte.

Zwischendurch waren wir noch unter die Geocacher gegangen und loggten auf halbem Wege den Spätlesereiter - Cache und dann fanden wir auch noch das Rheinsteig - Döschen.

Endlich hatten wir Schloss Vollrads erreicht. Das Gebäude bot einen guten Schutz gegen den eisigen Wind.

Bedauerlicherweise - ich hätte anderes erwartet - hatte der Weinprobierstand an diesem Sonntag geschlossen.

Also machten wir eine Rast ohne Wein und hielten es in der Sonne einige Zeit aus. Zwei waren ins nahegelegene Restaurant geeilt um dort einen Kaffee zu trinken.

Nachdem die beiden wieder zurück waren setzten wir auch gleich unsere Wanderung fort.

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Vor uns lag nun der anstrengendste Abschnitt dieser Wanderung, denn nun ging es stetig bergan zurück in Richtung Stephanshausen.

Wir verließen das Schloss durch den Hinterausgang und begaben uns sogleich ins Vollradser Wäldchen, durchwanderten dieses und kamen nach einer Weile auf die Ebene. Hier öffnete sich die Sicht in Richtung Rhein. Diese Sicht konnten wir nun eine Weile genießen, schlängelten uns noch eine Reihe nach oben und konnten nun zur rechten Wochenendgrundstücke betrachten, zur linken die Weinberge und den Rhein.

Jeder schöne Blick ist einmal zu Ende. Heute war es, als wir noch weiter hinauf mussten. Hierfür sollten wir nach rechts abbiegen, die nächste wieder links und direkt standen wir wieder im Wald.

Ein schöner Holzsteg führte schließlich aus dem Wald hinaus ins freie Feld.

Nur wenige Schritte später hatten wir die Markierung des Rheinsteigs erreicht. Dies war nun wieder unsere Markierung für die nächsten Kilometer.

Und jetzt wurde es fast zum ersten Mal so richtig anstrengend. Denn nun ging es ein kurzes Stück richtig mächtig hinauf, was besonders zum Ende einer Wanderung immer wieder schwer fällt.

Doch auch dies Stück schafften wir. Der Weg führte nun wieder durch den Wald und weit war es nun auch nicht mehr bis zu den Autos.

Irgendwann bog der Rheinsteig nach links ab, doch das wollten wir nicht, wir nahmen eine vorletzte Steigung und kamen kurze Zeit später auf eine große Wiese, die wir schräg querten.

Im Gegensatz zu den Wanderern des Rheinsteigs hatten wir von hier noch einmal die Gelegenheit, einen letzten Blick ins Rheintal zu werfen.

Und auch für eine kurze Verschnaufpause war noch Zeit. Hierzu bot sich der Donnersbergblick samt Ruheliege an. Schade, dass es heute recht bewölkt war, so dass wir den Donnersberg nur in der Ferne erahnen konnten.

Auf ging es nun zum Endspurt. Noch ein kleiner Anstieg, die Höhe war erreicht.

Heute passte mal wieder der Spruch die ersten werden die letzten sein, denn die ersten verpassten den Abzweig, so dass die hinteren nun vorne waren, denn ein vorletztes Mal mussten wir abbiegen.

Wieder ein bisschen herab. Leider war es nicht mehr so frostig wie am Morgen, so dass der Weg nun etwas mehr an Matsch anbot.

Nach etwa 16,5 Kilometer waren wir schließlich um kurz nach halb fünf wieder an den Autos.

Rasch wechselte jeder die Schuhe - der Hund wurde abgerubbelt und vom Dreck befreit - eine schöne Wanderung war zu Ende.

Zu einer guten Wanderung gehört eine gute Abschlusseinkehr. Eigentlich hätte es sich ja angeboten, diese im Rheingau zu machen, da jedoch ursprünglich Schnee angesagt war, verzichtete der Organisator auf einen Abschluss im Rheingau und zog es vor, diese Einkehr nach Wiesbaden zu verlegen.

Dies tat der Stimmung keinen Abbruch und auch hier wurden wir nett und zügig bedient und bekamen bei einem guten Preis-/ Leistungsverhältnis - zumindest traf dies auf die Schnitzelesser zu - ein schmackhaftes Essen serviert.

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Fazit dieser Wanderung: Eine sehr schöne Strecke mit eindrucksvollen Aussichten. Bevorzugte Jahreszeit zum Laufen ist Frühjahr und Herbst, da viele Abschnitte durch Felder oder Weinberge gehen. Hinzu kommt, dass bei wärmeren Temperaturen gerade der Weg vom Schloss Johannisberg hinüber zum Schloss Vollrads arg überlaufen sein dürfte.

Da wir bei unserer Wanderung Ostwind hatten, der heftigst kalt blies, kamen wir diesmal nicht in den Genuss von Menschenmassen, die dann auch noch die beiden Schlösser belagert hätten.

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Wanderleitung: Hotti

Bericht und Bilder: Hotti