Mehrtagestour im Schwarzwald
notiert von Hotti

30. Mai - 2. Juni 2013


Der Donnerstag - unsere Anreise

Die Vorfreude auf unsere Mehrtagestour 2013 war bei allen acht Teilnehmern riesengroß. Dieses Mal ging es nach Bad Peterstal - Grießbach in den Schwarzwald. Unsere Unterkunft war die gleiche wie vor 13 Jahren, als wir schon einmal dorthin unsere Mehrtagestour gemacht hatten.

Was wir im Rahmen unserer Vorfreude noch nicht ahnen konnten war, dass es diesmal eine ganz besondere Tour werden würde, die geprägt von Änderungen sein sollte und spontane Alternativprogramme ein großes Thema sein würden.

Schuld an diesem Debakel war das Wetter. Aufmerksam hatte ich seit Tagen die Prognosen verfolgt und je näher die Tage rückten um so verlässlicher wurden die Vorhersagen und umso schlechter sollte das Wetter werden.

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Der Donnerstag, 30. Mai - gleichzeitig Fronleichnam - war der Anreisetag in den Schwarzwald. Noch war das Wetter sehr schön. Mit drei PKW hatten wir Fahrgemeinschaften gebildet, die am Morgen aus Wiesbaden und Mainz nach Bad Peterstal gestartet waren.

Genau wie damals gab es auch diesmal wieder Fronleichnamsprozessionen in den Gemeinden. Um die erste wurden wir noch herum geleitet.

Kurz vor Bad Peterstal dann der Schock! Eine Straßensperre verbot uns, nach Bad Peterstal zu fahren. Also fuhren wir erst einmal hoch hinauf auf irgendeinen Berg. Kein Hinweis mehr auf Bad Peterstal und wie man dorthin kam. In unserer Not riefen wir im Hotel an. Blöderweise gab es auf diesem Berg so gut wie kein Netzempfang - also eine Stelle gesucht, wo es zumindest mal einen Balken Empfang gab. Die Nummer des Hotels hatten wir sinnigerweise notiert.

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Im Hotel wusste man nichts von einer Straßensperre, teilte uns mit, wir können ruhig die Sperre umfahren, denn die Prozession sei in der Ortsmitte, das Hotel lag am Ortsrand, so dass wir gar nicht in Berührung kommen würden.

Na gut, also wieder nach unten fahren. Etwa zehn Minuten später waren wir unten angekommen. Prima! Jetzt war die Straßensperre weg. Später als geplant kamen wir mit unserer Fahrgemeinschaft an. Die anderen waren schon längst da. Sie hatten die Straßensperre einfach ignoriert und waren durch gefahren.

Immerhin - wir waren noch im Zeitplan. Jetzt noch schnell die Formalitäten an der Rezeption geklärt, den Zimmerschlüssel bekommen, die Koffer ins Zimmer gebracht und schon war es auch an der Zeit, sich vor dem Hotel zu treffen.

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Nach einer kurzen Begrüßung der Gruppe brachte ich nun auch direkt die diversen Änderungen an. Anstelle der angekündigten Wanderungen würden wir aufgrund vorhergesagter ergiebiger Regenfälle am heutigen Donnerstag eine Ausfahrt mit dem Auto machen, um all die schönen Ziele, die wir während der vier Tage erwandern wollten, doch noch irgendwie zu sehen.

Ohne Murren nahm es jeder hin, so wie es war. Es sollte sich noch zeigen, dass diese Entscheidung gut gewesen war.

Unser erstes Ziel an diesem Donnerstag war die Kreuzkopfschanze in Bad Peterstal - Grießbach. Sich einmal fühlen, wie ein Skispringer. Ich finde, da gehört eine Menge Mut zu, auf ein Paar Skiern von so einer Schanze hinab zu gleiten und viele Meter zu fliegen. Wäre jetzt nicht gerade mein Ding, schon wegen meiner Höhenangst.

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Weiter ging die Fahrt hinauf auf die Höhe zum Kniebis. Eigentlich dachte ich, dass wir von hier einen spektakulären Blick in die Ferne haben würden, doch dazu hätten wir dann doch die Wanderung machen müssen, so sahen wir überwiegend Bäume.

Nach ein paar Schritten zu Fuß machten wir dann auch gleich auf den Weg zu unserem nächsten Ziel - dem Lotharpfad - benannt nach dem bekannten Orkan Lothar, der im Jahre 1999 viele Bäume umgeworfen hat. Der Lotharpfad führt über Treppen und Stege über umgeworfene Baumstämme und ist hochinteressant. Es war auch gut, dass wir den Pfad direkt an diesem Donnerstag gemacht hatten, denn bei Nässe wurden die Bohlen arg glitschig und wir hätten diesen Pfad nicht machen können. Und endlich konnten wir auch einmal in die Ferne blicken.

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Dieser Besuch dauerte etwa eine 3/4 Stunde - anschließend auf zum nächsten Highlight - über die Schwarzwaldhochstraße zum Mummelsee. Hier war Kaffee trinken und Kuchen essen angesagt. Und hier fing es nun auch an zu regnen. Aber gut, wir waren ja im trockenen. Lediglich kurz traf es uns, als wir zum Auto gehen wollten und zuvor noch einen Blick auf den Mummelsee und die Souvenirläden geworfen hatten, wurde es ein wenig nass.

Jetzt stand eine etwas längere Fahrt bevor. Diese führte uns zum Kloster Allerheiligen und den dazugehörigen Wasserfällen. Ein Parkplatz war rasch gefunden. Der Spaziergang konnte beginnen. Zunächst hinein in den Klosterhof und dann weiter hinab zu den Wasserfällen, die absolut beeindruckend waren. Ein sehr schönes Gebiet und tolle Wasserfälle! Ursprünglich mal als Streckenwanderung geplant war es nun ein Rundweg oder besser gesagt ein Hin- und Rückweg, denn da wo wir hingegangen waren, ging es wieder zurück. Übrigens hatte es bereits während der Fahrt nach Allerheiligen schon wieder aufgehört zu regnen so dass wir trocken die Besichtigung machen konnten.

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Einige schauten sich noch im Klosterlädle um und wurden fündig.

Damit war der erste Tag nun auch schon fast zu Ende, denn das Kloster war der letzte Punkt auf dieser heutigen Rundfahrt gewesen. Knappe zwanzig Minuten dauerte die Fahrt von Allerheiligen zurück nach Bad Peterstal. Einen Parkplatz fanden wir am nahe gelegenen Bahnhof, denn am Hotel war nun alles belegt. Zwei Minuten Fußweg waren gerade so zu verkraften.

Am Abend stand zunächst ein leckeres 3-Gänge-Menü auf dem Programm. Das Essen im Hotel war der eigentliche Grund gewesen, diese Wanderregion und diese Unterkunft noch einmal aufleben zu lassen.

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Für die Zeit nach dem Abendessen schlug ich vor, dass wir die Hotelbar besuchen sollten. Hätte ich besser nicht getan, wie sich im Nachhinein heraus gestellt hatte - gleich in mehrfacher Hinsicht.

Das erste, was wir bemerkten war, dass dies ein Raucherlokal war. Schön für unsere Raucher in der Gruppe, schlecht für die anderen - und schlecht für die Luft. Der nächste Nachteil war, das sich mehrere Gruppen so laut unterhielten, dass wir unser eigenes Wort nicht verstanden und so richtig wohl fühlte sich keiner von uns dort. Kurz nach zehn verließen wir schließlich das Lokal, was meinem Mann und mir - vor allem aber unseren Hundchen - zum Verhängnis werden sollte.

Unser Hundchen Finn - ein Labrador mit all seinen Eigenschaften - war sehr angetan davon, dass just in dem Moment als wir das Hotel durch die Eingangstüre betreten wollten, die nette Chefin gerade an der Tür stand. Sie hatte vorgehabt, diese abzuschließen. Finn freute sich wahnsinnig, die Chefin zu sehen - gleichzeitig richtete sich sein Blick auf die Hundesnackbar direkt neben der Türe. Hierbei übersah er allerdings, dass vor ihm eine Treppe war, die er nun herauf stolperte auffippte, die Treppe wieder herab humpelte und nun keinen Meter mehr weiter laufen wollte. Oh Schmerz. Für den Hund ein blöder Tag, der bereits am Morgen für ihn doof begonnen hatte.

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Schon am Morgen plagte das Sensibelchen das Reisefieber in Form von Durchfall. Auf der Autofahrt dann noch zweimal Durchfall an einer Autobahnraststätte sowie Erbrechen und nun auch noch die Sache mit dem Pfötchen. Herrchen - ich wünsche Euch noch einen tollen Urlaub!

Humpelnd schafften wir es schließlich in unser Zimmer. Teilweise hatte es den Anschein, als würde das Humpeln besser - aber das war nicht wirklich so.

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Freitag - es regnet - das Alternativprogramm - Teil 1

Am nächsten Morgen beim Morgengassi humpelte er immer noch. Sein Durchfall war auch nicht besser. Also stand für Finn heute erst mal der Besuch eines Tierarztes auf dem Programm, was ich dem Rest der Gruppe dann auch beim Frühstück erklärte.

Ach ja, in der Nacht hatte es zu Regnen begonnen und es hatte nicht den Anschein, als würde es kurzfristig aufhören. Die Alternative für heute war Programm - jedoch ohne den Tourenorganisator, der wollte erst mal mit Mann und Hund zum Tierarzt.

Die Gruppe würde mit der Bahn nach Freiburg fahren und dort den Tag genießen. Die Bahn fuhr um kurz nach zehn ab und brachte die Wanderfreunde zunächst nach Offenburg, wo ein Umstieg in die Bahn nach Basel über Freiburg erforderlich war.

Während die Wanderer also die Fahrt nach Freiburg und Freiburg dann im Regen genießen durften, machten wir uns auf den Weg zum Tierarzt, der einige Orte weiter in Oberkirch seine Praxis hatte.

Finn bekam eine Spritze gegen seine Schmerzen, ein paar Tabletten gegen Erbrechen und Durchfall, und schon bald sollte es ihm wieder besser gehen.

Während der Rückfahrt von Oberkirch nach Bad Peterstal dachten wir darüber nach, was wir nun tun sollten. Nur im Hotel sitzen war uns zu langweilig. Im Regen rumlaufen war uns zu doof, so entschieden wir, ebenfalls nach Freiburg zu fahren. Vielleicht fanden wir ja unsere Gruppe. Dummer Gedanke - wie sollte man den in einer größeren Stadt eine Gruppe finden ohne sich zu verabreden.

Allerdings hatten wir noch weitere Hausaufgaben vom Tierarzt bekommen. Finn sollte erst einmal Reis bekommen.

Bis zur Abfahrt unseres Zuges hatten wir noch einen Moment Zeit, die wir in unserem Zimmer verbrachten, doch dann war es auch soweit, zum Bahnhof zu gehen. Der Zug war schön leer und pünktlich. Auch wir mussten in Offenburg umsteigen. In einen Zug, der alles andere als leer war. Immerhin bekamen wir einen netten Stehplatz direkt an der Türe. Diesen Platz behielten wir bis Freiburg.

Dort angekommen regnete es noch immer. Gut, dass Herr Hund keinen Durchfall mehr hatte. Wir suchten uns Wege entlang von Baumscheiben und Rasenflächen in die Stadt hinein.

Am Freiburger Münster fanden wir zunächst einmal einen Bratwurststand für den kleinen Hunger der Herrchen.

Doch wo würden wir denn nun Reis herbekommen, der nicht gewürzt war. Die Lösung tat sich im Kaufhof auf. Im Restaurant wurden wir fündig. Während ich mit Finn am Aufzug wartete, verhandelte mein Mann Peter mit dem Koch und siehe da - es hatte funktioniert. Mit einer Doppelportion Reis kam er wieder zurück.

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Jetzt sollte Finn auch seine Mahlzeit bekommen. Doch wo war eine geeignete Stelle um ihn sein Futter zu geben? Wir fanden diese Stelle in einem Hauseingang. Dort bekam Finn nun seinen Reis. Die Gäste des gegenüber liegenden Restaurants staunten wohl nicht schlecht.

Wenn wir pünktlich zum Abendessen zurück in Bad Peterstal sein wollten, war es nun auch schon wieder an der Zeit, sich auf den Rückweg zum Bahnhof zu begeben. Von der Gruppe hatten wir bis jetzt noch niemanden getroffen. Was wir zu dieser Zeit nicht wussten, war, dass diese ganz in unserer Nähe in einem Lokal gerade zu Mittag gegessen hatten, als wir unsere Bratwurst am Freiburger Münster verspeist hatten.

Zügig waren wir wieder am Bahnhof angekommen. Der Zug kam wenige Minuten später. Diesmal bekamen wir einen Platz im unteren Bereich eines Doppelstockwagens. Der Wagen füllte sich rasch und wie es der Zufall wollte, wurde die Gruppe nun wieder zusammen geführt, denn nun kamen unsere Freiburger Ausflügler auf der Suche nach einem Plätzchen direkt an uns vorbei. Und hier fanden sie tatsächlich noch einen Sitz. Ein paar wollten zwar noch weiter schauen, doch kamen sie wenig später erfolglos zurück.

Mit ein wenig Verspätung trafen wir in Offenburg ein. Nun wurde es ein wenig chaotisch. Während der Fahrt hatte ich gesehen, dass unsere Bahn nach Bad Peterstal uns bereits überholt hatte.

Der Umstieg verlief nicht gerade unproblematisch. Man stelle sich einen press gefüllten Zug vor, der an seiner Endstation ankommt. Massen steigen aus und eilen zur Treppe. Und wir mittendrin. Der Weg ist lang, die Treppe hinauf, der Lokführer hat die Hand schon am Gas. Nur mit viel Glück hatten wir alle den Umstieg geschafft. Die beiden letzten hatten es gerade noch in den letzten Wagen geschafft, während die ersten im ersten Wagen saßen. Am nächsten Bahnhof waren die beiden noch zu uns umgestiegen. Gut, dass es letztendlich doch noch passte und wir nun wieder alle zusammen waren.

Ohne weitere Probleme kamen wir schließlich wieder in Bad Peterstal an. Es regnete noch immer und schon die ganze Zeit hatte ich mich geärgert, dass die Regenhose nicht im Gepäck war.

Um halb sieben waren wir wieder mit unserem 3-Gänge.Menü verabredet, dass wir uns schmecken ließen. Diesmal ließen wir den Abend im Restaurant ausklingen und gaben uns nicht mit der "schlechten Luft" der Hotelbar ab.

Samstag - es regnet noch immer - das Alternativprogramm - Teil 2

Auch der Samstag wurde vom Alternativprogramm bestimmt. Anstelle einer Wanderung stand eine Fahrt mit der Bahn nach Freudenstadt auf dem Programm, wo gleichzeitig der Hamburger Fischmarkt sein sollte. Dazu gleich mehr.

Wie bereits am Freitag fuhr die Bahn wieder um kurz nach zehn ab. Die Verbindung nach Freudenstadt sollte ohne Umsteigen möglich sein. Absolut zuverlässig und pünktlich war der Zug angekommen und ebenso pünktlich weiter gefahren.

Bis wir nach Oppenau gekommen waren. Was auch immer nun geschehen war. Zumindest standen wir ca. 15 Minuten dort. Der Lokführer stieg ständig aus und wieder ein - irgendwann kam die Durchsage, dass sich wegen einer Betriebsstörung an einem Fahrzeug die Weiterfahrt auf unbestimmte Zeit verzögern würde.

Gut, dass wir heute nicht auf einen Anschlusszug angewiesen waren! So sahen wir dem Fortgang entspannt entgegen. Zumal es immer noch regnete und solange wir nicht raus geschickt wurden - Samstag und Sonntag fuhren die Züge nur alle zwei Stunden - war alles gut.

Dank des engagierten Lokführers, der es doch noch geschafft hatte, die Störung zu beheben und die Fahrt nach Freudenstadt fortzusetzen kamen wir nach etwas über zwei Stunden in Freudenstadt Hauptbahnhof an.

Hier versagte nun kurzfristig meine Planung, denn ich wusste zwar, dass wir umsteigen mussten, um in die Stadt von Freudenstadt zu kommen, aber ich war mir nicht bewusst, welche S-Bahn nun die richtige war. Es stand zwar eine Abfahrtbereite Bahn da - doch so ganz klar war mir nicht, dass dies die richtige sein sollte. Hinzu kam, dass einige der Teilnehmer das stille Örtchen suchten, dass es hier nicht gab. Kurzfristig hatten wir überlegt, zu Fuß in die Stadt zu gehen, doch der Regen verstärkte unsere Lust darauf nicht zu sehr.

Mit der nächsten S-Bahn fuhren wir schließlich in die Stadt hinunter. Vom Bahnhof aus war es nun nicht mehr Weit in Deutschlands größte Fußgängerzone, wo der Hamburger Fischmarkt stattfand. Damit war gemeint, dass sich viele Marktschreier einen Wettbewerb im Anpreisen ihrer Ware lieferten. Dumm war nur, dass wegen des Regens so gut wie keiner unterwegs war, was wiederum bedeutete, dass jeder, der sich über den Marktplatz bewegte, zum potentiellen Opfer der Marktschreier wurde.

Wegen des Regens hatten wir eigentlich große Lust darauf, uns in ein Café zu setzen und uns ein Stück Schwarzwälder Kirschtorte zu gönnen. Wir fanden eines, jedoch nicht den Eingang, dafür aber den Hinweis, dass 50 Meter weiter das Café sei. Also spazierten wir weiter. Fanden tatsächlich eines, schade nur, dass alle Plätze voll waren und wir zu acht auf gar keinen Fall unterkommen würden.

Die Frage an eine Bedienung gerichtet, ob sie uns sagen könne, wo es denn noch ein Café gebe, wurde sehr unfreundlich beantwortet.

Doch schließlich kam Hoffnung auf. Wir schlenderten eine Straße entlang und tatsächlich, da gab es eines. Sogar über zwei Etagen. Wir stiegen nach oben und wurden fündig - sogar zusammen sitzen konnten wir!

Freundlich und zügig wurden wir nach unseren Wünschen gefragt. Doch gab es kurzfristig auch eine Enttäuschung! Es gab keine Schwarzwälder Kirschtorte mehr. Aber hier sorgte mein Mann für Erleichterung, denn nachdem er Herrn Hund noch vor der Tür trocken gerubbelt hatte, unten mitbekommen, dass es gerade wieder frische Schwarzwälder-Kirschtorte gab. So konnte die Bedienung uns doch noch damit bedienen!

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Tja, und was soll ich erzählen, das war dann auch schon unser Ausflug nach Freudenstadt gewesen. Er ist buchstäblich ins Wasser gefallen, denn nachdem Caféhausbesuch war es schon wieder an der Zeit sich auf den Rückweg zum Bahnhof zu machen. In weiser Voraussicht, dass sich die ursprünglich vorgesehene S-Bahn zum Hauptbahnhof verspäten könne und wir doch unsere Bahn nach Peterstal nicht verpassen wollten und auch einen guten Platz wollten, schlug ich vor, zu Fuß zum Hauptbahnhof zu spazieren.

Inzwischen hatte es aufgehört zu regnen, so dass der Vorschlag tatsächlich angenommen wurde.

Schneller als erwartet kamen wir am Hauptbahnhof an. Unsere Bahn war noch nicht angekommen, jedoch mussten wir nicht lange warten und schon war sie da. So kam es, dass wir wieder gute Plätze im Zug bekamen.

Tatsächlich hatte die S-Bahn aus Freudenstadt Stadt Verspätung und nur mit Mühe hatten es die Fahrgäste geschafft unsere Bahn zu erreichen - die freie Platzwahl gab es freilich nicht mehr.

Die heftigen Regenfälle hatten auf der Bahnstrecke einen Hang zum Einsturz gebracht und wie wir später mitbekommen hatten, gab es durchaus weitere Verspätungen und Streckensperrungen.

Während der Fahrt gesellten sich weitere Gruppen in die Bahn. Plötzlich wurde es an einem Bahnhof laut. Ein junger Mann, der uns bereits am Freudenstadter Bahnhof durch sein merkwürdiges Verhalten aufgefallen war, pochte an die Türe des Lokführers. Wo denn bitte die Toiletten hier im Zug sei. Seine Frau sitze im Rollstuhl und es wäre ja wohl absolut unmöglich, dass es in dieser Bahn keine Toilette geben würde. Zufälligerweise war der Lokführer nicht allein im Stand - es waren noch zwei Kollegen mit darin, die nun versuchten, dem Mann klar zu machen, dass es keine Toilette geben würde.

Nun wurde es erst richtig unruhig, denn der Fahrgast regte sich noch sehr viel mehr auf. Das sei eine Verletzung der Menschenrechte, war noch das harmloseste an diesem Geschrei. Da die Bahn gerade im Bahnhof stand, wurde dem Mann nun vorgeschlagen, dass es am Bahnhof eine Toilette geben würde und seine Frau diese benutze könne.

Dies nahm der junge Mann zum Anlass weiter zu drohen, wenn der Zug weiter fahren würde, dass er dann zum Rechtsanwalt gehen würde. Der Lokführer hatte inzwischen mit irgendwem telefoniert, die Frau wurde vom Mann aus dem Zug geschoben. Die beiden hatten noch ein Baby dabei, dass in seiner Babyschale einfach auf dem Bahnsteig abgestellt wurde. Genau wie in Freudenstadt - sehr merkwürdig!

Tatsächlich fuhr der Zug nicht weiter. Wir verweilten so lange, bis die Frau mit ihrem Rollstuhl zurück gerollt kam. Was nun fehlte, war das nötige Kleingeld zum Benutzen der Pippibox. Das war nun nicht vorhanden. Der Lokführer telefonierte, der Mann schimpfte weiter, das Baby stand auf dem Bahnsteig - die Türen des Zuges schlossen sich. Nach einem kurzen Moment fuhr der Zug weiter, die Leute auf dem Bahnsteig - keiner weiß, was aus diesem Psychopathen geworden ist. Aber irgendwie war - denke ich - jeder der Fahrgäste im Zug froh, dass dieser Mensch nun ausgestiegen war und dort am Bahnhof zurück gelassen wurde.

Mit einer Verspätung von zehn Minuten trafen wir in Offenburg ein. Wären wir heute aus Freiburg gekommen, hätten wir den Anschluss locker hingekriegt.

Und wieder wurde es unruhig. Zwei Menschen mit Migrationshintergrund unterhielten sich so laut, dass es wieder unangenehm war. Man hatte das Gefühl, als würden sie streiten. Gut, dass sie nicht lange mitfuhren - nun wurde es endlich wieder gemütlich in der Bahn. Dumm nur, dass wir nun auch bald aussteigen mussten. Mit einer kleinen Verspätung waren wir vom Cafétrinken in Freudenstadt nach Bad Peterstal zurück gekehrt.

Auch an diesem Abend genossen wir unser 3-Gänge-Menü. Nach dem Essen blieben wir auch diesmal wieder im Restaurant. Zwischendurch ging immer mal wieder einer nach dem anderen hinaus zur Rezeption um schon mal die Rechnung zu bezahlen, damit wir uns am Sonntagmorgen nicht auch in die Schlange der Zahlenden einreihen müssten.

Im Zuge des Bezahlens erfuhr ich, dass unsere Gruppe gerne wieder kommen dürfe und das wir sehr angenehme Gäste gewesen wären.

Sonntag - kein Regen - die Alternative zur Alternative war der Ursprung & Abreise

Und dann war es auch schon wieder Sonntag. Der Tag der Abreise. Eigentlich sollte dieser Sonntag ebenfalls ein Tag des Alternativprogramms werden.

Als Alternative hatte ich eine Dampflokfahrt von Achern nach Ottenhöfen geplant. In Ottenhöfen sollte eine kurze Wanderung das Wanderwochenende beenden, anschließend mit der Bahn zurück nach Achern, dort noch zum schönen Abschluss einkehren und dann heimfahren.

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Doch daraus wurde nichts. Es musste eine Alternative für die Alternative her, denn Menschenmassen standen am Bahnsteig und wollten die Dampflokfahrt mitmachen. Da keiner von uns ein so großer Dampflokfan war, entschied ich spontan, mit dem PKW nach Ottenhöfen zu fahren und dort die geplante Mühlenwegwanderung zu machen.

Alle waren mit diesem Vorschlag sehr einverstanden. Nach kurzer Fahrt hatten wir Ottenhöfen erreicht - nach kurzer Suche war auch ein Parkplatz gefunden.

Weitaus schwieriger war es gewesen, die Wandermarkierung des Mühlenweg zu finden. Mithilfe eines gutaussehenden, ortskundigen jungen Wanderers, dem wir zum Mühlenwanderweg folgen sollten konnte unsere Wanderung endlich beginnen.

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Es wurde eine traumhaft schöne Wanderung! So bekamen wir wenigstens eine tolle Wanderung während des Wanderwochenendes.

Ungefähr nach der Hälfte unserer Wanderung hatten wir bereits mit einer Einkehrmöglichkeit geliebäugelt, dann aber entschieden, noch ein wenig weiter zu Wandern. Schließlich waren wir wieder in Ottenhöfen angekommen ohne eingekehrt zu sein.

Stellte sich nun die Frage, in Ottenhöfen direkt etwas zu suchen. Dies wäre wahrscheinlich das schwierigere Unterfangen gewesen, schließlich waren hier Menschenmassen mit der historischen Bahn angereist.

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Die beste Lösung bot sich an, mit den Autos zurück zu dem Lokal zu fahren, welches wir bei der Wanderung bereits besuchen wollten. Eine sehr gute Entscheidung, wie wir dann feststellten.

Wir mussten sowieso daran vorbei fahren auf dem Heimweg, es gab Parkplätze - was wollten wir mehr. Zwar etwas hochpreisig - dafür aber gut. Und wir konnten draußen sitzen, bekamen die Dampflok samt historischen Anhängsel sowohl auf seiner Fahrt nach Ottenhöfen wie auch von Ottenhöfen zu sehen und genossen die letzten gemeinsamen Stunden bei dieser Heimkehr.

Gegen halb sechs schließlich war die Stunde des Aufbruches gekommen. Auf dem Parkplatz verabschiedeten wir uns noch und schon fuhr jeder in Richtung Heimat, die wir kurz nach acht erreicht hatten.

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Bereits während des Wanderwochenendes war klar, dass dies nicht der letzte Besuch in Bad Peterstal gewesen war. Schließlich waren die Wanderrouten schon geplant.

Ach ja, bei unserer Abreise hatten wir noch erfahren, dass der neue Bad Peterstaler Schwarzwaldsteig, der eigentlich ein Ziel einer unserer Wanderungen gewesen wäre, wegen des vielen Regens teilweise nur über Alternativwege zu begehen gewesen wäre. Noch ein Grund mehr, um dorthin wiederzukommen.

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Mal schauen, ob ich noch Mitreisende habe, wenn ich in der Wanderplanung 2014 wieder Bad Peterstal Grießbach mit dem Hotel Hirsch im Programm haben werde!?

Fazit des Wanderwochenendes: Auch wenn es aufgrund des andauernden Regens eine Tour der Alternativen war, so war es doch sehr schön und mich persönlich freut es immer wieder, wenn man im Hotel darauf angesprochen wird, mit einer sehr angenehmen Gruppe zu reisen.

Freitag und Samstag waren zwar sehr Bahnlastig, aber auch diese Zeit konnten wir bei der Fahrt durch eine wunderschöne Landschaft genießen!

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Schwarzwald - Bad Peterstal Grießbach - wir werden auf jeden Fall wiederkommen und werden dann hoffentlich traumhaftes Wanderwetter haben und genial schöne Touren wandern können!

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Wanderleitung: Hotti

Bericht: Hotti

Bilder: Sebastian & Hotti