Wanderung im Griesheimer Sand am Sonntag, 23. Juni 2013
notiert von Hotti

23. Juni 2013


Diese Wanderung hatte etwas ganz besonderes - von Anfang an!

Es war eine Premiere für den Tourenleiter dieser Wanderung. Er hatte bisher noch keine Wanderung für die Streetmillboys organisiert, so dass er schon etwas nervös war, wie er im Nachhinein erzählt hatte.

Der Start war dann auch etwas verwirrt. Zunächst einmal verursacht dadurch, dass Thomas, der Tourenleiter, die Wanderung um 10 Uhr starten wollte, ich fand das etwas früh und war der Meinung, dass dies möglicherweise einige Wanderer abschrecken würde und schlug vor, eine Stunde später zu starten. Überhaupt kein Problem - die Wanderung konnte problemlos auch noch um 11 Uhr beginnen.

So legte ich als Organisator der Anreise zum Ausgangspunkt der Wanderung fest, dass wir uns um 9:25 Uhr am Wiesbadener Hauptbahnhof treffen sollten um dann mit der Bahn über Mainz nach Darmstadt fahren sollten.

Der Anzeige am Gleis schenkte ich zunächst keine Beachtung, war davon ausgegangen, dass dort nur ein Gleiswechsel anzeigt war. Doch dann schaute ich etwas näher hin und las: "Zug fällt heute aus"!

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Na prima. Jetzt standen wir zu viert am Wiesbadener Hauptbahnhof, einer stand in Mainz und vier in Griesheim, dort wo die Wanderung starten sollte. Was tun? Rasch mit dem Smartphone die RMV-Fahrplanauskunft aufgerufen. Laut dieser Auskunft würde der Zug in Mainz abfahren und mit geringer Verspätung in Darmstadt ankommen.

Aber wie ging es nun weiter? Zunächst einmal den einen Teilnehmer kontaktieren, der in Mainz am Bahnhof stehen würde, dass er nicht ohne uns in den Zug steigen sollte.

Mit dem Rest der Gruppe ab in die S-Bahn nach Mainz - Kastel. Eine bessere Lösung gab es erst mal nicht. Doch wie von dort zum Hauptbahnhof kommen? Eine rechtzeitige Busverbindung gab es nicht.

Die Alternative hieß Taxi. Vor dem Bahnhof fanden wir direkt eines, das uns dann auch rasch hinüber zum Mainzer Hauptbahnhof brachte. Wir waren rechtzeitig.

Doch auch hier in Mainz stand, dass der Zug ausfällt. So gut ist also die Live Auskunft des RMV. Aber erst mal unseren Mainzer Teilnehmer einsammeln. Nicht, dass jetzt einer meint, wie blöd sind die denn. Welchen Grund sollte es geben, dass der Zug nicht auch in Mainz ausfallen würde, wenn er doch auch schon in Wiesbaden nicht fährt. Der Gedanke kam daher, dass wir es bei einer anderen Wanderung erlebt hatten, dass der Zug aufgrund großer Verspätung bereits in Mainz endete und wendete. Hätte an diesem Tag ja auch so sein können!

Welche Möglichkeiten hatten wir noch? Über Frankfurt nach Darmstadt fahren? Würden wir das so rechtzeitig schaffen? Mein Smartphone lud inzwischen keine Seiten mehr, ohne dass ich Ewigkeiten warten musste, also rief ich meinen Mann an, der die Fahrtmöglichkeiten am heimischen PC heraus suchte. Die Reise über Frankfurt war Blödsinn. Wir wären noch später angekommen. Also eine Stunde in Mainz warten.

Jetzt musste der Tourenleiter Thomas informiert werden, der schon dachte, als ich anrief, dass die Tour ausfallen würde. Nein nein, nur noch eine Stunde später starten. Noch immer kein Problem.

Eine Stunde am Bahnsteig rumstehen war blöd, also entschieden wir einen Kaffee zu trinken. Schnell fanden wir auch die Gelegenheit dazu.

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Rechtzeitig vor Abfahrt des Zuges fanden wir uns wieder am Bahnsteig ein. Mit kleiner Verspätung kam der Zug nach Darmstadt. Die Bahn war so voll, dass wir in den Doppelstockwagen nur noch unten einen Platz bekamen.

In unserer Nähe saß ein junger Mann - übrigens schon mein Typ, blond - groß, machte einen sympathischen Eindruck, hatte Stöpsel in den Ohren und entspannte.

Nach einer Weile kam der DB Sicherheitsdienst zur Kontrolle der Fahrkarten. Unsere Gruppe war rasch durch, doch beim eben erwähnten jungen Mann stockte die Kontrolle. Er hatte eine Fahrkarte vorgezeigt, bei der ein Lichtbild erforderlich war. Dies hatte er angeblich nicht dabei. Er wäre gerade aus dem Urlaub gekommen. Einen Personalausweis habe er nicht dabei. Die Kontrolldame übergab an ihren Kollegen, der die Befragung weiter durchführte. Nach einigen Fragen sagte er, dass das, was der junge Mann erzählte, nicht stimmen würde. Upps, wie war er denn jetzt darauf gekommen.

Der junge Mann entschuldigte sich, der Sicherheitsdienstbeamte meinte nun, er müsse die Polizei informieren und in Darmstadt müssten sie auf die Wache. Nun kam heraus, dass er die Fahrkarte seines Bruders hatte.

Jetzt packten die Herrschaften des Sicherheitsdienstes wiederum ihre Trickkiste aus. Die Dame erklärte, dass die Polizei in Darmstadt gerade zu einem Einsatz unterwegs sei und dies mindestens eine Stunde dauern würde, man dies aber abkürzen könne, wenn er sich doch noch ausweisen könne.

Nun zückte er seinen Personalausweis. Übrigens sahen wir auf dem Darmstädter Bahnhof zwei Bundespolizisten, die nicht gerade den Eindruck machten, als seien sie zu einem Einsatz unterwegs. Das sah mehr nach einem routinemäßigen Streifengang aus.

Endlich waren wir in Darmstadt. es schloss sich ein kurzer Spaziergang zur Straßenbahnhaltestelle Mozartturm an. Auf die Straßenbahn mussten wir ca. 25 Minuten warten, doch dann war es endlich soweit. Wir hatten Griesheim erreicht. Und damit waren wir nun auch endlich komplett am Start unserer Wanderung. Nun war es fünf vor zwölf. Somit waren wir für etwa 42 Kilometer dank der Bahn 2 3/4 Stunden unterwegs. Mit dem Auto wären wir in einer knappen halben Stunde am Ziel gewesen.

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Aber endlich waren wir angekommen. Nach einer kurzen Begrüßung und einen Blick auf eine Umgebungskarte konnte es los gehen.

Zunächst bekamen wir das Wohngebiet Donauschwabenviertel zu sehen und durften sehen, dass die Haltestelle unseres Treffpunktes nicht nach der gleichnamigen Kirche benannt war, sondern nach dem Sportplatz, welcher in unmittelbaren Nähe der Haltestelle war.

Doch auch die Kirche St. Stefan bekamen wir einige Schritte später zu sehen. Kurze Zeit später stoppten wir wieder, um den nächsten Erläuterungen zu lauschen. Nun hatten wir die Griesheimer Düne, jetzt ein Naturschutzgebiet, früher einmal der älteste Flughafen Deutschlands. Besichtigen war nicht. Wir erfuhren, dass es manchmal - zu besonderen Anlässen gestattet ist.

Weiter ging es nun an Spargelkulturen entlang kreuz und quer am Ortsrand von Griesheim entlang hin zum ehemaligen kaiserlichen Truppenübungsplatz .

Zwischendurch machten wir eine Rast direkt am Spargelfeld. Mangels Sitzmöglichkeiten konnten wir uns auf den Boden setzen, was aber nicht weiter schlimm war, denn die Wege waren allesamt trocken.

Etwa eine halbe Stunde später setzten wir unsere Wanderung fort und machten uns nun auf in Richtung Bundesstraße in die Auenlandschaft des verlandeten Neckarbettes. Bis zu dieser Wanderung hatten die wenigsten gewusst, dass dies so war.

Nun steuerten wir zielstrebig zurück in die Ortsmittel von Griesheim, wo unser Wanderleiter zu Kaffee und Kuchen sowie zu einem Spargelessen eingeladen hatte.

So oft war es in der Vergangenheit noch nicht vorgekommen, dass uns ein Wanderleiter zum Abschluss nach Hause eingeladen hatte, deshalb genossen wir diese für uns ungewohnte Situation um so mehr und ließen es uns so richtig gut gehen.

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Gegen halb sechs war es nun an der Zeit an den Aufbruch zu denken - schließlich mussten die meisten noch zum Darmstädter Hauptbahnhof und von dort weiter nach Mainz und Wiesbaden.

Irgendwie waren wir recht schnell unterwegs denn wir erreichten die frühere Straßenbahn, so dass wir eine halbe Stunde vor der ursprünglich geplanten Zeit am Darmstädter Hauptbahnhof eingetroffen waren. Und das war auch gut so, denn der Zug stand schon bereit, so dass wir uns in aller Ruhe ein schönes Plätzchen aussuchen konnten. Nach und nach füllte sich die Bahn, so dass wir bei unserer eigentlichen Ankunft eine halbe Stunde später gewiss keinen guten Platz mehr gefunden hätten.

Im Gegensatz zum Morgen klappte diesmal alles. Kein Zug war ausgefallen oder musste frühzeitig wenden, so dass unser Mainzer Teilnehmer um zehn nach acht aus dem Zug steigen konnte und wir Wiesbadener waren um kurz vor halb neun im Wiesbadener Hauptbahnhof eingetroffen.

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Fazit: Eine tolle Wanderung, bei der ich im Vorfeld eher skeptisch war, ob es nicht eine zu einfache Tour werden würde und ob sich auf Grund der kürze nur wenige Anmelden würden. Doch ganz und gar nicht, wir waren immerhin zu neunt, was der durchschnittlichen Wanderbeteiligung unserer Gruppe entspricht. Irgendwie schon eine abwechslungsreiche Landschaft. Glück hatten wir mit dem Wetter gehabt, denn es war nicht zu warm, denn bei Hitze wäre es eine arg problematische Tour geworden, da die Wanderung die meiste Zeit durch offene Felder führt und nur ein winziges Stück Wäldchen dabei ist.

Wanderleitung: Hotti

Bericht und Bilder: Hotti