Rund um Dannenfels am Fuß des Donnersberges
notiert von Gerhard

3. November 2013


Wie so oft in diesem Jahr, war das Zustandekommen der Wandung bis kurz vor Start ungewiss - tagelanger Regen davor ließ aufgeweichte Wege befürchten, und für das Wochenende selbst waren die Prognosen auch nicht gerade ermutigend. Da aber schon die Oktober-Wanderung ausgefallen war, bat mich Hotti am Freitag, es doch unbedingt zu wagen. Und am Donnersberg soll es ja statistisch gesehen auch deutlich weniger Niederschläge geben, als in Mainz und Wiesbaden. Also war ich einverstanden - und die Wanderung sollte, soviel sei vorweggenommen, für uns alle Wettermöglichkeiten des Novembers bereit halten: Bedeckter und kurz aufgerissener Himmel, ganz kurze Sonnenmomente, Nieselregen und kurze, mittel heftige Schauern und vor allem ganz schön kräftigen Wind, bei Temperaturen von vielleicht fünf bis acht Grad.

Weil die Anfahrt nach Dannenfels mit Bus und Bahn nicht funktioniert, bildeten wir in Mainz Fahrgemeinschaften mit zwei Autos, die dann in einem knappen Stündchen am Treffpunkt ankamen - dort noch ein wenig warten, und auch die anderen stießen zu uns, darunter auch einige Mitwanderer, die wir länger nicht gesehen hatte. Und immerhin zehn Teilnehmer. Schön!

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Es ging dann auch bald los, durch die Hügellandschaft am Fuß des Donnersberges leicht bergab, durch alte Obstpflanzungen und mit einem Fernblick in die Rheinebene, der ja an dieser Stelle immer wieder fasziniert. Nach 20 Min erreichten wir einen Waldsaum und gingen von nun an durch herbstlichen Mischwald, vorbei an einem schönen Fischteich und einem alten Wasserwehr, ein bisschen auf und ein bisschen ab, in der Gegend sind die Wege ja nie langweilig. Angekommen an einer Pferdekoppel mit Bank, wurde eine Trinkpause gewünscht, die sich aber - Mittag war ja schon vorbei - doch wieder zur kleinen Esspause ausweitete. Aber die Stimmung war gut, und das ist ja die Hauptsache! Danach waren wir gleich in Bennhausen - und auch gleich wieder hindurch, denn das Dorf ist nun wirklich nicht groß und hat auch außer einigen Häusern nichts sonst zu bieten.

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Dann ging's wieder über freies Feld und einen Kammweg leicht hinauf, und da machte sich der kräftige Wind dann gleich bemerkbar. Über eine Kapuze oder warme Mützen hat man sich dabei dann schon sehr gefreut :) Gerade als wir daran dachten, uns zum, Gruppenbild aufzustellen, baute sich dann im Hintergrund ein schöner Regenbogen auf, der dann auch gleich mit verewigt wurde.

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Wieder hinab, nun nach Jakobsweiler, wo in einem alten Häuschen ein kleines Puppenmuseum eingerichtet ist, mit einer Lego-Sonderausstellung. Die hatte bei der Vorwanderung schon sehr gefallen, war aber erst um 14:00 geöffnet und das wäre noch ein Stündchen hin gewesen. Schade, aber so lange wollte niemand warten. Auch wenn es eine überdachte Bushaltestelle gab, die uns gleich zu einer zweiten Rast diente. Das Dach erwies sich denn als wirklich günstig, denn der Regen legte nun einen kräftigen Schauer ein.

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Irgendwann wurde aber doch aufgebrochen, und die nächste Viertelstunde dürfte keiner lustig gefunden haben - es ging kräftig hinauf, der Regen wurde stärker und der Wind richtig kalt. Da war man dann danach richtig froh, am Waldsaum des Donnersberges anzukommen, denn die Bäume hielten Wind und Regen wenigstens ein bisschen ab. Es ging nun auf halber Höhe entlang - und zum Glück legte sich der Wind auch, denn eine breite Sturmschneise mit vielen umgerissenen Bäumen war schon beeindruckend und so etwas wollten wir dann doch nicht live erleben.

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Als es dann trotz der Bewegung langsam ungemütlich kalt wurde, erreichten wie auch gerade den Rand von Dannenfels. Der Ort ist ja extrem auseinander gezogen, bietet dadurch aber an einigen Stellen noch einmal eine schöne weite Sicht in die Ebene. Aber wir waren ja auch schon am Landgasthof "Berg", den ich für den Abschluss ausgeguckt hatte. Weil es vorab in einer Mail hieß, ab 14:00 sei durchgehend Küche, hatten wir nicht reserviert, denn das Lokal ist groß genug für so eine kleine Gruppe. Doch als wir rein kamen, meinte eine vom Mittagsbuffet etwas erschöpfte Kellnerin, das ginge jetzt aber alles noch nicht, erst ab 16:00, und es war mal gerade 15:00 durch, was keiner von uns lustig fand. Nun, ich musste dann wieder mal meinen ganzen Charme und meine Verhandlungs- und Überzeugungskünste einschalten, und so richtete man uns doch schnell einen Tisch... und es hat sich gelohnt, das Essen dort ist überdurchschnittlich fein und es gab, passend zur Jahreszeit, vieles mit Wild und den Donnersberger Kastanien.

Ziemlich satt, aufgewärmt und zufrieden zogen wir danach noch fast ein Viertelstündchen durch den dunklen Ort zu den Autos. Und ein Wandertag, der unter nicht so günstigen Vorzeichen gestanden hatte, aber doch zu einem schönen Erlebnis wurde, ging zu Ende, als sich alle wieder auf den Heimweg machen.

Wanderleitung und Bericht: Gerhard

Bilder: Basti