Von Balduinstein nach Laurenburg
notiert von Hotti

4. August 2013


Eine schöne Wanderung war es diesmal gewesen, die wir da im Programm hatten. Ursprünglich geplant war sie für den Mai, doch da regnete es arg stark, so dass eine Programmänderung erforderlich war.

Zugegeben, schon damals war ich etwas irritiert, die Teilnahme an der Wanderung abzusagen, weil die Strecke zu kurz sei. So war es dann auch bei diesem Termin. Schade, denn diejenigen, die meinten, das eine kürzere Wanderung keine Herausforderung sei, haben dann auch etwas verpasst.

Nun ja, mit 9 Kilometern ist die von uns gewanderte Wanderung von der Streckenlänge nicht gerade eine Herausforderung - doch die steckt im Detail!

Bevor es mit der Wanderung los gehen konnte lag zunächst eine Fahrt von unserem Wiesbadener Treffpunkt aus nach Laurenburg an der Lahn vor uns. Bereits um 9:30 Uhr waren wir verabredet. Schließlich mussten wir noch ca. 50 Minuten mit dem Auto fahren um zum Laurenburger Bahnhof zu kommen.

Mit einem kleinen Zeitpuffer waren wir rechtzeitig gestartet und auch rechtzeitig am Bahnhof angekommen, so dass wir noch eine Weile Zeit hatten, bis unser Zug kam.

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Im Zug dann gleich das erste Abenteuer, dass darin bestand, für eine sechsköpfige Gruppe Fahrkarten zu lösen. Viel Zeit blieb uns dafür nicht, denn wir fuhren nur eine Station.

Nach meiner ursprünglichen Planung hatte ich vor, für uns alle die Fahrkarten zu kaufen, da wir mit einer Gruppenkarte und einem Einzelfahrschein eine Preisersparnis haben sollten. Den 10&xnbsp;€uroschein wollte der Automat nicht, egal wie ich ihn einschob, dieses elektronische Teil verschmähte ihn. Ausreichend Kleingeld hatte ich natürlich auch nicht dabei.

So kam es, dass jeder aus unserer Gruppe nun 2 € in den Automaten einschmeißen sollte. Wenig später war es geschafft! Wir hatten alle eine gültige Fahrkarte.

Die Gruppe nach uns stand dann vor dem gleichen Problem. Gut, dass der Zug vor Balduinstein noch den Gegenzug abwarten musste, so blieb noch etwas mehr Zeit.

Mit fünf Minuten Verspätung hatten wir schließlich den Ausgangspunkt unserer Wanderung, den Bahnhof Balduinstein, erreicht.

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Vor dem Bahnhof gab es eine kurze Begrüßung, die den Wegverlauf zum Inhalt hatte und natürlich auch, dass diese Tour eine reine Genusswanderung sei. Es gab keinen Anlass schnell zu laufen. Wir hatten für die 9 Kilometer lange Strecke ausreichend Zeit eingeplant. Für unsere Abschlusseinkehr hatten wir den Tisch um 15 Uhr reserviert.

Ein paar Schritte durch den Ort Balduinstein, einmal links abgebogen, eine Treppe nach oben und schon hatten wir den Ort verlassen. Jetzt sollte es erst einmal eine Weile erfrischend heftig nach oben gehen.

Auch diesmal zeigte es sich wieder, wenn man eine Strecke zum zweiten Mal wandert, kommt sie ihm schon gar nicht mehr so anstrengend vor. Bei dieser Wanderung war es nicht anders. Im April dachten wir noch, dass wir ein großes Problem haben würden, doch dieses blieb aus!

Das erste Mal oben angekommen fanden wir auch direkt eine Aussichtsstelle mit einem traumhaften Blick auf die Lahn. Es ging nicht anders. Diesen Ausblick mussten wir eine Weile genießen.

Nach etwa fünf Minuten - es können auch zehn gewesen sein, ging es weiter mit unserer Wanderung. Eine halbe Stunde später dann auch schon die große Mittagspause, die wir voll ausschöpften. Anstelle der geplanten 20 Minuten ließen wir die Rast auf ca. 35 Minuten auswachsen.

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All dies führte dazu, dass wir letztendlich die geplante Zeit gar nicht mehr im Griff hatten, was aber nicht schlimm war.

Diese lange Rast war die einzige längere. Stellen gab es noch genügend. Doch wir blieben lediglich stehen und schauten.

Nach der Vorwanderung, die wir von Fachingen aus gemacht, noch einmal sieben Kilometer vor Balduinstein, bereuten wir es heute zu keiner Minute, dass wir die Strecke gekürzt hatten.

Temperatur und Berge forderten die ganze Kondition der Teilnehmer.

Kurz nach drei - etwa zwanzig Minuten später als geplant - waren wir wieder am Bahnhof Laurenburg angekommen.

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Mit den Autos fuhren wir zu unserer reservierten Abschlusseinkehr. Im Gegensatz zum letzten Mal war das Lokal diesmal gut besucht. So gut, dass wir nicht mal mehr einen Parkplatz bekommen hatten. Den fanden wir in der Ortsmitte.

Reserviert hatten wir draußen. Zwar gab es Schirme, doch die Sonne brannte unter dem Kunststoffdach so heftig, dass einige meinten, es hier draußen nicht auszuhalten. Drinnen wäre es sicher etwas kühler. Gesagt, getestet und umgezogen - wir saßen drinnen.

Einerseits etwas schade, denn nun sahen wir die Lahn nicht mehr, doch immer noch besser, als in der Hitze zu brüten.

Der Wirt erklärte, dass es etwas länger dauern würde. Später erfuhren wir dann auch noch den Grund hierfür.

Wir waren nicht auf der Flucht, hatten Zeit mitgebracht und waren nicht auf die Bahn angewiesen, so dass uns das Warten nicht störte. Und dafür, dass uns eine längere Wartezeit angekündigt wurde, ging es doch recht schnell.

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Das Essen war gut und reichlich, so dass zum einen jeder etwas zu Essen gefunden hatte und auch satt geworden war.

Zum Schluss erfuhren wir nun auch noch, warum heute im Lokal einiges durcheinander gegangen war. Ein Mitarbeiter hatte am Morgen spontan dem Chef mitgeteilt, dass er an diesem Sonntag nicht kommen konnte.

Der Wirt hatte zwar für kurzfristigen Ersatz gesorgt. Ein attraktiver junger sehr gut gebräunter dunkelhaariger Mann mit Muskelshirt, Shorts und Flip Flops war spontan eingesprungen und half beim Getränke richten und bedienen.

Gegen halb sechs war es an der Zeit, an die Heimfahrt zu denken. Entgegen der Hinfahrt waren wir nun zu fünft in einem Wagen, damit unser zweiter Fahrer nicht an Bad Schwalbach - seinem Wohnort- vorbei nach Wiesbaden und dann wieder zurück nach Bad Schwalbach fahren musste.

Die Zeit war wie im Flug vergangen und schon waren wir auch wieder in Wiesbaden angekommen. Damit ging ein toller Tag wie einer schönen Wanderung zu Ende.

Fast ein bisschen schade war es bei der Wanderung, dass wir wegen der grünen Bäume die Lahn nur sehr selten sehen konnten. Trotzdem war es ein schöner Tag, der gerade wegen der kurzen Strecke doppelt so schön war!

Wanderleitung: Dr. Thomas & Hotti

Bericht und Bilder: Hotti