Rund um Worms
notiert von Hotti

29. April 2012


Lange hatte es gedauert bis wir diese Tour endlich machen konnten. Entweder hatte es nicht mit dem Finden eines Termins geklappt, passte der Termin, dann war die Jahreszeit nicht passend. Schließlich passte alles, doch dann fiel der Tourenleiter länger wegen einer Krankheit aus.

Doch jetzt war alles gut! Der Tourenleiter wieder hergestellt und fit für die Leitung dieser Wanderung, der Termin - die Jahreszeit - passte hervorragend für diese Tour und so konnte es losgehen.

Diesmal wieder einmal mit einer Beteiligung im zweistelligen Bereich. Zwölf Wanderer kamen so nach und nach zusammen.

Gestartet waren wir am Wiesbadener Hauptbahnhof mit der Bahn über den Rhein nach Mainz, verbunden mit einem Umstieg in den Regionalexpreß, der uns nach Worms brachte.

Die Fahrt verging wie im Fluge, nach knapp 22 Minuten Fahrzeit ab Mainz waren wir in Worms angekommen. Hier kamen die letzten beiden Wanderer zu uns und es konnte fast losgehen.

Aber nicht ohne eine kurze Begrüßung und eine Einleitung in die Tour. Unser Wanderleiter war im vorherigen Leben Reiseleiter (wirklich!), außerdem in Worms geboren, so dass wir diesmal sicher sein konnten, dass diese Tour nicht nur darin bestand, zu laufen, sondern auch etwas über Worms und die Region zu erfahren.

So standen wir nun erst einmal am Wormser Hauptbahnhof und lauschten gespannt den Erzählungen. Nicht allein, einige Passanten waren ebenfalls stehen geblieben und hörten ebenfalls zu.

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Nun ging es aber los! Nächster Halt war das Judenviertel mit einem Besuch der Synagoge. Näheres dazu findet man im Internet: http://www.worms.de/deutsch/tourismus/sehenswuerdigkeiten/synagoge_mikwe.php.

Nächster Anlaufpunkt war nun die Rheinpromenade unterhalb der Rheinbrücke, wo wir einiges über die Lokale hörten. Besonders Kolbs Biergarten war interessant, war der Besitzer doch der Urgroßvater unseres Tourenleiters. Dummerweise haben inzwischen die Besitzer gewechselt, so dass es keinen Grund gab, im Biergarten zu verweilen anstelle die Wanderung fortzusetzen.

Wir verließen nun Worms, passierten den Wormser Industriehafen und schlenderten auf alten Treidelpfaden rheinaufwärts Richtung Süden, konnten uns mit ein wenig Phantasie vorstellen, wie früher die Pferde Schiffe Rheinaufwärts zogen. Wer es genauer wissen will, der schaut hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Treideln!

Nach etwa sieben zurückgelegten Kilometern war es nun an der Zeit landeinwärts zu schwenken. Aber nicht, ohne eine Rast zu machen. Wir fanden einen gemütlichen Platz auf einigen Baumstämmen und ließen es uns gut gehen. Hatten wir doch heute auch wahnsinniges Glück mit dem Wetter. Es war zwar windig, teilweise etwas stürmisch - hatte der Wetterbericht nicht vor Sturmböen über 1.500 Metern gewarnt - der vorhergesagte Regen aber viel aus. Im Gegenteil, wir wanderten bei angenehmen Wandertemperaturen und der Wind tat gut.

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Unsere Strecke führte, wie eben schon angedeutet, nun landeinwärts über Polderanlagen, Wiesen und Äcker vorbei an einem alten großen Gutshof, der mittlerweile im Privatbesitz ist zum Wormser Flugplatz. Zur Geschichte des Wormser Flugplatzes konnte ich leider nichts finden. Gerhard, unser Tourenleiter, erzählte uns, dass unser Bundeskanzler noch Kohl hieß, dieser immer auf diesem Flugplatz gelandet sei und von hier aus mit dem Auto nach Ludwigshafen Oggersheim gefahren wurde. Dafür wurden dann alle Straßen gesperrt und nach etwa zwanzig Minuten war Herr Dr. Kohl dann auch schon zu Hause. Damit war der Wormser Flugplatz sozusagen der Heimatflughafen von Worms.

Leider waren die Windverhältnisse an unserem Wandertag wohl eher ungünstig, so dass wir weder ein startendes noch ein landendes Segelflugzeug bestaunen durften. Lediglich ein startendes Motorflugzeug stand auf dem Programm, wobei wir da etwas überrascht waren, denn gesehen hatten wir nicht, wie dieses auf die Startbahn gefahren war.

Entlang des Flugplatzes schlenderten wir Richtung Worms. Der Weg führte nun ein Stück entlang der Straße. Wir befürchteten schon, dass wir nun auf die Bundesstraße müssten, deuteten doch alle Wegweiser darauf hin.

Wir wurden bitter enttäuscht - keine Radiomeldung, dass sich eine Wandergruppe auf der B9 entgegen der Fahrtrichtung in Richtung Worms läuft. Vor der Straße ging ein Feldweg ab. Diesen Weg mussten wir nehmen!

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Wenig später erreichten wir das Wormser Wäldchen, dem Naherholungsgebiet der Wormser, auch Stadtpark genannt. Hier stand uns der heftigste Aufstieg der Tour bevor. Gerhard hatte uns noch eine Rast versprochen. Wir hatten die Wahl, entweder um den ehemaligen Müllberg herum, oder obendrauf und von oben die Sicht auf das unten liegende Gelände werfen.

Wie es sich für die Streetmillboys gehört, entschieden wir uns freilich für oben drauf. Möglicherweise gab es ja dort oben auch eine Sitzmöglichkeit. Ja, die gab es, allerdings von einem jungen Pärchen belegt. Unser Auftreten trug zunächst nicht dazu bei, den Tisch und die Bänke freizugeben. Irgendwie mangelte es den beiden an Erziehung. Natürlich nicht, weil sie uns nicht großzügig die Sitzmöbel zur Verfügung stellten. Nein, der Typ lag auf dem Tisch, das Mädel auf der Bank. Nicht mal die Schuhe hatten sie ausgezogen. Der nächste legt dann sein Pausenbrot auf den Tisch. Igitt!

Allerdings begaben sie sich dann doch noch auf den Rückzug, denn kurz nach uns erschienen einige Herrschaften jüngeren Alters mit Migrationshintergrund, die einen kleinen Grill, Grillkohle und sicherlich etliche Leckereien im Gepäck hatten.

Wir waren schneller und hatten den Tisch in Beschlag genommen. Lange wollten wir eh nicht bleiben und der Grill musste ja auch erst mal angeheizt werden.

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Nach einer viertel Stunde war dann unser Aufbruch, der Endspurt. Durch den Stadtpark hinein in die Wormser City. Gerhard hatte uns ein phänomenal gutes Eiscafé für die Abschlusseinkehr ans Herz gelegt. Details dazu hatten wir im Vorfeld nicht erfahren. War auch besser so!

Der Platz war schnell gefunden. Die Erklärung, wie dies hier nun funktionierte war genauso schnell. Selbstbedienung! Platz suchen, diesen reservieren und dann anstellen. Die wären schon relativ schnell.

Hierzu sollte man wissen, dass die Schlange vor dem Eisschalter in etwa zehn Reihen mit jeweils einer Schlange von zirka 20 Menschen aufgeteilt war. Bedauerlicherweise gab es keinen Hinweis darauf, wie lange die Wartezeit ab dieser Stelle war, wie man es aus diversen Freizeitparks vor der Wildwasserbahn kennt. "Ab hier beträgt die Wartezeit noch 120 Minuten".

Für diejenigen, die auf ein Eis verzichten konnten, gab es einen Schleichweg. Getränke gab es nebenan. Dazu zählte auch Eiscafé, Eisschokolade etc. Ja, auch da war Eis drin. Drei Kugeln. So kam es, dass einige aus der Gruppe relativ zügig wieder am Tisch zurück waren, während die Eisfans nach etwa 25 Minuten wieder auf ihrem Stuhl saßen.

Der Gedanke, dies wäre das einzige Eiscafé in Worms und Umgebung wurde während des anschließenden kurzen Stadtrundgangs nicht bestätigt.

Gut war das Eis aber wirklich!

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Kurz vor der Zugabfahrt stand nun noch die Besichtigung des Wormser Doms auf dem Programm, der mir persönlich gut gefällt, was ich vom Mainzer oder Limburger Dom nicht gerade behaupten kann. Ist aber alles Geschmackssache.

Vom Dom aus war es nun auch nicht mehr weit bis zum Hauptbahnhof. Der Zug war auch nicht mehr weit und kam pünktlich. Nach einigem Suchen fanden wir im relativ voll besetzten Zug sogar noch einen Platz in netter Gesellschaft.

Zweiundzwanzig Minuten später erreichten wir Mainz. Nach den beiden Wanderern, die uns bereits in Worms verlassen hatten, verließen uns hier weitere drei, so dass wir nun zu siebt sie verspätete S-Bahn erwarteten, die uns nach Wiesbaden bringen sollte.

Anscheinend war vor kurzem ein Fußballspiel der Frankfurter Eintracht zu Ende gegangen, denn viele Fans hatten den Zug belagert. Dummerweise hatten wir auch noch ein Abteil mit Fans erwischt, wo es gerade den Anschein machte, dass ein Streit drohte zu eskalieren. Letztendlich war es nur etwas lauter und nichts weiter passierte. Trotzdem war es schon eine sehr unangenehme Situation für die anderen Fahrgäste.

Gegen viertel nach sechs ging dann, wenn auch in den letzten fünfzehn Minuten nicht besonders schön, ein wunderschöner Wandertag zu Ende, der uns die Stadt Worms, dass Umland, den Rhein und noch vieles mehr näher gebracht hat. Gerhard hatte es mit dieser Wanderung mal wieder auf den Punkt gebracht. Infos so ausreichend, dass sie nicht aufdringlich waren, aber so umfangreich, dass man etwas erfahren hatte. Damit hätte ich nun auch etwas zum Fazit dieser Tour geschrieben.

Ach ja, insgesamt waren es dann doch 19 Kilometer, trotzdem eine einfache Tour, die allerdings durch den Stadtgang mitunter leicht angestrengt hatte, wie einige zum Abschluss erzählten.

Wanderleitung: Gerhard

Bericht und Bilder: Hotti