Frühlingserwachen an der Bergstraße
notiert von Hotti

8. April 2012


Für unsere Wanderung am Ostersonntag musste unser Tourenleiter Gerald wahre logistische Meisterleistungen vollbringen.

War der Titel der Wanderung "Frühlingserwachen an der Bergstraße" schon sehr einladend und vielversprechend! Und Frühlingserwachen bei Regen, Wolken, Temperaturen unter 0 Grad oder am Ende sogar noch Schnee? Nein, das wäre vollkommen unmöglich.

Also tat unser Wanderleiter gut daran, trotz negativer Vorhersage, das ganze Umzudrehen und für gutes Wetter zu sorgen. Damit war für unsere Wanderung klar, wir hatten Sonnenschein auf allen Wegen, strahlend blauen Himmel und das ganze bei angenehmen Wandertemperaturen so um die 10 Grad, die in der Sonne durchaus höher gefühlt waren.

Da die Anreise wie bei fast jeder Tour auch diesmal wieder mit der Bahn war, war unser erster Treffpunkt der Wiesbadener Hauptbahnhof, womit diesmal die Wiesbadener in der Überzahl waren.

Gegen zwanzig vor zehn ging es los. Zunächst nach Mainz, wo unser 5. Teilnehmer zugestieg.

Über Darmstadt - hier war Umsteigen in die Odenwaldbahn angesagt, fuhren wir bis zum Haltepunkt Darmstadt, TU - Lichtwiese, wo unser Wanderleiter als 6. und letzter Teilnehmer uns abholen wollte.

Oh je - oh Schreck, wo war er denn? Ich schaute auf die Uhr, grübelte darüber, ob ich irgendwie den Treffpunkt durcheinander geschmissen hatte, mich in der Zeit vertan hatte.

Aber nein, da hinten kam er ja schon mit schnellen Schritten herbei geeilt. Perfekt, der Tag war gerettet!

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Nach einer kurzen offiziellen Begrüßung konnte es auch schon los gehen. Zunächst wanderten wir eine Weile durch den Darmstädter Stadtwald, konnten einem Vater beim Verstecken der Ostereier zusehen und erreichten das Böllenfalltor.

Weiter ging es hinauf auf den Herrgottsberg, hinab zum Goethestein bevor wir schließlich die Ludwigshöhe erreichten, wo wir eine hervorragende Fernsicht hatten.

Sehr zu meiner Verwunderung sahen wir von dieser Stelle aus mal nicht den Donnersberg sondern den Feldberg. Und das, obwohl wir doch sonst bei jeder Wanderung auf die Frage, welchen Berg man in weiter Ferne sehen würde, erfahren hatten, dass dies der Donnersberg sein musste. Na gut, dann eben mal der Feldberg. Aber schön war es trotzdem, so weit in die Ferne schauen zu können.

Vorbei am Melittabrunnen, vermutlich benannt nach einer gleichnamigen Kaffeesorte, führte unsere Wanderung nun an den Rand der Eberstädter Kirchwiesen, von den Einheimischen auch gern Eberstädter Toskana genannt hin zu unserer ersten längeren Rast, dem Mathildentempel.

Vor fast exakt vier Jahren hatten wir diese Tour in ähnlicher Form in unserem Programm. Damals wollten wir auch diesen Tempel als Rastplatz nutzen. Nur dort angekommen waren wir nicht.

Heute war das anders. Wir hatten den Tempel erreicht und fanden alle einen gemütlichen Platz in der Hütte um unsere erste Brotzeit zu genießen.

Von hier war es nicht mehr weit, bis wir die ersten Ausläufer der Bergstraße erreicht hatten.

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Nach einer Weile auf angenehmen, weil ohne große Anstrengungen zu laufenden Wegen, stand unsere eigentliche Herausforderung dieser Tour bevor.

Es ging bergauf - lange bergauf - sehr lange bergauf! Und doch hatten wir die Auswahl. Wollten wir den schnellen Weg, oder wollten wir den Weg, der stetig, doch sanft nach oben führte.

Wer die Streetmillboys kennt, der weiß nun sicherlich, welchen Weg wir gewählt hatten!

Richtig! Den sanften Weg. Doch Moment - einer wollte dann doch den schnellen Weg. Unser Tourenleiter hatte sich entschieden, im gleichzutun und uns instruiert wie wir weiter zu wandern hatten.

Wir sahen die beiden nach der nächsten Kurve. Sie hatten auf uns gewartet. Nun wollte unser Tourenleiter doch den sanften Weg nehmen, dafür hatte ich mich entschieden, den schnellen Weg für einen Abschnitt mitzunehmen. Falsche Entscheidung, denn es war wohl der gefühlt längste Abschnitt.

Danach war ich geheilt und auch ich blieb dann lieber beim sanften Anstieg.

Allerdings wurden wir alle zusammen nicht davor verschont, den schnellen Weg für ein kurzes Stück laufen zu müssen, denn kurz vor dem Ende gab es keine zwei Wege mehr, sondern nur noch den direkten.

Übrigens nennt sich dieser Weg "Himmelsleiter".

Insgesamt kann man bei strammen Schritt und guter Kondition ungefähr eine halbe Stunde an Zeit einsparen. Danach dürfte man allerdings ganz schön außer Puste sein. Möglicherweise aber auch nicht, denn nach Hörensagen verläuft ein Teil des Weges ganz harmlos gerade einfach nur durch den Wald.

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Am Ende der Himmelsleiter hat man dann die Burg Frankenstein erreicht. Von hier aus sieht man bei gutem Wetter in einer traumhaften Sicht in die Rheinebene. Tja, und wir hatten nun mal gutes Wetter und somit konnten wir diese traumhafte Sicht auch genießen. Zumindest, wenn wir es gewollt hätten. So genügte uns ein kurzer Blick in die Ferne und nutzten anschließend lieber die Zeit in einer windgeschützten Ecke um unsere zweite Brotzeit zu vertilgen.

Wir lagen sehr gut in der Zeit und hatten sogar unsere Verspätung wieder eingewandert, so dass wir bis genau um 14:55 Uhr rasten durften.

Pünktlich ging es weiter. Erst mal kurz hinab, vorbei an zwei großen Parkplätzen, dann etwas hinauf, bevor wir schließlich den letzten Teil unserer Wanderung anstrebten.

Dieser führte uns zu einem malerischen Felsenpfad, der entgegen anderer Wanderungen einfach zu laufen war.

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Kurz vor Seeheim standen wir vor der Alternative, nun auf direktem Weg nach Seeheim zu laufen, oder einen etwas längeren.

Wir entschieden uns für den kurzen Weg, mit der Option in Seeheim vor unserer Abschlusseinkehr noch ein Eis zu schlecken.

Und noch einmal standen wir vor einer weiteren Entscheidung. Diese mussten wir am Seeheimer Schloß treffen. Wollten wir noch auf einen Sprung in den Schlosspark oder sollten wir direkt nach Seeheim.

Die Aussicht auf einen schönen Schlosspark machte die Entscheidung leicht, die Enttäuschung war groß, denn schön ist anders.

Und es kam noch schlimmer, denn die Option auf das Eis schmolz nun auch dahin, denn die Schlange vor dem Eissalon war zweireihig. Warten lohnte sich nicht!

Spontan machten wir uns auf den Weg zum Friedhof, um noch einen Blick in die Kirche zu werfen.

Warum dieser Umstand? Na ganz einfach. Wir waren für unsere Abschlusseinkehr für 16:30 Uhr bestellt. Extra für uns würde das Lokal eine halbe Stunde früher öffnen. Wenn das mal keine Organisation ist!

Ach ja, die Kirche war dann auch noch zu. Also zurück zum Lokal. Zwanzig nach vier. Noch weiter herum laufen machte wenig Sinn, also setzten wir uns vor das Lokal und warteten geduldig.

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Unsere Geduld wurde belohnt, denn nach maximal zwei Minuten öffnete sich die Tür und die nette, ich vermute mal Chefin, trat heraus. "Oh, warten sie schon lange" - "Nein, nein, wir sind gerade erst angekommen!"

Und schon wurden wir auch aufgefordert einzutreten. Kaum hatten wir gesessen wurden unsere Getränkewünsche abgefragt.

Gerald hatte bei der Reservierung vereinbart, dass alles sehr rasch ablaufen sollte, damit wir spätestens um halb sechs gegessen, getrunken und bezahlt haben sollten um unsere Straßenbahn zu bekommen.

Alles klappte hervorragend. Bereits um zwanzig nach fünf standen wir wieder auf der Straße! Dazwischen lag ein leckeres Essen, freundlicher und prompter Service. Zusammengefasst ein super Preis- / Leistungsverhältnis!

Von Lokal aus war es nicht mehr weit bis zur Straßenbahnhaltestelle.

Pünktlich kam die Straßenbahn um uns zurück nach Darmstadt zu bringen. Da unser Tourenleiter weiter als wir mit der Straßenbahn fahren würde, stattete er uns mit den notwendigen Instruktionen aus, wie wir zum Bahnhof kommen würden.

Am besten mit dem Bus H und wenn der schon weg sei, dann mit dem F - Bus. Okay, aber was macht man, wenn dann die 3 mit der Beschilderung Hauptbahnhof kommt. Genau, man hält sich an die gerade erhaltene Instruktion, auch dann, wenn sich der Bussteig leert und wir ganz allein dastehen. Hätte ja auch sein können, dass die 3 einen ganz langen Umweg fährt und wir unseren Zug nicht mehr erreicht hätten. War aber nicht so, wie im Nachhinein ein Blick auf den Fahrplan verriet.

Lange mussten wir nicht warten und schon kam die Linie H und brachte uns zum Bahnhof.

Nun hieß es noch einen Augenblick auf unseren Zug warten, der kurz darauf kam. Damit hieß es Abschied aus Darmstadt nehmen und in Richtung Mainz und Wiesbaden aufzubrechen.

Hinter uns lag ein wunderschöner Tag bei bestem Wetter und einer wieder toll organisierten Tour, wo auch diesmal alles wieder vom Anfang bis zum Ende gepasst hatte!

Wanderleitung: Gerald

Bericht und Bilder: Hotti