Niederheimbach
notiert von Hotti

11. März 2012


Um es vorweg zu nehmen, diesmal hatten wir eine der arg anstrengenden Wanderungen, dazu kam noch die Unkenntnis des Tourenleiters und Zeitdruck.

Alles zusammen brachte uns eine Wanderung, die zwar sehr schön, dafür allerdings umso anstrengender war.

Begonnen hatte unsere Tour am ersten Treffpunkt, dem Wiesbadener Hauptbahnhof kurz vor viertel vor zehn.

Mit der S-Bahn fuhren wir zunächst über den Rhein nach Mainz, wo wir 30 Minuten Aufenthalt hatten. Zeit genug, um unsere anderen Wanderer zu erwarten.

Pünktlich fuhr der Zug ab. In Bingen stieg nun der 9. und letzte Wanderer zu uns. Noch zwei Haltestellen und schon waren wir in Niederheimbach, dem Ausgangspunkt unserer Wanderung.

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Dumm nur, wenn man so gar keine Ahnung hat, wo es lang geht. Gemeinsam suchten wir unsere erste Wegemarkierung und wurden rasch fündig. Weitere Hinweise fanden sich an diversen Laternen.

Wie wir nach ca. 1 Kilometer feststellen mussten, führten uns diese Wegweiser jedoch in die Irre. Wir drehten um und machten uns erneut auf die Suche nach der Wegmarkierung. Die Spur verlor sich erneut an einer Laterne, so dass wir uns entschieden noch einmal ein Stück zurück zu wandern.

Endlich hatten wir den richtigen Weg gefunden. Dummerweise hatte uns dieses erste Verlaufen schon 2 Kilometer oder 30 Minuten gekostet. Wertvolle Zeit, wie wir später merken mussten.

Ein Kartenstudium oder das begreifen der Wanderwegebeschreibung hätte vielleicht diesen Irrgang erspart. Nun ja, es war passiert, somit nicht mehr zu ändern! Trotzdem ärgerlich!

Unser Weg führte nun stetig bergauf. An einer Bank mit phantastischem Blick auf das Rheintal waren wir der Annahme, dass wir den Siebenburgenblick bereits erreicht hatten, doch dem war nicht so. Jetzt ging es erst richtig los! Über den Rentnerpfad schlenderten wir nun ganz entspannt dem Aussichtsturm Siebenburgenblick entgegen.

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Okay, war ein Scherz, denn der Rentnerpfad war für uns junge Wanderer nicht wirklich fein, denn es ging mächtig hinauf, wobei uns einige Felsen vor eine weitere Herausforderung stellten.

Irgendwann hatte es auch der letzte geschafft, wobei sich einige tatsächlich dem letzten Aufstieg verweigerten und nicht auf den Aussichtsturm hinauf kraxelten.

Doch der Anstieg war noch nicht am Ende. Noch trennten uns 100 Höhenmeter vor dem höchsten Punkt dieser Wanderung. Dieser war an den Kölschen Wiesen, benannt nach einem Mitwanderer von uns. Ach ja, hatte ganz vergessen zu erwähnen, dass wir zuvor auch noch den Martinspfad gewandert waren. Ebenfalls ein Mitwanderer unserer Tour heute.

An eben beschriebener Wiese befand sich eine Schutzhütte und auf Wunsch einiger Mitwanderer legten wir hier unsere erste und einzige - kurze - Rast ein.

Nach etwa fünfzehn Minuten ging es bereits weiter. Nun zur Abwechslung mal etwas bergab zum Gerhardshof. Schon wieder ein Mitwanderer von heute. Rasch ein Foto geknipst und schon ging es weiter.

Und wieder war der Tourenleiter auf der falschen Fährte. Nicht, dass der Weg falsch wäre, doch die Annahme, an welchem Ort das nächste Teilziel sein könnte, war nicht richtig.

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Gut, dass sich die Gruppe vorher für die Rast stark gemacht hatte, denn den geplanten Rastplatz hätten wir nie erreicht.

Nicht schlimm, also wieder war Spontanität angesagt. Aus der versprochenen Abkürzung wurde nichts. Dafür aber das erste Mal eine Wanderung auf dem Eselspfad nach oben. Zwar steil und anstrengend, doch wir schafften es (irgendwann) alle!

Endlich - doch noch eine Abkürzung, oder zumindest einen Abstieg mit anschließendem Aufstieg eingespart. Dadurch entfiel allerdings der Blick auf Burg Rheinstein. Wird vielleicht beim nächsten Mal wieder klappen, einen Blick auf die Burg zu werfen.

Entgegen weiterer jeglicher Vermutung trafen wir nun doch noch auf das Schweizer Haus, dem berühmten Ausflugslokal mit dem phänomenalen Blick auf den Rhein.

Irgendwie bekommt man den Eindruck, dass dieses Gebäude immer weiter verfällt. Schade eigentlich, hier könnte man was draus machen. Allerdings müsste man einiges investieren und das ganze einfach nur als Hobbie betreiben, denn reich werden könnte man damit vermutlich nicht.

Wie sollte es anders sein, natürlich ging es weiter auf und ab, wobei ersteres durchaus die Gesamtsituation besser beschreibt.

Nach einem sanften, stetigen Anstieg erreichten wir den Aussichtspunkt Damianskopf, der hoch über Bingen thront. Heute langte die Zeit nicht mehr für einen genussvollen Blick hinunter in die Rheinebene.

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Rasch hatten wir das Forsthaus Heiligkreuz, einem weiteren Ausflugslokal im Binger Stadtwald, erreicht.

Inzwischen schwächelte die Gruppe erheblich, die Abstände zwischen den Wanderern vergrößerten sich.

Nur noch etwa vier Kilometer trennten uns von Bingen, dem Ziel unserer heutigen Wanderung. Der Weg zog sich, die Füße taten weh, obwohl wir uns für den weichen Waldboden und nicht die Asphaltstraße entschieden hatten.

Gegen viertel vor fünf hatten wir schließlich Bingen erreicht. Wenige Schritte trennten uns nun noch vom Lokal der geplanten Abschlusseinkehr.
Am Binger Hauptbahnhof vorbei wanderten wir in den Garten der ehemaligen Landesgartenschau, durchquerten ein Teil und schon konnten wir über die Brücke der Nahe laufen.

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Knappe fünf Minuten später hatten wir es endlich geschafft. Wir hatten das Lokal erreicht.

Unser reservierter Tisch war bereits frei für uns, obwohl wir früher eingetroffen waren, als wir angekündigt hatten.

Schnell kamen die Getränke, dass Essen war ausgesucht und bestellt. Nach etwa zwanzig Minuten warten konnten wir genüsslich schlemmen.

Wie von diesem Lokal gewohnt wurden wir schnell und freundlich bedient, so dass wir uns um das Erreichen unseres Zuges keine Gedanken machen mussten.

Kurz vor halb sieben schließlich machten wir uns auf den Weg zum Binger Hauptbahnhof, wo nach kurzer Wartezeit der Zug eintraf, der uns nach Mainz zurück brachte.

Etwas knapp wurde dann der Umstieg in Mainz. Eigentlich hätten wir eine halbe Stunde auf unseren Zug nach Wiesbaden warten müssen, doch mit einem Trick schafften wir es, unsere Bahn nach Wiesbaden zu erreichen. Dummerweise blieb bei diesem hektischen Umsteigen ein Mitwanderer auf der Strecke. Er war plötzlich verschwunden. Wir waren davon ausgegangen, dass er in einen anderen Wagen der S-Bahn gestiegen war und bestiegen ebenfalls die Bahn.

In Wiesbaden mussten wir merken, dass er nicht in der S-Bahn war. Damit noch eine Lehre aus dieser Wanderung. Die Gruppe, die noch weiter fahren musste, sollte auf jeden Fall zusammen bleiben, um bei spontanen Aktionen gemeinsam reagieren zu können.

Fazit dieser Tour: Eine schöne Tour, mit einem Tatsch zum Anstrengenden, für die man etwas mehr Zeit einplanen sollte. Auch wenn wir am Beginn nicht den richtigen Weg gelaufen waren, beziehungsweise besser formuliert, an der entsprechenden Stelle den Abzweig nicht verpasst hatten, wäre es nicht weniger stressfrei gewesen. Wegen der vielen anstrengenden Steigungen sollte man unterwegs mehr Rasten planen. Auch, um die Natur richtig zu erleben und zu genießen, wäre etwas mehr Zeit erforderlich.

Wanderleitung: Hotti

Bericht und Bilder: Hotti