Flip Flop Tour nach Mannheim
notiert von Hotti

22. Juli 2012


Unsere diesjährige Flip Flop Tour führte uns nach Baden - Württemberg. Genauer gesagt nach Mannheim. Dort erwartete uns ein ganz besonderes Programm, doch davon gleich mehr!

Ausgangspunkt unseres Tagesausfluges war der Mainzer Hauptbahnhof. Hier trafen wir uns um 8:40 Uhr. Bis auf mich selbst waren alle pünktlich. Also sagen wir mal so, pünktlich war ich auch, denn ich war lange vor den anderen da um die Fahrkarten zu besorgen. Zum Verhängnis wurde mir dann, dass es zum Bahnsteig zwei Zugänge gibt.

Die Gruppe stand am einen Zugang, ich am anderen. Nachdem zur angegebenen Zeit keiner da war wurde ich etwas unruhig und dachte mir, na, vielleicht steht ja einer auf der anderen Seite. Jawohl, so war es dann auch. Die anderen fünf Teilnehmer, die sich für Mainz angemeldet hatten, standen dort.

Somit war alles in Ordnung. Noch flux jeden begrüßt und dann aber ab in den Zug hinein.

Die Fahrt nach Mannheim hatte ich bewusst so früh geplant, dass wir uns noch einen kleinen Eindruck über die Stadt der Quadrate verschaffen konnten. Dummerweise konnten wir aus genau diesem Grund nur mit der Regionalbahn fahren, die an wirklich jedem Bahnhof hielt und in Worms noch einen planmäßigen Aufenthalt von ca. 5 Minuten hatte.

Nachdem der Zug also um 8:52 Uhr pünktlich in Mainz gestartet war, standen wir gegen 10:15 Uhr am Mannheimer Hauptbahnhof. Hier wollten noch zwei weitere Teilnehmer auf uns treffen.

Was ich bei der Ankündigung nicht beachtet hatte, war die Größe des Mannheimer Hauptbahnhofes und die "Ortsunkenntnis".

Es gab nur einen Ausweg! Ab zum Hauptausgang und dort auf dem Bahnhofsvorplatz stehen bleiben und warten was passiert.

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Tatsächlich, der erste kam auf uns zu. Und wenige Minuten später gesellte sich der zweite auch noch dazu. Wir wären nun komplett gewesen wenn nicht einer der Mainzer Gruppe noch die Gebührenpflichtige Toilette hätte besuchen müssen. Wie sich herausstellte war diese auch noch am anderen Ende des Bahnhofes, so dass sich unsere Stadtbesichtigung um einen Moment verzögerte.

Doch dann konnte es losgehen. Unser erster Weg führte uns zum Schloss wo uns ein freundlicher Stadtführer erwartete, der uns die Geschichte Mannheims erklärte. Ich hatte weder Kosten noch Mühen gescheut und mir bei der Planung dieser Tour besonders viel Mühe gegeben.

Okay, ich habe ein bisschen geprallt. Aber eine Stadtführung gab es tatsächlich, und die war wirklich richtig gut. Thomas, unser neuer Mitwanderer, kannte (kennt sich immer noch) in Mannheim sehr gut aus und wusste viel über die Stadt zu berichten.

Nach Schloss und Kirche war es an der Zeit an das Mittagessen zu denken. Auf dem Marktplatz fanden wir auch direkt das richtige! Ein türkisches Restaurant hatte auf dem Marktplatz eingedeckt.

Der sehr freundliche, junge, Kellner brachte uns direkt die Karten und nahm erst mal unsere Getränkebestellung auf. Die Auswahl des Essens fiel schon sehr viel schwerer, denn die Karte war sehr umfangreich. Und wer, so wie ich, selten türkisch Essen geht, der hat dann schon seine Problemchen das richtige zu finden. Und doch ist es jedem gelungen.

Nachdem wir alle unsere Bestellung abgegeben hatten ging es auch direkt los. Erst mal bekamen wir richtig gutes heißes Fladenbrot. Ein Genuss!

Nach kurzer Zeit bekamen wir nun auch schon unser Essen. Das Fladenbrot ging nie aus, ständig wurde neues nachgereicht. Unsere Frage, wer denn dies alles Essen solle wurde mit einem Grinsen durch den Kellner ignoriert.

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Unser Höhepunkt dieser Tagestour stand kurz bevor! Doch vorher mussten wir noch bezahlen. Dies war schnell erledigt. Sollten wir irgendwann noch einmal nach Mannheim kommen, dann würden wir mit großer Wahrscheinlichkeit dieses Lokal wieder besuchen!

Ohne eine wirkliche Ahnung zu haben, welcher Weg zum Neckar führte entschied ich spontan, dass wir den Weg durch die Fußgängerzone nehmen und siehe da, nach ca. 7 Minuten hatten wir den Fluss erreicht.

Hier waren wir zu einer großen Hafenrundfahrt verabredet. Was möglicherweise nicht ganz so viele wissen, Mannheim ist der zweitgrößte Binnenhafen Europas. Bei meiner Planung zur Fahrt nach Mannheim hatte ich gesehen, dass hier eine kleine und eine große Hafenrundfahrt angeboten wurde. Allerdings nicht so häufig Sonntags. Ich war natürlich ganz heiß darauf, die große Rundfahrt zu machen. Das Glück war auf meiner Seite. Nachdem ich entdeckt hatte, dass genau am 22.7. diese Fahrt auf dem Programm stand, hielt mich nichts davon ab, direkt eine Mail an die Schifffahrtsgesellschaft zu verfassen und für 10 Personen zu reservieren. Dies war kein Problem, jetzt hatte ich nur noch das Problem, die Personenanzahl zusammen zu bekommen. Fast hätte ich es ja auch geschafft, nur zwei daneben!

Ein paar Tage vor unserer Fahrt hatte ich die genaue Personenzahl genannt und dabei erfahren, dass ab ca. 12:45 Uhr der Einstieg sein würde. Im Internet hatte ich dann noch gelesen, dass die Fahrt ausgebucht sein würde, sodass ich mit der Gruppe möglichst früh am Schiff sein wollte, damit wir im freien noch einen guten Platz bekommen würden.

Mein Konzept war aufgegangen. Zwar waren schon einige an Bord, doch wir bekamen auf dem Oberdeck noch ganz locker zwei Tische und konnten die Fahr so doppelt genießen.
Mit dem Wetter hatten wir wahnsinniges Glück gehabt. Es war schön warm, doch die Sonne wurde ab und zu durch Wolken verdeckt, so dass wir eine leichte Abkühlung erleben durften.

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Kurz nach halb zwei legte das Schiff ab. Zunächst fuhren wir auf dem Neckar zur Rheinmündung. Immer wieder erklärte der Kapitän was wir gerade links und rechts sahen.

Nach einer Weile erreichten wir den Rhein. Unsere Fahrt ging Flussaufwärts vorbei an Ludwigshafen bis zu einem Hafen. Nach einer kurzen Einfahrt wendete das Schiff und fuhr nun Rheinabwärts, vorbei an der Neckarmündung weiter Rheinabwärts.

Die ganze Fahrt war die pure Entspannung. Rheinabwärts war der Wind so heftig, dass wir gerne zu Pullover beziehungsweise Jacke griffen.

Als das Schiff wieder gewendet hatte und es nun in umgekehrter Richtung fuhr wurde es direkt wieder so warn, dass jeder rasch Jacke oder Pullover wieder auszog.

Genau zwei Stunden fünfzehn Minuten später verkündete der Kapitän, dass wir nun wieder den Anleger erreicht hatten und bedankte sich für die Teilnahme an der Fahrt.

Unsere Gruppe versammelte sich vor dem Schiff und wartete auf die letzten bevor wir nun entlang des Neckars in Richtung des Luisenparks schlenderten.

Eine grobe Vorstellung wo wir diesen finden würden hatte ich mir vorab mit Hilfe eines Stadtplans im Internet verschafft. Und tatsächlich, der Gedanke hatte funktioniert.

Den Abschluss unseres Programms in Mannheim sollte der Besuch des Luisenparks bilden. Für sechs Euro durften wir den Park betreten. Zugegeben, dafür dass wir erst um viertel nach vier dort eingetroffen waren und gegen halb sechs den Weg zum Bahnhof antreten sollten, war der Eintritt sehr happig und stand in keinem Verhältnis.

Schnell orientierten wir uns anhand der Wegweiser, was wir auf jeden Fall anschauen wollten. Die Entscheidung fiel auf den Chinesischen Garten, der am anderen Ende war. Trotz unserer Zeitnot schafften wir es tatsächlich dorthin.

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Danach schlängelten wir uns über eine Liegewiese. Zwei Störche waren so an Menschen gewöhnt, dass sie sich durch nichts stören ließen und durch die liegenden schlenderten. Selbst kleine Kinder machten den beiden kein Problem.

Wir wollten noch einen Blick in die Gewächshäuser werfen bevor es auch schon an der Zeit war, den Weg zum Bahnhof anzutreten.

Alles schafften wir nicht, aber das was wir sahen weckte die Lust auf mehr - vielleicht schaffen wir ja tatsächlich noch einmal den Luisenpark als separaten Programmpunkt. Und vorher beim Türken auf dem Marktplatz noch lecker gegessen.

Mit dem Besuch der Gewächshäuser endete für uns schließlich der Besuch des Luisenparks. Durch den Hauptausgang verließen wir den Park und liefen, ohne eine wirkliche Vorstellung zu haben, wo denn der richtige Weg sein könnte, den Weg zum Bahnhof ein.

Meine Mitgeführte Kopie eines Stadtplans hatte ausgerechnet diesen Abschnitt nicht drauf.

Unsere Orientierung war absolut richtig. Der Mannheimer Wasserturm in weiter Ferne bestätigte uns dies.

Allerdings zog sich der Weg. Irgendwann hatten wir dann doch noch den Wasserturm erreicht und positionierten uns hier noch für das bei unseren Touren in der Regel übliche Gruppenfoto.

Nun war es nicht mehr weit bis zum Bahnhof. Unser Mannheimer Freund verließ uns schon, so dass wir ab nun nur noch zu siebt weiterzogen.

Am Bahnhof angekommen hatten wir noch Zeit, die einige für den Erwerb eines Eises nutzten.

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Endlich kam unser Zug. Wir standen genau an der richtigen Stelle. Die erste Tür des Zuges war unsere. Viele hatten sich weiter vorne am Bahnsteig aufgestellt, die sich nun beeilen mussten um in den Zug zu kommen. Dieser war rappelvoll. Vor allem Fahrräder nahmen viel Platz weg.

In Frankenthal änderte sich das Bild. Endlich gab es mehr Platz.

Etwas verblüfft waren wir, als Worms ausgerufen wurde. Keiner hatte damit gerechnet, dass wir so schnell dort sein würden.

Worms, hier war ein Umstieg von der Regionalbahn in den Regionalexpreß geplant. Einige wenige Teilnehmer meinten zwar, dass man sich diesen Umstiegt sparen könne, schließlich fuhr der Zug ja von Mannheim direkt nach Mainz, doch der Vorteil des Umsteigens betrug ganze zwanzig Minuten, die wir Mainz früher erreichen würden.

Somit war der Umstieg auch in trockene Tücher gepackt. Zeitlich war es trotz verspäteter Abfahrt in Mannheim kein Problem.

Auf dem Bahnsteig durften wir noch eine kleine Anekdote erleben. Ein älterer Herr hatte sein Portmonee heraus geholt und geöffnet. Dabei purzelte sein Kleingeld auf die Erde. Den Herrn schien es nicht zu interessieren, denn die Münzen purzelten weiter munter herunter.

Schnell sprang ein jüngerer Mann zu Hilfe, fragte den Herrn: "Wollen Sie Ihr Geld nicht mehr?" Antwort des älteren Herrn: "Wenn es mein Geld wäre schon...".

Nein, er hatte den Geldbeutel nicht geklaut. In gemeinsamer Arbeit wurden die Münzen zusammen geklaubt und dem Herrn übergeben, der dann doch noch froh darüber war.

Nach kurzem Suchen fanden wir in der Bahn schließlich noch einen Platz und genau zweiundzwanzig Minuten später hatten wir Mainz erreicht.

Damit war ein langer, aber toller Tag mit vielen Eindrücken vorbei. Schön war es gewesen!

Organisation: Hotti

Bericht und Bilder: Hotti