Wanderung von Balduinstein nach Limburg
notiert von Hotti

12. Februar 2012


Die dritte Tour im Jahr 2012 war ursprünglich ganz anders gedacht, doch dann entschied sich der Tourenleiter nach einiger Recherche, den Plan umzustellen. Was geblieben war, war das Ziel der Wanderung, Limburg an der Lahn. Ansonsten blieb bei dieser Tour kein Weg beim Alten.

Nach einer Vorwanderung eine Woche vor dem Wandertermin war klar, diese Tour ist wunderschön, teilweise ein bisschen anstrengend, sei es wegen der Steigungen oder auch längerer Strecken auf Asphaltwegen, was sich jedoch auch als praktisch erwies, denn durch die steigenden Temperaturen wäre es ansonsten arg matschig geworden.

Verabredet waren wir am Sonntag, 12. Februar 2012 kurz vor halb zehn am Wiesbadener Hauptbahnhof. Mit sechs Teilnehmern hier (einer kam später dazu) fuhren wir mit der Vectus Bahn über die Ländchesstrecke bis nach Limburg.

Ein bisschen Panik noch, da die Bahn fünf Minuten Verspätung wegen eines verspäteten Anschlusses haben würde und wir in Limburg nur fünf Minuten Umsteigezeit hatten. Doch die Bahn kam letztendlich pünktlich in Limburg an, so dass wir unseren Anschluss nach Balduinstein erreichten.

Kurz vor elf waren wir schließlich ganz entspannt in Balduinstein angekommen. Aus der Erfahrung der Vorwanderung entschieden wir uns sofort loszulaufen und die "offizielle Begrüßung" an einer schöneren Stelle wie die des Bahnhofvorplatzes zu machen. Der Gedanke hatte allerdings auch den Hintergrund, dass eine geschlossene Bahnschranke schon bald wieder den Weg versperren würde.

Gleich am Anfang gab es für die Wanderer auch schon die erste Herausforderung. Eine heftige Steigung lag vor uns. Auf halber Strecke an einem Aussichtshüttchen nachdem wir alle durchgeatmet hatten, dann nun doch eine kurze Begrüßung mit einem kurzen Bericht, was die Wanderer heute so alles erwarten würde.

Heute stand die Wanderung der ersten Etappe des Lahnwanderwegs (nicht zu verwechseln mit dem Lahnhöhenweg!) auf der Agenda.

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Der Lahnwanderweg ist ein 65 Kilometer Wanderweg von Diez an der Lahn nach Limburg, wo er dann nahtlos in den Rheinsteig übergeht. Wir wanderten die erste Etappe in umgekehrter Richtung, da unser Ziel Limburg hieß und wir dort unsere Abschlusseinkehr vorgesehen hatten.

Da der erste Abschnitt bereits reizvolle Abschnitte hatte, werden wir den Lahnwanderweg zukünftig weiter im Programm haben und diesen bis nach Lahnstein durchwandern. Möglicherweise nicht mehr ganz so streng von der Richtung, wie es noch beim Rheinsteig bis nach Koblenz war. Den Rheinsteig sind wir stets Etappe für Etappe in eine Richtung gewandert. Beim Lahnwanderweg kann ich mir durchaus vorstellen, auch mal einen Richtungswechsel einzubauen. Wird sich alles zeigen.

Ach ja, unsere Wanderung! Wir standen nun oberhalb von Balduinstein, hatten gerade unsere Begrüßung hinter uns und schon ging es weiter - nach oben! Oben angekommen hatten wir den Ort Hausen erreicht.

Wir folgten der Beschilderung des Lahnwanderwegs auf der Hauptstraße wieder und bald darauf ging es nach links auf einen Feldweg, und kurze Zeit später in den Wald hinein. Jahreszeitenbedingt hatten wir nun einen wunderbaren Blick auf die Lahn, den man bald schon nicht mehr haben wird, wenn die Natur erwacht und traumhafte, grüne, saftige Blätter die Sicht auf die Lahn nicht mehr preisgeben, sondern den Fluss nur noch im Tal erahnen lässt, wären da nicht die Aussichtstempel oberhalb der Lahn, die einen phantastischen Blick ins Flusstal bieten.

Ein arges Hindernis mussten wir jedoch zuvor noch überwinden, denn eine Eisfläche quer über den Weg ließ uns ins Stocken geraten. Ein minimaler Pfad direkt am Abhang war noch geblieben, so dass wir diese Stelle nur einer nach dem anderen mit Hilfe der anderen Wanderer und Wanderstöcken passieren konnten. Nicht auszudenken, wenn da einer ins Rutschen geraten wäre. Der Absturz wäre dann vorprogrammiert. Doch alle schafften es, keiner rutschte weg, so dass wir nach dem kurzen Zwangshalt entspannt weiter wandern konnten. Weiterer solcher Stellen würden heute nicht mehr unseren Weg kreuzen.

Einige Schritte später dann der bereits eben erwähnte erste Aussichtstempel auf der Strecke, von wo aus wir den Blick auf die zugeeiste Lahn genießen durften.

Rasch ging es weiter in Richtung Fachingen an der Lahn. Doch vorher mussten wir noch einen serpentinenartigen Pfad hinab steigen um dann unserer Wegmarkierung folgend Fachingen im allerschönsten Sonnenschein zu erreichen.

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Der Ort war schnell durchquert. Kurz hinter dem Bahnhof zweigte der Weg dann nach links über einige Treppen nach oben ab. In der Ferne auf der Höhe konnten wir bereits den nächsten Aussichtstempel sehen, dem ersten und auch einzigen Rastplatz unserer Tour.

Die Aussicht auf eine Vesper spornte noch einmal an, die Höhe zu erklimmen. Unser Rastplatz war wie für uns gemacht. Alle fanden einen Platz, die Sonne strahlte vom Himmel. Wie sollte es aber auch anders sein, wenn Engel reisen, kann das Wetter nur schön sein.

Unsere Rast kostete einiges an Zeit, was so in der ursprünglichen Planung nicht vorgesehen war, so dass wir nun etwas in Verzug waren. Dafür war es aber schön (kuschelig)

Jede noch so schöne Rast hat einmal ein Ende, vor allem dann, wenn man noch nicht einmal die Hälfte des Weges hinter sich gelassen hat.

Noch ein kleines Stück führte unser Weg nach oben und schon hatten wir die Höhe erreicht. Von nun an folgte der etwas unspektakuläre Teil unserer Wanderung. Zunächst oberhalb von Diez an der Straße entlang führte der Wanderweg nun bis nach Diez hinunter.

Ein kurzer Blick auf den Marktplatz und die Fußgängerzone und schon stand der nächste Aufstieg bevor, der uns ein Etappenziel am Diezer Stadtschloß zum Verschnaufen gönnte, bevor wir weiter stetig bergan am Diezer Stadtkrankenhaus vorbei, in den Hain - dem Diezer Stadtwald, wanderten.

Wohl dem, der wusste, wann die Steigung ein Ende haben würde. Auch das Wissen, dass am Spielplatz die Höhe erreicht sei, half da nicht wirklich weiter.

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Oben angekommen war dann aber alles halb so schlimm. Von jetzt an war die Tour ein Kinderspiel.

Der Waldweg führte uns hinunter an die Lahn. Den Lahnwanderweg hatten wir in Diez verlassen. Unsere Markierung war nun der Lahnhöhenweg, welcher an dieser Stelle witzigerweise nicht auf der Höhe sondern auf Flussniveau verlief.

An diesem wettermäßig traumhaft schönen Sonntagnachmittag war dementsprechend viel los. Jogger, Fahrradfahrer, Spaziergänger von jung bis alt versammelten sich auf dem Weg.

Von hier hatten wir einen interessanten Blick auf das Limburger Stadtkrankenhaus, dass aus der Ferne winzig aussah, doch je näher wir heran kamen umso mehr wurde uns die Größe dieser Klinik bewusst.

In Gespräche vertieft bekamen wir gar nicht so wirklich mit, dass wir bald Limburg erreichen würden. Den Dom stets im Blick näherten wir uns nun dem Ort.

Gegen viertel nach drei hatten wir schließlich den Dom erreicht, nachdem wir nun die wirklich allerletzte Steigung zum Domplatz hinauf bewältigt hatten.

Hier schloss sich eine zwanzigminütige Besichtigung des Doms an, bevor wir über schmale Treppen die Limburger Altstadt erreichten.

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Bei der Vorwanderung hatten wir ein uriges Café gefunden, doch die Nasen wurden lang, dass diesmal alle Plätze belegt waren.

Wir entschieden, uns in der Fussgängerzone umzusehen, blieben dann vor einem Bistro, Eiscafè, Ristorante stehen und schauten hinein. Dort schien etwas frei zu sein.

Schwupps, schon öffnete sich eine Seitentür und ein freundlicher Herr erschien. Na gut, freundlich könnte man an dieser Stelle auch mit Geschäftstüchtig austauschen. Zumindest bot er uns Platz für sieben Personen in seiner Lounge an.

Freilich nahmen wir das Angebot nur zu gerne an! Es war schön, warm und bequem dort. Auch die Kellner mussten sich optisch nicht verstecken, so dass sich ein jeder sehr gerne zur Kuchenauslage begab um vom jungen Mann hinter der Theke bedient zu werden.

Wenn man Wanderer schon damit glücklich machen kann, dann ist ja alles in allerbester Ordnung.

Es blieb nicht bei einem Getränk, die Zeit erlaubte ein zweites. Hatten wir in Fachingen nach unserer Rast noch mit einem zeitlichen Verzug zu kämpfen, hatten wir es auf dem letzten Wegabschnitt geschafft, wieder einiges an Zeit gut zu machen.

Jede noch so schöne Rast, jeder noch so schöne Anblick geht irgendwann einmal zu Ende. Wir zahlten!

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Dies war schnell erledigt und schon standen wir auf der Straße. Noch ein paar Schritte durch die Fußgängerzone und wir standen am Bahnhof. Viel zu früh! Die Rechnung, dass die Bahn bereits bereit stand, war dummerweise nicht aufgegangen.

Also gingen die einen Rauchen, die anderen in die Buchhandlung, der Rest trippelte auf dem Bahnsteig von einem Fuß auf den anderen.

Endlich kam der Zug. Klar, es war noch Zeit bis zur Abfahrt. Meine Güte sind wir auch ungeduldig und erwarten viel zu viel. Plätze waren schnell gefunden, schließlich wurde der Zug hier in Limburg eingesetzt.

Pünktlich ging es dann auch los in Richtung Wiesbaden, wo wir um 18:25 Uhr eintrafen. Noch ein kurzes Tschüss in die Runde und wir sausten in alle Richtungen auseinander. Hinter uns wieder ein wunderschöner Tag!

Fazit dieser Tour: Der Lahnwanderweg ist ein Highlight und ein lohnenswertes Wandererlebnis. Die Strecke von Diez von Limburg ist eben "nur" ein asphaltierter Feldweg, auf dem sich im Frühjahr, Sommer und Herbst mit Sicherheit sehr viele Fahrradfahrer tummeln werden. Wobei auch dies ein netter Anblick sein kann, wenn fesche Burschen in kurzen Höschen an einem vorbei radeln.

Eine Wanderung auf dem Lahnwanderweg wird, wie Eingangs im Bericht bereits festgehalten, auch zukünftig in der Wanderplanung zu finden sein.

Wanderleitung: Dr. Thomas & Hotti

Bericht und Bilder: Hotti