Wanderung von Dotzheim über Frauenstein zurück nach Dotzheim
notiert von Hotti

8. Januar 2012


Die Wanderung hatte den Titel "Kreuz und quer von Dotzheim nach Frauenstein und wieder nach Dotzheim. Auch stand sie unter dem Zeichen der Besonderheiten, die eine Wanderung anbieten konnte. Doch dazu später mehr.

Treffpunkt war kurz vor der Mittagszeit im Wiesbadener Stadtteil Kohlheck. Hier trafen sich 6 mutige Wanderer, die dem Wetterbericht die kalte Schulter gezeigt hatten und damit bewiesen hatten, ein Streetmillboy wandert auch dann, wenn Regen angesagt ist.

So einen Regen hatten wir bei einer Wanderung schon lange nicht mehr, denn entgegen der Prognose bekamen wir keinen einzigen Tropfen Regen geboten. Im Gegenteil, wir konnten sogar einige Sonnenstrahlen genießen.

Vom Ausgangspunkt unserer Wanderung führte unser Weg entgegen aller Grundsätze zunächst bergab. Normalerweise geht es doch immer stetig Bergauf. Kurze Zeit später durften wir auch schon das Weilburger Tal, dem Naherholungsgebiet der Dotzheimer Bürger genießen.

Allerdings nur kurz, denn bald ging es rechts ab über eine Brücke, welche über ein kleines Bächlein führt. Endlich waren wir im alten Schema! Es ging bergauf in bald für die Streetmillboys unerforschte Gebiete.

Um ein Haar hätten wir dann auch noch unseren Weg nach rechts verpasst, da dieser so gar nicht einladend war.

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Die nächste Viertelstunde war wiederum stetiges Bergaufwandern durch unangenehm glitschigen Matsch angesagt.

Alle kamen heil an und nach kurzer Verschnaufpause wanderten wir zunächst links, dann wieder links dann rechts, getreu dem Motto kreuz und quer von Dotzheim nach Frauenstein.

Kurze Zeit später hatten wir den Wald verlassen und wanderten weiter in Richtung Frauenstein über asphaltierte Feldwege.

Hier bot sich ein ungewöhnlicher Blick auf den Rhein und Mainz. Ungewöhnlich deshalb, weil der Rhein Hochwasser hatte und die Sonne ganz extrem spiegelte.

Frauenstein selbst berührte unsere Wanderung nur am Rande. Die Tour führte direkt in Richtung Goethestein, einem Aussichtspunkt hoch über Frauenstein, mit toller Sicht in den Hunsrück, zum Donnersberg, nach Mainz und natürlich in den nahen Rheingau.

Keiner war einer ersten Rast abgeneigt, so machten wir es uns auf den Bänken gemütlich und verspeisten unsere Vesper.

Aufgrund der Witterungsverhältnisse der vergangenen Tage, es hatte nur geregnet, verzichtete ich auf den Abstieg auf dem Rheinsteig Weg, sondern entschied mich für die Rentnerstrecke, die sich dann allerdings als Umweg von ca. 1,5 km herausstellte und damit meinen erstellten Zeitplan ein wenig durcheinander brachte. Der ursprüngliche Weg wäre aufgrund des Gefälles nicht ungefährlich gewesen. Blätter und Matsch hätten möglicherweise den einen oder anderen Wanderer gefährlich ins Gleiten gebracht.

Somit wanderten wir gemächlich auf einem sauberen, weil asphaltierten, Feldweg hinab nach Frauenstein.

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Dumm war nur, dass wir auf der anderen Seite nun wieder hinauf mussten. Allerdings hielt sich die Länge der Steigung in Grenzen, so dass wir bald den Frauensteiner Friedhof erreicht hatten. Nicht gerade spektakulär, was es dort zu sehen gab.

Also weiter zum nächsten Wegepunkt, dem Hof Amada, einem Reiterhof bei Frauenstein, welchen wir allerdings links liegen ließen um nun einen weiteren Anstieg, diesmal etwas steiler, vor uns hatten.

Oben hatten wir noch einmal einen letzten Blick auf den Rheingau und schon knickte unser Weg nach rechts ab.

Was nun folgte, war zwar ein gut zu laufender Weg, das war aber auch schon alles. Eine ganze, vielleicht auch nur gefühlte Stunde, ging es mehr oder weniger geradeaus. Ab und an mal ein ganz klein wenig nach links oder rechts, nach oben und unten, aber im Schnitt nur gerade. Somit also landschaftlich furchtbar langweilig. Gut, dass wir in der Gruppe wanderten, denn sonst wäre der Anreiz zu einem Nickerchen groß gewesen.

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Der Trott wurde unterbrochen, als einige Rehe vor uns den Weg kreuzten. Doch schon war alles wieder beim alten.

Fast, denn mit einem Mal war es mit der schönen Idylle vorbei!

Knapp vor uns sausten zwei oder drei Wildschweine quer vor uns über den Weg.

So knapp hatten wir in all den Jahren noch keine Begegnung mit Wildschweinen gehabt. Meine Güte, war das unheimlich. Den meisten raste das Herz. Doch alles war gut gegangen, die Wildschweine hatten zum Glück keine Frischlinge dabei und suchten einfach nur das weite.

Damit war auch die Langeweile am Ende, wir hatten ein Gesprächsthema.

Und auch der monotone Weg hatte bald ein Ende, denn wir standen am Grauen Stein. Hier war unsere zweite Rast eingeplant. Eine Schutzhütte diente als Unterschlupf.

Eine knappe Viertelstunde sollte reichen und weiter ging es. Zurück nach Wiesbaden Dotzheim war nun angesagt. Vom grauen Stein aus führt ein schöner Weg zum Chausseehaus.

Woher kommt der Name Chausseehaus (Auszug aus Wikipedia):

Namensgebend war das Nassauische Zollhaus, wo die Reisenden an der 1764 erbauten Bäderstraße Wegegeld und Zoll bezahlen mussten.

An der Stelle dieses Chausseehauses befindet sich heute ein Forsthaus.

Im wilhelminischen Zeitalter wurde das Gebiet mit einer Gaststätte, einem Erholungsheim und einem Hotel als Sommerfrische genutzt. An Langenschwalbach und Wiesbaden war es über die Bäderstraße und einen Bahnhof an der Aartalbahn angeschlossen.

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Ja, und jetzt war es auch nicht mehr allzu weit bis zu unserem Ziel. Doch vorher durften wir noch einen Moment das Weilburger Tal genießen. Diesmal jedoch den oberen Abschnitt. Nach ca. 800 Metern verließen wir das Tal bereits wieder in Richtung links und gelangten so zurück zum Stadtteil Kohlheck. Vorbei am Forstamt Langendellschlag kamen wir nach einigen Schritten dahin, wo wir am Morgen schon mal waren. Ein minimales Stück Weg liefen wir nun in Gegenrichtung unserer Strecke vom Morgen. Doch schon bald hatten wir die Straße erreicht, wo wir nach rechts abbogen, um nach nur zwei Steigungen unserem Ziel näher gekommen zu sein. Noch schnell ein Gruppenfoto für das Internet und wenige Minuten zu laufen, dann hieß es: "Geschafft - wir sind angekommen!"

Wir hatten "unser" Lokal für die Abschlusseinkehr erreicht. Unsere freundliche Bedienung freute sich, dass wir wieder da waren, nachdem wir in der letzten Zeit ja doch relativ regelmäßig dort zum gemütlichen Ausklang einer Wanderung eingekehrt waren. Aber auch nur, weil Preis, Qualität und Service im Einklang steht. Dies ist der Grund, weshalb ich diesem Lokal immer wieder gerne einem anderen Lokal dem Vorzug gebe.

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Fazit dieser Tour: Ja, wie soll ich das jetzt beschreiben? Sie ist nett. Ganz viel Wald, ein bisschen Feld. Mit einer kleinen Änderung in der Wegführung könnte man den extrem langen Weg zwischen Frauenstein und dem grauen Stein auslassen, was die Tour zwar etwas verkürzen würde, jedoch dadurch die Strecke aufwerten sollte.

Deshalb, vielleicht noch einmal irgendwann mit der etwas geänderten Streckenführung. Auf jeden Fall wesentlich besser, wie die Tour, die an diesem Termin ursprünglich stattfinden sollte und rund um den Frankfurter Flughafen geführt hätte. Für die Flughafentour ist wohl eine neue Vorwanderung nötig, um die Wegeführung aufzuhübschen.

Wanderleitung: Hotti

Bericht und Bilder: Hotti