Die Streetmillboys in Speyer
notiert von Hotti

30. Januar 2011


Zweimal im Jahr heißt es bei den Streetmillboys "wir gehen auf große Fahrt": Im Sommer ist es die Flip Flop Tour, im Winter heißt es ganz unspektakulär Themenfahrt.

Diesmal, am 30.1.2011, ging es nach Speyer. Nachdem wir bereits vor zwei Jahren das Technik-Museum besucht hatten sollte es diesmal ins Sea World Speyer gehen. Nein, das Sea World ist keine Therme, wo wir unseren Badefreuden nachgehen konnten. Hierbei handelt es sich um eine Ausstellung mit Rhein- und Meeresfischen.

Wie bei solchen Fahrten üblich stand zunächst eine Bahnfahrt auf dem Programm. Hierzu mussten sich die ersten Teilnehmer bereits um 9:25 Uhr am Wiesbadener Hauptbahnhof einfinden.

Mit der Regionalbahn fuhren wir über den Rhein hinüber nach Mainz, wo wir zunächst durch einige Gleiswechsel verwirrt wurden.

Ursprünglich war mal angedacht, dass unser Zug vom Gleis 5 fahren sollte. Klar, wer lesen kann ist klar im Vorteil, diese Info war überholt, stand doch auf Plakaten in der Bahnsteighalle, dass es diesmal von Gleis 6 losgehen würde. Nun gut, kein Problem, also rasch auf Gleis 6 gelaufen. Hier stand auch kurz auf der Anzeigetafel unser Zug, verschwand jedoch bereits nach kurzer Zeit wieder. Dafür stand nun am Gleis 8 unser Zug bereit. Natürlich nicht direkt gegenüber sondern viel weiter hinten.

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Da werde ich doch das Gefühl nicht los, dass die Bahn eigentlich keine Beförderungsfälle (so heißen wir da) aufnehmen will und viel lieber nur mit unverbrauchter Luft durch die Lande fährt.

Wir schafften es aber trotz aller Bemühungen der Bahn und bestiegen den Zug. Schnell war ein gemütliches Plätzchen gefunden und bald ging es los.

Die Fahrt verlief, zumindest aus unserer Sicht, unproblematisch. Ob der Loklenker Probleme hatte, können wir natürlich nicht einschätzen.

So kam es denn auch, dass wir mit lediglich zwei Minuten Verspätung in Speyer eintrafen. Okay, diese zwei Minuten kosteten uns den Bus, der vor unserer Nase abfuhr. Dies war aber schon eingeplant. Für uns hatte ich ohnehin den nächsten Bus eingeplant.

Speyer hat lustige Minibusse, war mir schon beim letzten Mal aufgefallen, die durch eine erfrischende Kühle (Eleganz) bestechen. Kühl deshalb, weil die Hintertür nicht richtig schloss und wir genau dort saßen.

Unsere Fahrt dauerte ca. 11 Minuten. An der Haltestelle Festplatz, die auf der Homepage des Museums als die richtige Haltestelle angegeben wurde, mussten wir aussteigen.

Stellt sich die Frage, weshalb nicht eine Haltestelle früher angegeben wurde, denn von dort aus wäre der Fußweg näher gewesen. Dies tat natürlich unserer Vorfreude auf das, was wir bald sehen würden, keinen Abbruch!

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Mithilfe einiger Wegweiser (und einem, der einer Baustelle zum Opfer gefallen war), fanden wir etwas versteckt am Hafen von Speyer das Sea-World.

Ich hatte unsere Karten vorbestellt und war schriftlich aufgefordert, dass wir uns mit der Gruppe bis spätestens kurz nach zwölf an der Gruppenkasse einzufinden hatten, damit unsere Einweisung pünktlich um 12:15 Uhr stattfinden konnte.

Wir wären ja auch gerne um diese Zeit an der Gruppenkasse gewesen, doch der Ansturm vieler Besucher ließ die letzten Fünkchen Hoffnung auf Pünktlichkeit schwinden, denn lange Zeit passierte in dieser Schlange nichts!

Aber, plötzlich ging es weiter, einmal links, nochmal links und hupps, da waren wir bereits in die heilige Kassenhalle vorgedrungen. Die notwendige Gruppenkasse fiel jedoch durch nichtvorhandensein direkt in das Blickfeld des Berichterstatters.

Kein Problem, rief doch eine nette Kassiererin in die Menge, dass man auch gerne zu ihr kommen dürfe. Diesen Aufruf folgte ich gerne (zumindest zu diesem Zeitpunkt noch). An der Kasse angekommen stellte ich mich ordentlich vor - "mein Name ist Hotti, ich bin mit einer Wandergruppe extra aus Wiesbaden gekommen und möchte nun diese Halle besichtigen". Aber mal Loriot beiseite. Ich übergab ihr den Zettel mit den erforderlichen Daten. Okay, der Zettel bestand mal aus vier Seiten, ich hatte ihn, um Papier zu sparen auf eine Seite gedruckt. Dadurch war das Schriftbild ein wenig verkleinert. Mit guter Sehhilfe konnte man aber alles gut erkennen.

Die freundliche Dame erklärte mir nun, dass sie gar nicht wisse, wie man eine Gruppe in die Kasse einbucht - wo war noch gleich die Gruppenkasse? - aber sie würde das jetzt mal versuchen.

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Und was soll ich sagen. Sie machte es perfekt! Dafür, dass ich die Geheimnummer meiner EC Karte wegen des defekten Displays zweimal eintippen musste konnte sie rein gar nichts. Freundlicherweise fragte sie mich besorgt: "haben sie ihre Geheimnummer vergessen?" Nein hatte ich nicht - mein Problem bestand lediglich in der Lesbarkeit dieses dussligen Displays.

Bei der zweiten Eingabe war schließlich alles fein. Karten gab es keine, jeder sollte sich einen Stempel auf die Hand drücken und dann hieß es einen Moment warten, die Einführung stand auf dem Programm.

Etwas verloren standen wir nun mit unserer 10 Mann starken Gruppe inmitten einer Unmenge an Buggys und Kleinkindern. Alle mussten sich an uns vorbei drängen.

Wir hatten noch gar nicht so lange gewartet da kam auch die freundliche Sea Life Mitarbeiterin. Stark erkältet, mit einer Broschüre bewaffnet, blickte sie auf die Gruppe, stellte fest, dass wir alle gut eingepackt seien und bat uns, ihr nach draußen zu folgen. Hier drinnen sei es zu voll und zu laut. Schließlich hatte sie ja auch nur noch wenig Stimme!

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Ja, wir waren gut eingepackt. Dass die Dame draußen anfing zu Bibern führe ich mal auf ihre Erkältung zurück und natürlich auch darauf, dass sie nicht gut eingepackt war.

Wir erfuhren einiges wissenswertes über den Aufbau der Ausstellung, vor allem, dass der Rhein an der Loreley endet. Aber wir erfuhren auch, dass wenigstens die Seepferdchen-Männer die Kinder bekommen und es da endlich mal gerecht zugehen würde.

Nach dieser Einführung durften wir in die Ausstellung hinein. Eine detaillierte Berichterstattung über all das, was wir sahen erspare ich dem werten Leser an dieser Stelle, nicht zu Letzt aus dem Grund, dass ich nicht mehr alles zusammen bekomme.

Ein Highlight war die Frage einer Mitarbeiterin die ins Mikrofon fragte, ob denn das, was sie erzählte, überhaupt irgendjemanden interessieren würde, nachdem alle Kinder wild durcheinander quatschten.

Doch da hatte sie nicht mit uns gerechnet. Wir standen direkt neben ihr und konnten bestätigen, dass das, was sie erzählte sehr interessant sei. Deshalb erklärte sie auch weiter.

Der Ausstellungsbesuch selbst dauerte etwas länger als eine Stunde, war an einigen Stellen durchaus interessant. Wobei ich allerdings sagen muss, dass wir nicht unbedingt die Zielgruppe sind. Diese liegt eindeutig bei Familien. Ich hätte mich in meiner Kindheit sehr darüber gefreut, wenn meine Eltern mit mir in eine solche Ausstellung gegangen wären. Aber damals gab es so etwas noch nicht. Nein! Ich bin noch nicht so alt, wie es sich gerade liest!

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Nach unserem Ausstellungsbesuch machten wir uns auf den Weg in die Innenstadt. Ein ausgiebiger Besuch des Doms rundete unseren Speyer - Besuch ab.

Bei gutem, aber kaltem Wetter stand nun eine Herausforderung an! Wir wollten Einkehren. Nachdem wir die Frage geklärt hatten, dass es weder eine Mehrheit für Kaffee und Kuchen noch für warmes Essen gab, machten wir uns auf die Suche nach einer Lokalität, die beides bot. Zur Not auch mit dem Kompromiss, dass wir uns für eine Weile trennen würden.

Kaum war der Gedanke zu Ende gedacht, da hatten wir auch schon das richtige. Auf der linken Straßenseite ein Café, auf der anderen Seite ein italienisches Restaurant. Die Gruppe trennte sich - kurz…

Das italienische Restaurant schloss gerade die Türe zu - Mittagspause! Das Café war voll, die Gruppe zog zusammen weiter.

Schon einige Schritte später fanden wir das, was wir suchten. Auf der Markise stand Restaurant - Hotel - Café - Bistro. Die Frau Wirtin sah uns draußen stehen und band schon mal ihre Schürze um.

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Wir also hinein - zwei Tische waren schnell zusammen geschoben - und hingesetzt.

Kuchen? Gibt es hier nicht! Na gut, muss ja nicht sein, die Karte gab ja auch noch anderes her. Nachdem wir die Seiten mit Pasta und Pizza studiert hatten staunten wir nicht schlecht, dass uns nun Bifteki angeboten wurde. Wir waren in einem griechisch - römischen Lokal gelandet.

Es war tatsächlich für jeden Geschmack etwas dabei. Unheimlich zügig bekamen wir unser Essen auf den Tisch. Geschmeckt hat es den meisten.

Etwas verwirrt war ich wohl in der Berechnung des Weges zurück zum Bahnhof. Bei der Suche nach einem Lokal zur Einkehr waren wir - keine Ahnung wie - immer näher in Richtung des Bahnhofs gekommen. Ich war jedoch davon ausgegangen, dass wir noch etwa 1,5 Kilometer zum Bahnhof hatten, was einer Zeit von ca. 20 Minuten entsprach.

Mit diesem Wissen und dieser Zeit im Kopf drängte ich zum Aufbruch. Zehn Minuten später standen wir ganz entspannt am Bahnhof! Wir hatten Zeit - viel Zeit!

Die Bahnhofsbuchhandlung freute sich, konnte sie doch noch einigen Umsatz verbuchen.

Rechtzeitig machten wir uns auf den Weg zum Bahnsteig und mussten an dieser Stelle feststellen, dass wir einen Teilnehmer verloren hatten. Jeder war sich sicher, diesen zuletzt am Bahnhof gesehen zu haben. Somit war klar, dass er bis hierhin gekommen war.

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War dieser eine in den Zug nach Mannheim gestiegen, der vor einiger Zeit abgefahren war? Oder war er am Ende irgendwo zusammengebrochen.

Nein, keines von beiden war zutreffend, denn gerade trat er aus der örtlichen Bahnhofstoilette hinaus auf Gleis 1 des Speyerer Bahnhofs. Unser Zug fuhr übrigens von Gleis 2, wir sahen auch schon die Stirnleuchten ziemlich nah bei uns.

Nun musste unser letzter Reisebegleiter die Stufen aber rasch nehmen, wollte er den Zug noch erreichen. Zur Beruhigung - er schaffte es!

Schnell belegten wir die Plätze. Diese gefielen unserem vermissten jedoch nicht. Er maulte etwas herum, dass es hier ja wohl etwas eng wäre und warum wir nicht in den anderen Bereich gehen würden. Nun gut, die Fragezeichen in den Gesichtern der anderen Teilnehmer konnte man wohl nachvollziehen. Waren die Sitze und deren Abstände doch in der Bahn überall gleich. Es hinderte ihm auch keiner daran, in den anderen Bereich zu wechseln.

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Eine Stunde später kam nun die traurige Stunde des Abschied nehmen. Wir hatten Mainz erreicht. Die Mainzer Teilnehmer hatten ihren Ausgangspunkt erreicht. Für die Wiesbadener hieß es nun, auf das Gleis 1 zu wechseln und mit der S-Bahn nach Wiesbaden zu fahren.

Um 18:15 Uhr war auch für diese Gruppe dieser schöne Tag zu Ende. Hatte Spaß gemacht, auch wenn wir, wie beschrieben, nicht wirklich der Zielgruppe angehörten. Übrigens, ab April ist der Umbau des Sea World beendet, dann steht wieder die gesamte Ausstellungsfläche zur Verfügung.

Organisation: Hotti

Bericht und Bilder: Hotti