Von Bad Schwalbach nach Wiesbaden
notiert von Hotti

15. Mai 2011


Bedauerlicherweise hatte der Tourenleiter der ursprünglich geplanten Tour südlich von Worms Rücken und musste uns absagen.

Zwar bot er an, mir den Weg zu beschreiben, so dass wir die Tour doch noch in Angriff nehmen könnten, doch hatte dies wenig Sinn, war es doch seine Heimat und kannte er sich in der Gegend um Worms bestens aus, während wir andern relativ hilflos umher geirrt wären.

Also war eine Ersatzwanderung allemal die bessere Lösung.

Und diese führte uns schließlich von Bad Schwalbach nach Wiesbaden. Eine Wanderung die wir vor vier Jahren schon einmal gewandert waren. Diesmal nur in verkürzter Form.

Zunächst zu zweit fuhren wir vom Wiesbadener Stadtteil Kohlheck mit dem Bus zum Hauptbahnhof, wo uns weitere zwei Teilnehmer erwarteten.

Gemeinsam schlenderten wir zur Haltestelle der Regionalbusse hinüber. Lange mussten wir nicht warten und schon kam der Bus angefahren. Die Linienbezeichnung sorgte noch für etwas Verwirrung, stand doch die Linie 999 angeschrieben.

Der Fahrer klärte auf, dass sich dies kurz vor der Abfahrt ändern würde. Uns war das nicht wichtig, denn wir wussten, wo der Bus hinfährt.

Unser fünfter Teilnehmer an dieser Wanderung gesellte sich in Georgenborn zu uns.

Bad Schwalbach, dem Ausgangspunkt unserer Wanderung hatten wir schließlich gegen halb elf erreicht.

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Ein anderer Busfahrer, der nach Lorch fuhr, fragte uns, ob wir denn mit ihm fahren wollten. Dies konnten wir rasch verneinen. Er meinte, wir würden so aussehen, als wollen wir mit ihm fahren.

Nein, dies wollten wir nicht. Vor uns lag zunächst der Gang durch den Ort bis zum Bahnhof hin.

Dummerweise erwischten wir direkt einen Regenschauer so dass wir erst mal einen Zwangshalt einlegen mussten um unsere Schirme auszupacken.

Und weiter ging es. Kurz vor dem Bahnhof standen seltsame Tiere auf einer Wiese herum, die da so gar nicht hingehörten. Kurz darauf stellten wir fest - diese Tiere gehören zum Zirkus, der auf der gegenüberliegenden Straßenseite gastierte.

Eine letzte Hürde stand uns bevor, die darin bestand, sicher über die Hauptstraße zu kommen. Wobei der Gedanke daran eigentlich das schlimmste war, denn die Straße war schnell überquert.

Unser nächstes gesetzte Ziel hieß den Aarhöhenweg zu erreichen. Wie der Name schon verrät mussten wir nun erst einmal hinauf.

Kurz aber steil führte unser Weg nach oben. Nachdem wir die Höhe erreicht hatten, ging es mehr oder weniger sanft auf und ab.

Eine Schutzhütte nutzten wir um uns erneut vor Regen zu schützen. Der Schauer dauerte nicht lange und schon konnten wir weiter Wandern.

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Der Weg führte eine Weile durch den Wald. Nach einem Abstieg erreichten wir erneut eine Straße, an der es nun galt, möglichst nahe am Graben zu laufen, denn die entgegen kommenden Autos fuhren nicht gerade langsam. Glücklicherweise waren es nur wenige Meter, die wir direkt an der Straße wandern mussten, bevor wir schließlich wieder weiter dem Aarhöhenweg in den Wald gelotst wurden.

Bis Bleidenstadt wechselte sich Feld und Wald genauso wie sanftes auf und nieder ab.

Bleidenstadt, ein Ort der zur Gemeinde Taunusstein gehört, sollte laut Wandermarkierung durchquert werden.

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Ich war wegen des Wetters schon ganz traurig, denn auf diesem Wanderabschnitt gab es einen Beachvolleyballplatz, an welchem vor vier Jahren bei meiner Vorwanderung attraktive Beachboys Volleyball gespielt hatten. Wer würde das denn bei diesen mehr oder weniger häufigen Regengüssen machen?

Aber siehe da, wir hatten Glück. Die Dorfjugend hatte sich tatsächlich auf dem Platz versammelt. Mit knackigen freien Oberkörpern war es zwar nichts, aber immerhin, ein netter Anblick, wenn sie auch gerade Pause machten.

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Wären wir stehen geblieben wäre es aufgefallen, also sollte ein kurzer Blick auf das Spielfeld genügen.

Unser Weg führte nun wieder ein wenig mehr nach oben, aber immer so, dass es noch erträglich war.

Einige Kilometer später war es an der Zeit, für eine nächste Rast anzuhalten. An einer Kreuzung mit schöner Bank verweilten wir einen Moment.

Der Blick zum Himmel versprach nichts Gutes, so dass wir entschieden, weiter zu laufen. Kaum hatten wir den Gedanken zu Ende gedacht und gestartet, setzte der Regen erneut ein. Anfangs mit wenigen Tropfen, später dann sehr heftig.

Gut, dass wir gleich in den Wald wechseln konnten, hielten die Blätter doch einiges an Nässe ab. Und jetzt regnete es richtig.

Allerdings wieder nur kurz, wie es denn bei einem Regenschauer üblich ist.

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Vor uns lag nun ein weiterer Anstieg hinauf auf den Schläferskopf, den ich heftiger in Erinnerung hatte. Irgendwie schien diese Tour in Richtung sanfte Anstiege zu mutieren. So war der Schläferskopf rasch erreicht, der Regen hatte mittlerweile wieder aufgehört.

Eine Einkehr im höchsten Biergarten Wiesbadens wurde von der Gruppe abgelehnt. Der Blick auf die Uhr meinte das gleiche.

Also, auf der einen Seite hinauf - kurz verschnaufen - und schon ging es auf der anderen Seite rasch wieder hinunter.

Aus Rücksicht auf das Knie eines Mitwanderers entschieden wir, nicht der Wegmarkierung weiter zu folgen, sondern einen kleinen Umweg in Kauf zu nehmen. Unabhängig davon war der eigentliche Weg ohnehin sehr Abenteuerlich, und der Umweg schließlich auch nicht weit.

Wenig später erreichte uns ein neuer Regenschauer und wir eine Schutzhütte an einer Kneippanlage.

Spontan entschieden wir, diese Chance zu nutzen und den Schauer abzuwarten. Wieder eine richtige Entscheidung.

Die Rast dauerte zirka zwanzig Minuten. In dieser Zeit genossen wir das Prasseln des Regens auf das Dach. War irgendwie total entspannend, dem Regen so zuzuhören.

Von hier war es nicht mehr weit bis nach Wiesbaden - Kohlheck. Hier war unsere Abschlusseinkehr vorgesehen. Zuvor stand noch ein Spaziergang durch einen Teil des Stadtteils an, bevor wir schließlich am Lokal ankamen.

Bei wieder sehr leckerem Essen ließen wir diesen schönen Tag gemütlich ausklingen.

Eine Wanderung, die etwa zwanzig unspektakuläre Kilometer anbietet. Nicht immer ganz schön, wegen der Ortschaften, dem Asphalt und den Straßen. Aber es war ja auch nur eine Ersatzwanderung.

Wanderleitung: Hotti

Bericht und Bilder: Hotti