Wanderung nicht nur im Jammertal bei Nassau
notiert von Hotti

3. April 2011


Immerhin waren wir diesmal ein paar Teilnehmer mehr, als bei der ersten - gleichen - Wanderung im August 2009. Im Vergleich: 2009 3 Teilnehmer - 2011 10 Teilnehmer.

Diese 10 Teilnehmer mussten dann auch noch zur Belohnung eine kleine Streckenänderung hinnehmen. Auch der Streckentitel war ein neuer. Aus Jammertalwanderung wurde Täler Wanderung Rund um Nassau. Klingt gut, oder?

Los gegangen war es zu relativ früher Stunde, um halb zehn an unserem Treffpunkt für Autofahrgemeinschaften in Wiesbaden. Wir hätten auch diesmal den ÖPNV mit der Berappung unseres Billet - Preises erfreuen können, doch spielte bei dieser Wanderung der Faktor Ungewissheit mit.

Ungewiss insofern, wie lang die Strecke denn diesmal sein würde. Die ursprüngliche Wanderung sollte 27 km sein, was wir allerdings so nicht hinnehmen konnten und bereits 2009 gekürzt hatten, so dass es danach nur noch zwanzig Kilometer sein sollten, was aber auch wieder nicht ging, denn von unserer durchschnittlichen Wandergeschwindigkeit und der verbrauchten Zeit war es schon mehr.

Vorweg genommen, am Abend des 3. April 2011 wussten wir, wie viel Kilometer wir in etwa zurück gelegt hatten.

Nach etwa fünfzig Minuten Fahrzeit, ausgehend von Wiesbaden und kurzem Halt zum Einladen eines weiteren Wanderers auf der Fahrtstrecke hatten wir Nassau erreicht.

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Mit uns angekommen war ein kurzer Schauer, welcher uns genötigt hatte, den Regenschirm aufzuspannen. Die Betonung an dieser Stelle liegt auf kurz, denn bereits nach wenigen Minuten sollte sich dies für wenige Minuten erledigt haben.

Als Tourenorganisator kennt man sich selbstverständlich bestens aus und steuert genauso selbstverständlich mit einem (verwirrten) Blick auf das nächste Hinweisschild zu, an welchem die für uns heutige gültige Wandermarkierung angeschraubt ist.

Nicht, dass ich nicht gewusst hätte, wo es lang gehen würde, aber die Lust auf Neues war größer und sehr viel Spannender.

So kam es dann auch, dass ich die Gruppe zur Burg Nassau hochgetrieben hatte. Ist wirklich nett da oben! Etwas verwundert nahm die Gruppe dann zur Kenntnis, dass wir nun den Weg wieder in entgegengesetzter Richtung laufen würden. Aber nicht so lang! Kurz vor der Straße standen wir direkt an der Wegmarkierung, die uns nun den richtigen Weg weisen sollte.

Dummerweise flatterte dort auch ein rot-weißes Absperrband, befestigt links und rechts, was wohl so viel bedeutete wie, dieser Weg ist gesperrt. Und nun? Die Feststellung, dass wir an einem Sonntag wandern und Sonntags kann es ja gar nicht gefährlich sein, ließ es zu, dass wir alle unseren ganzen Mut zusammen fassten und die Absperrung ignorierten.

Nach etwa fünf Minuten stellten wir fest, dass die Absperrung überflüssig war, wir aber auch den längeren Weg genommen hatten.

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Ohne jegliche Verunsicherung Wanderten wir weiter, sogar in die Richtige Richtung und standen schließlich vor der Qual der Wahl. Sollten wir der Markierung links oder rechts rum folgen.

Die Mehrheit entschied sich Unlogischerweise für links herum. Nach meiner Ansicht war dies der Weg zurück nach Nassau. Ich gebe ja zu, dass dies richtig war und wir nach etwa einer Stunde Wanderung den Ort erreicht hatten, den wir unter Beibehaltung der ursprünglichen Streckenführung nach spätestens zwanzig Minuten erreicht hätten. Aber unser bisher zurück gelegter Weg war wesentlich schöner!

Ab hier war es ja nun einfach. Endlich mal was Bekanntes sehen. Erinnerungen der Teilnehmer an unsere Wanderung 2009 und 2003, wurden wach. Nicht nur schönes, nein sie dachten ausgerechnet jetzt an bevorstehende Steigungen! Dabei hatten wir doch bereits die erste schon lange hinter uns, und diese gab es damals noch gar nicht. Solche Schlingel! Würden sie den anderen Wanderern Angst machen können? Nein, konnten sie nicht, denn sie genossen das schöne Mühlbachtal, das uns nun begleitete.

Vor dem Ort Singhofen dann doch ein Aufstieg hinauf in den Ort hinein, wo wir in der Ortsmitte eine längere Rast eingeplant hatten und diese auch prompt umgesetzt hatten. Jetzt hatten wir etwas weniger als die Hälfte hinter uns. Die Rast tat gut, doch auch diese hatte ein Ende und weiter ging es, zunächst quer durch den Ort später dann hinein in das Jammertal.

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Es gab gar keinen Anlass zum jammern, allerdings zog sich dieses trotz aller Schönheit und Ruhe doch ganz arg.

Nicht schlimm, hatten wir doch irgendwann, so kurz vor dem letzten Anblick mal wieder ein Teilziel vor Augen. Das Kloster Arnstein.

Ein kurzer Blick in die Kapelle sollte reichen, zu erschöpft waren die Mitläufer von den letzten 10 Kilometern.

Mein Vorschlag, von hier aus hinunter nach Obernhof zu Wandern und von dort aus die Bahn zu nehmen, wurde dankend abgelehnt. Hatte aber mehr den Grund, dass ich diesmal unzureichend vorbereitet war und die Abfahrtzeiten der Züge nicht kannte. Und das von mir, der sonst die Fahrpläne fast schon auswendig kann.

Heute weiß ich, für die Zukunft, dass die Bahn alle Stunde fährt. Somit hätten wir guten Gewissens zum Bahnhof laufen können und uns etwas mehr als 6 Kilometer, in Zeiten ausgedrückt anderthalb Stunden, beschwerlichen Weges sparen können.

Hatte sich das Jammertal bereits gezogen, so zog sich dieser Weg noch sehr viel mehr. Nur noch Asphalt, dazu kam noch seit dem Kloster mehr oder weniger starker Regen, was dem Spaßfaktor dieser Wanderung nun doch einen Einbruch beschert hatte.

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Aber, erschöpft, jedoch wohlwissend nun über 25 Kilometer mit einigen Steigungen und reichlichen Asphalt hinter sich zu haben, war jeder froh, dass diese Tour nun doch noch ein Ende gefunden hatte.

Die Erschöpfung war sogar gut genug dafür, die Entscheidung zu treffen, nicht in Nassau sondern in Singhofen einzukehren.

Hier kannten zwei Teilnehmer ein Lokal, dass sie für gut befunden hatten.

Mit den Autos fuhren wir dort vor. Platz war reichlich im Lokal. Wir durften sogar im Sälchen sitzen. Die Frau Wirtin musste erst noch am Tresen Hotelgäste begrüßen oder verabschieden, dann war sie aber rasch bei uns.

Die Karte verkündete Hausmannskost zu günstigen Preisen. Hier gab es sogar die Tagessuppe vor jedem Essen einfach so dazu. Das ist echter Service. Heute war Bärlauchsuppe im Topf.

Anscheinend hatte Frau Wirtin um diese Zeit nicht mit so vielen Gästen gerechnet, denn die Köchin wurde gesehen, wie sie gerade von der anderen Straßenseite her herüber kam. Erkennbar daran, dass sie sich gerade noch die Kittelschürze übergeworfen hatte.

Nach der Suppe ging es nach und nach weiter. Ich habe keinen gehört, der Grund hatte zu nörgeln. Alles schmeckte gut und auch von der Portionsgröße her war es ausreichend. Hungrig musste keiner vom Tisch aufstehen.

Kurz nach sieben brachen machten wir uns schließlich auf den Weg zurück nach Wiesbaden, dem Ausgangspunkt unserer Fahrgemeinschaften.

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Fazit: Das Wetter hätte ein bisschen besser sein können. Hätte sich der Wettergott an das gehalten was der Wetterbericht bestellt hatte, dann hätte es frühestens auf der Rückfahrt Regnen dürfen. Ansonsten war es einmal mehr eine schöne Wanderung bei Nassau durch reizvolle Täler in menschlicher Abgeschiedenheit.

Sicher wird diese Wanderung in einigen Jahren wieder einmal in der Tourenplanung auftauchen, dann aber mit dem Wissen, wann die Züge wo abfahren, denn quälen soll sich kein Teilnehmer und die letzten 6 Kilometer dieser Wanderung, die gehen auch bequemer.

Wanderleitung: Hotti

Bericht und Bilder: Hotti