Wanderung im Kuseler Musikantenland
notiert von Hotti

26. Juni 2011


Wenn unser Saarländer Streetmillboy eine Wanderung anbietet, dann heißt das für uns in der Regel, dass wir erst mal eine etwas längere Anreise haben um Wandern zu dürfen.

Das heißt aber auch, dass wir dann etwas Besonderes erwarten dürfen.

So war es dann auch bei unserer Wanderung am Sonntag, 26. Juni 2011.

So ein bisschen bedenken hatte ich bezüglich der Teilnehmerzahl. Waren wir doch bei den letzten Wanderungen nur noch sehr wenige Teilnehmer, so lag die Vermutung nahe, dass sich dies auch bei einer Wanderung mit langer Anfahrt nicht wirklich ändern würde.

Doch es kam etwas anders als gedacht. Zu zehnt konnten wir losziehen.

Am ersten Treffpunkt, dem Wiesbadener Hauptbahnhof stand lediglich ein einziger, doch am zweiten Treffpunkt wurden es mehr, waren wir nun bereits zu siebt. Hier bildeten wir auch zwei Fahrgemeinschaften um in den Pfälzer Wald zu fahren.

Jawoll - unser Saarländer brachte uns nicht ins Saarland, nur knapp an die Grenze davor.

Bild 1

Bild 2

Nach etwa einer Stunde Fahrzeit hatten wir Theisbergstegen erreicht. Hier wurden wir auch von unserem Wanderleiter erwartet, der gleich noch zwei Freunde mitgebracht hatte.

Wir waren zu zehnt!

Von Theisbergstegen war zunächst eine Bahnfahrt nach Steinwenden erforderlich. Nach einem kurzen Aufenthalt am Bahnhof Theisbergstegen fuhr auch schon der Zug ein und los ging es. Die Fahrzeit dauerte ca. 20 Minuten. Jetzt konnte es los gehen.

Bild 3

Zunächst ein klein wenig durch den Ort, dann auf freies Feld. Die freie Fläche sollte uns nun für lange Zeit begleiten.

Besonders aufbauend war, dass wir relativ zügig unser Ziel sehen konnten. So weit sah es ja nun wirklich nicht aus. Übrigens eine nette Erfahrung, wenn man feststellen muss, wie sehr der Schein trügt.

So wanderten wir und wanderten und wanderten und wanderten. Das Ziel immer schön vor Augen. Doch führen wir uns das positive vor Augen! Hätten wir diesen Wegabschnitt am Nachmittag gehabt wären wir geröstet, denn die Temperatur an diesem Wandertag hatte es in sich.

Unser Wanderleiter deutete immer mal wieder auf eine Waldfläche am Horizont, wo unsere nächste Rast sein sollte.

Bild 4

Zwischendurch, wir waren mal wieder kurz vor einem Dorf, hatten wir noch Zuwachs bekommen. Unsere einzige Frau der Tour, Frau Bonnie hatte einen Verehrer angezogen, der nicht mehr von ihrer Seite weichen wollte.

Im Dorf kamen uns zwei Jungs entgegen, die diesen Herrn Hund kannten und meinten, dass dieser einer älteren Dame gehörte. Sie boten uns an ihn dorthin zurück zu bringen. Gesagt, getan. Frau Bonnie war froh - wir auch!

Und immer noch nicht im Wald. Aber immerhin unserer Rast ein Stück näher. Oberhalb des Ortes wurde uns immerhin eine Trinkpause bewilligt, bevor wir stetig bergan steigen durften.

Bild 5

Gefühlte Stunden später, tatsächlich waren es wohl so um die 10 Minuten war es soweit. Wir durften Mittagessen. An einem Brünnchen konnten wir uns verteilen und die mitgebrachte Vesper vertilgen.

Nach dieser Stärkung sollte nun der heftigste Teil unserer Wanderung vor uns liegen. Es wurde steil - sehr steil! Die Gruppe zog sich - sie zog sich sehr!

Das gute war, wir waren irgendwann oben angekommen. Hier versprach unser Wanderleiter, dass der Rückweg nur noch bergab gehen würde.

Bild 6

Bild 7

Bevor es aber soweit war, sollte erst einmal der Wildpark Potzberg genauestens inspiziert werden.

Die ersten, die nicht den Gruppenanschluss am Berg abgewartet hatten waren bereits losgesaust um sich ein Erfrischungsgetränk zu besorgen - was übrigens für etwas Aufregung (nicht bei uns - sondern an der Kasse des Parks) gesorgt hatte.

Nachdem fast alle ihr Parkbillet hatten konnte es auch schon los gehen. Ein sehr schöner Wildpark!

Höhepunkt des Parks ist eine Greifvogelschau mit einer Vorführung. Wir wollten uns unbedingt einen guten Platz sichern, so kam es, dass wir uns bereits eine halbe Stunde vor der Schau auf dem Gelände der Flugschau eingefunden hatten. In der dritten Reihe fanden wir einen Platz, der uns gut gefiel.

Bild 8

Tja, und dann wurde der gute Ruf, der uns seit Bestehen der Gruppe im Jahre 1997 begleitet hatte mit einem Male zunichte gemacht! Der Falkner kam zu uns, fragte ob wir die Gruppe mit den zehn Männern seien. Dies konnten wir bejahen. Er teilte uns mit, dass einer von uns keinen Eintritt bezahlt habe! Wir konnten es rasch aufklären, dass dieser einen Hund dabei habe und auf den Besuch des Parks verzichten würde. Er war ja schließlich auch nicht mehr bei uns.

Das "Drama" hatte wohl zwischenzeitlich am Parkeingang eine Wende genommen.

Dem Herrn Falkner schien unsere Aussage zu genügen.

Bild 9

Zwischenzeitlich hatten wir unseren Spaß mit dem Saarländer Dialekt. So gibt es durchaus Cafés mit eigener Schlachtung und Teilnehmer die des dumm Geschwätz net meer hörn woole. Dies ist von mir frei geschrieben, da ich weder den Saarländer Dialekt beherrsche, geschweige denn niederschreiben kann.

Bild 10

Doch zurück zu unserer Greifvogelschau und der Flugvorführung. Genial - spektakulär - einfach nur gut - jederzeit immer wieder gerne.

Adler, die sich auf die Bank neben einen setzen, Falken die pfeilschnell fliegen - mir fehlen die Worte um dies alles zu beschreiben, was wir sehen durften.

Die Vorführung dauerte eine knappe Stunde. Daran anschließend unternahmen wir noch einen Spaziergang durch den Park. Für viertel vor fünf waren wir mit den anderen verabredet, die nicht am Rundgang teilnehmen wollten.

Bild 15

Fast pünktlich waren wir am Parkausgang, doch einige wollten sich noch ein kaltes Getränk beziehungsweise ein Eis gönnen, so dass sich unser Abmarsch um wenige Augenblicke nach hinten schieben würde.

Jetzt erfuhren wir auch die Wende im oben beschriebenen Drama. Der eine Teilnehmer - eben der, der keinen Eintritt bezahlt hatte und direkt die Gastronomie des Wildparks besucht hatte um sich ein Erfrischungsgetränk zu genehmigen und ein Mittagessen zu verzehren, wurde aufgefordert den Park zu verlassen, da die Gastronomie nicht öffentlich sei und um dort etwas verzehren zu dürfen zunächst seinen Obolus an der Kasse abgeben müsse.

An dieser Stelle sei der Hinweis erlaubt, dass so etwas nicht sehr kundenfreundlich ist. Schließlich hatte er ja auch getrunken und gegessen. Wenn jemand auf den Parkbesuch verzichtet, dafür aber verzehrt sollte man nun wirklich nicht so Engstirnig sein und auf den Eintritt bestehen. Schließlich will nicht jeder Wanderer auch in den Wildpark und vielleicht nur etwas trinken. Dieses Konzept weist doch einen gewissen Handlungsbedarf in Form einer Veränderung auf.

Bild 11

Bild 12

Doch wandern wir weiter! Von nun an sollte es ja nur noch bergab gehen, so das Versprechen unseres Wanderleiters.

Saarländer halten ihr Versprechen - deshalb waren wir auch nach etwa 45 Minuten bereits in Theisbergstegen. Umgekehrt hätte ich diese Strecke nicht laufen mögen. 45 Minuten mehr oder weniger steil bergauf hätten mich, glaube ich, kollabieren lassen.

Bild 13

Aus zehn mach fünf - so hieß es am Bahnhof nun auch Abschied nehmen von den ersten Wanderern die sich gegen die Abschlusseinkehr entschieden hatten.

Um zum Lokal zu kommen mussten wir knappe zwanzig Minuten fahren. Eine Fahrt, die sich auf jeden Fall gelohnt hat! Wir bekamen ein absolut leckeres Essen serviert. So konnte der Tag gelungen zu Ende gehen.

Bild 14

Gegen halb acht machten wir uns auf den Heimweg Richtung Mainz und Wiesbaden, wo wir kurz nach halb neun ankamen.

Auch nach dieser Wanderung können wir einmal mehr sagen, ein sehr schöner Tag, eine super schöne Wanderung mit einem Wildpark und einer Greifvogelschau, die bei fast allen in langer Erinnerung bleiben dürfte.

Wanderleitung: Arne

Bilder: Dr. Thomas & Hotti

Bericht: Hotti