Wanderung von Gonsenheim nach Ingelheim
notiert von Hotti

20. November 2011


Eine Wanderung, die wir bereits im Januar 2010 gewandert waren. Damals mussten wir uns durch die Schneemassen kämpfen, diesmal hatten wir bestes Wanderwetter.

Der erste Treffpunkt war diesmal nicht wie sonst üblich der Wiesbadener Hauptbahnhof sondern der Mainzer Hauptbahnhof, was daran lag, dass es einen Schienenersatzverkehr zwischen Mainz und Rüsselsheim gab. Dadurch fuhren von Mainz nach Wiesbaden nur alle 60 Minuten Züge, was das nach Hause kommen möglicherweise weit nach hinten geschoben hätte.

So trafen wir uns an der Straßenbahnhaltestelle Richtung Mainz - Finthen. Pünktlich traf die Straßenbahn ein, die uns in 16 Minuten nach Gonsenheim zur Kapellenstraße brachte. Dem Ausgangspunkt unserer Streckenwanderung.

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Zunächst führte unser Weg durch das Gonsenheimer Villenviertel bevor wir in den Gonsenheimer Wald traten. Ich sehe den Gonsenheimer Wald für die Mainzer als so eine richtige Wohlfühloase, der richtig groß ist, was mir bis zu dieser Wanderung noch gar nicht so richtig bewusst war.

Auch wird der Gonsenheimer Wald von wahnsinnig vielen Joggern und Spaziergängern genutzt. Zu gerne würde ich hier mal im Sommer laufen, doch habe ich es bis jetzt noch nicht geschafft. Bisher durfte ich die Natur hier immer nur mit kahlen Bäumen erleben. Na mal schauen, vielleicht klappt es ja im Jahr 2012, mal für einen Spaziergang dorthin zu fahren.

Doch zurück zu unserer Wanderung. Recht schnell verabschiedeten wir uns vom Hauptweg und folgten unserer Markierung nach links, welche uns zum Lennebergtum führte. Entgegen der Planung kamen wir allerdings auf der linken Seite eines Restaurants vorbei, so dass wir den Turm nur aus der "nahen Ferne" sehen konnten. Doch hoch oben auf dem Turm sahen wir Menschen. Wie konnte das denn sein? Normalerweise war die Tür dieses Turms stets fest verschlossen.

Also entschieden wir uns, noch einen kleinen Schlenker einzubauen um mal zu schauen, was da wohl los ist.

Tatsächlich, heute war der Turm geöffnet. Also dann, nichts wie nach oben. Diese Gelegenheit durfte man sich schließlich nicht entgehen lassen!

Ich war von diesem Ausblick absolut beeindruckt. Zum ersten Mal wurde mir durch diese Sicht bewusst, wie groß der Gonsenheimer Wald ist. Bei unseren Touren hatten wir immer nur einen kleinen Teil gesehen, doch die Fläche ist absolut riesig. Da geht also noch sehr viel mehr, wenn es darum geht, die nächste Wanderung in diesem Gebiet zu planen, die für November 2012 schon fest im Wanderplaner steht.

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Vom Turm wanderten wir weiter zum Schloß Waldthausen. Heute ist dort die Sparkassenakademie untergebracht. Das Schloß ließen wir rechts liegen und folgten weiter unserer Markierung, die uns nun in die Abgeschiedenheit brachte. Ab hier trafen wir verhältnismäßig wenig Menschen.

Zunächst verlief der Weg noch durch Wald doch nach einer Weile wurde aus dem Wald Feld. Diesem Weg folgten wir nun bis nach Heidesheim, wo wir unsere fast schon traditionelle Rast auf einem Schulhof machten.

In Heidesheim verließ uns der erste Wanderer, der eine Operation hinter sich hatte und die Strecke bis hierhin als Training nutzte. Irgendwie kann man da auch schon von einer Tradition sprechen, dass uns in Heidesheim immer ein Wanderer verlässt. War im Januar 2010 auch schon so.

Wir begleiteten ihn noch bis zur Bushaltestelle und verabschiedeten ihn. Dem Rest stand nun die erste und einzige richtige Strapaze dieser Tour bevor.

Nicht nur, dass sich die Markierung in Heidesheim verlor. Für jemanden, der diese Tour zum ersten Mal wandert, wäre diese Stelle das aus der Tour, denn die Markierung ist an einer Hauswand angebracht und fast nicht zu erkennen. Auch der Weg schaut so aus, als wäre es kein Weg. Nichtsdestotrotz schafften wir es auch diesmal wieder.

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Steil nach oben ging es nun für die nächsten knapp zehn Minuten. Oben hieß es dann für alle erst mal einen Moment zu verschnaufen, bevor es weiter ging. Und wieder ein Stückchen höher, diesmal allerdings weniger anstrengend.

Auch hier konnten wir eine relativ gute Fernsicht ins Rheintal genießen. Von hier war es nun nicht mehr arg weit bis an den Ortsrand von Ingelheim.

Ingelheim selbst, ein Ort, der sich unheimlich lang zieht und ein Ort, in dem sich in den letzten Jahren baulich so einiges verändert hat, was uns daran auffiel, dass wir im Januar letzten Jahres noch durch eine Baustelle wandern konnten, doch dieses Jahr waren überall Straßen, unser Weg war weg.

Ein Moment der Besinnung, des Erörterns, wo es denn am wahrscheinlichsten wäre, dass wir Ingelheim erreichten und schon waren wir tatsächlich auf dem richtigen Weg.

Am Ingelheimer Bahnhof wäre jetzt eigentlich Schluss, doch wir hatten ja noch vor, einen Abschlusskaffee zu trinken. Zu diesem Zweck schauten wir uns erst mal die "Neue Mitte" von Ingelheim an. Dahinter verbarg sich ein neues Einkaufszentrum. Tatsächlich gab es dort auch ein Café, was jedoch voll war.

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Es führte kein Weg daran vorbei, wir mussten weiter suchen und liefen die Hauptstraße nach oben. Kein Café weit und breit. Zwar hatte ich vor der Tour recherchiert wo wir unsere Abschlusseinkehr machen konnten. Das war in der Nähe des Bahnhofs, doch irgendwie fanden wir weder Straße noch das Backhaus.

Irgendwann war es schließlich soweit, wir mussten einen Passanten fragen, der uns auch direkt sagen konnte, wo wir die gesuchte Straße fanden, die wir dank Smartphone im Internet recherchiert hatten. Doch wo war nun dieses dusselige Backhaus?

Erneut mussten wir Fragen. Der ausgewählte Herr konnte uns sogar sagen, wo wir hin mussten und beschrieb den Weg mit etwa fünfzehn Minuten Laufzeit.

Nach fünf Minuten standen wir vor dem Gebäude, das den Eindruck erweckte, dass unsere Abschlusseinkehr diesmal in einer Autobahnraststätte stattfand.

Nicht allen gefiel es dort, aber günstig war es. Und dafür, dass wir in Ingelheim nichts anderes finden konnten, dafür war es gut, es ging schnell und es hatte auch den Vorteil, dass es von hier aus nicht mehr weit bis zum Bahnhof war und wir ganz entspannt unsere Bahn um kurz nach fünf erreichen konnten, so dass wir gegen 17:30 Uhr wieder zurück in Mainz waren.

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Fazit dieser Tour: Nette Herbstwanderung, am Anfang und Ende durch Ortschaften, viel Asphalt und ein Problem mit der Möglichkeit zur Abschlusseinkehr machen diese Wanderung bei näherem Hinsehen nicht gerade zum Renner. Dies ist beim ersten Mal im Januar 2010 nicht so bewusst geworden, da der Abschluss im Café gelungen war und die Straßenführung in Ingelheim noch eine andere war. Somit könnte man für die nächste Zeit erst mal sagen. Danke Ingelheim, es war zwar nett bei dir, aber solange wir es zeitmäßig nicht hinbekommen "unseren Chinesen" zu besuchen, wird das erst mal nichts mehr mit den Streetmillboys.

Wanderleitung: Hotti

Bericht und Bilder: Hotti