Jubiläumstour nach Heidelberg
notiert von Hotti

17. Juli 2011


Manchmal stellt man sich als Organisator wirklich die Frage, nanu, was ist denn da los?

Die 300. Veranstaltung der Streetmillboys stand am Sonntag, 17. Juli 2011 auf dem Programm. Nicht nur, dass das Wetter schlecht war, nein dazu kam auch noch eine schlechte Beteiligung.

Unsere Sommerwanderung im Juli hat seit einigen Jahren den Namen Flip Flop Tour. Dies bedeutet nicht, dass man nur mit Flip Flops teilnehmen darf, was natürlich auch mal eine Idee wäre, sondern, dass bei dieser Tour nicht das Wandern sondern das Schlendern im Vordergrund steht. Dummerweise hatten wir seit Bestehen der Flip Flop Touren erst einmal Glück mit dem Wetter, so dass es möglich gewesen wäre, tatsächlich Zehenstegsandalen zu tragen.

Gerade mal zu viert haben wir uns nach Heidelberg aufgemacht und dabei einen absolut entspannten Tag erleben dürfen. Bedingt durch das Regenwetter nutzen wir die Zeit zum Schlemmen im Brauhaus, schauen im Schloß und Kaffee trinken in einem total knuffigen Caféhaus mitten in der Heidelberger Fußgängerzone.

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Gestartet waren wir morgens um zehn vor zehn am Mainzer Hauptbahnhof. Mangels Nachfrage konnte der Treffpunkt in Wiesbaden ersatzlos entfallen.

Der Zug kam pünktlich und brachte uns zunächst nach Darmstadt, wo wir nach ganz kurzem Aufenthalt in den Zug nach Heidelberg umsteigen konnten.

Etwas über eine Stunde dauerte nun noch die Fahrt nach Heidelberg. Hier trafen wir am Bahnhofsvorplatz unseren vierten Mann, der von Frankfurt aus mit einem schnelleren Zug angereist war.

Nach der kurzen Begrüßung durften wir als erstes den Schirm auspacken, der an diesem Tag ein treuer Begleiter sein würde.

Wir hatten entschieden, dass wir zu Fuß in die Innenstadt laufen wollten und erlebten so einen Teil von Heidelberg, der nicht so arg schön ist. Dies mag daran liegen, dass Teile des Bürgersteigs durch einen Bauzaun versperrt waren, so dass wir ein paar Meter zurück mussten um die Straßenseite zu wechseln.

Etwa zwanzig Minuten brauchten wir vom Hauptbahnhof bis in die Heidelberger Fußgängerzone.

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Bereits in der Bahn hatten wir vereinbart, dass wir dieses Mal auf jeden das Brauhaus als erstes besuchen werden. Zum Abschluss würde die große Gefahr bestehen, dass uns die Zeit davon rennen würde.

Zur rechten Zeit am rechten Ort. Und dies auch gleich aus zwei Gründen. Vor der Tür schüttete es wie aus Eimern und wir bekamen einen guten Platz. So ließ es sich aushalten. Abgesehen von der Zeit, die doch etwas knapp wurde. Im Lokal eingetroffen waren wir kurz nach halb eins, aufgebrochen waren wir kurz vor zwei.

Es regnete immer noch. Aus der Idee eine Schifffahrt auf dem Neckar zu machen, wurde deshalb nichts, so fiel die Entscheidung leicht, eine Besichtigung des Schlosses inklusive einer Führung zu machen.

Rasch waren wir am Kornmarkt, der Talstation der Heidelberger Bergbahn. Jeder löste ein Kombiticket und wenige Augenblicke später ging es bereits nach oben.

Wir holten gleich die Karten für die Schlossführung, die um 15 Uhr stattfinden würde. Anschließend besuchten wir das Apothekenmuseum, wobei uns hierfür lediglich runde 12 Minuten zur Verfügung standen-

Schon mussten wir wieder los, schließlich wollten wir nicht zu spät zur Führung kommen. Na ja, eigentlich waren wir nun etwas zu früh, genauer gesagt 10 Minuten.

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Unser Schlossführer war pünktlich, die Gruppe groß. Zunächst folgte eine allgemeine Einleitung anhand eines Modells, was meiner Meinung nach eine gefühlte Ewigkeit dauerte.

Ein jüngerer Besucher, er mag so in den zwanzigern gewesen sein, tat seinen Unmut lautstark in einer Diskussion mit einem älteren Herrn, war wohl sein Vater kund. Das Gespräch fiel so laut aus, dass unser Führer sogar seinen Vortrag unterbrach, zu den beiden Herren ging und sie bat, dass Gespräch in etwas gedämpfterer Stimmlage fortzusetzen.

Taten sie nicht, dafür waren sie kurz darauf verschwunden. Die Führung verlief nun wesentlich ruhiger und stand unter dem Zeichen zehn kleine Negerlein. Kaum hatten wir den ersten Teil des Schlosses besichtigt, wir standen gerade auf dem Schlosshof, da verabschiedeten sich auch schon die nächsten.

Selbst aus unserer Gruppe war ein Teilnehmer abhanden gekommen. Und so wurde die Gruppe allmählich immer kleiner, die Geschwindigkeit der Führung immer schneller. Es schien, als müsse unser Führer verlorene Zeit wieder einholen.

Die Führung dauerte so um die eine Stunde fünfzehn Minuten und endete am großen Fass.

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Hier trafen wir übrigens auch unseren vierten Teilnehmer wieder. Ungewöhnlich leer war es auf dem Tanzboden des Fasses. So leer, dass wir für einen Moment die einzigen waren.

Einen Blick auf Heidelberg von oben konnten wir uns natürlich auch nicht entgehen lassen.

Nun wurde es aber Zeit wieder ins Tal hinunter zu fahren, schließlich wollten wir noch einen Kaffee trinken.

Wir hatten Glück und die Bahn kam. Es war etwas verwirrend, welche Bahn denn nun nach unten fahren würde, doch wir hatten es tatsächlich geschafft in die richtige zu steigen. Nach kurzer Wartezeit fuhr diese los und kurz darauf standen wir in der Fußgängerzone.

Hier kamen uns 5 junge Boys entgegen, die sehr gut zu unserer Tour gepasst hätten. Alle trugen kurze Hosen und Flip Flops und alle sahen verdammt gut aus. Okay, man wird ja mal abschweifen und träumen dürfen, oder?

Und wir? Wir waren auf der Suche nach einem Kaffe. Selbstverständlich sollte es ein ganz bestimmtes sein. Eines, in dem wir bereits vor einigen Jahren gewesen waren. Doch dummerweise war hier kein einziger Tisch mehr frei. Enttäuscht zogen wir weiter und hatten die Hoffnung schon fast aufgegeben, sahen uns schon am Hauptbahnhof mit einem Kaffee To Go in der einen, einem Stück Schwarzwälder Kirsch Torte in der anderen Hand auf dem Bahnhofsvorplatz stehen.

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Doch es kam anders - viel feiner! In der Nähe der Anatomie, besser gesagt direkt dabei, gibt es ein wunderbar knuffiges Café. Von der Außenbestuhlung mussten wir davon ausgehen, dass es drinnen riesig groß sein musste. Wir gingen hinein, waren hin und weg, bekamen einen Platz und waren absolut fasziniert. Hier war es alles andere als groß. Mal geschätzt war das Fassungsvermögen 40 Personen, vielleicht ein paar mehr. Wenn voll, dann eng, könnte hier die Devise heißen.

Der Kuchen, ein Traum, die Bedienung total freundlich. Hier ließ es sich aushalten und wohlfühlen.

Wenn da nicht die Abfahrtszeit der Bahn zurück nach Mainz gewesen wäre. So war klar, lange konnten wir nicht genießen.

Gegen halb sechs machten wir uns auf den Weg zum Bahnhof. Den Gedanken mit der Straßenbahn zu fahren verwarfen wir schnell wieder.

Allerdings bekam ich ein paar Schweißperlen auf die Stirn, nachdem ich gelesen hatte, dass es bis zum Bahnhof noch ca. 1,5 Kilometer wären. Von der Zeit knappe zwanzig Minuten. Nun hieß es, ein klein wenig schneller zu laufen.

Wir waren sehr schnell, denn nach etwa 12 Minuten waren wir tatsächlich am Bahnhof angekommen. Nun mussten wir nur noch die Straßenseite wechseln, was dann gefühlt fast länger dauerte, als der Weg von der Innenstadt zum Bahnhof.

Die Zeit reichte sogar noch für einen Kurzbesuch in der Bahnhofsbuchhandlung.

Und dann war er auch schon zu Ende - unser Ausflug nach Heidelberg. Die Bahn fuhr pünktlich los. Wie auf der Hinfahrt mussten wir wieder in Darmstadt umsteigen. In Mainz schließlich, gegen viertel nach acht, war dann endgültig Zeit zum Abschied nehmen gekommen.

Echt Schade, dass sich nicht mehr Zeit für die 300. Veranstaltung genommen haben, aber so konnten wir immerhin sehr flexibel sein und bekamen über all einen Platz.

Fein war der Tag!

Organisation: Hotti

Bericht und Bilder: Hotti