Wanderung zum Felsenmeer im Odenwald
notiert von Hotti

9. Oktober 2011


Wenn wir in den Odenwald gerufen werden, dann ist der Erfolg der Wanderung eigentlich schon gesetzt, bevor sie überhaupt begonnen hat.

So war es auch diesmal, Gerald hatte für uns eine Tour ausgearbeitet, die alles bot, was das Wanderherz höher schlagen lässt. Diese Aussage kann man aus zweierlei Sicht betrachten. Ganz klar, die spektakuläre Natur, und dann die Steigungen, die es teilweise in sich hatten.

Ausgangspunkt der Wanderung war der Ort Lautertal an der Kuralpe um 11 Uhr. Mit etwas Verspätung und fehlender Begrüßung starteten wir zu fünft zu unserer Wanderung.

Übrigens wieder einmal bei besten Wetter, dass den ganzen Tag hielt. Hätten wir dem Wetterbericht vertraut, hätten wir gut daran getan die Tour abzusagen. Doch wir erfreuten uns an Sonnengschein, angenehmen Wandertemperaturen und keinem Regen, der spätestens am Nachmittag laut Vorhersage die Wanderung vermiesen sollte.

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Wie schon erwähnt starteten wir von der Kuralpe, in der Nähe des Felsenmeers im Odenwald.

Zunächst führte unsere Wanderung am Rande des Felsenmeers durch Wald und Feld an Beedenkirchen vorbei nach Brandau.

Eine einfache Reisegruppe waren wir nicht, hatten wir doch ständig etwas zu nörgeln. Bereits vor dem Start die Frage, ob wir denn abkürzen konnten, zwischendurch immer mal wieder Gejammer auf ganz hohem Niveau. Wer uns nicht kannte, hätte das am Ende noch Ernst genommen.

Doch dafür sind wir viel zu gerne draußen und wissen sehr genau, was für ein Aufwand die Vorbereitung und Durchführung einer Wanderung bedeutet. Selbst wenn man eine Strecke schon ein paar Mal gelaufen ist, bei der Vorwanderung die Zeiten notiert hat, so ist eine Wanderung mit der Gruppe dann immer wieder etwas anderes. Je nachdem, wie sich die Gruppe zusammensetzt kann der Zeitrahmen mit der Planung ganz hübsch auseinander gehen.

Doch zurück zu unserer Wanderung. Das erste Ziel bereits vor Augen waren wir der Meinung, dass eine kurze Rast nicht schlecht wäre und handelten mit dem Wanderleiter eine Wanderunterbrechung von sieben Minuten aus.

Der Rastplatz in der Sonne war so schön, dass fünfzehn Minuten daraus wurden.

Von hier aus konnten wir bereits Modautal-Neunkirchen sehen - unser nächstes Etappenziel!

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In Neunkirchen konnten wir noch rasch einen Blick in die hiesige Dorfkirche werfen und anschließend auf dem Parkplatz vor dem Dorf in Erinnerungen schwelgen, denn hier war im Jahr 2004 der Ausgangspunkt einer Wanderung, die in die Geschichte der Streetmillboys eingegangen ist. Wir waren damals 42 Wanderer und legten damit einen Rekord hin, den wir in all den Jahren der Streetmillboys nicht mehr wieder erreicht haben.

Heute war Neunkirchen lediglich ein Etappenziel und Start zum nächsten Anstieg, der uns zum höchsten Punkt des Odenwalds brachte. An einem Radarturm, den wir von unten immer mal wieder erkannt hatten, vorbei ging es weiter zum Kaiserturm. Auf einer Höhe von 605 Metern hatten wir es endlich geschafft. Der Anstieg hatte ein Ende.

Unser Reiseleiter wollte uns eigentlich auf den Turm schicken, damit wir die wunderschöne Fernsicht genießen konnten. Er selbst hatte geplant, sich im Lokal des Kaiserturms zur Belohnung des Anstiegs mit Kaffee und Kuchen zu belohnen.

Da hatte er allerdings nicht mit der Eigenständigkeit der Gruppe gerechnet. Denn keiner hatte Interesse daran, den Turm zu besteigen. Wäre übrigens auch gar nicht möglich gewesen, denn dieser war gerade wegen instandsetzungsarbeiten gesperrt.

Somit kam der Reiseleiter nicht zu seinem lang ersehnten Kuchen. Rast an dieser Stelle war auch nicht der Renner, also wanderten wir erst mal weiter, denn eine Schutzhütte sollte schon kurze Zeit später ein angenehmerer Rastplatz sein.

Zehn Minuten später war es soweit. Wir hatten die Schutzhütte erreicht und konnten es uns darin gemütlich machen. Sogar Tische gab es dort. Luxus, Komfort - alles in einem vereint!

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Wir ließen es uns fünfzehn Minuten gut gehen und waren schon sehr entspannt. Genau bis zu dem Moment, in dem uns unser Wanderleiter erklärte, dass wir bis hierher etwas mehr als die Hälfte geschafft hatten.

Ähm, es war schon relativ spät, wir waren bereits Stunden unterwegs, waren unserer Meinung nach ein strammes Tempo gewandert und trotzdem hatten wir erst die Hälfte geschafft.

Also gut, die nächsten Kilometer sollten nur bergab gehen, somit war unser Tempo noch ein wenig Steigerungsfähig.

Strammen Schrittes marschierten wir in Richtung Brandau. Dort waren wir, wie von unserem Tourenleiter bereits im Vorfeld verkündet, um 16:30 Uhr. Auch hier ein rascher Blick in die Ortskirche.

Nach diesem kurzen Aufenthalt der Erholung - wir durften sogar in der Kirche einen Moment Platz nehmen, ging es auch schon weiter in Richtung Felsenmeer.

Bis zur Felsenbrücke war ja noch alles nett und gemächlich. Doch dann, so kurz vor dem Ende der Wanderung, hinter der Felsenbrücke, da wurde es so richtig heftig. Steil bergan führte unser Weg.

Hoher Pulsschlag, Herzklopfen und alles, was so zu einer richtigen Anstrengung dazu gehörten, bereicherten diesen Abschnitt der Tour.

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Oben angekommen, an der Riesensäule konnten wir noch einen Moment verweilen, bevor wir schließlich zum Endspurt ansetzten.

Dieser führte zunächst steil bergab. Weh dem, der da ins Rutschen geriet.

Kurz vor dem Ziel ging das steile in einen normalen Abstieg über. Und dann war es soweit. Punkt viertel vor sechs waren wir zurück an den Autos. Eine viertel Stunde später als ursprünglich geplant, aber dafür waren wir auch 15 Minuten später gestartet.

Schnell verstauten wir die Rucksäcke in den PKW und wechselten teilweise die Schuhe, bevor wir direkt gegenüber dem Parkplatz das Restaurant aufsuchten.

Unser Wanderleiter hatte am Morgen gut daran getan einen Tisch zu reservieren, denn das Restaurant war sehr gut besucht. Wir bekamen einen netten Platz zugewiesen und verweilten bei gutem Essen und netter Bedienung bis kurz nach sieben im Restaurant.

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Und schon war es an der Zeit, die gesellige Runde aufzulösen, hatten wir doch noch einige Kilometer an Rückfahrt vor uns. Im Gegensatz zu unserem Wanderleiter, der diesmal Glück hatte, denn sein Heimweg betrug nur ungefähr zehn Minuten.

Der Fairness halber muss allerdings erwähnt werden, dass er es normalerweise ist, der den weitesten Weg hat. So war diese Tour zumindest ein kleiner Austausch.

Während der Rückfahrt zeigte sich, dass die Zeitplanung absolut gepasst hatte, denn kaum waren wir auf der Autobahn begann es zu regnen. Und so schnell hatte es nicht mehr aufgehört.

Somit hatten wir echt Glück gehabt mit dem Wetter bei dieser Tour. Wäre wirklich sehr schade gewesen, wenn es geregnet hätte und im Felsenmeer arg glitschig.

Wanderleitung: Gerald

Bericht und Bilder: Hotti