Tradition auf Abwegen

1. Januar 2010


Diesmal war bei unserer traditionellen Neujahrstour, der 7-Brücken-Tour, die sich übrigens diesmal zum 10. Mal jährte, alles andere als unsere bisherige Tradition.

Der erste Unterschied, wir waren weniger, wie in den vergangenen Jahren, was so viel bedeutet, wie dass sich der Trend unserer Teilnehmerzahl nach unten in unserer Gruppe auch in diesem Jahr fortsetzt.

Der nächste Unterschied dann die Treffzeit, denn diesmal ging es eine ganze viertel Stunde früher los. Warum? Dazu gleich mehr!

Die kleine Gruppe wartet auf den Rest

In gewohnter Manier konnten wir unsere Strecke über die Maaraue bis nach Mainz - Kostheim laufen. Selbstverständlich nicht, ohne an der gewohnten Stelle in Kostheim das Gruppenfoto zu machen. Es geht doch nichts über das altbewährte!

Gruppenfoto

Na gut, auch von uns hatten wir noch ein Gruppenfoto gemacht.Leider hatte unsere Zeit nicht gereicht, die Männer auf dem Foto so zu sortieren, dass sie ordentlich dastanden!

Gruppenfoto der Streetmillboys

Bis hierhin hatten wir drei Brücken hinter uns. Die vierte führte uns über den Main hinüber nach Gustavsburg, wo wir vom ursprünglichen Streckenverlauf abweichen mussten, denn die Mainzer Vorlandbrücke war noch immer wegen der Wegverbreiterung gesperrt. Irgendwann im Jahr 2010 soll sie wieder für den Fußgänger- und Radfahrerverkehr freigegeben werden.

Da huschen uns schon zwei Teilnehmer dasvon

Der Rest sprintet nach

Unsere Umleitung führte auf direkten Weg zum Gustavsburger Bahnhof. Hatte ich beim Gruppenfoto in Kostheim noch zur Eile aufgefordert, da ich keine wirkliche Ahnung hatte, wie weit es von der Kostheimer Brücke zum Gustavsburger Bahnhof sein würde, so stellte sich am Bahnhof raus, dass wir noch ausreichend Zeit hatten, uns mit Fahrkarten zu versorgen.

2,40 € kostet so eine Überfahrt über den Rhein hin zum Mainzer Bahnhof Römisches Theater. Eine Fahrt, die 3 Minuten dauerte. Schon teuer. Na ja, im nächsten Jahr können wir ja dann wieder über die Brücke laufen. Der guten Ordnung halber nehmen wir die Brückenüberfahrt mit dem Zug aber als 5. Brücke mit in die Wertung auf.

Nicht unerwähnt sollte bleiben, dass es eine relativ geringe Wahrscheinlichkeit gab, bei einer Fahrt von nur einer Haltestelle, die ganze drei Minuten dauerte, kontrolliert zu werden. Nicht, das nun einer denkt, wir wären schwarz gefahren. Nein, jeder von uns hatte eine Fahrkarte. Und dies war auch gut so, denn in genau diesen drei Minuten wurde unser Wagen kontrolliert. Abgesehen davon hatte auch keiner von uns vorgehabt keine Fahrkarte zu lösen.

Am Bahnhof angekommen

Angekommen am Bahnhof nun die nächste Änderung. Waren wir all die Jahre Café des Hotels im Stadtpark eingekehrt, so sollte sich auch dies diesmal ändern.

Angefangen hatte es zunächst damit, dass ich mal wieder nicht in die Puschen kam und die Reservierung dort vor mir hergeschoben hatte. Am 28.12 des Jahres 2009 kam mir der Gedanke, dass nun der richtige Augenblick gekommen sei um eine Reservierung vorzunehmen. Also ran ans Internet, Homepage des Hotels aufgerufen und was musste ich lesen? Das Restaurant hat geänderte Öffnungszeiten. Na gut - was solls. Dann ruf ich eben an und frage nach. Aber was musste ich da noch lesen, Montag und Dienstag Ruhetag. Dank Outlook war die Erinnerung schnell auf den 30.12 des Jahres 2009 geschoben.

Es ist der 30.12 des Jahres 2009 kurz nach 18 Uhr. Mir kommt noch ein Gedanke für unsere Zwischeneinkehr. Mainz hat doch noch andere schöne Lokale, rasch ist auch eines ausgesucht. Eines, dass ich meinem Mann schon immer mal zeigen wollte. Die Homepage ist schnell gefunden. Aha, telefonische Reservierungen bitte nicht. Für Gruppen über 10 Personen gerne per Fax oder über das Kontaktformular.

Schöne Bescherung, das habe ich von meiner Vormirherschieberei.

Okay, also fülle ich das Kontaktformular aus und hoffe, dass es noch einer liest oder ich die Antwort bekomme, nee - am 1.1. geht gar net, da ham mer zu.

Nichts passiert. Bis auf das wir den 31.12 des Jahres 2009 haben. Ich entschließe mich, nun doch noch mal anzurufen, ob denn meine Anfrage angekommen ist. Anrufbeantworter! Sie rufen außerhalb der Geschäftszeit an. Und jetzt?

Machen wir noch rasch einen Sprung auf den 1.1 des Jahres 2010 um kurz nach 14 Uhr - also wenige Minuten vor unserer Tour. Mein Mann hat mich freundlicherweise nach Mainz gefahren, ich stehe vor dem ausgewählten Lokal und - es ist geöffnet! Zur Sicherheit will ich lieber noch mal nachfragen, ob meine Anfrage angekommen ist und betrete das Lokal. Und auch das ist gut so, denn meine Anfrage ist gar nicht angekommen.

Jedoch kein Problem, denn der ausgesprochen freundliche Kellner schiebt schnell ein paar Tische zusammen und reserviert mir den Tisch. Geschafft - in letzter Sekunde die Abschlusseinkehr gesichert!

Doch kehren wir zurück zu unserer Tour. Inzwischen hatten wir ja dank der Fahrt mit der Bahn den Bahnhof Mainz, Römisches Theater erreicht und damit die 5. Brücke überquert.

Vom Bahnhof aus spazierten wir nun durch die Mainzer Altstadt zur Domplatte hin, bestaunten den Dom von außen und kamen kurze Zeit später am Heilig Geist, dem Lokal unserer Zwischeneinkehr an.

Der Mainzer Dom

Das Heilig Geist - ein kleiner Eindruck

Da ich den Tisch aufgrund meiner spontanen Reservierung kannte, konnten wir diesen auch direkt in Beschlag nehmen.

Meine Begeisterung kann ich noch immer nicht in Worte fassen. Irgendwie war diese Neujahrstour so ganz anders, wie in den letzten Jahren. Im Hotelcafé im Stadtpark hatten wir immer das Gefühl vermittelt bekommen, nicht wirklich erwünscht zu sein. Keiner aus der Gruppe hatte darüber gesprochen, doch heute, an dem Tag, als alles so anders war, da sprachen einige über das Gefühl der vergangenen Jahre.

2010 - ein superschönes Ambiente, genial freundliche Bedienung, leckerer Kuchen, leckeres Essen, alles war entspannter wie sonst. Dies war auch der Grund, dass unsere Einkehr diesmal länger als gewöhnlich dauerte.

Ein klitzekleiner Auschnitt unserer Gruppe

Auch mal im Einzelporträt

Gegen viertel nach fünf schließlich machten wir uns auf den restlichen Abschnitt unserer Strecke, der uns zunächst vorbei an der Rheingoldhalle an den Rhein brachte.

Schade eigentlich, dass man keine Möglichkeit hat, ohne große Umwege auf die Straßenbrücke vom Heilig Geist hinüber zum Rathaus zu kommen. Diese Brücke wäre dann unsere 7. gewesen, die wir für unsere Tradition gebraucht hätten.

Kurz vor der Theodor - Heuss - Brücke nun bereits der erste Abschied eines Teilnehmers, der es von hier aus nicht mehr weit nach Hause hatte.

Die anderen spazierten, die einen schneller, die anderen langsamer über die 6. Brücke des Tages.

Kurz nach halb sechs waren wir schließlich wieder an der Kasteler Reduit angekommen.

Bild 11

Hinter uns lag, meiner Meinung nach, ein gelungener Start in das Jahr 2010. Auch wenn es diesmal alles ein wenig anders war. Und auch, wenn es diesmal anstelle der angekündigten 9 km nur 5 km waren.

Übrigens, auch das Wetter hatte mitgespielt. Weder Regen noch Schnee behinderte unsere Tour. Mehr wollen wir ja nicht.

Hat Spaß gemacht - 2010, das wird mein Jahr und die nächste Tour, die ist ja auch bereits in einer Woche und macht sicher wieder genauso viel Spaß!

Wanderleitung: Hotti

Bericht und Bilder: Peter D. & Hotti