Rheinschifffahrt und

Wanderung durch das wunderschöne Morgenbachtal

29. August 2010


Eine Seefahrt die ist lustig, eine Seefahrt die ist schön . . .

Unsere letzte Hochsommerwanderung war verbunden mit einer Rheinschifffahrt von Bingen zur Burg Rheinstein. Und wer nun denkt, dass man da lediglich ein viertelstündchen Bootchen fährt, der irrt und hat nicht die Planung von unserem Tourenleiter berücksichtigt.

Aber mal von vorne!

Die Anmeldung zu dieser Wanderung am letzten August - Sonntag 2010 verlief mehr als schleppend, dachte der Tourenleiter fünf Tage vor der Wanderung noch, dass er allein los musste, so waren es am Ende dann doch noch elf Teilnehmer.

Und noch etwas war diesmal anders. Die Anfahrt nach Bingen erfolgte diesmal nicht mit der Bahn sondern in Fahrgemeinschaften mit dem Auto.

Hier bereits das erste durcheinander. Erst sollte der Treffpunkt in Wiesbaden ausfallen, da die meisten Teilnehmer aus Mainz kamen, dann gab es ihn doch. Am Ende parkten diejenigen, die zum Treffpunkt nach Wiesbaden gekommen waren dann noch in Mainz, da der Parkplatz in Wiesbaden von nicht gerade vertrauenserweckenden Gestalten besucht war.

Der Haupttreffpunkt war schließlich in Bingen an einem großen Busparkplatz, wo wir die Auswahl unter vielen Parkplätzen hatten.

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Um zehn vor elf waren wir schließlich komplett und wir konnten die ersten Schritte zur Anlegestelle unseres Schiffes hinter uns bringen.

Wir sahen auch den Zug, mit dem wir eigentlich gefahren wären, wenn da nicht die Idee mit dem Auto dazwischen gekommen wäre, zeitgleich am Binger Stadtbahnhof stehen.

Doch wir wollten ja nicht Zügle schauen sondern Bootchen fahren, also folgten wir dem Rheinverlauf bis zum Bootsanleger und mussten dort noch eine Weile warten, bis wir unser Schiff anlegte.

Der Kapitän verkaufte uns die Fahrkarten, fragte noch, wie wir denn von der Burg Rheinstein zurück kommen wollten, wenn nicht mit dem Schiff, doch diese Frage konnten wir ihm beantworten.

Rasch versammelten wir uns auf dem Oberdeck. Wenige Augenblicke später legte das Schiff auch schon ab und machte sich auf den Weg herüber nach Rüdesheim.

Von dort aus nahmen wir Fahrt auf in Richtung Aßmannshausen. Und jetzt hatten wir eine echt steife Brise auf dem Deck. Aufgeben hat aber keiner von uns - alle blieben im Freien.

Eine Stunde und zehn Minuten später legten wir schließlich unterhalb der Burg Rheinstein an. Hier mussten wir aussteigen.

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Zügist nahmen wir den Anstieg zur Burg, ließen diese neben beziehungsweise unter uns liegen und marschierten strammen Schrittes direkt weiter auf dem Eselspfad, einem Teil des Soonwaldsteigs.

Ungefähr auf der Hälfte dann (endlich für einige) die erste kurze Pause. Diese Steigung war von null auf hundert in 13 Minuten.

Nach der kurzen Verschnaufpause folgten wir dem Eselspfad weiter hinauf und wanderten traditionell den Eselspfad.

Oberhalb von Trechtingshausen hatten wir einen netten Blick auf die Burg Reichenstein sowie auf die Kletterfelsen des Morgenbachtals.

Und schon stand auch bereits der erste Abstieg an. Teilweise mit Stahlseilen gesichert kletterten wir hinab ins Morgenbachtal.

Jetzt kam der entspannende Teil, denn ab hier führte unsere Tour durch das Wildromantische Morgenbachtal leicht ansteigend bis zur Steckeschlääferklamm, wo unsere erste, und eigentlich auch einzige längere, Rast eingeplant war.

Dummerweise war es relativ frisch, so dass sich der Aufenthalt etwas verkürzte.

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Für die Steckeschlääferklamm sollte man sich etwas Zeit nehmen, denn rechts und links entlang des Weges entdeckt man unzählige in die Bäume geschnitzte Figürchen.

Nachdem wir oben angekommen waren, hatten wir die endgültige Wanderhöhe erreicht und folgten ab hier der Beschilderung zur Villa Rustica. Dummerweise waren wir etwas spät dran, so dass die Besichtigung dieser römischen Ausgrabungsstätte zugunsten eines wunderschönen Aussichtspunkts leider ausfallen musste. Ebenso wie der Walderlebnispfad, der dem Wanderer zeigen soll, wie es im Wald, abseits der Wege, aussieht.

Na ja, zumindest dies sollte ja jedem Wanderer unserer Gruppe bekannt sein, schließlich hatten wir schon immer mal wieder in der Vergangenheit die Wege verlassen müssen.

Aber für die Hängebrücke war Zeit, und was soll ich schreiben, einigen wäre fast schlecht geworden, weil das gute Stück so geschaukelt hat.

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Unser nächstes Ziel hieß Dorianskopf und war ein herrlicher Aussichtspunkt oberhalb des Rheines mit einen tollen Blick hinunter nach Bingen.

Weiter ging unsere Reise zurück zum Forsthaus Heiligkreuz und in Richtung Bingen.

Jetzt schwächelte die Gruppe etwas, zu merken an der Tatsache, dass zäh wie Gummi noch der falsche Ausdruck war.

Also stellte der Tourenleiter die alles entscheidende Frage. Noch einen schönen Aussichtspunkt, okay, nicht ganz so schön wie den eben gesehenen oder mit etwas verringerten Tempo direkt nach Bingen.

Die Mehrheit entschied!

Richtig, die Mehrheit entschied sich für das verringerte Tempo. Wobei wir doch noch an einem netten Schaupunkt vorbei kamen und letztendlich einen schöneren Weg, als den ursprünglich geplanten Weg nach Bingen wanderten.

Noch einmal standen wir vor der Bangen Frage. Direkt nach Bingen über das Gelände der Jugendherberge oder mit kleinem Umweg nach Bingen. Und wieder entschieden wir uns für den direkten Weg.

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Hierzu muss ich erzählen, dass es mit der Jugendherberge eine ganz besondere Bewandtnis hat, die sieben Jahre zurück liegt.

Damals hatten wir ebenfalls die Morgenbachtalwanderung auf dem Programm. Unser damaliger Tourenleiter führte die Tour in der Unkenntnis, dass der Weg durch die damals geschlossene Jugendherberge führte. Und diese war durch ein Tor gesichert, welches verschlossen war. Nun hatten wir die Alternative, entweder über das Tor zu steigen oder zurück und einen anderen Weg suchen.

Auf den längeren Weg hatte keiner Lust, da die Tour seinerzeit wesentlich länger war, und die Erschöpfung allen ins Gesicht geschrieben war. Somit war klar, dass wir über das Tor mussten.

Dabei gab es einige zerrissene Hosen sowie einen Meniskusschaden zu beklagen, an dem der Teilnehmer noch heute leidet.

Doch diesmal war alles gut, dass Tour war auf. Kein Wunder, denn nun ist der Wanderweg so geschildert, dass man durch eben dieses Tor wandern soll.

Wenige Schritte später erreichten wir Bingerbrück, überquerten die Brücke zum Hauptbahnhof hin und bald darauf erreichten wir den Park am Mäuseturm, dort wo die Landesgartenschau Rheinland Pfalz war.

Die Binger haben sich da ein hübsches Stückchen Erde erhalten, im Vergleich zu früher.

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Unser Weg führte direkt nach Bingen, wo wir noch in einem gemütlichen Lokal zum Abschluss einkehrten. Lecker Essen, top Service, was wollten wir mehr.

Wieder ging ein wunderschöner Tag bei gutem Wetter zu Ende. Ein Wetter, das in der Vorhersage wesentlich schlimmer ausgesehen hatte. Ja, wenn die Streetmillboys wandern gehen, dann gehört gutes Wetter, zumindest ohne Dauerregen, einfach dazu.

Schade, dass es zeitlich nicht gereicht hatte, einige Orte etwas ausführlicher zu bestaunen, doch, das Wetter, die Zeit und letztendlich die Reservierung zur Abschlusseinkehr saßen uns ständig im Nacken.

Sicher war es nicht das letzte Mal, dass wir im Morgenbachtal gewandert sind!

Wanderleitung: Hotti

Bericht und Bilder: Hotti