Weihnachtsmarkt in Koblenz und wie oft gibt es eigentlich den Ort "Willkommen"?

12. Dezember 2010


Eine längere Fahrt mit der Bahn nach Koblenz, eine ausgedehnte Stadtführung, ein Besuch des Weihnachtsmarkts in Koblenz und eine Bahnfahrt nach Wiesbaden, bei der die Bahn ständig in Willkommen hielt, das wäre eine kurze Beschreibung unseres Saisonabschlusses 2010.

Nun gut, die eben genannte Beschreibung unserer letzten Tour ist tatsächlich etwas kurz, deshalb mag ich Euch auch zu dieser Tour ein bisserl was schreiben.

Ausnahmsweise ging es diesmal nicht so früh los. Die Verabredung für die Wiesbadener war um zwanzig vor elf am Wiesbadener Hauptbahnhof. Von hier aus führte die Fahrt hinüber nach Mainz, wo wir weitere drei Teilnehmer trafen und nun zu siebt waren.

Mit der Mittelrheinbahn folgten wir dem Rheinlauf rheinabwärts bis zum Koblenzer Hauptbahnhof, wo wir zwei weitere Teilnehmer trafen und so schließlich zu neunt zu einer ausführlichen Stadtführung starteten.

Unser Wanderleiter Martin hatte sich entsprechend vorbereitet und konnte viel Wissenswertes über Koblenz näher bringen.

Für einige war das Highlight zwar dann doch eher der Hochwassertourismus, denn der Rhein war gerade an diesem Wochenende über die Ufer getreten.

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Man sollte es nicht glauben, wie sehr sich einige einen weiteren Höhepunkt in Koblenz herbeigewünscht hätten, doch danach mussten sie arg lange suchen. Es gab keine einzige offene Toilette. Kurz vor dem Deutschen Eck endlich stand ein Dixie Häuschchen auf der Straße, was die Erleichterung für einige Gruppenmitglieder brachte. Nun konnte es ohne Schwitzen weiter gehen.

Bedingt durch die Vorbereitungen zur Bundesgartenschau 2011 gab es allerlei Baustellen zu sehen, wo wir uns die Frage stellten, ob die Herrschaften denn überhaupt rechtzeitig fertig werden würden.

Ein Großteil des BuGa Geländes liegt direkt am Rhein, wenn da dass nächste Hochwasser dem ganzen Unternehmen nicht einen Strich durch die Rechnung macht. Allein die ganzen Schneemassen, die ja irgendwann wegtauen werden, werden sicher die Flüsse zum Überlaufen bringen.

Wir werden es sehen, denn voraussichtlich ziemlich am Anfang der Bundesgartenschau werden die Streetmillboys dort zu Gast sein. Der Termin ist geplant für den 1. Mai 2011.

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Aber zurück zu unserer Weihnachtstour. Am Deutschen Eck konnten wir anschauen, wie es ausschaut, wenn zwei Flüsse mit Hochwasser zusammen treffen, denn genau hier treffen Mosel und Rhein aufeinander.

Inzwischen war die Gruppe der Meinung, dass es nun an der Zeit wäre, sich auf den Weg zum Weihnachtsmarkt zu machen. Doch zuvor warfen wir noch einen Blick auf die Talstation der Seilbahn die eigens für das Event 2011 gebaut wurde und auf die Festung Ehrenbreitstein führt.

Und dann war auch noch Zeit für den Besuch einer weiteren Kirche. Aber dann, dann machten wir uns auf den Weg zum Weihnachtsmarkt!

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Dort angekommen sauste unser Wanderleiter auch eiligen Schrittes an die erste Futterkrippe, die ihm unter die Augen kam.

Dies war dann auch der Moment, wo wir eine Gruppendynamische Entscheidung trafen. Einige wollten ins Café, andere wollten über den Weihnachtsmarkt bummeln, wieder andere wollten sich ebenfalls etwas zu futtern suchen. Somit war klar, in der Gruppe würden nicht alle Wünsche erfüllt.

Ein Treffpunkt und eine Zeit waren schnell vereinbart und so hatte jeder die Möglichkeit sich selbstständig auf den Weg zu machen. Okay, die Aufteilung war dann letztendlich irgendwie anders, so dass sich der Herr Wanderleiter und sein Gatte nicht alleine auf den Weg hätten machen müssen, aber es hatte sich so ergeben, dass nun die Gruppe zu sechst losgezogen war. Unser Koblenzer Teilnehmer hatte sich bereits auf den Heimweg machen müssen, denn er hatte am Abend noch eine andere Verpflichtung.

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Pünktlich zur vereinbarten Zeit hatten wir uns alle am zwischenzeitlich verändert abgesprochenen Treffpunkt getroffen.

Von hier aus führte unser Weg nun zum Hauptbahnhof. Da es noch lange hin war bis zur Abfahrt des Zuges konnten wir uns sehr viel Zeit lassen, was wiederum einigen nicht aufgefallen war, denn ein Teil der Gruppe sauste in Windeseile in Richtung Hauptbahnhof, was allerdings die hinteren nicht mitbekommen hatten und so eine leichte Panik bekamen, da die Vermutung nahe lag, dass da Menschen orientierungslos in Koblenz umherirrten und nicht wussten wie sie zum Bahnhof kommen würden.

Nachdem die hinteren Versucht hatten unter Zuhilfenahme von Taschenfernsprechern die Vermissten zu erreichen, was mangels Erreichbarkeit misslang, blieb der Nachhut keine andere Möglichkeit als die Flucht nach vorn zu wagen und zum Hauptbahnhof zu gehen.

Und da standen die Vermissten dann in aller Seelenruhe. Sie gaben zwar zu, dass sie der Meinung waren, dass die hinteren bereits am Bahnhof gewesen seien und sie nicht die ersten waren, aber sie waren gerade im Begriff sich auf die Suche zu machen.

Noch immer hatten wir viel Zeit bis zur Abfahrt der Bahn. Eine Weile verbrachten wir noch in der Bahnhofshalle, doch schließlich war es an der Zeit, sich auf den Bahnsteig zu begeben.

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Die Rückfahrt hatten wir über die rechtsrheinische Strecke geplant. Hatte zwar den Nachteil, dass ein neuer Bahnbetreiber seinen ersten Tag hatte und man gerade in der Einführungsphase mit unerwarteten Ereignissen rechnen musste, doch dieses Risiko waren wir bereit einzugehen.

Ja, und was soll ich schreiben, der Zug war pünktlich! Dafür etwas ungünstig der Abfahrtsort der Bahn, denn man steht quasi auf dem Gleisvorfeld, wenn man Gleis 8 Süd besucht Nicht mal ein Dach gibt es da.

Aber dann, pünktlich war er eingetroffen, doch pünktlich fuhr er nicht ab. Er startete mit etwa sechs Minuten Verspätung. Übrigens konnte ich einige Tage später im Internet lesen, dass wir mit den sechs Minuten absolut gut weggekommen waren, denn Verspätungen um die 35 Minuten soll es auch gegeben haben.

Großer Nachteil war, dass das Fahrgastinformationssystem nicht funktioniert hatte. So hatte jeder Ort an der Strecke den aussagefähigen Namen Willkommen. Da gab es ganz schön viele Orte mit diesem Namen. Echt ungünstig wenn dann nicht einmal die Haltestellen angesagt werden und hinzu kommt, dass es an den Bahnhöfen stockfinster ist und man nicht mal die Schilder an den Bahnsteigen lesen kann. Irgendwann wurde der Schaffner angesprochen, ob denn niemand die Haltestellen durchsagen könnte, was der Schaffner dann mit dem Loklenker ausdiskutierte. Er machte es, sagen wir mal mehr schlecht als recht und vor allem nicht sehr oft.

Auch hier habe ich einige Tage später wieder lesen können, dass es ein Softwareproblem gegeben habe und die Zielanzeigen und Haltestellenansagen nicht funktionierten. Okay, dass Unternehmen hatte ja auch nur zwei Jahre Zeit um sich auf die Streckenübernahme vorzubereiten. Ja, und dass der Lokführer die Haltestellen nicht ansagen würde, dass lag daran, dass das Fahrpersonal teilweise neu sei und sich ausschließlich auf das Fahren konzentrieren müsse und da könne man nicht noch die Haltestellen ansagen.

Die Frage, warum der Zugbegleiter dies dann nicht machen könnte, hat entweder niemand gestellt oder sie wurde nicht beantwortet.

So schafften wir es mit sechs Minuten Verspätung in Wiesbaden einzutreffen. Die Mainzer bekamen ihren Anschlusszug noch ohne Probleme, damit war alles im grünen Bereich.

Ein schöner Tag ging damit zu Ende. Freuen wir uns doch schon mal auf den nächsten Besuch in Koblenz dann, wenn einiges (hoffentlich) blühen wird!

Organisation: Martin

Bilder: MarkusG. & Hotti

Bericht: Hotti