Streckenwanderung von Bingen nach Ingelheim

21. November 2010


Bei dieser Tour haben wir unserem Wanderleiter einen gewaltigen Strich durch die Planung gemacht. Dafür entschädigte er uns allerdings mit einer Steigung der deftigsten Art.

Aber mal ganz von vorne. An einem trüben Novembersonntag, wo man normalerweise höchstens mal für einen kurzen Spaziergang vor die Tür gehen würde, stand unsere Streckenwanderung von Bingen nach Ingelheim auf dem Programm.

Wie bei unseren Streckenwanderungen üblich war die Anfahrt zum Ausgangspunkt der Wanderung auch diesmal wieder mit der Bahn.

Zu diesem Anlass gruppierten sich vier einsame Wanderer um kurz nach halb zehn am Wiesbadener Hauptbahnhof um zunächst einmal mit der S-Bahn hinüber nach Mainz zu fahren, wo sie auf weitere vier Wanderer trafen. Nun gemeinsam fuhren wir mit der Mittelrheinbahn nach Bingen, verwirrenderweise zum Hauptbahnhof, wo wir von unserem Wanderleiter und einem weiteren Teilnehmer bereits erwartet wurden.

Jetzt zu zehnt starteten wir direkt zu unserer Stadtbesichtigung, die zunächst einen Ausblick auf den Binger Mäuseturm beinhaltete. Von dort aus ging es über das Gelände, bzw. dem Park der Landesgartenschau 2008.

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Nach einem kurzen Blick in die Basilika St. Martin einschließlich einiger Erklärungen davor, ging es weiter durch die Binger Fußgängerzone hinauf zur Burg Klopp und von dort aus dann stetig bergan hinauf zur Rochuskapelle. Auch hier ein kurzer Blick hinein, einige sehr interessante Erklärungen und damit war auch bereits das Ende der Stadtführung und ohne Pause ging es zum nächsten Programmpunkt, der Mittagsrast, bevor wir überhaupt losgewandert waren.

Aufgrund der doch etwas niedrigen Temperaturen entschied unser Wanderleiter seine ursprünglich für eine halbe Stunde geplante Pause zu verkürzen.

Nun folgten wir dem Rochusweg, überquerten einige Bundesstraßen und Autobahnen sowie mehrere Bahnschienen, allerdings jeweils über eine Brücke und kamen nach Ockenheim.

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Hier sollte jetzt eigentlich der Anstieg hinauf auf den Jakobsberg kommen, doch nach einer kurzen Beratung entschieden wir, diesen auszulassen.

Es gab mehrere Gründe, die dafür sprachen. Einer davon war, dass wir, bei erklimmen des Jakobsbergs erst gegen 18 Uhr in Ingelheim eingetroffen wären. Was eigentlich nicht so gut gewesen wäre, denn wie es sich für einen November gehört, wird es bereits relativ früh finster.

Somit war nach kurzer Erörterung klar, dass wir dieses Stück der Wanderung ruhig auslassen konnten. Dies wiederum stellte nun unseren Wanderleiter vor die Herausforderung nun ein Teilstück zu nehmen, was nicht vorgewandert war.

Ach ja, ein weiterer Grund der gegen den Jakobsberg sprach war die Tatsache, dass wir diesen bereits bei unserer Tour im März in fast gleicher Besetzung erklommen hatten, was bei der Wanderausschreibung allerdings nur einigen wenigen aufgefallen war.

Damit war es durchaus gerechtfertigt, diese Passage zu streichen und direkt nach Gau-Algesheim zu wandern.

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Hier wurden wir für das Auslassen des Jakobsberg mit einer Steigung der heftigsten Art konfrontiert.

Direkt zu Beginn des Anstiegs gab der Wanderleiter die Parole aus, dass bitteschön jeder in seinem Tempo den Berg nehmen sollte. Die Gruppe würde auch auf den letzten an der Bergkuppe warten.

Gesagt, getan, alle schafften es hinauf.

Oben angekommen wusste jeder, was er geleistet hatte. Diese Steigung hatte es in sich gehabt. Belohnt wurden wir mit einem wunderbaren Ausblick, den wir nach kurzem Weg auf der Bergkuppe an einem Rastplatz genießen konnten.

Von hier war es nicht mehr weit bis zum Bismarckturm, der hoch über Ingelheim thront. Normalerweise hätten wir uns hier Tiger anschauen können, die ihre Herberge im Wirtshaus am Turm gefunden haben, doch zu unserem großen Bedauern hatte das Wirtshaus Betriebsferien.

Damit wurde uns auch der Anstieg auf den Bismarckturm versagt. Halb so wild, keiner war so richtig traurig darüber, obwohl der ein oder andere gerne die vielen Treppen hinauf gestiegen wäre.

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So blieb uns fast nichts anderes übrig, als nun talwärts in Richtung Ingelheim zu wandern. Rechtzeitig zum Einbruch der Dunkelheit erreichten wir die Ortsgrenze und konnten nun in aller Ruhe an der Seltz entlang bis nach Ingelheim ins Zentrum wandern.

Wir hatten es geschafft! Dummerweise waren wir nun zu früh, denn das ausgewählte Lokal zur Abschlusseinkehr öffnete erst um halb sechs, und die Zeit unseres Eintreffens war fünf nach fünf.

Im Nachhinein betrachtet können zehn Minuten schon arg lang sein, denn der ausgesprochen freundliche Wirt öffnete uns bereits um viertel nach fünf.

In aller Ruhe konnten wir uns am reservierten Tisch niederlassen und erst mal angekommen. Schnell war die Bestellung aufgenommen und damit konnte der Tag gemütlich ausklingen.

Das Lokal unserer Abschlusseinkehr, ein Asiatisch - chinesisches Lokal war übrigens ausgesprochen gut ausgewählt. Wo bekommt man heutzutage ein chinesisches Essen für unter acht Euro oder eine Frühlingsrolle für ein Euro fünfzig. Wenn wir noch einmal nach Ingelheim wandern, wird dieses Lokal sicher wieder der Favorit für die Abschlusseinkehr werden. Aber auch die Getränke extrem günstig.

Über die Nationalität des Wirtes waren wir uns nicht so ganz klar. Chinesisch, Asiatisch oder ein Ingelheimer. Zumindest hatte er einen Dialekt, der Lust auf mehr machte. "Und hier kam das Süppche hin". Es machte Spaß ihm zuzuhören.

Aller Freude zum Trotz mussten wir ihn um kurz nach sieben verlassen, denn schließlich hatten wir noch die Bahnrückfahrt nach Mainz und Wiesbaden vor uns.

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Der Bahnhof war innerhalb weniger Minuten erreicht und sozusagen eine Punktlandung, denn kaum standen wir am Bahnsteig, konnten wir bereits die Lichter unserer Bahn in der Ferne erkennen.

Eingestiegen waren wir rasch, doch abfahren wollte der Zug nicht. Im breitesten Sächsisch wurden wir darüber in Kenntnis gesetzt, dass sich die Abfahrt des Zuges um wenige Minuten verzögern würde, denn unser Zug würde erst noch überholt.

Mit etwas Verspätung ging es schließlich los und Mainz erreichten wir mit nicht allzu großer Verspätung. Hier durften sich die Mainzer bereits verabschieden, während der Wiesbadener Teil noch auf die S-Bahn nach Wiesbaden warten musste, die nach etwa zwanzig Minuten eintraf. So endete für die Wiesbadener gegen viertel nach acht diese wunderschöne Novemberwanderung.

Fazit dieser Tour: Gelungen, Anstrengend. Da denkt man, nur der Taunus hätte steile Berge zu bieten, aber das können wir tatsächlich auch auf der anderen Rheinseite, sogar ganz in der Nähe bekommen.

Wanderleitung: Michael B.

Bericht und Bilder: Hotti