Altbekanntes auf neuen Wegen

15. November 2009


Als ich mich irgendwann im letzten Jahr entschlossen hatte, diese Wanderung zu übernehmen, da stand als Tour eigentlich nur die Wiederholung der Tour Nerotal, Platte, Fischzucht und schließlich zurück ins Nerotal mit Abschlusseinkehr auf meinem Notizzettel.

Eine Wiederholung der Tour, wie wir sie bereits mehrfach gewandert sind.

Während unserer letzten Wanderung im Oktober dann die Wende. Einige Teilnehmer meinten, dass wir doch mal eine Abschlusseinkehr in einem netten Lokal in der Nähe des Wiesbadener Tierparks Fasanerie hatten.

Na gut, damit stand meine Aufgabe fest. Eine Tour musste her, die unser traditionelles Ziel Platte einschloss, aufgrund der Witterung nicht so lang sein sollte und vom Tourcharakter mindestens eine gute Note erhalten sollte.

So versuchte ich so gut wie möglich diese Aufgabe zu lösen, und jetzt, nachdem wir die Wanderung abhaken können, bin ich der Meinung, eine relativ schöne Wanderung angeboten zu haben.

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Treffpunkt war um 11 Uhr am Wiesbadener Tierpark Fasanerie. In gewohnter Tradition war auch heute wieder schlechtes Wetter angesagt. Die Prognose sagte bis 16 Uhr trockenes Wetter voraus, danach sollte es regnen, also musste bei dieser Tour alles flux gehen.

Der Teilnehmer mit der längsten Anreise verspätete sich etwas, sodass wir unseren geplanten Abmarschtermin 11 Uhr nicht einhalten konnten, sondern erst gegen zehn nach Elf loskamen.

Nicht schlimm, wir waren nur zu sechst, sodass sich so eine minimale Verspätung rasch wieder einlaufen lässt.

Unser erster Wanderabschnitt führte hinter dem Gelände des Tierparks vorbei hin zum Schläferskopfstollen und weiter gemächlich aber stetig bergan zur Eisernen Hand.

Hier trafen wir auch zum ersten Mal auf eine Wegmarkierung, der wir nun nachlaufen durften. Die T | X Markierung hatte es uns (leider) angetan.

Dummerweise führte genau diese Markierung durch einen Matschweg erster Klasse, der uns zu der Entscheidung trieb, den Wald als Ausweichstrecke zu nutzen. Lieber über ein paar Äste krabbeln, als bis zu den Knien im Matsch zu versinken.

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Zugegeben, es hätte auch wesentlich einfachere Wege gegeben, aber wer ahnt denn schon, dass es da so matschig ist.

Eine gleich anschließende Rast auf herrlich drapierten Baumstämmen entschädigte uns für das eben erlebte.

Wir genossen Brot, Kaffee, Tee und was sonst noch so in den Rucksäcken aufzutreiben war.

Weiter ging es, immer noch der gleichen Markierung folgend in Richtung Platte. Kurz vorher wechselten wir mal eben die Markierung und folgten dem R.

Warum? Ein wunderschöner Aussichtspunkt mit herrlichem Blick auf Wiesbaden lockte uns.

Es ist schon Wahnsinn wie schnell die Zeit vergeht oder anders gesagt, wie hoch doch die Bäume geworden sind. Also ehrlich gesagt, die Aussicht war nicht mehr so fein wie noch vor zehn Jahren, und dissig war es heute auch.

Hätten wir uns auch schenken können! Aber nein, so kamen wir wenigstens zu einem Gruppenfoto, zum ersten Mal mit Selbstauslöser geknipst. Für das erste Mal war es ja schon ganz gut.

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Enttäuscht liefen wir weiter zur Platte, von wo aus wir zumindest Wiesbaden besser erkennen konnten. Am Imbissstand wollte keiner Kaffee, keine Kartoffelsuppe. Also weiter!

Neue Wegmarkierung - gelber Balken. Diesen folgten wir bis zum Nordfriedhof. Sehr gut beschildert, übrigens.

Zwischendurch auf halber Höhe nutzen wir die Schutzhütte zu einer letzten Rast für heute.

Am Nordfriedhof noch einmal ein Wechsel der Markierung. Diesmal folgten wir dem roten Balken, der uns, einmal sehr umständlich, ins Walkmühltal brachte.

Und jetzt Premiere für einen Wiesbadener wie mich. Ich kannte diesen Weg nicht, wusste nicht, was für ein wunderschönes Tal Wiesbaden zu bieten hat.

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Einige Zeit später mussten wir nochmals die Markierung wechseln. Diesmal nach links dem schwarzen Punkt. Matschig und stetig bergan. Die Gruppe war gerade etwas demotiviert und sprach gar davon, dass sich der Weg nun doch ziehen würde.

Meine Güte, wie Pinzig! Das Ziel war doch fast zum Greifen nahe.

Eine Bundesstraße stellte uns vor die Herausforderung, diese zu überqueren, ohne Überfahren zu werden. Ein echter Streetmillboy schafft so was. Deshalb kamen wir auch alle heil auf der anderen Straßenseite an.

Übrigens, wir folgten noch weiter dem schwarzen Punkt. Und dieser brachte uns doch tatsächlich zum Ausgangspunkt unserer Tour, dem Tierpark Fasanerie.

Nebenbei bemerkt, für das Protokoll, um 16:07 Uhr begann es zu regnen. Meine berechnete Ankunftszeit im Lokal war 16:00 Uhr gewesen. Wären wir mal pünktlich losgekommen! Dann hätte uns das auch nicht geholfen, denn wir wären trotzdem im Regen gelaufen. Wie ärgerlich.

Bevor wir uns aber so richtig aufregen konnten, hörte es einfach auf zu regnen. So war alles wieder gut, und wir am Auto.

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Rasch tauschten einige noch die Wanderschuhe gegen Pantoffeln, bevor wir in das Lokal zur Abschlusseinkehr einfielen.

Ein Tisch war schnell gefunden, wurde ein gemütlicher doch gerade frei.

Rasch war eine freundliche Servicekraft bei uns und reichte die Speisekärtchen an.

Seltsam, dass unsere Auswahl relativ eintönig ausfiel, denn vier Hessische Schnitzel forderten nicht gerade die Vielfalt der Speisekarte heraus.

Übrigens, für alle, die es schon immer mal wissen wollten, sich noch nie zu probieren traute oder noch nie das Getränk auf der Karte gefunden haben: Alkoholfreier Apfelwein schmeckt wie Apfelsaft.

Um kurz vor sechs schließlich dann der allgemeine Aufbruch.

Fazit: Schöne Wanderung, nette Wege, am Anfang ein bisschen Anstrengend wegen der Steigung. Aber in umgekehrter Richtung wären wir Stunden nur bergauf gewandert. Und wieder einmal der Beweis, man muss nicht weit fahren, man kann auch alte Wanderungen ein wenig umstellen und schon hat man eine neue Tour.

Wanderleitung: Hotti

Bericht und Bilder: Hotti