Wanderung entlang der Selz von der Pfalz nach Rheinhessen


1. Juni 2008


Am wunderschönen, schwülen 1. Juni 2008 waren wir mit unserer Wandergruppe in der Pfalz und Rheinhessen zu Gast.

Bei Feldwanderungen wie dieser hat man eigentlich immer ein großes Risiko. Es darf nicht zu heiß sein, es sollte trocken sein, woraus der werte Leser schließen könnte, warum plant man dann für einen solchen Tag eine Wanderung, die nur durch offenes Feld geht und der Wetterbericht Temperaturen bis um die 30 Grad voraus sagt?

Die Antwort ist ganz einfach! Zu keiner anderen Jahreszeit würde man so schöne blühende Mohnfelder sehen können. Deshalb war unser ausgewählter Termin genau richtig, und die vom Tourleiter ausgewählte Strecke gab der Schönheit dieser Tour den Rest.

Gestartet waren wir in diesmal relativ kleiner Runde mit zunächst 4 Teilnehmern am Wiesbadener Hauptbahnhof wo wir mangels geeigneter Bahnverbindung mit dem Bus zum Mainzer Hauptbahnhof fahren mussten. In Mainz trafen wir dann auf weitere 5 Teilnehmer, somit waren wir nun mit 9 Wanderern komplett.

Für Verwirrung sorgte die Zuganzeige, die uns verriet, dass dieser Zug bis nach Alzey fahren sollte. Laut Internetauskunft sollte der Zug aber bis nach Kirchheimbolanden durchfahren. Dies verriet uns keiner, doch blieben wir in Alzey einfach mal sitzen und tatsächlich ging es nach kurzem Aufenthalt dann auch weiter zum Start unserer Wanderung Kirchheimbolanden.

Am Bahnhof dann zunächst der obligatorische Versuch des Clubmanagers und des Tourenleiter die Gruppe offiziell zu begrüßen. Es ist immer wieder ein Phänomen, dass die Leute sich gerade dann unterhalten müssen, wenn es darum geht, den Ablauf kurz zu schildern. Na ja, die Zeit während der Wanderung könnte vielleicht zu knapp sein oder man trifft den derzeitigen Gesprächspartner nicht mehr.


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In Kirchheimbolanden führte der erste Weg durch den Schlosspark zur Paulskirche. Auf dem Weg dorthin wurde die Erinnerung einiger geweckt, die 1999 an einer Wanderung in Kibo teilgenommen hatten, nachdem sie das Lokal ihrer Abschlusseinkehr entdeckt hatten.

Kurz vor der Paulskirche der erste geschichtliche Vortrag, der jäh durch eine Dame abgebrochen wurde, die uns fragte, ob wir die Wandergruppe seien, die mit dem Zug anreisen sollte. Nachdem wir dies bejaht hatten teilte sie uns mit, dass die Paulskirche noch offen sei und wenn wir noch hinein blicken wollten, dann sollten wir dies schnellstens machen, denn sonst wäre sie abgeschlossen.

Also entschieden wir, den Vortrag auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben und eilten in die nahe gelegene Paulskirche und schauten uns die Stumm-Orgel an.

Warum die Eile? Ganz einfach, normalerweise ist diese Kirche nur während des Gottesdienstes geöffnet. Unser Tourenleiter hatte vor der Wanderung angerufen und nachgefragt ob man diese besichtigen könnte. Deswegen die Dame und die Eile.


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Nach der Besichtigung starteten wir nun mit unserer Wanderung und verließen auch schon allmählich Kirchheimboladen und machten uns auf den Weg nach Orbis zur Selztalquelle, wo wir die erste Rast einlegten.

Die Selz fließt von hier aus auf einer Länge von 63 km durch Alzey, Nieder-Olm bis nach Ingelheim wo sie schließlich in den Rhein mündet. Die Selz wurde in den letzten Jahren aufwendig renaturiert, was wir an einigen Stellen sehr gut erkennen konnten. Vor einigen Jahren hatten wir übrigens mal eine Selztalwanderung bei Ingelheim im Programm!

Gut gestärkt konnten wir unsere Wanderung fortsetzen und kamen nach Mauchenheim wo wir im Schatten eines Mühlrades direkt an der Selz, allerdings im Ortskern unsere zweite Rast einlegten. Von hier aus war es laut Schild nicht mehr weit nach Alzey - doch unser Tourenleiter versprach, dass wir ein wenig länger wandern dürften, denn unser Weg führte durch die Felder und nicht direkt entlang der Straße.

Im Visier hatten wir nun ständig eine Autobahnbrücke, der wir uns näherten. Zunächst sah sie relativ klein aus, doch als wir aus Weinheim, einem Alzeyer Vorort, immer näher kamen, wurde sie immer größer. Als wir an der Brücke ankamen, sah sie von unten einfach nur riesig aus.

Unser Weg führte uns nun entlang der Anfangs beschriebenen blühenden Mohnfelder, nach Alzey.

Da unser Lokal, welches wir für die Abschlusseinkehr ausgeschaut hatten, erst um 17 Uhr öffnete, nutzten wir die Zeit um noch einen Blick auf Alzey zu werfen.



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Wie gut, dass wir auch direkt einen Eissalon fanden, wo sich jeder erst mal mit einem Eis versorgte bevor wir den kurzen Weg zur Burg, heute das Alzeyer Amtsgericht, machten. Nach kurzem Verweilen an der Burg hieß es nun auf zum Bahnhof, wo sich in unmittelbarer Nähe unser Lokal zum Abschluss befand. Netter und schneller Service, sehr gut gegessen und direkt am Bahnhof, was wollten wir mehr!

Die Nähe zum Bahnhof und die Schnelligkeit im Lokal brachten uns auf die Idee einen Zug früher zu nehmen, den wir locker schafften und so bereits um 19:05 Uhr in Mainz ankamen, die Mainzer einen direkten Anschluss nach Wiesbaden bekamen und somit eine knappe dreiviertel Stunde früher zu Hause waren.



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Fazit: Eine in allen Punkten gelungene Wanderung. Immer wieder auch ein schönes Lüftchen, das uns das Wandern erleichterte. Die reine Wanderzeit betrug ca. 4 Stunden, so dass die Gesamtlänge der Wanderung so um die 16 km entsprach. Schöne Sichten bis auf den Donnersberg und eine ganz neue Erkenntnis, die ich bis jetzt so noch nicht erkannt hatte. Die Sicht über die Felder in den Horizont, ohne dass irgendein Baum stört, ist genial und lädt zum Abschalten, den Gedanken freien Lauf lassen, ein.

Bericht: Hotti

Bilder: Hotti




t: Hotti

Bilder: Hotti