Wanderung von Eltville am Rhein nach Wiesbaden - Dotzheim


16. November 2008


Wenn unser "Clubmanager" Hotti Touren leitet, dann sind diese meist vor der Haustür, oft sogar direkt vor seiner Haustür. So auch bei dieser trüben Novemberwanderung.

Der erste Treffpunkt in Wiesbaden - Dotzheim wurde von den Teilnehmern genutzt, die sich für eine morgendliche Busfahrt entschieden hatten, die anderen Teilnehmer kamen schließlich am Wiesbadener Hauptbahnhof dazu. Insgesamt 15 waren es am Ende.

Erstaunlich war diese hohe Teilnehmerzahl schon, denn noch am Montag gab es keine einzige Anmeldung zu dieser Tour.

Vom Wiesbadener Hauptbahnhof mussten wir nun mit der Bahn bis nach Eltville fahren. Frau A., unsere Zugbegleiterin begrüßte uns freundlich und verständlich auf der Fahrt von Wiesbaden nach Koblenz - aber so weit wollten wir doch gar nicht!?

Kurz vor Walluf waren wir mit der Kontrolle dran, wo sie einem Teil der Gruppe mitteilte, dass es regnete - wir sollten doch weiter mit fahren. Wollten wir aber nicht!

In Eltville verabschiedete sie sich von uns mit einen freundlichem Schulterzucken. Die Wanderung konnte beginnen. Na ja fast, denn zuerst gab es von Hotti noch ein paar Sätze zu der wunderschönen Stadt Eltville.

Na endlich! Die Regenschirmwanderung konnte beginnen. Am Marktplatz vorbei wanderten wir zum Rhein, dort nach links auf den Leinpfad in Richtung Niederwalluf. Gut, dass der Nieselregen nun doch aufgehört hatte.


Wandern mit Schirmen macht erst so richtig Spaß!

In Walluf dann die ersten Beschwerden, verbunden mit einem Anruf, ob wir denn Walluf schon durchwandert hätten. Jetzt kann sich bestimmt jeder Denken, welchen Inhalt die Beschwerde hatte. Genau - die Wandergeschwindigkeit. Zu schnell soll die Spitze gewandert sein, so schnell, dass man gar nicht so richtig die Natur genießen konnte und so schnell, dass man schon in Eltville von der Stadt nichts mitbekommen hatte.

Mir selbst als der, der an der Spitze war, war gar nicht aufgefallen, dass die Wandergeschwindigkeit nicht angepasst sein sollte. Bei der Vorwanderung hatte ich versucht unter realistischen Bedingungen die Wanderung vorzulaufen, hatte dabei den Glauben, der sich in der Vergangenheit schon so oft bestätigte, dass man in der Gruppe immer schneller wandert wie bei einer Vorwanderung und so setzte ich für die ersten Kilometer in der Zeitplanung den durchschnittlichen Kilometer von 15 Minuten auf 12 Minuten. Tatsächlich waren es aber die statistischen 15 Minuten.

Oh weia, würden wir so noch pünktlich das Lokal für unsere Abschlusseinkehr erreichen?

Vor Schierstein nahmen wir uns die Zeit eine Menge Störche zu beobachten.


Wir Störche finden es so schön hier, dass wir gar nicht weg fliegen wollen!

Jetzt führte uns die Wanderung auf einigen von uns bekannten Wegabschnitt, der 1. Etappe des Rheinsteigs, der von Schierstein nach Frauenstein führt.

Allerdings nimmt der Rheinsteig in der Schiersteiner Gemarkung teilweise eine "Maschenwegführung" - einen Weg rechts hinauf, den nächsten links hinunter, den zweiten wieder hinauf, den dritten wieder hinunter.
Dies machten wir nicht, wir wanderten auf dem Hauptweg, mit einem schwarzen Punkt gekennzeichnet. Schließlich war auf diesem Hauptweg auch unsere erste längere Wanderpause eingeplant. Diese machten wir an einer Nichttrinkquelle, aber ein Mäucherchen sowie zwei Bänke boten hier Platz für eine Menge Personen.


Hat mal jemand einen Fön? Hier ist ja alles ganz feucht!


Bäh - wer ist nur auf die Idee gekommen heute Wandern zu gehen? Schaut nur wie ich aussehe! Ganz schmutzig bin ich schon!

Blick vom Herrnbergturm in die Ferne

Blick vom Herrnbergturm in die Tiefe

Dies machten wir nicht, wir wanderten auf dem Hauptweg, mit einem schwarzen Punkt gekennzeichnet. Schließlich war auf diesem Hauptweg auch unsere erste längere Wanderpause eingeplant. Diese machten wir an einer Nichttrinkquelle, aber ein Mäucherchen sowie zwei Bänke boten hier Platz für eine Menge Personen.

Nach fünfzehn Minuten der Aufbruch zum Aufstieg. Weiter dem schwarzen Punkt nach wanderten wir hinauf zum Hofgut Nürnberger Hof, wo im letzten Jahr bei der Novemberwanderung unsere Abschlusseinkehr war. Doch diesmal nicht, weiter zum Goethestein hieß es. Hier bot sich ein netter Blick über die Region. Man konnte sogar noch den Kirchturm von Eltville sehen.

Als alle genug gesehen hatten konnten wir uns aufmachen zum letzten Teil des Anstieges, zum Herrnbergturm hinauf. Oft waren wir schon an diesem Turm gewesen, selten nahmen wir uns die Zeit, diesen Turm zu besteigen, heute schon.

Anschließend folgten wir weiter dem schwarzen Punkt bis zum Frauensteiner Sportplatz.


Hier kam manch einer ganz schön auf dem glatten Laub ins Schlittern

Jetzt konnte man sehen, wie viele Fußballfans wir doch in der Gruppe haben, denn einige unserer Teilnehmer klammerten sich förmlich an den Zaun und konnten sich gar nicht mehr los reißen. Mir persönlich ist der Sinn dieses Spieles immer noch nicht klar. Da rennen eine Menge, in der Regel nicht schlecht aussehende junge Männer, so einem runden Ding hinterher, schreien sich an. Zum Beispiel den jungen Herrn im gelben Hemdchen. Einige brüllten ständig: "Schiri - Schiri - Schiri" - das heißt doch Cherry, oder nicht? Nachdem die Nichtsportinteressierten es geschafft hatten, die Sportbegeisterten vom Zaun wegzuzerren konnten wir unsere Wanderung fortsetzen.


Da stehen unsere Fußballbegeisterten Teilnehmer und wollen gar nicht mehr vom Zaun loslassen! Nur mit Mühe konnten wir Sie los reißen

Der Mann in Gelb ist Cherry

Ab hier folgten wir für kurze Zeit der Beschilderung der Naturfreunde durch den Lippbachgrund. Bei dieser Auszeichnung ist allerdings Vorsicht geboten, denn diese ist nur sehr sehr unregelmäßig an den Bäumen angenagelt. Wenn man sich am Tal in Gehrichtung links orientiert sollte man es aber schafften. An einer kleinen Holzbrücke mussten wir die Talseite wechseln, denn bei der Vorwanderung hatte ich es nicht getan und stand plötzlich ohne Weg mitten im Wald.


Sind wir noch richtig?

Ja mein liebes Herrchen, nun schau mal wie Du da rüber kommst! Ich werde Dir bestimmt nicht helfen

Und da war er auch wieder, unser schwarzer Punkt. Jetzt war es nur noch ein kurzer Weg bis zu unserer nächsten Rast. Kräfte schöpfen für den letzten Teil der Wanderung, die letzte Stunde.

Etwa 15 Minuten konnten wir rasten bevor es weiter ging. Ein wenig folgten wir noch unserer altbekannten Markierung bevor wir nach einer Ansteigung den nächsten breiten Hauptweg nach rechts nahmen. Hier ging es wieder ein wenig hinunter, dann halbrechts, am Häuschchen auf dem rechten Weg geblieben und schon wanderten wir auf der rechten Seite des Weilburger Tals. Das Weilburger Tal ist ein total schönes Tal zwischen Wiesbaden - Dotzheim und dem Chausseehaus.

Leider fing es nun wieder an zu regnen. Diesmal aber kein Nieselregen, so wie am Morgen sondern richtig. Glücklich sei der, der einen Regenschirm hatte. Aber nun war es auch nicht mehr weit bis zum Ziel!

Das Weilburger Tal näherte sich dem Ende. Deshalb nahmen wir, bevor es wieder nach oben ging, den Weg nach links und fanden uns eine Minute später im "echten" Weilburger Tal wieder. Kurz wanderten wir in Richtung Dotzheim, doch direkt vor dem Ortseingang führte nun ein steiler Weg links nach oben.

Wer stöhnte denn da? Ging doch am Ende der Steigung wieder nach unten. Am Ende des Zaunes, den wir links sahen, ließ schlimmes befürchten. War da etwa noch ein Aufstieg. Jawohl, so war es. Jetzt ging es richtig hinauf.

Oben angekommen bot sich uns nun ein genialer Blick über Dotzheim, dem zweitgrößten Wiesbadener Ortsteil. Schade dass es regnete, so wurde unser Gruppenfoto etwas feucht.


Kurz vorm Ziel noch rasch ein Foto von der Gruppe! Soviel Zeit muss sein!

Endspurt! Ab hier ging es nur noch geradeaus nach oben und schon fanden wir uns im Lokal wieder, dass für unsere Gruppe einen Tisch frei gehalten hatte.

Wie immer wurden wir super bedient, bekamen lecker Essen und so konnte unsere Wanderung gelungen ausklingen!

Fazit dieser Wanderung: Es ist zunächst eine Feld-Tour, die teilweise durch Ortschaften führt. Im Sommer ist sie nicht zu empfehlen, da gerade auf den Abschnitten zwischen Eltville und Wiesbaden - Schierstein der Papst steppt. In Frauenstein, etwa am Herrnbergturm, ist dann Halbzeit. Zwar geht es noch ein wenig weiter über Feldwege, doch schon bald tauchen wir ein in den Wald, der uns fast bis nach Dotzheim begleitet. Ich finde es eine schöne Tour. Insgesamt verbergen sich so um die 19 Kilometer hinter dieser Strecke. Anstrengend wird es fast nur auf dem Abschnitt von Schierstein bis hinauf zum Turm.

Am Ende gibt es dann noch die Herausforderung vom Weilburger Tal hinauf nach Kohlheck. Viel Asphalt, was aber die Waldwege wieder ausgleichen.

Bericht und Bilder: Hotti