Verzaubert an der Bergstraße

Von Märchen, Prinzen und der Burg Frankenstein


20. April 2008


Am Sonntag, 20. April 2008 lautete das Motto unserer Wanderung: Verzaubert an der der Bergstraße - von Märchen, Prinzen und der Burg Frankenstein!

Doch bevor es soweit war stand erst einmal die Anfahrt auf dem Programm. Wieder einmal hatten wir eine Streckenwanderung vor uns, mit einer der Gründe, warum wir für die An- und Abfahrt öffentliche Verkehrsmittel nutzten. Vor einiger Zeit noch wäre es für die Streetmillboys noch fast undenkbar gewesen, mit dem ÖPNV zu einer Wanderung zu fahren. Schon aus dem Grund, dass unsere Startpunkte in der Regel nicht unbedingt in Bahnhofsnähe vorgesehen waren, so dass wir nur mit den Autos fahren konnten.

Also trafen sich die ersten fünf Teilnehmer bereits am frühen Sonntagmorgen um 9:20 Uhr am Wiesbadener Hauptbahnhof um den Zug nach Darmstadt zu nehmen. Weitere Teilnehmer stiegen dann in Mainz dazu, die vorletzten beiden trafen wir in Darmstadt, wo uns ein Umstieg in die Odenwaldbahn erwartete, die uns auch kurze Zeit später zum Start unserer Wanderung brachte. Hier endlich kam nun auch der letzte Teilnehmer dazu. Ohne ihn hätten wir gar nicht los wandern können, denn es war der Wanderleiter dieser Tour.


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Unsere Wanderung begann schließlich um kurz vor elf in Darmstadt in der Nähe der TU Lichtwiese. Von dort führte unser Weg durch den Darmstädter Stadtwald vorbei an Herrgottsberg, Goethestein und Ludwigshöhe mit Blick u. a. auf die Mathildenhöhe (Hochzeitsturm).

Anfangs konnte man glauben, nur im Kreis zu Wandern, da wir ständig wieder rechts rum liefen und der Eindruck fühlen ließ, dass es so gar nicht losging. Doch der Eindruck täuschte, denn am Böllenfalltor führte unsere Tour links herum und ging sogar ein ganz klein wenig nach oben.

Von der Ludwigshöhe führte unser Weg auf den Prinzenberg (vielleicht begegnet uns dort tatsächlich der Traumprinz) und zum Melittabrunnen in Richtung Eberstadt. Weiter ging es am Rand der Eberstädter Kirchwiesen (von den Einheimischen auch gerne Darmstädter Toskana genannt) zu unserer ersten Rast am Mathildentempel (mit Schutzhütte). Leider erreichten wir die Schutzhütte nie, denn der Unachtsamkeit von 16 Wanderern war es zu verdanken, dass wir einen falschen Weg liefen, der so falsch gar nicht gewesen sein konnte, denn wir standen plötzlich wieder auf dem richtigen Weg.


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Spontan entschied unser Tourenleiter, nun direkt hier und auf der Stelle die Rast zu machen. Wir ließen uns auf Bänken und Boden nieder, schauten Fahrradfahrern zu, die ihr Fahrrad den Berg nach oben schoben, sahen fesche Radler in kurzen Hosen, die kurz anhielten, dann aber leider gleich wieder nach unten fuhren, doch leider mussten auch wir schließlich wieder weiter.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatten wir eine nicht allzu anstrengende Wanderung und erreichten nun die ersten Ausläufer des Odenwaldes an der Bergstraße. Über die Himmelsleiter werden wir den Aufstieg von ca. 200 m auf über 400 m zur Ruine Frankenstein beginnen. Dort erreichen wir den Höhepunkt unserer Wanderung. Für die Anstrengung werden wir hoffentlich dort mit einer schönen Sicht in die Rheinebene belohnt. Die Ruine inspirierte angeblich Mary Shelley zu ihrem Roman Frankenstein.

Dies war zumindest die Ankündigung, die Himmelsleiter nahmen wir dann lieber doch nicht und wanderten in Serpentinen nach oben. Immer mal wieder sahen wir die Himmelsleiter und die Befürchtung lag nahe, wenn wir den Ursprünglichen Weg genommen hätten, so hätten wir das Rote Kreuz rufen müssen. Wer keine Vorstellung von der Himmelsleiter hat, es handelt sich um einen Weg mit unzählbar vielen Stufen, der vom Tal hinauf auf Burg Frankenstein führt. Der von uns gewanderte Weg hat das gleiche Ziel, doch geht es eher gemächlich nach oben.

Um einen kleinen Eindruck zu bekommen wanderten wir die letzten Meter doch noch die Himmelsleiter hinauf, was uns absolut genügte. Mehr muss nicht sein.



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Nach einer Pause auf Burg Frankenstein, die einige zum Schauen, andere zum Kaffee trinken nutzten, ging es über den Felsenpfad (vorbei an Magnetsteinen) hinab nach Ober-Beeerbach, zu den Märchenteichen (an dem die müden Wanderer von einem verwunschenen Froschkönig wach geküsst werden) nach Seeheim.

Hier stand um kurz nach fünf die Einkehr zu einem frühen Abendessen auf dem Programm. Das Essen hatten wir bereits von Unterwegs bestellt, schließlich stand uns ja noch eine Fahrt mit Straßenbahn und Zug bevor.

Wir erlebten diesmal eine hervorragende Logistik, denn kaum hatten wir Platz genommen, wurden auch schon die Getränke aufgenommen, einen Moment später trafen die ersten Salate ein und schwups, schon kam die Hauptspeise. Selten hatten wir so einen Klasse Ablauf erleben dürfen. Und das nur, weil wir uns vorher bereits entschieden hatten, was wir Essen mögen.

Gegen viertel nach sechs schließlich war die Zeit des Aufbruchs gekommen. Einige ließen es sich nicht nehmen, sich in die Schlange der gegenüber liegenden Eisdiele einzugliedern. Der letzte schaffte es bis knapp vor dem Losgehen zur Straßenbahnhaltestelle um halb sieben.

Über den Friedhof führte der Weg zur Haltestelle, die wir nach bereits knappen fünf Minuten erreicht hatten.

Die Bahn kam und sie kam pünktlich. In Darmstadt mussten wir nach ausreichender Instruktion durch unseren Wanderleiter noch mal in den Bus zum Hauptbahnhof umsteigen. Hier an dieser Stelle hatte sich unser Wanderleiter verabschiedet.

Somit mussten wir ohne Aufsicht zum Hauptbahnhof fahren, was wir auch ohne Probleme schafften. Jetzt nur noch über den Bahnhofsplatz und hin zu unserem Zug, der uns zurück nach Mainz und Wiesbaden brachte, wo wir schließlich um zehn nach acht beziehungsweise um kurz vor halb neun wieder eintrafen.

Fazit: Toll organisierte Tour, einschließlich hervorragend organisierter Abschlusseinkehr. Die Streckenführung war sehr gut, und ist einfach nachzuwandern. Bis zur Burg Frankenstein und weiter einfach dem roten Balken folgen. Die Wege waren nie langweilig. Von der Streckenlänge her waren es so um die 22 km gewesen, die zu keiner Zeit langweilig waren.

Bericht: Hotti

Bilder: Gerhard und Hotti