Budenheim


5. März 2006


Zum dritten Mal in Folge mussten wir unsere Route ändern, doch diesmal kam es noch heftiger. Waren es bei den ersten beiden Wanderungen nur einzelne Abschnitte, die wir auf Grund von Wetter bzw. Ausfall des Tourenleiters anders Wandern konnten, so mussten wir bei der ersten Wanderung im März die Tour komplett abändern.

Die Witterungsverhältnisse der Tage vor der Wanderung sowie die Wettervorhersage für diesen Sonntag waren alles andere als berauschend. Also wurde aus der Wanderung in Kirn eine Wanderung von Mombach nach Budenheim.

Eine Wanderung, die wir bereits im Februar 1999 abgelaufen sind, damals allerdings mit Vorwanderung und Ortskundiger Führung. Diesmal übernahm ich die Führung, leider nicht ganz so ortskundig, doch am Auto sind wir letzten Endes wieder angekommen.

Um das ganze einfacher zu machen, war Treffpunkt und Uhrzeit gleich geblieben, denn für die Kirn-Wanderung waren Fahrgemeinschaften geplant. Also trafen wir uns um halb elf am Mombacher Kreisel um von dort aus weiter zum Parkplatz Mombacher Waldfriedhof zu fahren. Die Fahrt dauerte nicht lang, die Wartezeit länger. Ein Teilnehmer hatte sich direkt für den Treffpunkt Waldfriedhof entschieden und mir mitgeteilt, dass er um viertel vor elf da sein würde.

So warteten wir, und warteten, und warteten… Dummerweise war ausgerechnet dieser Teilnehmer noch nicht im Handy gespeichert, so dass eine Kontaktaufnahme via Handy leider nicht funktionieren konnte.

Nach fünfundzwanzig Minuten Wartezeit entschied ich, dass wir los laufen sollten, denn so ganz allmählich wurde es kalt.

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Zunächst führte uns der Weg am Friedhofszaun entlang hinein in den "märkischen Kiefernwald" - laut Ankündigung von 1999 eine einzigartige Fauna im Rhein-Main-Gebiet, welche wir allerdings wegen der Schneeverhältnisse nicht so bewusst wahrnehmen konnten.

Tja, und da klingelte auch (endlich) mein Mobiltelefon, und wer rief an? Klar, unser Teilnehmer, den wir am Waldfriedhof aufsammeln wollten. Dummerweise hatten wir im vorangegangen Schriftwechsel nicht wirklich ausdiskutiert, welchen Waldfriedhof ich gemeint hatte und so stand er um viertel vor elf in Gonsenheim, wir in Mombach. Klassischer Fall von Missverständnis, aber eine Lehre, zukünftig in der Regel nur noch einen Treffpunkt anzubieten, denn das erspart den anderen Teilnehmern kalte Füße!

Der verlorene Sohn war inzwischen nach Hause gefahren, wir konnten unsere Wanderung fortsetzen.

Eine knappe Stunde später dann die erste Rast in einer der zahlreich am Wege stehenden Schutzhütten. Im Sommer braucht man sich eigentlich nur dort hin zu setzen, nette Jungs und Mountainbiker kommen in diesem Wald ohne Ende vorbei, so bot uns dieser erste Abschnitt der Wanderung doch auch was fürs Auge!

Unser nächstes Ziel sollte der Lenneburgturm sein, doch diesen erreichten wir nie, denn ich entschied, dass wir weiter auf einem mehr oder weniger festen Weg und kurze Zeit später rechts in den Wald abbiegen sollten. Jetzt dachte ich an eine andere Straße und schlug vor, dass wir dieser Straße nach oben folgten sollten, was wir auch machten. Doch dann kam ein wunderschöner Weg, welcher links nach oben führte. Wir merkten erst zu spät, dass dieser Weg viel zu weit weg von der Straße, welcher ich folgen wollte, abwich.

Der Weg wich sogar ganz schön weit ab, denn wir fanden uns kurz darauf im Wilden Westen wieder. Denn mitten in der Landschaft stand eine Westernstadt, die wir aber rechts liegen ließen.

Und schon fanden standen wir wieder an einer Hauptstraße. Jetzt ging es nach rechts, entlang der Straße. Dummerweise wollte ich nicht glauben, dass sich auf der anderen Straßenseite ein Waldweg befand. Wir aber liefen sehr zum Entsetzen diverser Autofahrer der Straße entlang.

Kurze Zeit später hatten wir ohne Unglück Schloß Waldhausen, Schulungszentrum einer Sparkasse, erreicht. Kurzer Rundgang und schon hieß es weiter gehen, einen "Steilhang" hinunter.

Ab jetzt sahen wir nicht mehr so viele Spaziergänger und konnten die Stille genießen

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Den meisten machten diese Wanderung viel Spaß, wenn auch nicht klar war, wo wir waren, wo wir raus kommen würden und letztendlich wann wir wieder am Ausgangspunkt heraus kommen würden. Wie genau wir unsere Wanderung fortgesetzt haben ist im Nachhinein eigentlich nicht mehr zu rekonstruieren, denn die Wegeführung ging einfach nur noch aus dem Bauch heraus.

Eine Rast schloss sich noch an und wenig später standen wir an der Bahnschranke in Uhlerborn. Weiter ging es durch das Feld in Richtung Budenheim zurück. Hier hieß es nun, die Orientierung wieder zu finden, die ich schließlich am Rathaus gefunden hatte.

Nachdem wir den oberen Ortsteil von Budenheim durchwandert hatten erreichten wir wieder den Mombacher Wald und schließlich den Mombacher Waldfriedhof.

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Das Thema Abschlusseinkehr gestaltete sich als sehr schwierig, denn das Cafe am Friedhof bot uns nicht genügend Platz und so löste sich die Gruppe diesmal zum größten Teil ohne Abschlusseinkehr auf. Zum größten Teil deshalb, weil sich einige noch für einen Besuch im Heilig Geist in Mainz entschieden, um die Wanderung noch entspannt ausklingen zu lassen.

Fazit der Wanderung: Nette Wanderung, viele Spaziergänger, so dass im ersten und letzten Teil nichts von der sonst bei unseren Wanderungen üblichen Einsamkeit zu spüren war. Letztendlich haben wir zu viel auf den Wetterbericht vertraut, denn der angesagte Schnee blieb zumindest während unserer Wanderung aus.

Bericht und Bilder: Hotti