Auf den Höhen von Bacharach


15. Oktober 2006


Sonne, Sonntag, Streetmillboys. So einfach war der Plan.

Ich holte zwei Mitwanderer vom Bahnhof ab, brachte sich zum nächsten Treffpunkt. Dort stellten wir neue Fahrgemeinschaften zusammen und fuhren nach Bacharach auf einen Parkplatz, auf dem bereits weitere Streetmillboys warteten.

Kurze Ansprache und Essen bestellen. Huh? Jetzt schon? Ja, das Restaurant will es so, wegen der Organisation. Da wird man neugierig. Nachdem die Bestellung durchgegeben war, erklommen wir die Höhenmeter und jeder der schon mal das Rheintal bei Rheinkilometer 543 gesehen hat, weis das es steil ist. Schon bald gerät man ins Schwitzen, Pullover werden in die Rucksäcke gepackt, Jacken geöffnet.

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Ziemlich weit oben angelangt, können wir die Burg Stahleck und die Dächer von Bacharach sehen. Etwas später stellt uns Michael, zuständig für Kultur, die Reste einer Römerstraße vor. Sicher, nur spärliche Überreste eines weit verzweigten Straßennetzes, aber dennoch beeindruckend, Objekte mit ca. 1200-jähriger Geschichte zu sehen.

Es wurde flacher und wir gingen entlang eines Waldes in Richtung Dichtelbach, die Sonne wärmte ungemein, obwohl in den Tälern leichter Dunst zu erkennen war. Der Weg, auf dem wir wanderten, wurde vergleichsweise häufig von Autos benutzt. Landwirte auf dem Weg zu ihrem Acker?

Nun waren wir bereits 7-8 km gewandert und in einem Wald angelangt. Am Wegrand liegende Baumstämme luden zu einer Rast ein, obwohl wir bemerken mussten, dass sie etwas harzten.

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Nach der Stärkung ging es weiter und wir kamen in die Nähe von Dichtelbach, das schon einmal Tourstadt der Streetmillsboys war. Auf dem nahe gelegenen Berg thronten immer noch die drei Windräder, die sich im aufkommenden Wind gemächlich drehten.

Ein kurzer Weg durchs Dorf, dann wieder in den Wald, und hatten somit wohl den weitesten Punkt der Tour hinter uns gelassen. Die ersten fragten schon nach den Weinbergen, die doch angekündigt waren. Kein Problem: Wir bekamen sie im Tal bei Oberheimbach zu sehen. Die meisten Wingerte waren abgeerntet, einige scheinbar erst heute, da Kisten gefüllt Trauben entlang der Rebzeilen aufgereiht waren.

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Am Ende des Tals, aber immer noch auf dem Berg, blickten wir auf die andere Rheinseite (oftmals auch äbsch-Seit genannt), das Gr. Lorcher Werth, ein Naturschutzgebiet inmitten des Rheines, sowie Burg Hohneck. Von dort machten wir uns an den Abstieg, der in Rheindiebach endete. Mein Körper war dankbar, dass ich Bacharach in 2 km Entfernung wusste. Wir versammelten uns kurz und Michael erklärte, dass die Tour weiterginge mit einem Anstieg ins nächste Tal, bis an dessen Ende, wieder zum Rhein bis zum nächsten Tal und dort die gleiche Prozedur.

Oder ohne große Anstrengung entlang des Rheines. Großes Aufatmen und Zustimmung für die zweite Variante. Am Parkplatz angekommen wurden die Rucksäcke verstaut und man begab sich in das Restaurant und nahmen unsere frühzeitig bestellten Speisen ein.

Bericht: Rainer O.