1. Etappe Rheinsteig
Von Wiesbaden nach Schlangenbad


13. November 2005


Das Großprojekt Rheinsteig startete am Sonntag, 13.11.2005 bei schönstem Herbstwetter erst einmal mit einer logistischen Herausforderung. Alle Rheinsteigetappen sind Streckenwanderungen, wo bei der Planung erst einmal intensiv darüber nachgedacht werden muss, wie man die An- und Abreise am sinnvollsten gestaltet. Ist doch ganz einfach, werden jetzt viele denken, schließlich fahren ja Busse und auch Bahnen. Ist ja auch richtig, doch nicht an diesem Sonntag, wo auch noch die Vorbesprechung für 2006 auf dem Programm stand. Die Deutsche Bahn hatte für den Streckenabschnitt Koblenz -Wiesbaden Schienenersatzverkehr angekündigt. Die Busse würden etwa eine Stunde später fahren, wie die Bahn.
Na ja und eigentlich wollte ich unseren Mitwanderern ja etwas Komfort bieten und habe dafür Angebote diverser Busunternehmen eingeholt. Mein Gedanke war, wir treffen uns in Wiesbaden, wandern nach Schlangenbad und lassen uns dann zurück nach Wiesbaden chauffieren. Voraussetzung hierfür war eine Beteilung von knapp 20 Teilnehmern.

Doch leider kamen die Anmeldungen nur scheibchenweise herein, so dass ich den Gedanken an einen Bus wieder streichen konnte. Die Idee kam dann schließlich beim Gassi gehen mit dem Hund. Treffpunkt in Schlangenbad, von dort aus in möglichst wenigen Autos nach Biebrich fahren, von dort los wandern, Abschlusseinkehr in Schlangenbad und von dort mussten dann nur noch wenige nach Wiesbaden gefahren werden, um ihre Autos zu holen.

Und genau dies funktionierte. Etwas früher als üblich trafen wir uns in Schlangenbad, bildeten Fahrgemeinschaften und ab in die Autos. Für die Fahrt nach Wiesbaden hatte ich Straßen überwiegend in der Nähe unserer Wanderroute ausgewählt. Dauerte etwas länger, aber war schon mal die richtige Einstimmung. Schön wäre es gewesen, wenn ich noch Sprechfunk in den Autos gehabt hätte, wegen der Reiseerklärungen.

Kurz nach elf war dann versammeln vor dem Biebricher Schloss angesagt. Zum Start dieses besonderen Ereignisses hatte ich mir gedacht, so ein kleiner Sektumtrunk wäre doch ganz nett und lud die munteren Wanderer zu einem Becher Sekt vor dem Schloss ein, wo wir auch noch unser Gruppenfoto zustande brachten.

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Sektumtrunk allein sollte aber nicht genügen. Für alle Teilnehmer der Rheinsteig- Touren gab es nun noch ein kleines Heftchen, welches am Ende jeder Etappe mit einem Stempel versehen wird. Belohnt wird jeder, der Teil nimmt, am Ende in Bonn. Und eine besondere Überraschung gibt es noch für den, der die meisten Etappen geschafft hat.

Ach ja, wir waren dann übrigens doch noch 18 Teilnehmer und hätten mit ruhigem gewissen einen Bus anmieten können. Aber mit der Alternativlösung konnte jeder leben.

Nachdem das Körbchen für den Sektumtrunk wieder im Wagen verstaut war konnte es endlich los gehen. Zunächst einmal im Konvoi über die Straße in Richtung des Rheines, welchem wir bis nach Schierstein folgten. Über die Dyckerhoffbrücke ging es in Richtung Schiersteiner Hafen, zunächst noch weiter am Rhein entlang, doch schon bald hieß es Abschied nehmen, von der Nähe des Vater Rheines. Jetzt ging es in Richtung Weinberge

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Der Rheinsteig ist so was von gut ausgeschildert, dass man sich sehr konzentrieren muss, nicht vom Wege abzukommen. Besonders schwierig ist dies, da eine Philosophie ist, keine geraden Strecken zu laufen, möglichst wenig Asphalt. Deshalb wandert man sehr oft in Schlangenlinien durch die Gemarkung.

Dummerweise passte meine Zeitplanung nicht zu unserer Wanderung. Deshalb kamen wir auch mit etwas Verspätung zu unserem ersten Rastplatz, dem Goethestein, oberhalb von Frauenstein. Dort konnten wir noch einmal die strahlende Sonne genießen, die sich an diesem Tage uns bot. Nach etwa einer halben Stunde ging es weiter, vorbei an einem Aussichtsturm zum ersten Highlight auf der Strecke. Ein wunderschön schmaler Pfad der uns ein kurzes Stück begleitete. dann noch ein paar Treppchen und schon standen wir mitten in Frauenstein neben der Burg.

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Wir folgten weiter der Rheinsteig-Beschilderung und näherten uns der Stelle, wo ich mich bei der Vorwanderung verlaufen hatte, da ich in der Annahme war, dass es sich bei diesem Weg lediglich um einen privaten Hof handelte.

Aber jetzt wusste ich ja, das der Weg tatsächlich dort lang ging und ganz schnell in einen schmalen Wiesenpfad wechselte, welcher absolut steil anstieg. Kompliment an die Gruppe, denn alle sind den Berg ziemlich hurtig hinauf gekommen.

Nach dem überqueren der Straße ging es erst einmal ein kurzes Stück abwärts, doch unten angekommen schwenkten wir nach rechts in den Wald hinein und schon ging es wieder nach oben. Diesmal aber im Wald.

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Gegen viertel vor drei stand schließlich die letzte Rast dieser Wanderung auf dem Programm. Diese machten wir am grauen Stein, einem sehr bekannten Kletterfelsen. Und wir hatten sogar Glück, denn zwei junge Männer machten gerade ein paar Griffübungen (in der Felswand). Einer von den beiden sogar nur mit Shorts und Schuhen bekleidet. Da hatten wir neben der Stulle auch noch was fürs Auge.

Doch leider geht jede Rast zu Ende, so auch diese und wir setzten unseren Weg fort. Das nächste Ziel war Georgenborn, einem "Vorort" von Schlangenbad und schon konnten wir zum Endspurt ansetzen, denn von hier aus war es nun nicht mehr weit nach Schlangenbad. .

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Mit einer halben Stunde Verspätung kamen wir schließlich dort an. Die Abschlusseinkehr konnten wir noch auf dem Weg machen, denn ich hatte in einem Kaffee für die Gruppe reserviert.

Lecker Kuchen, vielleicht hätte die Auswahl ein klein wenig größer sein dürfen, aber mit diesem tollen Wetter hatte keiner gerechnet.

Fazit: Beim Rheinsteig passt ziemlich alles. Die erste Etappe hat die Rheinsteig-Kategorie einfach. Lassen wir uns mal überraschen, was passiert, wenn die Kategorie "anspruchsvoll" auf dem Programm steht.

Ich persönlich freue mich schon auf die zweite Etappe im Januar 2006.

Bericht und Bilder: Hotti