Wanderung ins Extreme


11. September 2005


Die etwas andere Wanderung hatten wir am Sonntag, 11. September 2005. Anders deshalb, diesmal die Anreise zum Treffpunkt in Fahrgemeinschaften war, anders deshalb, weil wir die ersten Kilometer mit dem Schiff gefahren sind, anders deshalb, weil wir diesmal ziemlich mieses Wetter hatten, anders deshalb, weil diesmal keiner einen Fotoapparat dabei hatte. Meist war ja nur die Batterie leer, doch bei dieser Wanderung gab es nicht einen Teilnehmer mit Kamera. Schade, denn eigentlich hätten wir gerne Fotos gehabt.

Doch fangen wir am besten mal von vorne an. Die ganze Woche über war nur schönes Wetter, der Samstag war bewölkt, für den Sonntag sagte der Wetterbericht viele Schauer voraus. Sollte dies wirklich so kommen? Doch nicht, wenn die Streetmillboys Wandern gehen.

Frohen Mutes trafen sich einige der Teilnehmer um 10 Uhr auf dem Parkplatz eines Baumarktes in Mainz. Von dort aus sollte es in Fahrgemeinschaften nach Bacharach gehen. Doch zunächst war es ein Start mit Hindernissen, denn wir warteten noch auf zwei, die gar nicht mehr vorgehabt hatten, zu kommen. Nach einem Telefonat war auch dies Thema abgeklärt und wir fuhren nun zu sechst mit zwei Autos nach Bacharach.

Hier trafen wir noch fünf von uns und damit waren wir elf. Auf der Teilnehmerliste standen zwölf, also bestellten wir bei der Dame am Fahrkartenschalter zwölf Fahrkarten. Nanu, eine Fahrkarte war noch übrig. Das Rätsel löste sich nach dem fünften Mal kontrollieren der Teilnehmerliste. Der zwölfte würde erst in St. Goar zu uns stoßen. Gut ist, wenn man seine Listen lesen und auch verstehen kann.

Aber, alles kein Problem - wir bekamen einen neuen Gruppenfahrschein ausgestellt und schon konnte das Schiff kommen. Dies tat es auch, allerdings mit kleiner Verspätung. Das Großmotorschiff Wappen von Köln wurde angekündigt und endlich durften wir an Bord.

Die Masse strömte zunächst auf das Oberdeck, doch die meisten zogen sich kurze Zeit später eine Etage nach unten, wo wir zwar noch draußen sitzen konnten, aber ein Dach über dem Kopf hatten.

Knappe vierzig Minuten später hatten wir nach dem passieren der Loreley unseren Ausgangspunkt der Wanderung St. Goar erreicht.

Dummerweise fing es nun auch noch an zu regnen, aber wie lautet unser Motto: "Ob Sonne oder regen, wir haben Spaß auf allen Wegen!" Zunächst führte unser Weg entlang des Rheines entlang bis zur Loreley. Am Campingplatz direkt am Rhein kam das große Nachdenken auf, ob Campen denn überhaupt Spaß machen würde. Gerade bei einem solchen Wetter. Zu guter letzt mussten wir dann auch noch quer über den Campingplatz stiefeln, bevor wir nach dem überqueren der Hauptstraße rechts abbiegen mussten. Von nun an ging es steil nach oben, der Regen kam steil von oben.

Ungefähr auf der Hälfte des Anstieges meinte Rainer, dass seine Hündin Pepples sehr unglücklich mit diesem Wetter sei und davon krank werden würde. Eine weise Entscheidung, denn schließlich ist die Dame bereits 13! Dem Rückzug schlossen sich zwei weitere an, so dass wir diesmal den Verlust dreier Wanderer sowie eines Hundes zu vermelden hatten. Aber gut, wir haben sie nicht verloren, wir wussten ja, wo sie waren.

Unser Weg führte noch weiter nach oben - wir erreichten den Höhenweg, von wo aus wir eine teilweise sehr schöne Sicht auf den Rhein hatten.

Im Regen führte uns der Weg bis hinab nach Oberwesel, vorbei am Drehort des Filmes "Heimat 3". Wären wir näher an den Drehort heran gewandert und hätten noch den Ausblick Jungfrauenblick mitgenommen wäre uns auch ein kleiner Ausflug in die Weinberge erspart geblieben. Damit konnte unser Tourleiter aber zumindest in der Kategorie "Verlaufen" punkten. Aber auch dieser kleine Umweg konnte uns nicht daran hindern, Oberwesel zu erreichen.

Hier führte uns der Weg erst einmal über die Stadtmauer. Kaum hatten wir diese verlassen, da die Brücke wohl arg einsturzgefährdet war, mussten wir wieder einen anderen Weg laufen, denn in Oberwesel war Weinfest und ein Zelt hatte sich mitten in den Weg gestellt. Ein durchkommen war unmöglich.

Na gut, also rasch durch einen Seitenpfad gelaufen und schon standen wir mitten auf dem Oberweseler Weinmarkt.

Keine Frage, Zeit für ein Schöppchen ist immer mal drin. Das einige unserer Jungs dann auf der Straße tanzten hätte ich gerne mit einem Foto dokumentiert, doch leider, leider...

Meine Frage, ob wir denn trotz der bevorstehenden langen Strecke und es nicht besonders freundlichen Wetters lieber von hier aus mit der Bahn zurück nach Bacharach fahren wollten wurde von der Gruppe nicht so richtig ernst genommen. Deshalb ging es um halb vier schließlich in den Endspurt. Zwölf Kilometer waren es noch bis nach Bacharach. Ein Ortskundiger Mitwanderer hatte noch ausdrücklich darauf hingewiesen, dass der Weg bis zum Ziel nicht gerade einfach sei, zumal wir durch einige Seitentäler mussten. Dies bedeutete auf der einen Seite steil hinab, auf der anderen Seite nicht weniger steil hinauf.

Kaum hatten wir Oberwesel verlassen ging es mit dem Anstieg auch schon wieder heftig zur Sache. Ich glaube, hier war es das erste mal, dass ich so richtig über diese Tour geflucht hatte. Unser Tourenleiter, Halbmarathonläufer, legte ein Tempo vor, dass es wirklich in sich hatte. Den Satz auf halben Berge, dass wir schon etwas an Tempo zulegen müssten, wenn wir nicht im dunklen ankommen wollen, den Satz hatte nicht wirklich einer vor lauter Schnaufen mitbekommen.

Aber geschafft haben wir den Berg schließlich alle. So führte unser Weg weiter auf der Höhe, in den Seitentälern mussten wir wieder nach unten und wieder nach oben.

Neben all diesem auf und ab hätten wir dann auch beinahe noch einen Mitwanderer verloren, der sich ein stilles Örtchen im Wald gesucht hatte und aus diesem Grund zurück geblieben war. Plötzlich sahen wir ihn in die andere Richtung laufen und riefen so gut es uns möglich war. Das Rätsels Lösung war, dass er schon den richtigen Weg einschlagen wollte, doch hatte er seinen Schirm liegen lassen und an einem solchen Tag sollte man den besser nicht vergessen.

Und so erreichten wir schließlich nach Stunden des Wanderns den wunderschönen Ort Bacharach. Zumindest konnten wir den Ort jetzt sehen. Oh wie schön war dieser Anblick. Doch ein Tal mussten wir noch durchwandern, wobei unser Ortskundiger uns eine kleine Abkürzung präsentieren konnte.

Jetzt nur noch einige Meter nach unten und schon standen wir im Ort. Einige zogen es vor, noch einmal zum Auto zu gehen, doch die meisten zog es direkt ins Lokal zur Abschlusseinkehr.

Hierfür hatte der Tourenleiter einen schönen Hof ausgesucht und wir konnten noch unter riesigen Schirmen draußen sitzen. Froh darüber, diese harte Tour mitgemacht zu haben und vor allem doch noch am Ziel angekommen zu sein konnten wir so den Tag ausklingen lassen, bevor wir wieder in die Autos stiegen und zurück nach Hause fuhren.

Fazit der Tour: Hart, durch das Wetter, hart durch die Länge, hart durch die Geschwindigkeit, gefühlte Länge ca. 35 km, tatsächlich waren es aber "nur" ca. 22 km. Aber es war eine tolle Tour, allein die Sicht auf den Rhein macht diese Tour wandernswert.

Bericht: Hotti
Bilder: Leider keiner...