Von Niedernhausen nach Wiesbaden


8. Mai 2005


Schon seit einigen Tagen beobachtete ich skeptisch den Wetterbericht für Sonntag, 8. Mai 2005. Diesmal sollte es nicht so schön werden, wobei der Samstag der schlimmere Tag an diesem Wochenende werden sollte. So harrte ich also der Dinge, wartete gespannt auf die Anmeldungen und dann war er auch schon da. Der 8. Mai 2005, der Tag, an dem ich meine zweite Wanderung im Jahr 2005 leiten sollte.

Der Wecker fing um kurz nach sieben an zu spielen, also raus aus dem Bett, denn schließlich forderte der Hund auch noch sein Recht und wollte Gassi gehen. Zu dieser frühen Stunde war das Wetter genial. Die Sonne strahlte in schönster Pracht vom Himmel, so macht Gassi gehen Spaß. Wieder zu Hause angekommen hieß es, schnell ein Brot schmieren, ein paar Kleinigkeiten für die Tour zusammen packen und dann noch unter die Dusche.

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Und schon war es Zeit, dass ich mich auf den Weg zum Treffpunkt machte. Am Himmel zogen dunkle Wolken auf, während der Fahrt zum Wiesbadener Hauptbahnhof, dem ersten Treffpunkt der heutigen Tour fing es auch schon leicht an zu regnen. Na prima!

Auf Grund der nicht besonders guten Wettervorhersage hatte ich mit einigen Absagen gerechnet. Eine Absage gab es dann auch, aber nicht wegen des Wetters sondern wegen Marathon in Mainz. Gerne wäre er gekommen, hatte dies auch mit den Ordnungshütern besprochen, doch es wurde keine Ausnahme gemacht. Ansonsten standen ganz brav 8 Teilnehmer am vereinbarten Treffpunkt. Die Fahrkarten waren schnell gekauft, der Zug konnte kommen.

Genau dieser traf auch kurze Zeit später ein und Ruck Zuck bevölkerten wir das Abteil. Kurz darauf betraten zwei Schaffnerinnen das Abteil und liefen nach vorne in den Führerstand. Einer aus der Gruppe meinte: "Na hoffentlich fahren die beiden uns nicht in den Graben!" Aber es kam besser, denn kurz darauf tauchte ein symphatisch wirkender junger Mann auf, der ebenfalls in den Führerstand trat. Zuvor hatte er uns noch einen schönen Sonntag gewünscht. :

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Endlich ging es los, der Spaß oder die Wanderung konnte beginnen. Knappe zwanzig Minuten später fuhren wir in den Bahnhof Niedernhausen ein, wo unser letzter Mitläufer bereits auf uns wartete. Wir waren zehn, es regnete. So entschloss ich mich aus gegebenem Anlass, den Aufbruch noch ein wenig hinaus zu zögern. Und das war auch gut so, denn kurze Zeit später ließ der Regen nach und jetzt ging es richtig los!

Unser Weg führte uns zunächst einmal nach unten, gleich ging es links ab und wir erreichten den Daisbach, dem wir einige Zeit folgten, bevor wir über einen Steg den Niedernhausener Stadtteil Königshofen erreichten. Hatten wir eben noch ebene Wege so änderte sich dies nun schlagartig, denn ganz Königshofen ist anscheinend ein Berg. Wir unterquerten die Theißbachtalbrücke - dies ist die Autobahnbrücke der A3 - und gleich darauf ging es unter der ICE-Brücke hindurch und immer weiter Bergauf.

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Der erste Zwischenstopp dann an blühenden Rapsfeldern, noch ein Stück an diesen weiter gelaufen, bevor wir nach links in den Wald einbogen. Gemäß unserer Clubsatzung bekamen wir es gleich hier mit dem ersten Matschweg zu tun. Und natürlich ging es bergauf. Wir folgten einige Zeit dem gedrehten Y und erreichten bald einen geschotterten Weg. Hier links und schwups, da war es passiert. Verlaufen! Nach einiger Zeit bemerkte ich den Fehler und jagte die Gruppe einen Steilhang hinauf, schließlich gilt es ja, die Wanderungen immer noch um eins zu topen. Bad Ems lässt grüßen!

Diesen Steilhang schaffte jeder, wenn auch einige, einschließlich mir, oben ganz schön heftig schnauften. Und siehe da, da hatten wir doch wieder diesen Asphaltweg, dem wir nun doch folgten. Die nächste Kreuzung kam mir sehr bekannt vor, also rasch alle nach links dirigiert und so erreichten wir nach knapp vier Kilometern oder nach 1 Stunden die Hohe Kanzel, mit 591 Metern der höchste Punkt unserer Tour. Zum Vergleich, Niedernhausen 265 Meter.

Hier sollte es laut Programm eine längere Rast geben. Herrlich - diese Aussicht, die da wäre, wenn nicht gerade ein Nebel aufgezogen wäre. Vor dem erreichen eben genannter Hoher Kanzel hatten wir genialen Sonnenschein. Es dauerte nicht lange und wir konnten in der Ferne den Regen beobachten, der da ins Tal prasselte. Nein, wir mussten nicht wirklich damit rechnen, dass es uns erwischen kann. Doch was ist das, plötzlich purzeln da so weiße harte Kügelchen auf uns herab. Gut sei der dran, der einen Schirm sein eigen nennen darf!

Wir packten also rasch unsere Täschlein und machen uns weiter auf den Weg zum nächsten Zielpunkt, der Platte.

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Fröhlich wanderten wir in Richtung Platte. Zwischendurch ereilten mich Zweifel, ob wir denn auf dem richtigen Weg sind. Nein, etwas sagen wäre nicht gut gewesen. Und endlich kam sie, die markante Stelle, die ich im Kopf hatte und so zogen wir (ich wieder beruhigt) in Richtung Platte, nahmen noch einen Aussichtspunkt mit, natürlich war es neblig. Aber nein! Wir traten an die Aussichtsfläche heran und die Sonne kam heraus. Genug der Aussicht, schließlich sind wir nicht zum gucken unterwegs sondern zum Wandern.

Nach knappen neun Kilometern haben wir sie dann auch erreicht, die Platte mit ihrem Jagdschloss. Die an der Hohen Kanzel noch vorgeschlagene Einkehr strichen wir, schließlich schien die Sonne und der geschlossene Kiosk lud mit seinen Stühlen zum weiteren verweilen ein. Diesmal konnten wir es auch großzügig ausnutzen, denn die Maiensonne wärmte uns.

Doch jede Rast hat ein Ende und weiter geht es. Wir unterquerten die B417, der so genannten Hühnerstraße und wandten uns auch direkt dem linken Weg zu, passten uns der Wegmarkierung gelber Balken an und folgten diesem. Nanu, was war das denn? Wir sind doch an der Stelle immer geradeaus gelaufen, wo uns die Markierung nach rechts schicken will. Nein! Wir brechen keine Traditionen, verlassen uns auf unser Gefühl und schreiten entschlossenen Schrittes weiter gen Tal. Nun noch einmal rechts und wir erreichten eine Schutzhütte in der Nähe der Fischzucht, wo wir eine letzte kleine Rast einlegten, bevor es weiter in Richtung Waldhaus und zum Nordfriedhof ging. Jetzt waren es nur noch einige Schritte ins Tal hinab und wir erreichten das Viadukt der Nerobergbahn, dem Ziel unserer heutigen Tour. Hinter uns lagen 17 Kilometer. Zu guter letzt gab ich noch die Tourstatistik zum Besten. Schwierig war für einige noch, ob sie zum Ausklang noch einen Kaffee mit trinken oder gleich den Heimweg antraten. Zwei entschieden sich für letzteres, der Rest zog los in Richtung der nahe gelegenen Tennisplatzgaststätte.

Doch was war das? Ist geschlossen? Wir hörten einen Staubsauger und fragten: "Ist offen?" War offen, also die Schuhe sorgfältig abgetreten und hinein ins Lokal, wo wir lecker Kaffee und Kuchen bekamen und so einen schönen Tag mit nicht so schönem Wetter ausklingen ließen.

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So, jetzt noch ein Abenteuer. Wir nahmen den Bus zum Bahnhof zurück, wo unsere Autos brav auf uns gewartet hatten.

Was blieb, ist die Freude auf die Wanderung am 30. Mai, welche uns ins Morgenbachtal führen wird. Die beiden letzten Touren waren bestimmt genau richtig, um für die Wanderung zum Salzkopf die richtige Kondition anzutrainieren.

Text und Bilder: Hotti