Das Wandern ist der Streetmillboys Lust -
oder
von Meisterturm, Kaisertempel und Staufen


25. April 2004


Am Sonntag, dem 25. April 2004 ist es wieder einmal soweit: Peter und Willi haben eine hübsche Wandertour für die Streetmillboys zusammengestellt und als ob sie es ahnen kommen 27 Teilnehmer und geniessen den schönen Tag in der spriessenden und knospenden Natur des Vorder-Taunus. Treffpunkt ist der Parkplatz am alten Schwimmbad in Kelkheim und pünktlich erscheinen die Wanderlustigen von nah und fern, gut ausgerüstet und relativ dick eingepackt, da es doch frisch am Morgen ist. Aber die Sonne zeigt sich den ganzen Tag über und die wenigen Wolken verschwinden recht schnell. Nach dem üblichen Bergrüßungszeremoniell und ein paar neugierigen Blicken zu den Neulingen zieht Man(n) in gewohnter Gruppenpaarung los unter der Führung von Peter und Rainer, während Willi aus der Gruppe kleinere Kurskorrekturen verlauten läßt. Der Gruppenhund Pebbles läuft, wie auf so vielen Wanderungen, alles beschnuppernd zwischendrin mit.


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Erstes Grobziel ist die Viehweide, unterwegs das übliche Mountainbikedrängeln der Radler, einige Wanderer die sogleich die große Gruppe kommentieren: "Die laufen nicht weit, die kehren gleich in der Viehweide ein". Doch da kennt ihr uns schlecht, weiter geht es leicht hügelig durch den Wald bis kurz vor Hofheim ein Wildschwein-gehege auftaucht mit richtigen Säuen, Eber und hübsch gestreiften Frischlingen. Das wird erst einmal ausgiebig bestaunt, wie sich die Kleinen da im Dreck suhlen unter den interessierten Blicken der vielen Männer. Später denkt sich ebenselbes Schwein: "Jetzt suhl ich mich immer noch und jetzt guckt wieder kein Schwein!"


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Das nahe gelegene Exerzitienhaus lassen wir links liegen und steigen den Weg hinauf zur Kappelle über Hofheim, wo wir direkt daneben an einer überdachten Stelle rasten: "Jetzt ist Brotzeit." Halt, nicht nur. Da wird auch selbstgebackener, bunter Hefekuchen von Andreas großzügig verteilt und findet regen Anklang, denn was so bunt ist wie diese Gruppe muß einfach schmecken.

Noch ein paar wenige Meter und wir erreichen den Meisterturm, eine nach ihrem Erbauer benannte Stahlgerüstkonstruktion von 1929, die einen herrlichen Rundblick über die Taunuswälder, Hofheim und die Rhein-Main-Region bietet, den nicht alle aber doch die meisten Streetmillboys sich nicht entgehen lassen. Der Turm schwankt ob so vieler Leute etwas und das durchblickende Bodengitter in schwindelnder Höhe über den Baumgipfeln gibt dem ein oder anderen weiche Knie.



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Dafür ist der kommende Wegabschnitt bis zur Gundelhardt breit und gut ausgebaut und in vielen Teilgruppen ziehen die wanderlustigen Boys durch den frischgrünen Wald. Etwas oberhalb der Gundelhardt wird dann an einem warmen Platz in der Sonne, mit Blick zum Bahai-Tempel gerastet. Sonnenhungrig fallen erste Hüllen und darunter kommen durchtrainierte Körper zutage. Nach diesem langen und kalten Winter wendet sich fast jeder gerne dem großen Wärmespender am Himmel zu. Schwer fällt es da erneut aufzubrechen.


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Nach einem Stück entlang des Waldrandes kommen wir wieder in den Wald, genießen zwischendrin immer wieder einen schönen Ausblick oder bewundern vorbeifahrende Biker in ihrem enganliegenden Outfit. Der Weg führt nun etwas schmäler und viel über den bekannten Taunusquarzit und das typisch grünliche Gestein aus dieser Gegend oberhalb des Lorsbachtales. Ein steiler, kurzer Absteig zu dem Gedenkstein von Mendelsohn und einem herrlichen Ausblick über Eppstein, das Tal und die umliegende Landschaft. Hier soll der berühmte Musiker seine schönsten Musikstücke komponiert haben; kann man verstehen in dieser Landschaft. Nur ein kurzes Stück weiter ein neuer Blick ins Tal vom Kaisertempel (erbaut 1894) über Eppstein. Nicht nur die Burg und ihre jährlichen Freilichtspiele mit Eppsteiner Bürgern als Schauspieler erzählen von der Geschichte dieser, zwischen Schieferfelsen gelegenen, Stadt.

Jetzt wird die Wanderung etwas steiler, es geht nämlich hinauf auf den Staufen und von da zu einer kleinen Aussichtsplattform über Fischbach. Malerisch präsentieren sich die sanften Hügel des Taunus, die Felder mit dem gerade aufblühenden Raps und in der Ferne die Skyline von Frankfurt, sogar die Berge des Odenwaldes sind zu erkennen. Wenn einem da nicht das Herz aufgeht. Manch einer hat immer noch kalte Hände. Möglicherweise ein Kaltblütler.



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Der restliche Weg führt uns hinab durch den Wald, vorbei an der Gundelhardt. Brav nehmen alle Streetmillboys auf den großen Holzstämmen Platz und lauschen andächtig den Gedichten von Jürgen, vorgetragen von Hotti. Selbst endorphingedopte Radler können dem erhabenen Moment nichts anhaben. Zum Parkplatz sind es nur wenige Schritte. Die Schlußeinkehr ist im Sportlokal. Eine gelungene runde, oder besser achtförmige, Tour, viele Gespräche, tolles Wetter, Natur und Ausblicke satt. Ein höchstlöbliches Dankeschön an Peter und Willi und wir freuen uns auf die nächste Tour von Euch.

Erlebt und beschrieben vom kleinen Tiger!

Bilder: Peter D.