Wanderung von Bad Camberg zur Tenne


27. Juni 2004


Sonnenschein erwarten 19 Streetmillboys beim Treffen in Bad Camberg am Rathaus, dem Amthof und Regen begrüßt uns. Das ändert nichts an der guten Laune, es ist schwülwarm und ein kleiner Regenguss ist immer gut für die Vegetation und alles was wachsen möchte. Bad Camberg trägt erst seit 1981 als Kurort die Bezeichnung "Bad" und ist ein Städtchen mit aufwendigen Fachwerkgebäuden, das älteste ist die Amtsapotheke von 1492. C. und T., die beiden Organisatoren der Wanderung, begrüßen die Wanderfreudigen und schon zieht die Gruppe lustig schwatzend los, Comtesse Pebbles begleitet in majestätisch gelassener Manier die Männer.



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Im Pilgerschritt geht es den Berg hinauf, einem Kreuzweg folgend zur ebenso genannten Kreuzkapelle. "Ecce Homo" - wie man wird, was man ist - steht an einem Bildstock, der tiger denkt dabei an: "Cur Deus Homo" - Warum Gott Mann wurde? Nun gut, lassen wir das und die Kreuzkapelle links liegen, schweifen mit ausgedehntem Blick über die weite Landschaft, den fruchtbaren Goldenen Grund. Das Licht- und Schattenspiel der Sonne und der Wolken taucht die Landschaft in ein wechselhaftes Bild. Schnell können die Schirme weggesteckt werden.

Über die Höhe kommen wir in das bezaubernde Dombachtal, die Luft ist frisch gereinigt und wird noch etwas weiter befeuchtet, bevor sich der Regen für heute verabschiedet. Dicke Weinbergschnecken ziehen mit ihren kleinen Häusern über den feuchten Weg und lassen längst vergessene Phantasien dieser schleimigen Zwitterwesen mit ihrem ausdauernden Liebesakt aufleben. Ach ja, die Natur war es, die uns da so anregt und die ist wirklich sehenswert in diesem hübschen Tal mit dem Dombach. Der Weg wird auch mal etwas morastiger, doch das legt sich schnell.


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Nach dem Ort Dombach eine kleine Rast. Viel üppiges Grün, satte Felder, der beschauliche Blick auf die Dorfkirche mit den paar Häusern umgibt die hungrigen Männer. Die Trillerpfeife von T. mahnt zum Aufbruch, da herrscht wieder Zucht und Ordnung unter den Rekruten, bis auf einen.

Kaum jemand begegnet uns an diesem Tag und die Sonne zeigt sich nun langsam in ausdauernder Form, so dass der Wald als Schattenspender willkommen ist. Die Mittagsrast findet am Rastplatz "Stolzer Berg" statt, dem Berührungspunkt der Landkreise: Hochtaunus - Rheingau-Taunus. Berührungspunkte mögen wir gerne, am liebsten die im Schatten, aber auch in der Sonne, egal eigentlich, oder!?



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Der Anstieg ist stetig und so arbeiten wir uns auf die 487 m über NN bis zu einem weiteren netten Aussichtspunkt, der Tenne, hinauf. Der Fingerhut am Wegesrand, Digitalis genannt -also hochmodern-, erfreut die plaudernden Wanderer. Direkt an einer Pferdekoppel darf mit wunderbarer Weitsicht kurz gerastet werden. Ein hübscher Hengst wird mit kleinen Apfelgaben gelockt, ziert sich etwas, bis er die Darreichungen verschlingt.


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Der weitere Weg verläuft viel im Würgeser Wald und geht nun meist bergab. Eine kleine Anglerhütte am Teich des Angelsportvereins Würges lädt zur erneuten Rast ein. Sonnendurstige präsentieren sich, Schläfrige rekeln sich lieber im Schatten. Bei den letzten Kilometern im weiten Feld merkt man erst mal, was uns an großer Hitze in den Waldabschnitten erspart blieb.



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Über den Kurpark von Bad Camberg gelangen wir unter großen Bäumen und bunten Blumenrabatten wieder in die "normale" Menschheit. Jetzt melden sich Durst und Hunger, die wir in der nahegelegenen Walkmühle bei Walsdorf stillen können. An einem großen Tisch im Schatten der Bäume, von vielen beäugt, können wir auch einiges beäugen und so erneut die Phantasie beflügeln, das einzige Paradies aus dem uns niemand vertreiben kann. Selbst Pebbels fällt der Abschied schwer und sie zieht träge ihre zierlichen Gliedmaßen nach. Oh Augenblick verweile doch, du bist so schön.

Ein ganz herzliches Dankeschön an die Wanderleitung C. und T., die mit hervorragender Sicherheit und guter Disziplin die bunte Gruppe geleitet hat. Wir freuen uns auf die nächste Tour der erfahrenen SMB-Hasen.


Erlebt und beschrieben vom kleinen tiger

Bilder: Matthias