Wanderungen im Westerwald


21. und 22. Juni 2003


Wer kennt es nicht noch, das berühmte Lied vom Bund: „Oh du schöner Westerwald“

Heute wollen wir marschier'n
Einen neuen Marsch probier'n
In dem schönen Westerwald
Ja, da pfeift der Wind so kalt
Refrain:

Und die Gretel und der Hans
Geh'n des Sonntags gern zum Tanz
Weil das Tanzen Freude macht
Und das Herz im Leibe lacht
Refrain:

Ist das Tanzen dann vorbei
Gibt's gewöhnlich Keilerei
Und dem Bursch', den das nicht freut
Man sagt, der hat keinen Schneid
Refrain:

Refrain:
O du schöner Westerwald!
Über deine Höhen pfeift der Wind so kalt
Jedoch der kleinste Sonnenschein
Dringt tief in's Herz hinein




Ja, gesungen haben wir das Lied dann doch nicht, weil keiner von uns den Text kannte, aber marschiert sind wir trotzdem, auch nicht im Gleichschritt, nein eher gemütlichen Schrittes und auch nicht in Formation sondern munter durcheinander.

Doch wie von mir gewohnt mal in aller Ruhe ganz von vorne:

Die diesjährige Wochenendtour der Streetmillboys führte uns diesmal nach Steinebach an der Wied, nahe der Westerwälder Seenplatte. Treffpunkt war ein Hotel im eben genannten Ort, wo unser Organisator Jürgen samt Freund Peter und dem Rüden Toni zwei Touren für uns ausgeschaut hatte.

Einige waren bereits Donnerstag beziehungsweise Freitag angereist, die meisten aber hatten es vorgezogen, am Samstag Morgen pünktlich zur ersten Tour im Hotel vorzusprechen. Nach dem etwas komplizierten, weil in mehreren Häusern untergebracht, einchecken, trafen wir uns am Hotel um die ausgiebige Begrüßung durch den Clubmanager Hotti (ich) und den Tourleiter Jürgen über uns ergehen zu lassen. Neu bei der Ansprache war, dass sich erst mal jeder mit seinem Namen vorstellen durfte, weil einige Unbekannte mit dabei waren. Glücklich der, der sich am Ende alle Namen gemerkt hatte. Ich habe es übrigens geschafft.





Rasch ein paar Fahrgemeinschaften gebildet und schon ging es los. Erst einmal mit den Autos in die Kroppacher Schweiz gefahren, genauer geschrieben bis zum Zisterzienser-Kloster Marienstatt, wo wir unsere PKW´s parken konnten. Die Klosterkirche konnten wir anschauen, das Internat leider nicht. Von dort aus führte uns nun die Wanderung nach Limbach, konnten dort einen Blick in das Heimatmuseum werfen und schon ging es auch weiter. In Limbach gestattete uns unser Wanderführer auch eine Einkehr in den Dorfladen, wo wahrscheinlich Ostern und Weihnachten zusammen gefallen sind, denn mindestens fünf von uns betraten den Markt auf einmal.

Frage: „Haben Sie Äpfel?“ Antwort: „Ja, dort hinten.“ 2. Frage des gleichen direkt im Anschluss: „Haben Sie auch Rasierschaum?“ Delikate Zusammenstellung, gell.



Nun ja, es führte kein Weg daran vorbei, wir mussten weiter und erreichten so die Nister, wo wir die Füsse im Bach baumeln lassen konnten, hat aber keiner getan. Hier war es auch an der Zeit die Speisekarte für das Abendessen herum zu reichen, denn aufgrund eines 80. Geburtstages im Hotel war die 2 Mann-Küche des Hotels relativ ausgelastet und so wurden wir gebeten oder besser gesagt hatten angeboten, unsere Abendessenbestellung von unterwegs bereits durchzugeben. Kein Problem, denn wir schaffen ja fast alles.

Von dort aus ging es dann weiter den Jägersteig hinauf auf dem Heuningshöhlenweg erst zur Lützelauer, dann zu anderen Mühlen und schließlich zum Zisterzienser-Kloster Marienstatt zurück.




Hier schloss sich zur Freude der Kellnerin eine Abschlusseinkehr an. Die Kellnerin traute wohl ihren Augen nicht, als sie die Treppe herab schritt, und die Menge in ihrem Garten sitzen sah. Und das, wo sie doch Feierabend hatte. Nun, sie entschied sich für die zeitsparende Lösung, da sie eigentlich gleich Feierabend hatte, stellte sich an den letzten Tisch unserer Gruppe und rief die Tortenpalette für alle hörbar quer übers Gelände. Daraufhin schallte es vom ersten der fünf (?) Tische die Bestellung zurück. An diesem Tisch angekommen musste sie dann leider noch einmal nachfragen, denn anders als unser Gehör, war das ihre dann wohl doch nicht so gut. Als dann auch noch das Eis aus war, welches auf der Karte angepriesen wurde, na ja, da kann sich jeder vorstellen, warum die Kellnerin es dann auch direkt vorzog in ihren Feierabend zu entschwinden und so sahen wir sie nimmer wieder. Die zu Hilfe geeilte Kollegin hatte keinen Feierabend und irgendwann waren dann auch alle versorgt. Genauso irgendwann zahlten wir die Zeche, die einen getrennt, andere zusammen und konnten nun in teilweise verschiedene Richtungen entschwinden. Die einen zurück ins Kloster, einige nach Hachenburg zur City-Besichtigung und viele unter die Dusche.

Samstag, 19:30 Uhr, alle haben sich im Speisezimmer des Hotels versammelt und warten geduldig voller Erwartung auf das anstehende Abendmahl. Frau Wirtschaft entschuldigt sich erst mal und teilt mit, dass es etwas später wird. Macht ja nichts, wir haben Zeit und ganz so lang war es ja nun auch nicht.

Das Abendessen sehr gut, und vor allem große Portionen. Vom Preis her hätte man gerne auf der Karte etwas anderes gelesen, schließlich ist der Westerwald doch am Ende der Welt, aber die Karte kann recht gut denen im Rhein-Main-Gebiet stand halten.

Und so klang der Abend so richtig schön aus. Gemütliches Essen, beieinander sitzen, was trinken.



Zu einem Wochenende gehört in aller Regel ein Sonntag und diesen haben wir um halb neun mit einem gemeinsamen Frühstück gestartet, bevor wir ausgecheckt haben. Kennen die Westerwälder diese Bezeichnung überhaupt? Na gut, also wir haben bezahlt.

Gegen zehn wieder Aufsitzen und im Konvoi mit 9 Autos zum Ausgangspunkt unserer nächsten Wanderung nach Dreifelden gefahren. Dort starteten wir zu einer Wald- und Wiesenwanderung von See zu See. Sieben Seen sollten es sein, sechs haben wir erwandert. Zwischendurch noch eine Einkehr im Lokal eines Campingplatzes mit Begutachtung eines Gartenzwergverkäufers und schließlich die Abschlusseinkehr etwa eine halbe Stunde von unseren Autos entfernt.

Gegen halb fünf trafen wir wieder am Parkplatz ein und nun war es für die meisten Zeit, Abschied zu nehmen. Einige besuchten noch einmal einen See, um dort ein wenig zu entspannen um dann anschließend noch nach Hachenburg zu fahren, um dort noch gemütlich Abend zu Essen, während andere bereits den Heimweg antraten.

Fazit der Tour: Eine sehr gelungene Tour, tolles Wetter, die Wanderungen nicht anstrengend. Deshalb an dieser Stelle ein ganz großes Danke Schön an die Tourleiter Jürgen, Peter und Toni, die dieses Wochenende mit großer Bravour gemeistert haben. Schade, dass sich Jürgen so allmählich aus dem aktiven Organisationsleben verabschieden möchte und uns damit wunderschöne Touren entgehen. Aber vielleicht können wir ihn ja noch überzeugen, die eine oder andere Tour zu planen, gell Jürgen.

Hotti

Bilder von Peter K.