Tradition, die gewachsen ist


1. Januar 2003


Lange ist es her, dass wir unsere 7-Brücken-Tour zum ersten Mal abgelaufen sind. Aus dem Jahre 1997 sind die ersten Aufzeichnungen, die auf das Ablaufen dieser Strecke hindeuten. Inzwischen schreiben wir das Jahr 2003 und können insgesamt 5 mal das Ablaufen dieser sehr einfachen Strecke verzeichnen. Seit einigen Jahren gilt sie als die traditionelle Tour, die immer am ersten Tag eines neuen Jahres auf dem Programm steht.

Ein ganz gemütlicher Einstieg in das neue Jahr soll sie sein. Genau das richtige, um nach einer durchgemachten Nacht mal für ein paar Stunden die müden Geister an der frischen Luft wieder zum Leben zu erwecken.

Wie in jedem Jahr geht es um 15 Uhr an der Kasteler Reduit los. Unter der fachkundigen Leitung von Hotti nehmen wir auch nach wenigen Schritten bereits die ersten Stiegen um über den Steg (1) hinüber auf die Maaraue zu gelangen. Die Aue durchlaufen wir komplett, zunächst entlang des Rheins, später sehen wir den Main. Unser Ziel, die Zwischeneinkehr können wir bereits zu Beginn der Tour sehen. Es sieht auch sehr nahe aus, doch der Anschein trügt.

Übrigens gibt es auf der Maaraue ein sehr schönes Freibad. Kleine Empfehlung für den Sommer. Vielleicht verbunden mit einer kleinen Fahrradtour mit dem Liebsten und dann zur Entspannung ein paar Runden Schwimmen und einfach mal die fünfe gerade sein lassen. Wer keine Lust hat, der erreicht die Insel entweder, wie wir, zu Fuß, kein Problem ist es auch mit dem Stadtbus, oder wer ein bisschen Abenteuer mag, mit dem kleinen Fährboot ab dem Mainzer Rathaus übern Teich.

Doch für eben beschriebenes war es am 1.1. viel zu kalt. Gehen wir also geistig unsere Tour weiter und schauen mal, ob wir denn auf die 7 Brücken kommen, denn so heißt die Tour ja schließlich.

Am besten hält man sich immer in der Nähe des Flusses auf, denn dann kann man sich eigentlich gar nicht verlaufen. Wir haben dies getan, und erreichen Brücke Nummer zwei (2), die uns nach Kostheim bringt. Hier wieder ein paar Meter entlang am Main und dann den Radweg nach Gustavsburg nehmen. Hier gilt es, eine große Autobrücke (3) abzulaufen. Direkt am Ende der Brücke biegen wir rechts ab und schon sind wir eigentlich schon wieder auf dem Rückweg nach Mainz. Nach Mainz? Genau, denn nun beginnt das Abenteuer für diejenigen, die Höhenangst oder Angst vor Brücken haben. Wir folgen den Schienen, erreichen so die Eisenbahnbrücke (4) hinüber nach Mainz. In diesem Jahr mal kein Abenteuer, dafür hatten wir im letzten Jahr auf dieser Brücke unseren Spaß, denn der Fußgängerweg war damals total mit Eis überzogen und so konnten wir nach Mainz schlittern.

An dieser Stelle haben wir uns von zwei Mitläufern verabschiedet, natürlich nicht, ohne noch eine ganz spezielle Lesung zu Gehör zu bekommen. Der Rest hat Lust auf einen Abstecher in ein Kaffee und da bietet sich das Favorit Hotel direkt am Rosengarten an. Zugegeben, fürs kleine Börschen ist diese Einkehr nichts, da sollte man schon die Börse einstecken haben. Ein Kännchen Kaffee für 4,40 ist schon happig. Aber auch an dieser Stelle noch einmal ein Tipp für die warme Jahreszeit. Es gibt an diesem Hotel einen sehr netten Biergarten. Leider oft sehr voll. Wenn dort kein Platz ist und man noch Lust und Laune hat, im Volkspark hinter dem Rosengarten sitzt man auch ganz nett. Sonntags wohl auch im Lokal mit Brunch.

Zum Erreichen des Hotels haben wir die Eisenbahnbrücke (5) genommen und uns erst mal eine Aufwärmung gegönnt. Nachdem die Formalitäten erledigt waren, ging es auch weiter. Formalitäten? Ja, denn für das Kassensystem dieses Hotels werden wahre Wälder geopfert. Wie das in einer Gruppe so üblich ist, zahlt jeder für sich selbst. Hierfür benötigt das Servierfroilein zunächst einmal von jedem eine Angabe dessen, was man hatte. Dies gibt sie in ihre Computerkasse ein. Heraus kommt eine Rechnung für jeden extra, in 3-facher Ausführung. Original und 2 Durchschläge. Und das für einen Cappuccino und ein Stück Kuchen.

Nun führt der Weg wieder an den Rhein. Hierfür quert man noch einmal die Brücke (5a) über die Eisenbahnbrücke und geht immer weiter am Rhein entlang, bis man am Ende des Winterhafens steht. Hier führt eine Brücke (6) zum Malakoff-Park, den wir links liegen lassen und strammen Schrittes zur Theodor-Heuss-Brücke (7) eilen, diese noch überqueren und so auf direkten Weg wieder an den Autos sind. Insgesamt ist es eine Strecke von etwa 7 bis 8 Kilometern, die einem netten Nachmittagsspaziergang gleichen. Dazwischen hat man, vor allem im Sommer zahlreiche Einkehrmöglichkeiten, wo man schön draußen sitzen kann.

Vielleicht mag der eine oder andere die Strecke ja mal außerhalb der Tradition ablaufen.

Hotti