Wanderung vom Kloster St. Hildegardis nach Assmannshausen


14. September 2003


Ausgerechnet am Tag des offenen Denkmals hatten wir uns für unsere Wanderung als Treffpunkt das Kloster St. Hildegardis ausgeschaut. Folgend war der Parkplatz recht voll, was aber den 17 Wanderwütigen nicht die Laune nach einer wunderschönen Wanderung vergehen ließ.
Einige wollten sich noch die Klosteranlage anschauen, was aber rigoros von den Organisatoren der Tour abgelehnt wurde. Nach Rückkehr würde hierzu noch die Möglichkeit bestehen! (So war es übrigens auch.)

Doch kehren wir zurück zu unserer Tour. Zunächst führte der Weg uns durch die Weinberge des Klosters hinüber bis oberhalb von Rüdesheim, wo wir schon dass Lokal zur Abschlusseinkehr von weiten anschauen durften. Doch der Weg bis dahin war noch weit, denn noch waren wir erst am Beginn der Tour. Oben konnten wir zum Niederwalddenkmal blicken, unter uns lag Rüdesheim und wir mittendrin.


Nach einer Weile erreichten wir den ersten Höhepunkt der Tour, wo auch die erste Rast geplant war. Die Ruine Ehrenfels. Tag des offenen Denkmals, dies bedeutete auch, dass diese Ruine an diesem Ta auch für uns zugänglich war. Allerdings hatten wir das gute Stück nicht für uns alleine, denn Scharen waren an diesem Tag aufgebrochen um sich die Ruine einmal von innen anzuschauen. Getanzt wurde, Musik wurde gespielt und das wichtigste, man konnte sich auch eine Bratwurst kaufen. Dort rasteten wir also zuerst. Na gut, zugegebenermaßen hätten wir uns einen besseren Platz als den vor den blauen Toilettenhäuschen aussuchen können. Dafür hatten wir aber unseren Spaß, als ein Daddy mit seinen drei Sprösslingen den Abort aufsuchte und dabei die Tür des weiblichen Hauses hinter sich schloss. Wäre uns wahrscheinlich gar nicht aufgefallen, hätte nicht einer der drei Knaben seinem Papi hinterhergerufen, dass er hinter der verkehrten Tür die Notdurft verrichtete.



Von der Ruine aus machten wir uns weiter auf den Weg nach Assmannshausen. Und dieser sollte nun sehr beschwerlich werden, denn nun ging es etliche steile Stiegen in den Weinbergen nach oben. Dafür, dass es das einzige schwierige Stück dieser Tour war, sei dies entschuldigt. Oben angekommen durften erst mal alle verschnaufen und noch einen Blick auf den Binger Mäuseturm mitnehmen. Von nun an ging es wieder bergab bis nach Assmannshausen hinunter.

Und hier machten wir etwas, was es bislang noch nicht bei unseren Wanderungen gegeben hatte. Wir ersparten uns den steilen Weg nach oben zum Jagdschloss Niederwald und setzten uns bequem in den Sessellift, der uns in etwa zehn Minuten nach oben brachte. Nachdem alle wohlbehalten an der Endstation aus den Sesseln gesprungen waren, konnten wir unsere Wanderung fortsetzen und erreichten die Zauberhöhle des englischen Landschaftsparks Niederwald. Dieser Park wurde im 18. Jahrhundert angelegt. Der Graf führte damals seine Gäste durch den Wald zu dieser Zauberhöhle. Dort mussten sie durch einen schmalen Tunnel laufen und kamen schließlich in einem großen abgedunkelten Raum an. Hier öffnete der Graf zunächst das erste Fenster, welches den Blick auf den Rhein frei gab. So öffnete er ein Fenster nach dem anderen und aus jedem Fenster ergab sich eine neue Aussicht. Heute ist die Höhle zugemauert, die Fenster sind offen und große Bäume versperren die Sicht auf das, was der Graf damals seinen Gästen zeigte.

Nach der Zauberhöhle ging es weiter zum nächsten Aussichtspunkt, wieder ein genialer Blick auf das Rheintal, wo wir unser seit einigen Wanderungen übliches Gruppenfoto schossen. Anschließend noch einmal ein Aussichtspunkt, wo wir staunen konnten, was unsere amerikanischen Touristen, die sich gerade dort befanden, so alles mit sich schleppen. Weinflaschen und Gläser waren das wenigste.

Einen dritten Aussichtspunkt ließen wir der Monotonie wegen aus und so kamen wir denn auch am Niederwalddenkmal an. Ein paar Fotos und schon rief auch der Wanderleiter zum Aufbruch in das nahegelegene Lokal, wo die Abschlusseinkehr vorgesehen war.

Über Qualität und Preis-/ Leistungsverhältnis streitet man ja immer gerne, so gibt die nun folgende Meinung sicher nicht die aller wieder.
Kurz gesagt ist das Lokal der reinste Touristennepp. Eiskaffee aus dem Tetrapack, die Sahne kommt aus der modernen Dose und ein winzig kleines Stück Pflaumenkuchen für 2,50 , Torten aus dem Tiefkühlfach des Supermarktes, dazu noch gestresste Bedienungen,. Und das alles für nicht ganz billig. Wer nun aber meint, er könne auf das nahegelegene SB-Lokal am Niederwald ausweichen, dem sei an dieser Stelle empfohlen, es dort erst gar nicht zu versuchen, denn dort ist es genauso teuer und man hat bei weitem nicht eine so schöne Aussicht.

Deshalb sei jedem empfohlen, sich seine Stullen von zu Hause mitzubringen und an einem der zahlreichen Aussichtspunkte zu verspeisen.

Nach der Einkehr ging es nun ohne Umweg auf schnellsten Weg zurück zum Kloster St. Hildegardis, wo einige nun doch noch in den Genuss kamen, das Bauwerk einschließlich der Kirche zu besichtigen.

Fazit der Tour: Eine landschaftlich sehr schöne Tour, mit arg vielen Blicken auf den Rhein. Die Wege sind überwiegend asphaltiert, so dass man diese Tour auch bei nicht so schönem Wetter bzw. wenn es Tagelang geregnet hat, nachwandern kann. Insgesamt ist sie etwa 15 km lang. Für die Auffahrt mit dem Sessellift muss man 4 berappen. Gruppen ab 20 Personen bekommen eine Vergünstigung.

Hotti

Bilder von Peter F.