Wanderung im Morgenbachtal


11. Mai 2003


Am Sonntag trafen sich wieder einmal 22 Wandermutige zu einer Tour durch das Morgenbachtal bei Trechtingshausen. Treffpunkt war um 11 Uhr auf einem Parkplatz nahe der Nahe in Bingen. Von dort aus führte uns der Weg zunächst einmal zum Binger Hauptbahnhof, wo wir noch jemanden aufsammeln konnten.


Am Rheinufer



Gleich wurden Rufe laut, ob wir denn nun mit der Bahn fahren würden, denn die Wegstrecke führte uns nun erst mal direkt zum Bahnsteig, den wir am Ende dann doch links liegen lassen konnten und durch einen Tunnel (zunächst unbeleuchtet, doch dann leider mit Licht) hinunter zum Rhein führte, wo wir an einem neu angelegten Aussichtsplatz den Binger Mäuseturm in voller Pracht genießen konnten.

Da wir mit Wetter und Wasser Glück hatten, konnten wir erst einmal einen kurzen Abstecher machen und liefen die Krippen bis nach hinten durch, wo dann auch einige annahmen, dass wir uns in die Fluten des Rheines stürzen sollten, um die andere Uferseite zu erreichen. Doch wir wandern ja schließlich mit Plan und so mussten wir auch nur einige Meter zurück laufen, um dann trockenen Fußes auf die andere Seite des Altrheinarmes zu gelangen. Nach dem Überqueren der Bahnschienen standen wir an der Hauptstraße und trappelten diese wieder ein wenig zurück, bevor ein schmaler Pfad in Richtung Kreuzbachklamm abzweigte.



Kurze Rast


Die Kreuzbachklamm, der Einstieg in die Klamm selbst kaum zu sehen, sehr versteckt und zugewachsen. Die Klamm hinauf wurde es teilweise heftig steil und ein sehr schmaler Pfad. Neben dem Pfad der Abgrund. Einige Holzbrücken, und an einer Stelle führt ein an der Felswand angebrachter Holzsteg über die Schlucht. So kamen wir kurz vor dem Forsthaus Heiligkreuz oben heraus. Kurz vor dem Ende der Klamm noch eine kurze Verschnaufpause, bevor wir nun auf die altbekannte Morgenbachtaltour einbiegen konnten.



In der Kreuzbachklamm


Der Wirt des Forsthauses rieb sich schon die Hände und freute sich auf den Umsatz, doch leider mussten wir ihn enttäuschen, denn wir gingen links neben dem Wirtshaus den Pfad entlang, und kamen so zu einem neuen Aussichtshöhepunkt der Tour mit Blick auf Rhein und Mäuseturm. Von dort aus nun aber auf zum Schweizerhaus, einem "berühmten" Ausflugslokal hoch über dem Rhein. Früher war dieses Gasthaus bekannt für seine tollen Torten und Kaffee. Der Adel traf sich wohl dort bei seinen Sonntagsausflügen. Heute ist das Schweizerhaus sicher nicht mehr das, was es sein könnte. Man hat dort zwischenzeitlich auf Selbstbedienung umgestellt. Hat man sich mal ein Getränk erobert, so kann man den wunderschönen Blick auf Assmannshausen und den Rhein genießen. Speisen sollte man dort oben übrigens nicht, auch wenn es eine Küche gibt. Wer Lust auf gutes Essen hat, dem sei die Burg Rheinstein empfohlen, die man nach etwa zwanzig Minuten erreicht.


Kurz vor der Burg Rheinstein


So führte uns unser Weg nun auch dort hin, wobei wir aber die Burg rechts liegen ließen und direkt neben ihr dem Eselspfad hinauf folgten und nun einen heftigen Anstieg bewältigen mussten. Außer Atem erreichten wir nun wieder einiges an Höhe und liefen einen Waldweg bis zu unserem nächsten Rastplatz. Und wieder der Blick auf den Rhein. Mit einigem Verrenken konnte man auch Trechtingshausen sehen.



Hoch über Trechtingshausen



Nach der Rast führte uns die Wanderung nun in das Tal, welchem die Tour ihren Namen verdankt. Den Berg geht es, über einige Felsen, steil ins Tal hinab. Dort nun links herum und schon ist man im Morgenbachtal. Ein sehr schönes Tal, rechts ein kleiner Bach, mit einigen kleineren Wasserfällen. Sicher kein spektakuläres Tal, dennoch irgendwie schon sehr schön. Der Weg führte uns bis zur Steckeschläferklamm.

Die Steckeschläferklamm, das Wort Klamm ganz bestimmt übertrieben, trotzdem sehr schön, wenn man links und rechts die Bäume genau anschaut. Da hat sich irgend so ein großer Schnitzmeister die Mühe gemacht und Gesichter in die Bäume und Wurzeln geschnitzt. Hat man nun das Ende dieser Klamm erreicht, dann hat man auch den höchsten Punkt der Tour hinter sich. Von nun an war es gar nicht mehr anstrengend. Auf breiten Forstwegen gelangt man von hier aus zur Lärchenwiese. Genau der Wiese, wo wir bei vergangenen Wanderungen immer mal wieder ein Picknick organisiert hatten. Doch diesmal nicht, also ging es auch gleich weiter zur Villa Rustica, wo unsere letzte Rast anstand.




Hinab ins Morgenbachtal


So, auf zum Endspurt. Oberhalb des Forsthauses Heiligkreuz vorbei wieder in Richtung der Kreuzbachklamm. Dort rechts vorbei, so dass wir uns noch einmal die Klamm anschauen konnten, und von dieser Seite her schaute diese Klamm doch noch wilder aus, als wir sie am Morgen lang gelaufen sind.

Jetzt noch mal eine kleine Abenteuereinlage zum Schluss, denn da war doch glatt der Weg nicht mehr da, wo er sein sollte, und so mussten wir einen Steilhang nach unten und standen plötzlich vor verschlossenen Toren, so dass es nur noch zwei Möglichkeiten gab. Entweder wieder zurück, einen anderen Weg suchen, oder ab über die Mauer. Wir entschlossen uns für zweiteren Weg und gelangten so wieder nach Bingerbrück.

Der 20 km-Tour des Schwierigkeitsgrades C schloss sich nun noch eine Einkehr in einem Binger Lokal an, wo wir bequem im Garten Platz fanden. Dort lernten wir unter anderem, dass in Bingen die Apfelsaftschorle Apfelwasser heißt. (Anmerkung eines Binger Nachbarn: Höchstens in diesem einen Lokal...) Das Essen, na ja, abgesehen von fettigen, schwabbeligen Pommes, zähen Schnitzel usw. war nicht schlecht, die Küche wohl aber etwas überfordert mit dem großen Ansturm.

Fazit der Tour: Wie immer eine schöne Strecke, meist ziemlich einsam ohne viel anderer Wanderer. Viel kann man da nun auch nicht mehr nach dem ca. 5. Abwandern dieser Tour zu schreiben. Positiv allerdings, dass wir diesmal keine 8 Wanderer verloren hatten, so wie es vor einigen Jahren war.

Hotti

Bilder von Ulli