Wanderung über den Grauen Stein und Schlangenbad
zum Goethestein in Frauenstein


15. September 2002



Wenn es bei der letzten Wanderung im Rheintal noch 30 % an neuen Mitläufern waren, so brachten wir es diesmal auf schlappe 50 %, wobei ich auch die Herren hierbei mitgerechnet habe, die bereits beim letzten Mal schon als neu aufgeführt waren, aber dies nur am Rande.

Am 15.9. hatte ich in meiner Eigenschaft als Clubmanager mal den ganz einfachen Weg ausgesucht und spontan eine Wanderung ausgewählt, die wir in diesem Jahr bereits schon einmal abgelaufen waren. Grund dafür war einfach ein kleines organisatorisches Problem, aber dafür hat man ja schließlich auch einen Fundus.


Schon wieder gehts den Berg hoch......



So kam es, dass wir uns direkt am Nürnberger Hof in Frauenstein um 11 Uhr getroffen haben. Diesmal gab es keine Anmeldepflicht, deshalb war die Überraschung der Teilnehmerzahl umso größer, denn wir starteten mit 21 Personen und sammelten den 22. an der Busendhaltestelle auf.

Zunächst führte uns der Weg wieder einmal ein bisschen durch Frauenstein hindurch hinauf zum Frauensteiner Friedhof und dann weiter durch Feld und Wald hin zum grauen Stein, eine Felsengruppe im Frauensteiner Wald. Dort erwartete uns dann auch schon die erste Rast nach etwa einer Stunde Laufzeit.

Nach dieser Pause ging es nun erst einmal ein klein wenig bergab um nun auf der anderen Seite wieder einen Moment steil bergan zu schreiten. So erreichten wir dann Georgenborn, einen Ortsteil, welcher der Gemeinde Schlangenbad zugehörig ist. Hier streiften wir den Ortsrand und kurze Zeit später standen wir auch schon wieder im Feld und nach einem rechts abbiegen gelangten wir direkt nach Schlangenbad. Da keiner den Ort besichtigen wollte, und ich selbst in der Vergangenheit jedes Mal eine Ortsbesichtigung von Schlangenbad mit im Programm hatte, verzichtete ich diesmal darauf und so kehrten wir direkt in unser Traditionscafé ein.

Traditionscafé deshalb, weil wir bis jetzt bei jeder Tour genau dieses Café ausgewählt hatten. Vielleicht sollte ich wirklich mal mit der Frau Wirtin über eine Provision verhandeln, denn diesmal füllten wir eine komplette Reihe ihrer Terrasse.

Die Vermutung liegt nahe, dass Frau Wirtin nicht wusste, ob sie sich nun aufgrund des Umsatzes über diese Masse an Leuten freuen sollte, oder ob sie verzweifelt aufschreien sollte, denn sie war ganz allein, musste somit wirklich alles selber machen und hätte um Haaresbreite auch noch in die Küche eilen müssen, um eine Gulaschsuppe zu wärmen, worauf dann aber der gutmütige Gast verzichtete.

Eine Stunde später war es dann an der Zeit, den Weg fortzusetzen, schließlich hatten wir noch ein paar Kilometer vor uns. Und jetzt ging es wirklich bergauf. Allerdings nur kurze Zeit, denn ein Wassertretbecken lag auf den Weg. Andreas war der einzige, der dieses dann auch ausnutzte. Der Rest verzichtete aufgrund des nicht gerade sauberen Wassers. Schade, dass man so etwas anlegt und es dann nicht sauber hält.


Kurze Rast am Kneipp-Becken



Schneller als geplant setzten wir deshalb unseren Weg fort. Wieder einmal ging es nach Georgenborn, diesmal aber auf der Hauptstraße, sodass wir noch eine andere Stelle des Ortes sehen konnten. Leider gibt es an dieser Stelle keine andere Alternative als die Straße, die uns nun noch eine ganze Weile folgen würde. Erst am Friedhof konnten wir wieder in den Wald hinein gehen und kamen so wieder einmal an der Liegewiese in der Nähe des Dotzheimer Waldes vorbei, wo die nächste längere Pause geplant war. Just in dem Moment, wo wir uns den für alle geeigneten Lagerplatz ausgesucht hatten, versteckte sich die Sonne hinter den Wolken. Dadurch wurde es dann auch gleich etwas kälter. Wechselbad der Gefühle, denn ab und zu kam sie dann doch wieder.


Eine schöne grüne Wiese lädt zur Rast ein...


Zweisamkeit ;-)


Dieses Wechselspiel hatte zur Folge, dass ich schneller als ursprünglich geplant die Rast abgebrochen habe, wobei wir bestimmt etwa 45 Minuten verweilt hatten.



Auf ging es zur letzten Runde, diesmal bergab und durch einen Wald, welchen wir erst wieder kurz vor Frauenstein verlassen und weiter über Feld marschieren konnten. Das Ziel schon vor Augen mussten wir noch einen Berg hinauf, knapp vor dem Ziel dann noch einmal einen Schlenker zum Goethestein, von wo aus man eine tolle Fernsicht in alle Richtungen hat und schließlich zur Abschlusseinkehr in den Nürnberger Hof, wo wir im Innern reserviert bekommen hatten, was aber der überwiegenden Mehrheit überhaupt nicht gefiel und aus diesem Grund nun die Gruppe in alle Richtungen auseinander lief. Grund dafür, den Abschluss nur aus einer Sicht kommentieren zu können. Wobei es eigentlich wenig zu kommentieren gibt. Allerdings eines, um mal wieder auf die Servicewüste Deutschland aufmerksam zu machen und was einem eigentlich Furcht vor dem Alter machen kann und hofft, dass dies einem später nie selbst passiert.

Eine alte Dame mit Stock kommt mühsam angeschlichen, nimmt den ersten freien Platz im Garten, dummerweise versteckt hinter einem grünen, zusammen gefalteten Regenschirm, setzt sich und wartet hoffnungsvoll darauf, ihren Schoppen und etwas zu futtern bestellen zu dürfen. Nun wartet sie fünf Minuten, zehn Minuten, fünfzehn Minuten. Sie entschließt sich mutig, einen vorbei eilenden Kellner mit ihrer Bestellung zu belästigen, denn er hält es nicht für nötig, sie auch nur eines Blickes zu würdigen.

Der Gute hält sogar einen Moment inne um ihr mitzuteilen, dass der Kollege gleich kommen würde, worauf die Dame entgegnet, dass sie ja nur etwas bestellen möchte. Der junge Mann eilt weiter, lässt sich dazu herab, nun doch einmal zu fragen, was sie denn wolle, allerdings mit der Bemerkung: "Nun machen Sie mal keinen Stress!" In unfreundlichster Art nimmt er die Bestellung auf, eilt davon, trifft auf den eigentlichen Kellner für diesen Tisch und sie gehen beide wieder hinein. Wenige Augenblicke später kommt der richtige Kellner mit dem gewünschten Getränk. Kein Wort der Entschuldigung, nur die Bemerkung, dass sie ja schließlich hinter dem Schirm sitzen würde und er sie nicht gesehen habe. Kurze Zeit später trägt er das Essen herbei und sagt noch: "Aber nicht, dass mir jetzt noch klagen kommen!" Die Dame hatte nichts, aber wirklich nichts mehr gesagt. Um dem Ganzen noch eines drauf zu setzen, fragt erster Kellner dann auch noch: "Na, war das jetzt schnell genug?"

Wir sind dann gegangen. Das Ende dieser Begebenheit kann sich jeder selbst überlegen.


Doch kommen wir zum Fazit der Wanderung, dass ja nicht anders ausfallen kann, wie dies, von der ersten Wanderung am Ostersonntag: Schöne Strecke, doch wieder einmal mehr stelle ich mir die Frage, was an dieser Strecke so besonderes ist, dass ich sie gerne laufe. Durch die Straße, durch den Ort, dass lässt einem selten das Gefühl der Einsamkeit aufkommen, welches wir häufiger bei unseren Wanderungen haben. Eindeutiger Vorteil ist eben, dass die Anfahrt nicht so weit ist, zumindest nicht für die, die aus Mainz oder Wiesbaden kommen. Na ja, in diesem Jahr werden wir die Strecke wohl nicht mehr laufen, denn nun stehen die Ziele ja fest, und im nächsten Jahr können wir wohl auf andere Strecken ausweichen, vielleicht auch mal wieder mehr in Richtung Frankfurt, um den Herren dort mal wieder entgegen zu kommen.

Hotti

Bilder von Ulli