Von Niedernhausen nach Wiesbaden


17. Februar 2002



Diesmal hielt der Wettergott was das Radio versprach und ließ ausnahmsweise mal den ganzen Tag die Sonne scheinen und so konnten wir die ursprünglich für den Januar geplante Wanderung im Februar machen.

Für diesen Termin stand eine Streckenwanderung auf dem Plan. Zunächst trafen wir uns am Wiesbadener Hauptbahnhof, wo wir erst einmal das Problem der Fahrkarten ausdiskutieren mussten. Meine Planung, die ich mir notiert hatte, war natürlich mal wieder hinfällig, weil wir zwei Leute mehr sein sollten, wie ich geplant hatte. Aber alles kein Problem. Nach einigen Abzählen und Ausschöpfen aller Monatskarten sollte eigentlich jeder eine Fahrkarte haben. Sogar Rainer, der mit Pebbels am Erbenheimer Bahnhof einsteigen würde, hatte schon seine Fahrkarte.


Gleich gehts los



Pünktlich setzte sich der Zug am Wiesbadener Hauptbahnhof in Richtung Niedernhausen besetzt mit sieben Streetmillboys in Bewegung. Rainer sollte am nächsten Halt zusteigen, aber weit und breit kein Rainer zu sehen. Also, Klein Hotti ans Handy gestürzt und telefoniert. Rainer fragte, ob der Zug schon los gefahren sei und hatte das Problem wohl noch nicht so ganz verstanden, dass der Zug schon an seinem Bahnhof vorbei war. Zu allem übel war auch noch der Akku des Handys leer, so dass ein klärendes Gespräch kompliziert war. Ich hatte nur verstanden, dass er wohl nun direkt zum Niedernhausener Bahnhof kommen würde. Kleine Anekdote am Rande: Rainer hatte seiner Mutter erzählt, dass wir mit dem Zug am Haus vorbei fahren würden. Sie stand dann auch auf ihrem Balkon, bewaffnet mit einem bunten Tuch und winkte dem vorbeifahrenden Zug, was das Zeug hielt. Leider nur eine Stunde zu spät, denn sie hatte den nächsten Zug erwischt.

Wo gehts lang?



Na gut, in Niedernhausen hatten wir es dann geschafft, dass alle da waren, denn auch Rainer war nun mit Pebbels angesaust gekommen. Dann konnte es ja los gehen. Zunächst führte uns der Weg nach unten, bevor es dann eine ganze Weile nach oben ging. Der Weg führte durch den Wald auf die Hohe Kanzel. An dieser Stelle mal ein ganz großes Lob an die Mitläufer, denn dieser Anstieg schlug alle Rekorde. In knapp über einer Stunde 4,7 km und nur bergauf, das hatte was von guten Läufern. Da war die Rast bei strahlendem Sonnenschein auf der Hohen Kanzel nur zu verdient. Leider war es etwas diesig, so dass man nicht unbedingt von guter Fernsicht reden konnte.

Erstes Sonnenbad des Jahres



Gleich ist die Pause vorbei



Nach knapp fünfundzwanzig Minuten ging es weiter, ab jetzt ziemlich eben in Richtung Platte. Kurz vor dem nächsten Ziel machten wir die nächste Rast und konnten wieder die Sonne genießen. Dieser Sonntag bot so schönes Wetter, das man sich sogar ins Gras setzen konnte. Am nächsten Ziel, der Platte, liefen wir rasch vorbei, denn dort war so viel los, dass keiner so rechte Lust hatte, dort längere Zeit zu verbringen. Wir machten uns direkt hinunter zur Fischzucht, wo wir in einer Schutzhütte die letzte Rast machten, bevor es zum Endspurt ging, der uns vorbei am Waldhaus und Nordfriedhof zum Tennisplatz im Nerotal führte, wo das Abschlusskaffeetrinken auf dem Programm stand, was diesmal allerdings recht kurz ausfiel, da einige noch eine Zugfahrt vor sich hatten.

Im Wald da sind die Bäume...

Selbst in der Hütte im Wald gibts Graffiti



Die Streetmillboys sind nicht zu bremsen...



Die letzten Kilometer zum Bahnhof erinnerten so ein bisschen an das Lied zehn kleine Negerlein, denn schon nach der Einkehr waren es weniger und in der Stadt hatte sich dann auch immer wieder einer Verabschiedet. Diese letzten Kilometer waren aber im Gegensatz zu den ganzen vorher die reinste Hölle. Womit mal wieder bewiesen wäre, dass Städte nichts für Naturburschen sind.

Fazit dieser Tour: Wetter toll, die Idee aus zwei Wanderungen eine zu machen hat sich gelohnt, tolle Mitwanderer, also insgesamt eine sehr schöne Wanderung.

Bis zum nächsten Mal

Hotti

Bilder von Ulli