Kreuzbachklamm, Schweizerhaus, Morgenbachtal


10. August 2002



Guten Morgen, Kleiner. Ich muss schon aufstehen, wandern, Du weißt. Wie das regnet, da fällt sie wohl aus. Später Clubmanager angerufen: "Wir wandern, in Bingen regnet es nicht". Jetzt aber hurtig, packen, tschüss, bis heute Abend. Komme zu spät zur Mitfahrgelegenheit, lade mein Zeugs um, besteige das Fahrzeug und reiße die Situation an mich: "Hotti, fahren sie". Ein merkwürdiger Blick streift mich.


Wie ist es am Rhein so schön...



In Bingen trafen sich 6 gutgelaunte Wanderer, die Ullis Wegbeschreibung auf den Parkplatz geführt hatte. Von dort gingen wir zum Bäcker Brötchen kaufen (mein Gott, der Teuro), überquerten die Nahe und nachdem wir die Unterführung des Binger Hauptbahnhofes passiert hatten, standen wir zwischen grünbewachsenen Gleisanlagen und einer alten Schrebergartenanlage gegenüber. Der Mäuseturm, den wir kurz darauf aus nächster Nähe bewundern konnten, setzte einen schönen Kontrastpunkt. Rechts Rhein, sowie mit Reben bepflanzte Hänge, links von uns stehendes Gewässer, wanderten wir auf der Landzunge bis zu deren Ende, liefen auf weiterem Wege zur Straße , überquerten diese und dann ging es in die Kreuzbachklamm, die wider Erwarten gut begehbar war. Oben angekommen hatten wir 190 Höhenmeter überwunden und machten Rast, in der man sich so angeregt mit einander unterhielt, dass Ulli aufs Weitergehen drängen musste.


Keine nassen Füße trotz viel Wasser rechts und links...



Immer an der Wand lang...



Als nächstes stand das Schweizer-Haus auf dem Programm. Schönes Haus, prima Blick auf den Rhein, deren Fuhrschiffe an "MS Franziska" erinnerten. Leider scheint es in diesem Haus eine eigene Interpretation des Wortes "bedienen" zu geben. Auf Details sei hier verzichtet.

Danach ging es weiterhin bergab, nein, nicht mit der Stimmung sondern mit dem Weg, bis wir die Burg Rheinstein an der Rückseite passierten. Ulli, hinter dem ich ging, sagte plötzlich: "Hier geht's links hoch" und nahm die Kurve in den schmalen Pfad optimal. Ich weniger. Und es ging wieder hoch, zum Glück nur ca. 75 Höhenmeter diesmal. Ulli verdeutlichte uns dies an Hand eines Höhenlinienprofils. Mir bricht der Schweiß aus, wie viele Anstiege da noch kommen. Oben angekommen machten wir wieder Rast auf einer Felsgruppe mit Blick auf Burg Reichenstein.


Muß das denn schon wieder so steil sein??




Ausgeruht ging's dann ins Morgenbachtal hinab und wir wanderten bergaufwärts durch das Morgenbachtal, das so gemächlich anstieg, dass es einem nicht wehtat. Am Ende ging's in ein Seitental oder Klamm, die mit vielen Holzbrücken überbaut war. Ein Künstler hatte einige Bäume mit Schnitzereien von Gesichtern, bzw. Tiergesichtern versehen. Interessanter Anblick; einige von ihnen waren gerade vom Moos befreit worden.


Gleich ists geschafft...



In der Nähe des Bodmansteins machten wir Rast auf dem Gelände einer Ausgrabungsstätte, "Villa Rustica", bzw. Grabungsfeld am "Alten Kloster". Dadurch wurden unsere Gespräche auf aktuelle Ausgrabungen in Mainz geleitet, bzw. Ausgrabung im allgemeinen. Mir wurde langsam kühl und bald gingen wir auch nach Bingen zurück, fanden ein Lokal und genossen den Abend noch ausführlich mit Getränken, Speisen und Unterhaltung.


Kleine Rast vor der Rheinstein



Fazit: Eine sehr schöne, landschaftlich abwechslungsreiche Wanderung, gut organisiert. Dazu nochmals Dank an den Organisator Ulli.

Rainer O.

Bilder von Ulli