Wanderung am Rhein von Ingelheim nach Bingen und zurück
oder
Ein Tag aus dem Leben des Clubmanagers


6. Oktober 2002



Wiesbaden, 7 Uhr
Heute ist Wandertag, durch das Fenster höre ich, dass es regnet. Die Frisur sitzt noch nicht.

Wiesbaden, 7:30 Uhr
Immer noch Wandertag, aufstehen ist angesagt, es gießt. Die Frisur sitzt immer noch nicht. Ich koche mir erst mal einen Kaffee.

Wiesbaden, 8 Uhr
Das Telefon läutet. Aha, da fragt einer, ob die Wanderung statt findet. Nein, schlimmer, der Organisator der Wanderung sagt, dass er bei diesem Sauwetter auf gar keinen Fall die Tour leiten wird. Die Wege führen durch Felder und Wingerte, wo es teilweise steil bergauf geht und es gefährlich glitschig sein wird. Sicherheit geht vor. Gemeinsam mit dem Organisator fällt die Entscheidung den Wandertag zu kippen. Die Frisur sitzt immer noch nicht.

Wiesbaden, 8:05 Uhr
Ich versuche, die Teilnehmer mit der weitesten Anreise zu erreichen. Pech gehabt, sind schon abgefahren. Die Frisur sitzt immer noch nicht.

Wiesbaden, 8:10 Uhr
Anruf beim nächsten Teilnehmer. Der meint, er hätte gestern Leuten gesagt, dass wir bei jedem Wetter laufen. Frisur sitzt übrigens immer noch nicht.

Wiesbaden, 8:15 Uhr
Ich schaue meine Karten durch, mir fällt nichts ein. Anruf bei Ulli, der tourenmässig einiges im Köfferchen hat. Gemeinsam fällt uns eine Tour ein, nur die Teilnehmer der Wanderung müssen dort hin geleitet werden. Meine Güte, die Frisur!!! Aber dafür steht die Alternativtour.

Wiesbaden, 8:20 Uhr
Ach Du lieber Himmel. Einer der Teilnehmer hat eine Fahrgemeinschaft mit dem Organisatoren der ursprünglichen Tour, weiß er das die Tour ausfällt? Ein Anruf, nein er weiß es nicht. Wir vereinbaren, dass ich ihn abhole. Und meine Frisur? Nein, die sitzt immer noch nicht.

Wiesbaden, 8:25 Uhr
Duschen und Frisur richten.

Wiesbaden, 8:35 Uhr
Ich müsste schon längst los sein, mittlerweile sitzt die Frisur, aber der Rucksack, der muss noch gepackt werden.

Wiesbaden, 8:40 Uhr
Der Rucksack ist fast fertig, das Telefon läutet. Ein Teilnehmer hat Durchfall und sagt ab.

Wiesbaden, 8:45 Uhr
Abfahrt nach Mainz, um die gesellige Fahrgemeinschaft aufzunehmen. Wiesbaden, die Frisur sitzt.

Mainz, 9:00 Uhr
Warten am Treffpunkt.

Mainz, 9:05 Uhr
Wir fahren los und kommen relativ schnell wieder von der Autobahn und verfahren uns erst einmal. War da ein Fehler in der Beschreibung?

Siefersheim, 9:45 Uhr
Ankunft am Treffpunkt. Die meisten sind schon da und erfahren von mir die gute und die schlechte Nachricht. Übrigens regnet es nun nicht mehr. Dementsprechend sitzt die Frisur immer noch recht gut.

Siefersheim, 10:05 Uhr
Die letzten Teilnehmer sind nun auch eingetroffen. Kurze Besprechung, wie es nun weiter geht und wo wir hinfahren müssen.

Siefersheim, 10:10 Uhr
Abfahrt zum nächsten Treffpunkt.

Ingelheim, 10:25 Uhr
Ankunft in Ingelheim. Alle 15 Teilnehmer treffen allmählich ein. Schuhe wechseln und ausgehfein machen.

Ingelheim, 10:40 Uhr
Der Stress des Sonntag Morgens gehört nun der Vergangenheit an, es geht los. Auch in Ingelheim sitzt die Frisur noch. Es regnet nicht.


Am Rhein-Nahe-Eck




Mit vierzig Minuten Verspätung geht es los immer am Rhein auf dem Leinpfad entlang nach Bingen, wo wir nach zehn Kilometern und kurzer Rast unter der alten Eisenbahnbrücke auch ziemlich trocken ankommen. In Bingen haben wir einen kurzen Blick auf die Nahemündung, bevor wir durch Bingens Fußgängerzone und Burg Klopp die Rochuskapelle erreichen. Eine schöne Sicht auf den Rhein erwartet uns.





Auf der Burg Klopp




Von hier aus geht es dann über Bingen-Kempten wieder zurück an den Rhein, wo die Läufer in der Pole Position ihren Vorsprung sehr zum Ärger der dahinter laufenden auf zirka einen Kilometer ausbauen können, was der Clubmanager dann aber auch erst mal am Auto vorgeworfen bekommt.

So im Nachhinein gesehen wäre eine Pause auf der Strecke sicher sinnvoll gewesen, denn verfolgt wurden wir nicht und einen Wettbewerb galt es auch nicht zu gewinnen. Bloß rundherum ist ja alles nass... hinsetzen geht eh nicht. Deshalb mal an dieser Stelle eine Entschuldigung an alle, die hinterher gelaufen sind und immer wütender auf die Führung waren.


Etwas eingeschränkte Fernsicht...


Zum Glück gibts ja überall Dächer zum Unterstellen...




Sonntag, 6. Oktober 2002,

Ingelheim, ca. 16:20 Uhr

23 Kilometer später sind wir wieder am Auto eingetroffen. Der Wetterbericht hat recht gehabt, wir haben uns immer mal wieder in einen Schauer gestürzt, waren aber nicht durchnässt. Dafür tun fast allen die Beine weh. Wohl wegen des harten Binger Pflasters. Und die Frisur? Die sitzt immer noch, aber nicht mehr ganz so gut, wegen des Käppis.

Vom Parkplatz aus fahren wir in das nächste Dorf, wo Ulli ein Lokal zur Abschlusseinkehr weiß. Leider geschlossen, doch genau gegenüber lädt ein Hotel mit kleinem Kaffee und kleinen Gerichten ein. Dort erfahren wir, dass Ullis vorgeschlagenes Lokal um 17:30 Uhr öffnet, deshalb beschließen die meisten, die Einkehr nur für Kaffee und Kuchen zu nutzen und anschließend das Restaurant zum Abendessen zu besuchen.

Gesagt, getan, um 17:30 Uhr können wir die Lokalität wechseln. Kostet nur ein paar Schritte über die Straße. Sehr gutes Essen, flotter Service, also durchaus weiter zu empfehlen. Die Preise sind normal. Gegen 19 Uhr löst sich die Gruppe dann auf und alle fahren in unterschiedliche Richtungen.


Alles schon recht herbstlich bei der Rochuskapelle...




Wiesbaden, 19:45 Uhr
Wieder zu Hause. Das war er, ein Tag im Leben des Clubmanagers. Alles in allem ist alles gerade noch mal gut gegangen. Für eine Nottour war es doch sehr schön. Dafür noch ein riesengroßes Dankeschön an Ulli, der uns wirklich super aus der Patsche geholfen hat und präzise die Tour geleitet hat. Kein Verlaufen, geschickt durch die Gassen gesteuert und das alles ohne Karte.

Tja, so sind sie, die Streetmillboys. Getreu unserem Motto: "Egal ob Sonne oder Regen, wir haben Spaß auf allen Wegen" haben wir einmal mehr einen schönen Tag herum gebracht. Auch wenn diesmal am Ziel über das Tempo diskutiert wurde. Soll ich schreiben, dass ich Besserung gelobe? Kann ich nicht, denn je größer die Gruppe, desto größer auch die Unterschiede in der Laufstärke der Läufer. Die einen können nur schnell, die anderen können nicht so schnell. Recht machen kann man es keinem. Und mit diesem Satz schließe ich meinen Wanderbericht oder auch die Erzählung aus dem Tag im Leben des Clubmanagers

Euer Hotti

Bilder von Ulli